• Kinderzuschlag
    Kinderzuschlag, ©Rido/stock.adobe.com

Kinderzuschlag: Wer profitiert?

2022-01-20T12:19:17+01:0020. Januar 2022|

Gute Nach­rich­ten für Fami­li­en: Ab Janu­ar 2022 fällt der Kin­der­zu­schlag höher aus. Sobald die­ser fließt, sind wei­te­re staat­li­che Leis­tun­gen zugäng­lich. Courage-online.de erklärt, wer die­se För­de­run­gen erhält. 

Von Gise­la Haberer

Bis 209 Euro Kin­der­zu­schlag gibt es nun pro Kind und Monat – zusätz­lich zum Kin­der­geld. Die­sen Zuschlag erhal­ten Eltern, die zwar genug ver­die­nen, um für sich selbst zu sor­gen – aber zu wenig, um ihren Nach­wuchs zu unter­hal­ten. Die genaue Höhe des Kin­der­zu­schlags (KiZ) ist von Ein­kom­men, Ver­mö­gen und Wohn­kos­ten abhän­gig. Daher haben unter Umstän­den sogar Eltern mit durch­schnitt­li­chem Ein­kom­men Anspruch auf KiZ.  

Vorteil 1: Mehr Geld im Alltag 

Ein Bei­spiel: Eine Fami­lie mit drei Kin­dern erhält im Monat 663 Euro Kin­der­geld, davon 219 Euro für die ers­ten bei­den Kin­der und 250 Euro für das drit­te. Durch den KiZ kön­nen bis zu 627 Euro im Monat dazu­kom­men.  

Vorteil 2: Zugang zu weiteren Förderungen  

Unab­hän­gig davon, in wel­cher Höhe KiZ bewil­ligt wird, ist der Bezug sozu­sa­gen ein Tür­öff­ner zum Erhalt von Bil­dungs- und Teil­ha­be­leis­tun­gen (BuT). Die­se umfas­sen zahl­rei­che Geld­leis­tun­gen, Gut­schei­ne und Zuschüs­se. Zum Bei­spiel fal­len Gebüh­ren für die KiTa wie für das Mit­tag­essen in KiTa und Schu­le weg. Zudem gibt es För­de­run­gen für Fahrt­kos­ten, Schul­sa­chen und Frei­zeit­ge­stal­tung, etwa für die Mit­glied­schaft im Sport­ver­ein.  

Voraussetzung 1: Kind(er) im Haushalt  

KiZ kann bewil­ligt wer­den, wenn ein Kind oder meh­re­re Kin­der dau­er­haft im eige­nen Haus­halt leben und Anspruch auf Kin­der­geld besteht. Das kann auch bei erwach­se­nen Kin­dern bis 25 Jah­re der Fall sein, die weder ver­hei­ra­tet noch ver­part­nert sind. Ver­brin­gen Kin­der regel­mä­ßig Tage im Haus­halt eines getrenn­ten oder geschie­de­nen Eltern­teils, hat dies kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Höhe des KiZ. Die­ser wird an den Eltern­teil aus­ge­zahlt, an den das Kin­der­geld über­wie­sen wird.  

Voraussetzung 2: Eigenes Einkommen 

KiZ erhal­ten nur Eltern, die als Paar wenigs­tens 900 Euro brut­to im Monat ver­die­nen bezie­hungs­wei­se als Allein­er­zie­hen­de min­des­tens 600 Euro brut­to. Ein­kom­mens­quel­le kön­nen zum Bei­spiel Erwerbs­tä­tig­keit, Arbeits­lo­sen­geld, Kran­ken­geld, Unter­halts­leis­tun­gen, Eltern­geld, Kapi­tal­erträ­ge oder Ein­nah­men aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung sein. Dage­gen wer­den Wohn­geld, Kin­der­geld und Kin­der­zu­schlag nicht als Ein­kom­men berück­sich­tigt. Vom Ein­kom­men wer­den dann aber etli­che Pos­ten abge­zo­gen, etwa Frei­be­trä­ge, Steu­ern und Sozi­al­ver­si­che­run­gen, bevor der För­der­an­spruch ermit­telt wird. Das tat­säch­li­che Ein­kom­men ist also höher als das anzu­rech­nen­de Ein­kom­men.  

Voraussetzung 3: Das Einkommen reicht nicht für die ganze Familie 

Wie viel Geld braucht eine Fami­lie? Das rech­net der Gesetz­ge­ber immer wie­der neu aus und setzt Min­dest­be­trä­ge fest: für den Regel­be­darf, sprich für den Unter­halt im All­tag; aber auch für Mehr­be­dar­fe, etwa bei Schwan­ger­schaft oder Behin­de­rung eines Haus­halts­mit­glieds sowie für Wohn­kos­ten. Der Kin­der­zu­schlag wird in der Regel bewil­ligt, wenn durch die­se För­de­rung der gesetz­lich aner­kann­te Bedarf für Woh­nen und Leben der gan­zen Fami­lie gedeckt wer­den kann. Bis zu bestimm­ten Ein­kom­mens­hö­hen und Wohn­kos­ten fließt der KiZ in vol­ler Höhe. Dar­über fällt der Anspruch nicht schlag­ar­tig weg, son­dern ver­rin­gert sich nach und nach. Ob und in wel­cher Höhe Anspruch auf KiZ besteht, lässt sich mit dem KiZ-Lot­sen ermit­teln.  

Beispiele: So viel darf verdient werden 

Ob KiZ bewil­ligt wird, rich­tet sich auch nach der Lebens­si­tua­ti­on und den Wohn­kos­ten. Ein paar Bei­spie­le: Eine Allein­er­zie­hen­de mit zwei Kin­dern und einer Warm­mie­te von 790 Euro kann bis zu 2.600 Euro brut­to im Monat ver­die­nen sowie Unter­halt oder Unter­halts­vor­schuss bezie­hen und hat Anspruch auf KiZ. Ein Paar mit zwei Kin­dern und einer Warm­mie­te von 990 Euro erhält bis zu einem Ein­kom­men von etwa 3.800 Euro brut­to im Monat den KiZ; bei drei Kin­dern gibt es den KiZ bis zu rund 4.400 Euro brut­to im Monat. Die Ein­kom­mens­hö­hen gel­ten jeweils für den gan­zen Haus­halt der Fami­lie, unab­hän­gig davon, ob bei­de Eltern berufs­tä­tig sind oder nur ein Eltern­teil.  

Voraussetzung 4: Keine andere staatliche Leistung zum Lebensunterhalt 

Fami­li­en, für deren Unter­halt der Staat auf­kommt, erhal­ten kei­nen KiZ. Dies ist zum Bei­spiel der Fall, wenn Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de, umgangs­sprach­lich Hartz IV, Sozi­al­hil­fe oder Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz bezo­gen wer­den. Dage­gen erhal­ten Empfänger:innen von BAföG oder von Ren­ten, etwa wegen Erwerbs­min­de­rung, unter Umstän­den den KiZ. Daher kann es sich für die­se loh­nen, bei der zustän­di­gen Fami­li­en­kas­se nach­zu­fra­gen.    

Voraussetzung 5: Kein zu hohes Vermögen 

Auch das Ver­mö­gen spielt bei der Bewil­li­gung des KiZ eine Rol­le. Eine selbst bewohn­te Immo­bi­lie von ange­mes­se­ner Grö­ße, gewöhn­li­cher Haus­rat und Ver­mö­gen zur Alters­vor­sor­ge, das nicht gesetz­lich Ren­ten­ver­si­cher­te spa­ren, wird außen vor gelas­sen. Erst wenn dar­über hin­aus min­des­tens eine Per­son im Haus­halt Ver­mö­gen von mehr als 3.850 Euro bezie­hungs­wei­se ein Paar mehr als 7.700 Euro besitzt, müs­sen Ver­mö­gens­wer­te beim Antrag auf KiZ ange­ge­ben wer­den. Dazu zäh­len zum Bei­spiel Bar­geld, Gut­ha­ben in Sicht­ein­la­gen bei Ban­ken oder auf Bau­spar­ver­trä­gen, Wert­pa­pie­re sowie Grund­be­sitz und ver­mie­te­te oder ver­pach­te­te Immobilien.

Bleib immer informiert!

Noch mehr Infos für dich

Dir hat der Artikel gefallen? Jetzt teilen...

Nach oben