• Ab in die Bahn – mit Zuschüssen
    Ab in die Bahn – mit Zuschüssen, ©hanohiki/stock.adobe.com

Ab in die Bahn: mit Schnäppchen und Zuschüssen

2021-12-09T12:51:09+01:009. Dezember 2021|

Bahn­fah­ren  wird immer  teu­rer: Zum 12. Dezem­ber wer­den die Prei­se mal wie­der erhöht. Zugleich gibt es aber auch immer mehr Ver­güns­ti­gun­gen: Von der Deut­schen Bahn, aber auch von der EU, Bund, Län­dern, Kom­mu­nen und Ver­kehrs­ver­bün­den, aktu­ell vor­ran­gig für jun­ge Men­schen. 

Von Gise­la Haberer

Gera­de voll­jäh­rig gewor­den und neu­gie­rig auf Euro­pa? Dann bie­tet „Dis­co­ver EU“ eine Chan­ce, kos­ten­güns­tig auf Rei­sen zu gehen. Denn die EU ver­lost regel­mä­ßig Bahn­ti­ckets: Ihr Tra­vel-Pass gilt einen Monat lang. In der nächs­ten Bewer­bungs­run­de dür­fen nicht nur 18-Jäh­ri­ge teil­neh­men, son­dern auch 19-Jäh­ri­ge. Außer­dem soll das Ticket 2022 für noch mehr Län­der gel­ten. Die genau­en Ter­mi­ne und Wett­be­werbs­re­geln wer­den auf dem EU-Por­tal bekannt gege­ben.

Das günstigste Ticket: für alle 

Die Deut­sche Bahn wei­tet ihre Ver­güns­ti­gun­gen für Kin­der, Jugend­li­che und Erwach­se­ne ab 12. Dezem­ber deut­lich aus. Frü­her durf­ten Kin­der zwi­schen sechs und 14 Jah­ren nur in Beglei­tung von Eltern oder Groß­el­tern kos­ten­frei Bahn­fah­ren. Jetzt klappt das mit einer Begleit­per­son ab 15 Jah­ren, die nicht unbe­dingt ver­wandt ist. Kin­der kön­nen also mit einem älte­ren Geschwis­ter, einer Nach­ba­rin oder einem Freund der Fami­lie kos­ten­frei rei­sen. Dafür sind die Kin­der auf der Fahr­kar­te der Begleit­per­son ein­zu­tra­gen. Kin­der unter sechs Jah­ren fah­ren grund­sätz­lich kos­ten­frei Bahn.  

Für jun­ge Rei­sen­de zwi­schen 15 und 26 Jah­ren wird der Super Spar­preis Young zum regu­lä­ren Ange­bot, frü­her gab es das Ticket nur zu beson­de­ren Akti­ons­zei­ten. Kom­bi­niert mit der Bahn­card wären Tickets für ICE- und IC-Züge für Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne dann für unter zehn Euro buch­bar.  

Ab 12. Dezem­ber erhöht die Deut­sche Bahn zwar ihre Prei­se. Sie unter­stützt aber auch alle Rei­sen­den bei der Suche nach Schnäpp­chen. Denn sie hat ihre „Best­preis­su­che“ in ihr Por­tal zur Rei­se­aus­kunft bahn.de und in ihre App DB Navi­ga­tor inte­griert. Damit erhält man den jeweils güns­tigs­ten ver­füg­ba­ren Preis.  

Ein Euro pro Tag für Bus und Bahn: in Bundesländern 

Für einen Euro pro Tag Bus­se und Bah­nen nut­zen – das klingt wie ein Traum. Ist aber vie­ler­orts in Deutsch­land bereits Wirk­lich­keit – wenn auch meist nur für bestimm­te Ziel­grup­pen. In neun Bun­des­län­dern gibt es bereits 365-Euro-Tickets: meist für Azu­bis, häu­fig auch für Schü­ler und Schü­le­rin­nen, manch­mal auch für wei­te­re Bevöl­ke­rungs­grup­pen. In der Regel gel­ten die­se Tickets inner­halb bestimm­ter Ver­kehrs­ver­bün­de, in fünf Län­dern jedoch sogar lan­des­weit. „Spit­zen­rei­ter“ ist Hes­sen, denn hier erhal­ten drei Grup­pen ein lan­des­weit gül­ti­ges Ticket: Schüler:innen, Azu­bis und Senior:innen. Für über 65-Jäh­ri­ge gilt nur eine klei­ne Ein­schrän­kung: Ihr 365-Euro-Ticket ist werk­tags erst ab 9 Uhr gül­tig. Meck­len­burg-Vor­pom­mern bie­tet das Ticket für einen Euro pro Tag zwar nur für Azu­bis, doch sie kön­nen sämt­li­che öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel inklu­si­ve Fäh­re lan­des­weit nut­zen und sogar mit Bus und Nah­ver­kehrs­zü­gen über die Lan­des­gren­ze ins schles­wig-hol­stei­ni­sche Lübeck fah­ren. Der größ­te deut­sche Ver­kehrs­ver­bund, Ber­lin-Bran­den­burg, bie­tet das 365-Euro-Ticket aktu­ell nur für Azu­bis, plant aber, es für alle Fahr­gäs­te ein­zu­füh­ren. Die Han­se­stadt Ham­burg bie­tet Azu­bis das Ticket für einen Euro pro Tag gemein­sam mit drei sei­ner Umland­krei­se: Pin­ne­berg, Sege­berg und das Her­zog­tum Lau­en­burg. Nie­der­sach­sen gewährt Azu­bis, die wei­ter zu Arbeit oder (Berufs-)Schule fah­ren, eine Mobi­li­täts­prä­mie von 500 Euro im Jahr. In Rhein­land-Pfalz ver­spricht der Koali­ti­ons­ver­trag von SPD, Grü­nen und FDP, ein 365-Euro-Ticket lan­des­weit für jun­ge Men­schen ein­zu­füh­ren.  

Ein Euro pro Tag für Bus und Bahn: in Regionen  

In Baden-Würt­tem­berg, Bay­ern und Sach­sen gehen ein­zel­ne Kom­mu­nen und Ver­kehrs­ver­bün­de vor­an. Vor­rei­ter ist Gör­litz: Die säch­si­sche Stadt an der pol­ni­schen Gren­ze führ­te bereits 2019 eine Jah­res­kar­te für 365 Euro für alle ein. Leip­zig folg­te zwei Jah­re spä­ter: Noch gibt es das Ticket nur für Fahr­gäs­te mit Leip­zig-Pass, ab 2022 soll es für jun­ge Leu­te unter 27 Jah­ren ange­bo­ten wer­den.  

In Baden-Würt­tem­berg gibt es momen­tan eine Kom­mu­ne und einen Ver­kehrs­ver­bund mit einem Jah­res­ti­cket für einen Euro pro Tag: In Radolf­zell gilt es für alle Fahr­gäs­te auf allen städ­ti­schen Bus­sen, im Tarif­ver­bund Stutt­gart, nur für Schüler:innen und Azu­bis. In Bay­ern ist das Ticket zwar noch nicht so ver­brei­tet, wie 2019 von der Staats­re­gie­rung ange­kün­digt. Doch das Pro­jekt nimmt kräf­tig Fahrt auf. In acht Ver­bün­den gibt es 365-Euro-Tickets: davon in sechs nur für jun­ge Leu­te in Schu­le und Aus­bil­dung, im Münch­ner und im Regens­bur­ger Ver­kehrs­ver­bund auch für alle, die einen Frei­wil­li­gen­dienst leis­ten und in Amberg für alle mit Wohn­sitz im Stadt­ge­biet.  

Ein Euro pro Tag für Bus und Bahn: für alle 

In meh­re­ren baye­ri­schen Kom­mu­nen und Krei­sen wol­len Initia­to­ren­grup­pen 365-Euro-Tickets für alle erkämp­fen, etwa in Mün­chen, Ingol­stadt und am Unter­main. In Nürn­berg führ­te die Kam­pa­gne bereits zum Erfolg. Die Stadt berei­tet die Ein­füh­rung für 2023 vor, die Nach­bar­stadt Fürth will zeit­gleich fol­gen. Das dürf­te Begehr­lich­kei­ten im gesam­ten „Ver­kehrs­ver­bund Groß­raum Nürn­berg“ wecken, dem zweit­größ­ten Ver­bund Deutsch­lands. Das Tarif­ge­biet umfasst den Groß­teil Fran­kens und grenzt an Baden-Würt­tem­berg, Thü­rin­gen, Tsche­chi­en und Ober­bay­ern.  

Nahverkehr: mit allen vernetzt, jederzeit abrufbar 

In den kom­men­den drei Jah­ren inves­tiert der Bund 250 Mil­lio­nen Euro, um den Nah­ver­kehr attrak­ti­ver aus­zu­bau­en. Von die­sen Zuschüs­sen spü­ren zunächst nur Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in zwölf städ­ti­schen und länd­li­chen Modell­re­gio­nen etwas. Denn dort wird aus­pro­biert, wie sich das Ange­bot im Nah­ver­kehr zum Bei­spiel durch Ruf­ta­xis, Ruf­bus­se und ande­re On-Demand-Diens­te ver­dich­ten und mit Sharing-Ange­bo­ten ver­net­zen lässt. So sol­len etwa im Wend­land alle Orte mit mehr als 500 Einwohner*innen ange­bun­den wer­den, der Land­kreis Frey­ung-Gra­fen­au will zum Bei­spiel Taxi- und Miet­wa­gen­un­ter­neh­men in sein ÖPNV-Netz inte­grie­ren. Recht­zei­tig dafür trat August 2021 ein neu­es Gesetz in Kraft, das sol­che bedarfs­ori­en­tier­ten Ange­bo­te erlaubt. Aller­dings muss auch Fahr­per­so­nal pri­va­ter Sharing- und Bedarfs­ver­kehr sei­ne Fach­kun­de nach­wei­sen.  

In die Bahn mit Zuschuss vom Chef oder von der Chefin  

Job­ti­ckets haben gleich meh­re­re Vor­tei­le: Sie ver­bil­li­gen Fahr­ten zur Arbeit – und in der Frei­zeit. Und sie sind steu­er­frei, wenn es sie zusätz­lich zum Gehalt gibt. Fir­men erhal­ten beim Kauf meist einen Men­gen­ra­batt. Arbeitgeber:innen kön­nen auch eine Bahn­card für ihre Arbeitnehmer:innen teil­wei­se oder ganz finan­zie­ren: Davon pro­fi­tiert bei Dienst­rei­sen die Fir­ma und die Ange­stell­ten bei ihren pri­va­ten Bahn­rei­sen. Die Über­las­sung der Fir­men-Bahn­cards an Mit­ar­bei­ten­de bleibt steu­er­frei, sobald für den Betrieb die erziel­te Erspar­nis höher aus­fällt als der Kauf­preis. 

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Der Gen­der-Pay-Gap ist bekannt. Auch der Invest­ment-Gap wird andis­ku­tiert. Wer aller­dings genau hin­sieht, wird auch eine unschö­ne Lücke im Ser­vice­kon­zept vie­ler Finanz­häu­ser fin­den. Mile­na Rot­ten­stei­ner, Lei­te­rin des Spar­kas­sen Inno­va­ti­on Hubs, und Seli­na Haupt, Pro­jekt­lei­te­rin, zei­gen in ihrer 2021er Stu­die ein­drucks­voll, wo es man­gelt und wie Ser­vice ein­fach bes­ser wer­den könnte. 

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