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  • Rauf aufs Rad, ©Aleksandar Nakic/iStock

Rauf aufs E‑Rad: mit Zuschüssen

2021-11-25T12:50:59+01:0025. November 2021|

E‑Bikes, Pedel­ecs, E‑Lastenräder – auf den Stra­ßen sind immer mehr Zwei­rä­der mit Elek­troantrieb unter­wegs. Das ist in der Hoff­nung auf eine kli­ma­freund­li­che­re Mobi­li­tät auch poli­tisch so gewollt. Dar­um för­dern der Bund sowie eini­ge Länder, Kom­mu­nen, Ener­gie­ver­sor­ger und der Fis­kus den Umstieg.

Von Gise­la Haberer

Auf einem guten alten Draht­esel zu radeln, hält fit und die Luft sau­ber. Zwei­rä­der mit Elek­tro­mo­tor ver­brau­chen dage­gen bei Pro­duk­ti­on und Unter­halt mehr Res­sour­cen. War­um also soll­te deren Kauf geför­dert wer­den? Durch die Unter­stüt­zung des Motors wer­den län­ge­re Stre­cken mach­bar, die Fahrt­zeit fällt ver­gleichs­wei­se kür­zer aus und Las­ten las­sen sich leich­ter trans­por­tie­ren. Die­se Vor­tei­le kön­nen dazu bewe­gen, vom Auto, Rol­ler oder Mofa auf E‑Bike, Pedel­ec und Las­ten­rä­der umzu­stei­gen. Je weni­ger Fahr­zeu­ge mit Ben­zin- oder Die­sel­mo­tor unter­wegs sind, des­to gerin­ger die Abga­se.  

Die größ­te Hoff­nung setzt die Poli­tik auf E‑Las­ten- und Trans­port­rä­der. Denn damit las­sen sich Klein­kin­der, Hun­de und Geträn­ke sicher trans­por­tie­ren, Fami­li­en­aus­flü­ge erle­ben sowie Ein­käu­fe und Lie­fer­diens­te erle­di­gen. Kurier‑, aber auch ambu­lan­te Diens­te, die für Haus­be­su­che nur begrenzt Mate­ri­al brau­chen, kom­men mit (Lasten)-Rädern oft bes­ser durch den Stra­ßen­ver­kehr als mit Auto. Für den Kauf die­ser Räder gibt es die meis­ten För­der­pro­gram­me.  

Zuschüsse für E‑Lastenräder vom Bund 

Der Bund will vor allem gewerb­li­chen Ver­kehr zum Umstieg aufs E‑Lastenrad bewe­gen. Das kön­nen Unternehmer:innen, Freiberufler:innen sowie Genos­sen­schaf­ten, Ver­ei­ne und Ver­bän­de nut­zen. Kau­fen sie Las­ten-Räder, Las­ten-Pedel­ecs oder –anhän­ger mit E‑Motor, die jeweils eine Nutz­last von min­des­tens 120 Kilo­gramm trans­por­tie­ren, über­nimmt der Bund ein Vier­tel der Anschaf­fungs­kos­ten: bis zu 2.500 Euro pro Rad und pro Anhän­ger. Die Anträ­ge sind online vor Bestel­lung des aus­ge­wähl­ten Modells zu stel­len.  

Zuschüsse für (E-)Lastenräder und Pedelecs von Bundesländern 

Vier Bun­des­län­der unter­hal­ten eige­ne För­der­pro­gram­me für (E-)Zweiräder. Nord­rhein-West­fa­len bezu­schusst nur Inves­ti­tio­nen von Unter­neh­men, Baden-Würt­tem­berg auch von frei­be­ruf­lich Täti­gen. Das Saar­land und Thü­rin­gen unter­stüt­zen auch Anschaf­fun­gen von Pri­vat­leu­ten mit Wohn­sitz im jewei­li­gen Bun­des­land. Das Saar­land über­nimmt bis zur Hälf­te der Kauf­kos­ten: für Las­ten­rä­der mit und ohne Elek­tro­an­trieb maxi­mal 2.000 Euro, für Pedel­ecs maxi­mal 1.000 Euro. Thü­rin­gen betei­ligt sich mit bis zu 40 Pro­zent am Kauf von Rädern, bis zu 30 Pro­zent an Inves­ti­tio­nen in Anhän­ger oder Stell­plät­ze. Im Detail: Für Las­ten­rä­der gibt es maxi­mal 1.000 Euro, für Las­ten­pe­del­ecs 2.000 Euro, für Las­ten-S-Pedel­ecs bis 3.000 Euro, für Anhän­ger und Stell­plät­ze je 500 Euro, für E‑Anhänger 1.000 Euro. Dür­fen ande­re das Rad kos­ten­los mit­nut­zen, etwa eine Kita-Grup­pe, gibt es zudem Zuschüs­se für einen zwei­ten Akku und ein Sicher­heits­schloss.  

Zuschüsse für (E-)Lastenräder und Pedelecs von Landkreisen und Kommunen 

Krei­se und Kom­mu­nen för­dern eben­so vor­ran­gig den Kauf von Las­ten­rä­dern, eini­ge auch den von (S-)Pedelecs. Pri­vat­leu­te erhal­ten zum Bei­spiel in den Groß­städ­ten Düs­sel­dorf, Frank­furt, Mün­chen, Hei­del­berg, Karls­ru­he und Wies­ba­den Zuschüs­se zum Kauf von Rädern und Anhän­gern mit Elek­tro­an­trieb, teils auch von Rädern ohne Motor. Auch Land­krei­se wie Mainz-Bin­gen, Tübin­gen, Erlan­gen-Höch­stadt und klei­ne­re Kom­mu­nen wie Atten­dorn, Buch­holz in der Nord­hei­de, Net­te­tal und Ravens­burg för­dern sol­che Inves­ti­tio­nen. Gera­de klei­ne Gemein­den erschei­nen häu­fig in kei­ner För­der­da­ten­bank. Doch auch von ihnen haben eini­ge eige­ne För­der- oder Ver­leih­pro­gram­me, zum Bei­spiel Weß­ling bei Mün­chen. Eine Nach­fra­ge bei Kreis und Kom­mu­ne ist es auf jeden Fall wert. 

E‑Bikes: Zuschüsse von Kommunen und Stadtwerken 

Der Kauf eines E‑Bikes bleibt meist ein Pri­vat­ver­gnü­gen. Doch selbst dafür kann es För­de­run­gen geben, etwa von ein­zel­nen Kom­mu­nen wie Coes­feld und Hei­del­berg, Land­krei­sen wie Tübin­gen oder von Strom­ver­sor­gern wie den Stadt­wer­ken Feucht­wan­gen und der Kraich­gau-Ener­gie. Wird das E‑Bike als medi­zi­ni­sches Hilfs­mit­tel gebraucht und aner­kannt, gewäh­ren teils auch Kran­ken­kas­sen Zuschüs­se. Sol­che För­de­run­gen fin­den Käufer:innen auf Nach­fra­ge bei Kas­se, Kom­mu­ne und Ver­sor­ger. Teils auch über Such­por­ta­le, zum Bei­spiel mit den Stich­wor­ten E‑Bike, För­de­rung, Stadtwerke.

E‑Bikes: Unterstützung vom Betrieb und vom Fiskus  

Dienst­fahr­rä­der blei­ben bis 2030 steu­er­frei, solan­ge sie zusätz­lich zum Gehalt zur Ver­fü­gung gestellt wer­den: für Beruf und Frei­zeit! Das gilt auch für Elek­tro­rä­der, die maxi­mal 25 Stun­den­ki­lo­me­ter schnell wer­den. Dür­fen die­se kos­ten­frei im Betrieb auf­ge­la­den wer­den, bleibt auch die­ser Vor­teil steu­er­frei. Wird ein Teil des Loh­nes für die Lea­sing­ra­te ein­be­hal­ten, ist die pri­va­te Nut­zung des Elek­tro­ra­des zwar zu ver­steu­ern, aber nur mit einem Pro­zent auf rund ein Vier­tel des Kauf­prei­ses. Die­se Gehalts­um­wand­lung hat einen wei­te­ren Vor­teil: Dadurch sinkt das Ein­kom­men und somit Steu­ern und Sozi­al­ab­ga­ben. Der Staat finan­ziert das E‑Bike also ein biss­chen mit. Beim Lea­sing­ver­trag kann zudem eine Kauf­op­ti­on ver­ein­bart wer­den: Dann kann das Rad am Ende der Lauf­zeit für weni­ger als 20 Pro­zent des Ori­gi­nal­prei­ses über­nom­men wer­den. S‑Pedelecs, die bis zu 45 Stun­den­ki­lo­me­ter errei­chen, wer­den steu­er­lich wie Dienst­wa­gen behan­delt.

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