• Constanze Hintze, Geschäftsführerin von Svea Kuschel + Kolleginnen
    Constanze Hintze, Geschäftsführerin von Svea Kuschel + Kolleginnen, ©Svea Kuschel + Kolleginnen

Zeitraum schlägt Zeitpunkt – über das Aktiensparen in schwierigen Zeiten

2022-04-21T09:58:51+02:0021. April 2022|

Hohe Infla­ti­on, Nega­tiv­zin­sen und die Akti­en­märk­te unter Druck – schwie­ri­ger könn­te die Lage für Anle­ge­rin­nen und Anle­ger nicht sein. Doch nichts tun bedeu­tet, dass das Ver­mö­gen real schrumpft. Dabei gibt es bes­se­re Lösungen. 

Von Con­stan­ze Hintze

Spon­so­red Post

Es hat mich ehr­li­cher­wei­se nicht über­rascht, dass sich die Euro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) auf ihrer letz­ten Sit­zung Mit­te April zu kei­nem Zins­schritt ent­schied. Tat­säch­lich steckt die EZB in einem Dilem­ma. Wäh­rend der dra­ma­ti­sche Anstieg der Ener­gie­prei­se – beschleu­nigt durch den Ukrai­ne-Krieg – zu einer anhal­tend stei­gen­den Infla­ti­on führt, droht Euro­pa eine schwe­re wirt­schaft­li­che Kri­se. Wir müs­sen damit rech­nen, dass die Infla­ti­ons­ra­te im Lau­fe des Jah­res auf 7 bis 8 Pro­zent ansteigt. Die aktu­el­le Lage erin­nert an die 1970er Jah­ren, als eine hohe Infla­ti­on von 7 Pro­zent und der Ölpreis­schock zu einer Wachs­tums­schwä­che führ­ten. Öko­no­men bezeich­nen die­sen Kon­junk­tur­zy­klus als Stag­fla­ti­on – ein wirt­schaft­li­cher Still­stand gepaart mit hoher Teuerung.

Stei­gen­de Zin­sen könn­ten die­sen Trend zusätz­lich for­cie­ren. Die EZB bleibt daher bei ihrer locke­ren Geld­po­li­tik, was vor allem den hoch­ver­schul­de­ten Euro-Län­dern nützt. Für Anle­ge­rin­nen und Anle­ger ändert sich nichts: Zins­an­la­gen ren­tie­ren sich wei­ter­hin nicht. Mehr noch: der Hand­lungs­be­darf für die Ver­mö­gens­an­la­ge war noch nie so groß, aber das Umfeld schon lan­ge nicht mehr so herausfordernd.

Ein ein­fa­ches Rechen­bei­spiel ver­deut­licht die Situa­ti­on: Wer 100.000 Euro auf einem Cash­kon­to parkt und das Glück hat, kei­ne Nega­tiv­zin­sen zah­len zu müs­sen, besitzt nach fünf Jah­ren zwar immer noch 100.000 Euro. Doch real ist die­ses Geld lei­der viel weni­ger wert, denn bei einer Infla­ti­on von „nur“ 3,5 Pro­zent sind es 84.197 Euro. Viel­mehr müss­te die­ser Anle­ger nach fünf Jah­ren auf einen Betrag von 118.768 Euro kom­men, um den Kauf­kraft­ver­lust auszugleichen.

Ziel soll­te es also sein, eine Anla­ge zu fin­den, die nicht nur den Kauf­kraft­ver­lust aus­gleicht, son­dern auch einen Mehr­ertrag erwirt­schaf­tet. Womit wir bei Sach­wer­ten wie Immo­bi­li­en und Akti­en sind. Jetzt zum Bei­spiel nicht in Akti­en zu inves­tie­ren, bedeu­tet lang­fris­tig, sich um sei­ne Alters­vor­sor­ge sor­gen zu müs­sen. Das gilt auch jetzt, wo ange­sichts des furcht­ba­ren Krie­ges in der Ukrai­ne die Akti­en­kur­se taumeln.

Faktor Zeit

Akti­en schaf­fen eine Ver­bin­dung zu erfolg­rei­chen Unter­neh­men, Bran­chen und Volks­wirt­schaf­ten. Auch wenn momen­tan Akti­en unter Druck gera­ten sind, „lehrt die Finanz­ge­schich­te, dass sie sich immer wie­der selbst von den größ­ten Ein­brü­chen erho­len und zu neu­en Rekor­den auf­wärts­be­we­gen“ (1). Wich­ti­ge Impul­se lie­fern dazu die gro­ßen Mega­the­men Kli­ma­schutz, Digi­ta­li­sie­rung und Gesundheit/Demografie.

Bei der Ver­mö­gens­an­la­ge in Akti­en ist Zeit des­halb ein wich­ti­ges Gut. Akti­en zäh­len zu den län­ger­fris­ti­gen Anla­ge­form. Wer also heu­te einen grö­ße­ren Anla­ge­be­trag inves­tiert, soll­te nicht nur auf ein kla­res Anla­ge­kon­zept – am bes­ten aktiv und sys­te­ma­tisch ver­wal­tet – ver­trau­en, son­dern auch Zeit mit­brin­gen. Emp­feh­lens­wert sind fünf Jah­re und mehr, abhän­gig wel­chen Anteil das Akti­en­de­pot am Gesamt­ver­mö­gen hat.

Sehr zu emp­feh­len sind vor allem Invest­ment­spar­plä­ne. Bei die­sen spa­ren Sie Monat für Monat einen fes­ten Anla­ge­be­trag in Akti­en­fonds und pro­fi­tie­ren auf die­se Wei­se sogar vom Auf und Ab der Bör­se. Denn in schwa­chen Kurs­pha­sen kau­fen Sie zum güns­ti­gen Preis ein und erhal­ten mehr Invest­ment­fonds­an­tei­le als in guten Pha­sen. Gute Bör­sen­pha­sen beloh­nen dann mit einer aus­ge­zeich­ne­ten Depot­ent­wick­lung: Wer seit 20 Jah­ren monat­lich in einem glo­ba­len Akti­en­fonds anspart, erzielt eine durch­schnitt­li­che Anla­ge­ren­di­te von + 7,3 Pro­zent nach Kos­ten (10 Jah­re: + 8,2 Pro­zent / 30 Jah­re: + 7,1 Pro­zent (2)).

Weit­sicht, Zuver­sicht und ein gutes Anla­ge­kon­zept zah­len sich aus – mein Rat: star­ten Sie sofort und las­sen Sie sich kom­pe­tent und per­sön­lich beraten.

(1) Quel­le: Capin­si­de, Robert Hal­ver Unzensiert.

(2) Quel­le: Bun­des­ver­band Invest­ment und Asset Manage­ment (BVI). Die Anga­be umfasst alle lau­fen­de Kos­ten auf Fonds­ebe­ne und den maxi­ma­len Aus­ga­be­auf­schlag. Stand 31.03.2022

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