Waren im Wert von 3,5 Bil­lio­nen Dol­lar bestel­len Kun­den in die­sem Jahr via Inter­net.  Shop­ping-Ereig­nis­se wie Black Fri­day und Cyber Mon­day sor­gen für ein kräf­ti­ges Umsatz­plus. Ama­zon treibt die Expan­si­on mit aller Kraft vor­an – und pro­fi­tiert den­noch von einer ganz ande­ren Entwicklung.

Von Astrid Zehbe

Wenn in den USA am kom­men­den Wochen­en­de das tra­di­tio­nel­le Ern­te­dank­fest Thanks­gi­ving gefei­ert wird, läu­ten die Ein­zel­händ­ler gleich­zei­tig das größ­te Shop­pin­ge­vent des Jah­res ein: Black Fri­day und Cyber Mon­day. Online­händ­ler locken die Kun­den mit sat­ten Rabat­ten, um ihre Lager zu lee­ren. Schon Tage im Vor­aus wer­den die bes­ten Deals von Schnäpp­chen­jä­gern dis­ku­tiert. Vie­le von ihnen haben eine lan­ge Lis­te mit Din­gen, die es güns­tig zu kau­fen gilt.

Rund 50 Mil­li­ar­den Dol­lar wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr an bei­den Tagen welt­weit im Inter­net umge­setzt. Der Andrang in den vir­tu­el­len Läden war in der Ver­gan­gen­heit oft so groß, dass eini­ge Inter­net­shops zeit­wei­se nicht erreich­bar waren. Black Fri­day und Cyber Mon­day sind längst auch in Deutsch­land ange­kom­men. Vie­le Händ­ler locken rund um den Akti­ons­tag mit hohen Nach­läs­sen. Media Markt, Saturn, Zalan­do — kei­ne gro­ße Ket­te kann es sich mehr leis­ten, die medi­al auf­ge­plus­ter­te Rabatt­schlacht zu verpassen.

Amazon: Mehr als ein Einzelhändler

Einer der größ­ten Pro­fi­teu­re: Ama­zon. Der Inter­ne­t­rie­se hat den Cyber Mon­day 2018 als größ­ten Shop­ping­tag sei­ner Geschich­te gefei­ert. Waren im Wert von knapp acht Mil­li­ar­den Dol­lar wur­de an einem ein­zi­gen Tag ver­kauft. Doch längst ist das Unter­neh­men, das einst als Buch­händ­ler gestar­tet ist, nicht mehr vom Ein­zel­han­del abhän­gig. Es inves­tiert aktu­ell viel Geld in den Aus­bau sei­ner Ver­sand­lo­gis­tik, um mög­lichst vie­le Waren inner­halb kür­zes­ter Zeit zum Kun­den zu brin­gen. Ama­zon ist zudem Markt­platz für ande­re Händ­ler, Strea­ming­platt­form und ver­dient auch mit Wer­bung Geld.

Aus­ge­rech­net das lukra­tivs­te Geschäfts­feld ver­dankt der Inter­net­gi­gant den Shop­pin­ge­vents wie Black Fri­day und Cyber Mon­day, aber auch Weih­nach­ten und Ostern, nur indi­rekt: Weil es zu den Spit­zen­zei­ten immer wie­der Ser­ver­pro­ble­me gab, inves­tier­te der Online­händ­ler kräf­tig in Rechen­leis­tung. Das Pro­blem zusam­men­bre­chen­der Ser­ver war beho­ben, aber ein neu­es tauch­te auf: Was macht man an nor­ma­len Tagen mit all den Ser­vern? Ama­zon begann, sei­ne Ser­ver­far­men zu ver­mie­ten. Das Geschäft rund um sei­ne Cloud-Spar­te AWS (Ama­zon Web Ser­vices), das heu­te Basis für die IT-Sys­te­me vie­ler Unter­neh­mens­kun­den ist, macht mitt­ler­wei­le mehr als zwei Drit­tel des ope­ra­ti­ven Kon­zern­ge­winns aus.

Amazon-Aktie als Beimischung 

Für Kon­zern­chef Jeff Bezos waren Inves­ti­tio­nen stets wich­ti­ger als Gewin­ne. Das sorgt bei Anle­gern immer wie­der mal für Ver­druss. Den­noch ist die Aktie ein nach wie vor aus­sichts­rei­cher Titel – getrie­ben vom Inno­va­ti­ons­ge­dan­ken und den geschick­ten Inves­ti­tio­nen sei­nes Grün­ders. Der Wert der Aktie hat sich in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren mehr als ver­dop­pelt. Für die Bei­mi­schung in einem breit gestreu­ten Depot ist die Ama­zon-Aktie ein inter­es­san­tes Invest­ment. Nach einem Rück­schlag im Som­mer läuft der Titel seit­wärts, das bie­tet Einstiegsgelegenheiten.

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