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    E-Auto, ©SimonSkafar/iStock

E‑Auto kaufen: So wird’s günstiger

2021-11-15T09:03:45+01:0013. November 2021|

Wagen kau­fen und dafür Geld vom Her­stel­ler und vom Staat bekom­men! Klingt mär­chen­haft. Doch all das gibt es wirk­lich: beim Erwerb eines Pkw mit Elek­tro­bat­te­rie oder Brenn­stoff­zel­le. Es lohnt aber, schnell zu sein. 

Von Gise­la Haberer

Laut­los dahin­glei­ten, ent­spannt rei­sen, aber auch sofort vol­le Motor­leis­tung haben: So fühlt sich Fah­ren im E‑Auto an. „Alle stei­gen mit einem Lächeln aus“, beob­ach­tet Hil­de­gard Mül­ler, Prä­si­den­tin des Bran­chen­ver­ban­des VDA, bei Probefahrer:innen. Das Fahr­ge­fühl, aber wohl auch die umfang­rei­che För­de­rung über­zeugt immer mehr. Deutsch­land hat jüngst die USA als zweit­größ­ten Markt für Stro­mer abge­löst. Allein 2020 waren hier fast 400.000 E‑Autos ver­kauft wor­den, 264 Pro­zent mehr als im Jahr zuvor. Und der Trend könn­te wei­ter­ge­hen. Denn der Kauf von Autos mit Elek­tro­bat­te­rie oder Brenn­stoff­zel­le wird kräf­tig geför­dert: bis 2025. Zunächst die guten Nachrichten.

Geld vom Staat und vom Hersteller fürs neue E‑Auto

Je güns­ti­ger der Neu­wa­gen, des­to höher die För­de­rung. Bis zu 9.000 Euro gibt es aktu­ell beim Kauf eines rei­nen Elek­tro­au­tos oder Brenn­stoff­zel­len­fahr­zeugs mit einem Net­to­lis­ten­preis bis 40.000 Euro. Für Neu­wa­gen, die net­to laut Lis­ten­preis zwi­schen 40.000 und 65.000 Euro kos­ten, gibt es maxi­mal 7.500 Euro Prä­mie. Der Kauf von neu­en Hybrid­fahr­zeu­gen, die Elek­tro-und Ver­bren­nungs­mo­tor haben, wird nach der­sel­ben Preis­staf­fe­lung doch nied­ri­ge­ren Prä­mi­en geför­dert: bis 6.750 bezie­hungs­wei­se 5.625 Euro. Für Nobel­ka­ros­sen über 65.000 Euro net­to gibt es kei­nen Zuschuss.

Prämie vom Hersteller: Sofort beim Kauf

Zwei Drit­tel der För­de­rung zahlt der Bund, ein Drit­tel der Her­stel­ler. Der Anteil der Her­stel­ler-Fir­ma wird gleich auf der Rech­nung als Min­dest­nach­lass abge­zo­gen. Das Auto­haus kann zusätz­lich einen eige­nen Nach­lass geben und die­sen geson­dert aus­wei­sen. Auf den Net­to­preis addie­ren sich Son­der­aus­stat­tun­gen und Mehr­wert­steu­er ohne Fol­gen für die Höhe der För­de­rung. Auf der Rech­nung soll­ten alle Pos­ten klar ersicht­lich aus­ge­wie­sen sein, damit es kei­ne Pro­ble­me mit der staat­li­chen För­der­zu­sa­ge gibt.

Prämie vom Bund: Nach dem Kauf

Der Bund gewährt die För­de­rung immer nur dem- oder der­je­ni­gen, auf die das Fahr­zeug zuge­las­sen ist. Der Antrag wird online beim Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le gestellt. Das BAFA lis­tet alle Model­le und teils auch Modell­va­ri­an­ten, die för­der­fä­hig sind. Aktu­ell sind dies rund 500 E‑Fahrzeuge. Steht das Traum­au­to nicht auf der Lis­te oder bewegt sich des­sen Preis um die 40.000 Euro, lohnt even­tu­ell eine direk­te Nach­fra­ge beim BAFA: bei der Hot­line 06196/ 908 10 09 oder per Mail elektromobilitaet@bafa.bund.de.

Prämie: auch für geleaste E‑Autos

Wer­den Autos mit Elek­tro­bat­te­rie oder Brenn­stoff­zel­le geleast, rich­tet sich die För­de­rung nach der Dau­er des Ver­trags. Je län­ger die Lauf­zeit, des­to höher der Zuschuss. Zwei­tes Kri­te­ri­um ist auch hier die Höhe des Net­to­prei­ses – mit den­sel­ben Schwel­len­wer­ten von 40.000 und 65.000 Euro. Auch beim Lea­sing sind Zuschüs­se bis zu 9.000 Euro drin.

Prämie: auch für junge E‑Gebrauchtwagen

Gebrauch­te Elek­tro­wa­gen müs­sen eini­ge Vor­aus­set­zun­gen erfül­len, um die För­de­rung vom Bund zu erhal­ten. Ihre Erst­zu­las­sung darf zwölf Mona­te Dau­er nicht über­schrei­ten, bei der Zweit­zu­las­sung dür­fen sie nicht mehr als 15.000 Kilo­me­ter auf dem Tacho haben. Außer­dem darf zuvor noch nie­mand eine För­de­rung für das E‑Auto erhal­ten haben.

Aber: Hängepartie um die Innovationsprämie

Die För­de­rung vom Bund besteht aus zwei Tei­len: einer Kauf­prä­mie, auch Umwelt­bo­nus genannt, und einer Inno­va­ti­ons­prä­mie, die einer Ver­dop­pe­lung des Umwelt­bo­nus gleich­kommt. Die Inno­va­ti­ons­prä­mie soll­te ursprüng­lich Ende 2021 aus­lau­fen, wur­de aber beim Auto­gip­fel Novem­ber 2020 ver­län­gert: bis Ende 2025. Doch wur­de die recht­li­che Grund­la­ge dafür ver­trö­delt. Die Res­sorts der nur noch geschäfts­füh­ren­den Bun­des­re­gie­rung stim­men noch immer die For­mu­lie­rung der För­der­li­nie ab. Danach muss aber auch noch die EU-Kom­mis­si­on zustim­men. Der Ver­kehrs­club ADAC drängt auf eine vor­läu­fi­ge Ver­län­ge­rung der Inno­va­ti­ons­prä­mie bis Som­mer 2022, um Zeit für die Ver­ab­schie­dung der Rechts­grund­la­ge zu gewinnen.

Schnell sein lohnt in jedem Fall

Wer bereits mit dem Gedan­ken spielt, sich ein E‑Auto zu kau­fen, soll­te es vor Sil­ves­ter 2021 tun. Denn noch gibt es die För­de­rung durch Umwelt­bo­nus plus Inno­va­ti­ons­prä­mie. Der Umwelt­bo­nus läuft auf jeden Fall bis Ende 2025. Aber: Auf bei­de Kom­po­nen­ten besteht kein Rechts­an­spruch. Die Höhe der staat­li­chen Mit­tel wird Jahr für Jahr ver­ab­schie­det. Ist der Topf leer, gehen Antragsteller*innen leer aus. Bei einem Kauf nach Neu­jahr 2022 lohnt es, den Antrag auf För­de­rung früh­zei­tig im Jahr zu stellen.

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