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Extras zum Gehalt: Das gibt’s steuerfrei

2022-01-13T13:06:29+01:0013. Januar 2022|

Arbeit gegen Lohn: Das ist die übli­che Ver­gü­tung. Doch Fir­men kön­nen ihren Ange­stell­ten zusätz­lich jede Men­ge Extras gewäh­renIm Betrieb, im Home-Office und auf Dienst­rei­sen. Courage-online.de gibt einen Über­blick, was steu­er­frei mög­lich ist.

Von Gise­la Haberer

So man­ches steu­er­freie Extra ist schon so selbst­ver­ständ­lich, dass es gar nicht mehr wirk­lich auf­fällt. Oder wer denkt schon beim Gang in die Tee­kü­che dar­über nach, dass der Betrieb Kaf­fee, Tee und Obst zusätz­lich zum Gehalt gewährt? Ähn­lich beim Per­so­nal­ra­batt auf Fir­men­wa­ren: bis zu 1.080 Euro im Jahr blei­ben steu­er­frei. Trink­gel­der dür­fen sogar kom­plett vor­bei an Chef*in und Staat kas­siert wer­den, solan­ge sie frei­wil­lig gege­ben wer­den und zwar von Kun­din­nen und Kun­den – nicht als Teil des Arbeits­lohns vom Arbeit­ge­ber. Der Fis­kus macht jedoch genaue Vor­ga­ben für die Steu­er­frei­heit wei­te­rer Extras.  

Extras im Betrieb 

Vie­le Betrie­be sor­gen für die Ver­kös­ti­gung ihrer Beleg­schaft: im Betrieb durch ver­bil­lig­te oder kos­ten­lo­se Kan­ti­nen­es­sen, durch Essens­mar­ken für bestimm­te Gast­stät­ten oder Super­märk­te oder durch ander­wei­ti­ge Zuschüs­se zur Ver­pfle­gung. Auch die­ses Extra zum Lohn bleibt bis zu bestimm­ten Ober­gren­zen steu­er­frei: 2022 liegt die­se bei 270 Euro pro Monat. 

Im Betrieb, aber auch auf Mon­ta­ge stellt nor­ma­ler­wei­se die Fir­ma die Arbeits­ge­rä­te. Kommt dage­gen pri­va­tes Werk­zeug für den Betrieb zum Ein­satz, erhal­ten Arbeitnehmer*innen dafür eine Ent­schä­di­gung: Das soge­nann­te Werk­zeug­geld bleibt steu­er­frei, solan­ge des­sen Höhe dem tat­säch­li­chen Auf­wand ent­spricht.  

Som­mer­fest und Weih­nachts­fei­er fal­len wohl nur vor­über­ge­hend Coro­na zum Opfer. Fin­den sie wie­der statt, kön­nen Betrie­be auch dar­über ihren Beschäf­tig­ten steu­er­frei Gutes gön­nen. Pro Mitarbeiter*in blei­ben bis zu 110 Euro brut­to steu­er­frei. In die­sen Betrag sind aller­dings mit­fei­ern­de Ange­hö­ri­ge ein­ge­schlos­sen. Geschen­ke, die auf Betriebs­fei­ern über­reicht wer­den, blei­ben bis zu 60 Euro brut­to steu­er- und sozi­al­ver­si­che­rungs­frei, sind aber auch in die 110 Euro-Gren­ze ein­zu­rech­nen. Kos­tet die Fei­er mehr pro Nase, gel­ten pau­scha­le Steu­er­sät­ze.  

Extras im Home-Office 

Arbeitgeber*innen stel­len die Arbeits­mit­tel. Das gilt grund­sätz­lich auch im Home-Office. Häu­fig über­las­sen Fir­men ihren Mit­ar­bei­ten­den (Elektro-)Geräte für die Arbeit zu Hau­se. Dann dür­fen die­se steu­er­frei auch pri­vat genutzt wer­den. Ist die Fir­ma noch groß­zü­gi­ger und schenkt Com­pu­ter, Smart­pho­ne oder Soft­ware, dann kommt es auf die Umstän­de an: Erfolgt die Fir­men­ga­be zusätz­lich zum Lohn und ver­steu­ert das Unter­neh­men den Gegen­wert pau­schal mit 25 Pro­zent, dann bleibt sie für Arbeitnehmer*innen steu­er­frei.  

Für Anschlüs­se für Tele­fon und Inter­net im Home-Office müs­sen Ange­stell­te in der Regel selbst sor­gen. Doch dienst­lich ver­an­lass­te Gebüh­ren dür­fen steu­er­frei ent­schä­digt wer­den: nach­weis­lich tat­säch­li­cher Kos­ten oder pau­schal. Pau­scha­liert sind fürs Tele­fon bis zu 20 Euro, fürs Inter­net bis zu 50 Euro im Monat steuerfrei.

Häu­fig wird aber auch die eige­ne Elek­tro­nik im Home-Office genutzt. Für die­sen Fall brach­te Coro­na eine wesent­li­che Steu­er­än­de­rung: Wer­den beruf­lich genutz­te Com­pu­ter & Co pri­vat ange­schafft, sind die Kos­ten im Jahr der Anschaf­fung in vol­ler Höhe steu­er­lich absetz­bar. Der Fis­kus drückt auch ein Auge zu, wenn das Gerät nur bis zu zehn Pro­zent der Zeit pri­vat genutzt. Ist es hal­be – hal­be im Ein­satz, dann sind auch die Anschaf­fungs­kos­ten nur zur Hälf­te absetz­bar. Kri­tisch wird es, wenn das Gerät mehr pri­vat als beruf­lich gebraucht wird.  

Ab von der Steu­er ist beim digi­ta­len Arbei­ten von zu Hau­se oder von unter­wegs Wei­te­res zu beach­ten, etwa der Schutz betrieb­li­cher Daten sowie War­tung und Pfle­ge der Gerä­te. Der Bran­chen­ver­band Bit­kom rät dazu, die­se Aspek­te ver­trag­lich klar zu regeln.  

Extras auf Reisen 

Schi­cken Unter­neh­men ihre Ange­stell­ten auf Dienst­rei­sen, tra­gen sie natür­lich im Wesent­li­chen die Kos­ten. Häu­fig orga­ni­siert die Fir­ma auch Tickets und Über­nach­tun­gen. Sind Arbeitnehmer*innen mit dem eige­nen Auto dienst­lich unter­wegs, kön­nen sie Fahrt­kos­ten in Rech­nung stel­len: 30 Cent je gefah­re­nen Kilo­me­ter sowie ange­fal­le­ne Park­ge­büh­ren. Kos­ten für Ver­pfle­gung wer­den pau­schal abge­gli­chen: Die Sät­ze im Inland sind nied­ri­ger als bei Aus­lands­rei­sen. Wer­den Mahl­zei­ten gestellt, etwa auf Flü­gen oder Tagun­gen, gel­ten redu­zier­te Sät­ze. Die genau­en Höhen sind bei der Lohn­buch­hal­tung zu erfah­ren.  

So man­cher Betrieb möch­te ger­ne Wer­bung über sei­ne Ange­stell­ten ver­brei­ten. Stim­men die­se zu und stel­len zum Bei­spiel ihr Auto als Wer­be­flä­che zur Ver­fü­gung, kön­nen sie dafür 21 Euro Mie­te im Monat steu­er­frei erhal­ten. Vor­aus­set­zung: Miet- und Arbeits­ver­trag sind klar getrennt und der Miet­ver­trag ent­spricht gän­gi­gen Regeln.  

Zusätz­lich zum Lohn kann die Fir­ma wei­te­re Extras für Arbeits­we­ge gewäh­ren: etwa ein Job­ti­cket, kos­ten­frei­es Tan­ken bezie­hungs­wei­se Laden des Pri­vat­fahr­zeugs im Betrieb sowie die Über­las­sung eines Dienst­au­tos oder –fahr­rads für pri­va­te Fahr­ten. 

Extras über Gutscheine und Karten anderer Firmen  

Vie­le Fir­men zei­gen ihre Wert­schät­zung auch über Gut­schei­ne und Pre­paid­kar­ten: ab Janu­ar 2022 dür­fen Arbeitnehmer*innen auf die­se Wei­se 50 Euro im Monat steu­er- und sozi­al­ab­ga­ben­frei erhal­ten. Unter zwei Vor­aus­set­zun­gen: Kar­ten oder Gut­schei­ne stam­men von  ande­ren Unter­neh­men. Der Gegen­wert kann nicht bar aus­ge­zahlt, son­dern nur gegen Waren oder Leis­tung ein­ge­löst wer­den. Mög­lich sind zum Bei­spiel Gut­schei­ne zum Tan­ken, zum Ein­kau­fen oder Ein­tritts­kar­ten für Hal­len­bad oder Fit­ness-Stu­dio. Auch Gut­ha­ben von Pre­paid-Kre­dit­kar­ten ist steu­er­frei ein­lös­bar, soweit die Kar­ten gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen für Zah­lungs­diens­te erfül­len. 

Bei Dienst­leis­tun­gen ande­rer Fir­men zur Kun­den­bin­dung sind sogar bis zu 1.080 Euro im Jahr steu­er­frei. Das gilt etwa für „Miles & More“: Ange­stell­te dür­fen über Dienst­rei­sen gesam­mel­te Mei­len für den Flug in ihren pri­va­ten Urlaub ver­wen­den.  

Hin­weis:
Das ist noch nicht alles, in 14 Tagen geht’s wei­ter: Mit Extras für Gesund­heit, Kar­rie­re, Fami­lie und Vorsorge.

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