Startseite/Versorgungsausgleich: Nicht nur das Vermögen, sondern auch die Rente im Scheidungsfall fair teilen
  • Versorgungsausgleich
    Versorgungsausgleich, ©inside-studio/iStock

Versorgungsausgleich: Nicht nur das Vermögen, sondern auch die Rente im Scheidungsfall fair teilen

2021-11-02T12:13:02+01:002. November 2021|

Mage­re Ren­ten und unse­re gesell­schaft­li­che Alte­rung rücken die Tei­lung von den in der Ehe erwor­be­nen Ren­ten­an­wart­schaf­ten im Schei­dungs­fall in den Fokus. 

Von Ines Baur

Aus ist aus, vor­bei ist vor­bei. Zieht ein Paar den Schluss­strich und beschließt die Schei­dung, kom­men eine Men­ge The­men auf sie zu. Unter ande­rem die Auf­tei­lung der in der Ehe erwor­be­nen Ren­ten­an­sprü­che, der soge­nann­te Versorgungsausgleich.

Warum gibt es den Versorgungsausgleich?

Sinn und Zweck die­ses Aus­gleichs ist die Auf­tei­lung der Ren­ten­an­sprü­che. Bei­de Ex-Gat­ten ste­hen äqui­va­len­te Ver­sor­gungs­an­sprü­che aus der gemein­sa­men Ehe­zeit zu. Denn die ehe­li­che Unter­halts­pflicht umfasst nicht nur den täg­li­chen Lebens­be­darf, son­dern auch die Altersversorgung.

Was fällt alles in den Versorgungsausgleich?

In die Berech­nung fal­len alle Anrech­te, wel­che die Partner:innen in ihrer Ehe durch Arbeit oder auch Ver­mö­gen erwor­ben haben und die auf eine Ren­ten­zah­lung abzie­len. Das kön­nen Bei­trä­ge der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, Pen­si­ons­an­rech­te und Ren­ten­leis­tun­gen aus betrieb­li­cher oder pri­va­ter Alters­ver­sor­gung sein.

Aber: Die pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung mit ein­ma­li­ger Kapi­tal­aus­zah­lung gehört aller­dings nicht in den Ver­sor­gungs­aus­gleich, son­dern fällt in den Zuge­winn­aus­gleich im Rah­men des Scheidungsverfahrens.

Wie hoch ist der Versorgungsausgleich?

Der Grund­ge­dan­ke ist, jede bestehen­de Ren­ten­an­wart­schaft, die wäh­rend des Ehe­stands ent­stand, zu hal­bie­ren und jedem Part­ner 50 Pro­zent abzu­ge­ben. Für die meis­ten Paa­re fin­det der Ver­sor­gungs­aus­gleich über eine inter­ne Tei­lung bei der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung statt.

Der Ver­sor­gungs­aus­gleich hat in Deutsch­land einen hohen Stel­len­wert und ist Vor­aus­set­zung dafür, dass eine Schei­dung voll­zo­gen wer­den kann. Im Vor­feld aller­dings haben die Partner:innen eine Men­ge Arbeit und Papier­kram zu erle­di­gen. Sie müs­sen sämt­li­che wäh­rend ihrer Ehe erwor­be­nen Versor­gungsanrechte samt Versorgungs­träger und Ver­si­che­rungs­num­mern lis­ten und dem Gericht mit­tei­len. Die Bewer­tung und Tei­lung der Anwart­schaf­ten über­neh­men die Ver­si­che­run­gen und Ver­sor­gungs­trä­ger, das Schei­dungs­ge­richt setzt sie durch.

Können Partner:innen eigene Absprachen zum Versorgungsausgleich treffen?

Ehe­paa­re haben das Recht, zum Ver­sor­gungs­aus­gleich eige­ne Ver­ein­ba­run­gen zu tref­fen. Ihn gege­be­nen­falls sogar ganz aus­zu­schlie­ßen. Ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­run­gen müs­sen die Gerich­te berück­sich­ti­gen. Obso­let sind eige­ne Ver­ein­ba­run­gen, die dazu füh­ren, dass ein Part­ner über­vor­teilt wird oder der Sozi­al­hil­fe­trä­ger für einen Part­ner die Grund­si­che­rung leis­ten muss.

Welcher Zeitraum wird bei der Teilung berücksichtigt?

Maß­ge­bend ist der Zeit­raum vom Beginn des Monats, in dem die Ehe geschlos­sen wur­de, bis zum Ende des Monats vor der Zustel­lung des Schei­dungs­an­trags. Anwart­schaf­ten, die die künf­ti­gen Ex-Ehe­leu­te wäh­rend der Tren­nungs­zeit erwer­ben fal­len nicht mehr in den Versorgungsausgleich.

Was gilt für die Anwartschaften bei einer Wiederheirat?

Hei­ra­tet ein Gat­te nach der Schei­dung wie­der, ändert das nicht an den geteil­ten Ren­ten­an­wart­schaf­ten. Der Versorgungs­ausgleich bleibt bestehen.

Bleib immer informiert!

Noch mehr Infos für dich

Kindergeld: Ja oder Nein?

Bekom­men wir (noch) Kin­der­geld? Die Ant­wort ent­schei­det nicht nur über eine monat­li­che Über­wei­sung hin oder her. Denn an den Erhalt von Kin­der­geld sind ande­re Leis­tun­gen gekop­pelt. Courage-online.de erklärt, wie lan­ge Kin­der­geld fließt und was den Bezug von Kin­der­geld gefähr­den kann. 

Rauf aufs E‑Rad: mit Zuschüssen

E‑Bikes, Pedel­ecs, E‑Lastenräder – auf den Stra­ßen sind immer mehr Zwei­rä­der mit Elek­tro­an­trieb unter­wegs. Das ist in der Hoff­nung auf eine kli­ma­freund­li­che­re Mobi­li­tät auch poli­tisch so gewollt. Dar­um för­dern der Bund sowie eini­ge Län­der, Kom­mu­nen, Ener­gie­ver­sor­ger und der Fis­kus den Umstieg.

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben