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    Wo es 2022 mehr Geld gibt, @Vasyl Dolmatov/iStock

2022: Wofür es mehr Geld gibt

2022-01-04T12:51:24+01:004. Januar 2022|

Das neue Jahr bringt neue Regeln – und für man­che damit auch etwas mehr Geld. Courage-online.de gibt einen Über­blick über die­se Geldbringer.

Von Gise­la Haberer

Pünkt­lich zu Neu­jahr tre­ten eine gan­ze Rei­he von Geset­zes­än­de­run­gen in Kraft. So manch eine erhöht das ver­füg­ba­re Ein­kom­men – also das, was net­to vom Brut­to übrig bleibt: zum Bei­spiel für Steu­er­pflich­ti­ge und für alle, die pri­vat oder betrieb­lich vor­sor­gen. Etwas mehr Geld gibt es auch für Men­schen, die kei­ne Arbeit haben oder nur wenig ver­die­nen, sowie für Pfle­ge­be­dürf­ti­ge. 

Mehr vom Einkommen steuerfrei 

Woh­nen, Klei­dung, Nah­rung, Wär­me und Hygie­ne: All das ist lebens­not­wen­dig. Jedes Jahr wird neu berech­net, wie viel Geld es braucht, um die­ses Exis­tenz­mi­ni­mum zu sichern. Denn so viel Ein­kom­men muss dann steu­er­frei blei­ben. So ver­langt es das Grund­ge­setz. 2022 fällt der so genann­te Grund­frei­be­trag um 204 Euro höher aus als ver­gan­ge­nes Jahr. Damit zah­len Sin­gles erst ab einem zu ver­steu­ern­den Ein­kom­men von 9.948 Euro im Jahr Ein­kom­men­steu­er. Bei steu­er­lich gemein­sam ver­an­lag­ten Ehe­paa­ren greift der Fis­kus erst ab 19.896 Euro zu.  

Mehr für die Vorsorge steuerfrei 

Die gesetz­li­che Ren­te bil­det für das Ein­kom­men im Ruhe­stand nur die Basis. Um den Lebens­stan­dard zu hal­ten, braucht es zusätz­li­che Vor­sor­ge. Das will der Staat för­dern. Daher steigt der Anteil, der zur Alters­vor­sor­ge steu­er­frei gestellt wird, stu­fen­wei­se: 2022 sind bereits 94 Pro­zent die­ser Auf­wen­dun­gen als Son­der­aus­ga­be steu­er­lich absetz­bar. Aller­dings ist der Betrag gede­ckelt auf 25.639 Euro im Jahr. Das bedeu­tet: Sin­gles kön­nen maxi­mal 24.101 Euro steu­er­lich gel­tend machen, gemein­sam ver­an­lag­te Paa­re bis zu 48.202 Euro im Jahr. Im Gegen­zug steigt jedoch für Neu-Rentner:innen der Anteil der Ren­te, der ver­steu­ert wer­den muss. 2022 von 81 auf 82 Pro­zent.  

Für mehr Betriebsrentner:innen 

Beschäf­tig­te haben ein Recht dar­auf, über den Betrieb für das Alter vor­zu­sor­gen. Dafür kann ein Teil des Loh­nes in eine betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung (bAV) flie­ßen. Ab Janu­ar erhal­ten Beschäf­tig­te dafür einen Zuschuss von ihrem Chef oder ihrer Che­fin: Er oder sie muss 15 Pro­zent des Bei­trags, den Beschäf­tig­te in eine Direkt­ver­si­che­rung, Pen­si­ons­kas­se oder Pen­si­ons­fonds ein­zah­len, drauf­le­gen. Bis­lang gab es die­sen Zuschuss nur für Ver­trä­ge, die ab 2019 abge­schlos­sen wur­den. Seit die­sem Jahr erhal­ten ihn alle Betriebs­rent­ner und ‑rent­ne­rin­nen. 2022 gibt es den Zuschuss bis zu einem Jah­res­ver­dienst von 58.050 Euro brut­to in vol­ler Höhe, dar­über darf er glei­tend abge­senkt wer­den. 

Mehr Lohn für die Arbeit: mindestens 

Ab Neu­jahr steigt der all­ge­mei­ne Min­dest­lohn von 9,60 auf 9,82 Euro die Stun­de. Zum 1. Juli gibt es die nächs­te Erhö­hung: auf 10,45 Euro. Zudem stei­gen gesetz­li­che Min­dest­löh­ne für spe­zi­el­le Bran­chen: etwa im Elek­tro­hand­werk auf 12,90 Euro; im Dach­de­cker­hand­werk auf 13 Euro für Unge­lern­te und auf 14,50 Euro für Gesel­lin­nen und Gesel­len; in der Gebäu­de­rei­ni­gung auf 11,55 Euro (Innen­räu­me) und auf 14,81 Euro (Glas und Fas­sa­de); in der Beruf­li­chen Aus- und Wei­ter­bil­dung auf 17,18 Euro für Päd­ago­gi­sche Mitarbeiter:innen ohne Bache­lor­ab­schluss und auf 17,70 für Kräf­te mit Bache­lor­ab­schluss. Die neue Bun­des­re­gie­rung will den all­ge­mei­nen Min­dest­lohn auf zwölf Euro die Stun­de anhe­ben. Bis jetzt ist das aber nur ein Vor­ha­ben, das Gesetz dafür muss erst auf den Weg gebracht wer­den.  

Mehr Mindestlohn in der Ausbildung 

Aus­zu­bil­den­de erhal­ten eine Ver­gü­tung. Auch für die­se gibt es Unter­gren­zen, die min­des­tens ein­zu­hal­ten sind. Der „Min­dest­lohn für Azu­bis“, wie die Min­dest­aus­bil­dungs­ver­gü­tung umgangs­sprach­lich genannt wird, steigt 2022: auf 585 Euro im Monat im ers­ten Aus­bil­dungs­jahr, auf 690 Euro im zwei­ten Jahr, auf 790 Euro im drit­ten und auf 819 Euro im vier­ten Aus­bil­dungs­jahr. Die nächs­te Erhö­hung ist bereits beschlos­sen: Sie kommt 2023, erneut für jedes Aus­bil­dungs­jahr. 

Mehr Geld für Menschen ohne Arbeit 

Je nach Alter und Lebens­si­tua­ti­on erhal­ten Men­schen ohne Arbeit ent­we­der Sozi­al­hil­fe, Arbeits­lo­sen­geld II oder Grund­si­che­rung im Alter. Für die­se staat­li­chen Leis­tun­gen stei­gen zum 1. Janu­ar 2022 die Regel­sät­ze um jeweils zwei bis drei Euro. Sin­gles erhal­ten dann für den lau­fen­den Lebens­un­ter­halt 449 Euro, Paa­re 808 Euro, Kin­der bis sechs Jah­re 285 Euro, 6‑bis 13-Jäh­ri­ge 311 Euro und 14-bis 17-Jäh­ri­ge 376 Euro im Monat. Wei­te­re Leis­tun­gen kön­nen hin­zu­kom­men, zum Bei­spiel Wohn­geld, Hil­fen zur gesell­schaft­li­chen Teil­ha­be oder für beson­de­re Lebens­la­gen. 

Mehr Geld für Pflegesachleistungen 

3,5 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land wer­den zu Hau­se gepflegt, 270.000 von ihnen sind unter 30 Jah­re alt, wei­te­re 310.000 zwi­schen 30 und 60 Jah­ren. Pro­fes­sio­nel­le Diens­te kön­nen Ange­hö­ri­ge bei der Pfle­ge unter­stüt­zen. Zur Finan­zie­rung ambu­lan­ter Diens­te gewährt die Pfle­ge­ver­si­che­rung ab dem Pfle­ge­grad 2 so genann­te Pfle­ge­sach­leis­tun­gen. Die­se stei­gen 2022 jeweils um fünf Pro­zent. Damit lie­gen sie zwi­schen 724 Euro für Pfle­ge­grad 2 und 2.095 Euro für Pfle­ge­grad 5. Zur Ent­las­tung pfle­gen­der Ange­hö­ri­ger kön­nen Pfle­ge­be­dürf­ti­ge auch in Kurz­zeit­pfle­ge. Auch dafür stei­gen die Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­run­gen und zwar um zehn Pro­zent auf 1.774 Euro im Kalen­der­jahr, unab­hän­gig vom Pfle­ge­grad.  

Höherer Zuschlag für Heimbewohnerinnen  

800.000 Pfle­ge­be­dürf­ti­ge leben in Hei­men, davon 2.250 unter 30 Jah­ren, über 33.000 zwi­schen 30 und 60 Jah­ren. Die sozia­le Pfle­ge­ver­si­che­rung über­nimmt nicht die vol­len Kos­ten für den Heim­platz. Bewoh­ner und Bewoh­ne­rin­nen zah­len einen Eigen­an­teil: für Unter­kunft, Ver­pfle­gung, Inves­ti­ti­ons­kos­ten, Pfle­ge und Aus­bil­dung. Ab 2022 wer­den sie finan­zi­ell ent­las­tet. Sie erhal­ten zumin­dest für ihren Anteil an Pfle­ge- und Aus­bil­dungs­kos­ten einen Zuschlag, der stu­fen­wei­se ansteigt: je län­ger der Auf­ent­halt im Heim dau­ert, des­to höher der Zuschlag. Ab dem 1. Monat sind es fünf Pro­zent, ab einem Jahr 25 Pro­zent, ab zwei Jah­ren 45 Pro­zent und ab drei Jah­ren 75 Pro­zent. Das kann auch eine Ent­las­tung für gut­ver­die­nen­de Kin­der bedeu­ten. Denn ab einem Jah­res­ein­kom­men von 100.000 Euro brut­to sind sie ver­pflich­tet, im Not­fall für ihre Eltern Unter­halt zu leis­ten – zum Bei­spiel, wenn die­se nicht mehr selbst für ihren Eigen­an­teil im Heim auf­kom­men können. 

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