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    Superheldin Michelle Roth, ©maxutov/stock.adobe.com

Superheldinnen: Goldene Brötchen an der australischen Gold Coast.

2021-11-29T16:02:25+01:0027. November 2021|

Michel­le Roth wohnt im Para­dies. Dort, wo sich vie­le Men­schen gera­de hin­träu­men. Die Goldküs­te, die so aus­sieht wie das US-Pen­dant Palm Beach, ist ihre Hei­mat seit elf Jah­ren. Roth eröff­nete unlängst eine schnieke Bäcke­rei namens „Bre­zel“ – und kann sich seit­dem vor Bro­t­en­thu­si­as­ten und Käu­fern kaum ret­ten. Der drei­zehn­te Teil der courage-online.de Serie „Super­hel­din­nen“. 

Von Mat­thi­as Lauerer

In der courage-online.de-Serie „Super­hel­din­nen“ stel­len wir regel­mä­ßig Frau­en vor, die ihr augen­schein­lich „ganz nor­ma­les“ Leben wie eine Super­hel­din meis­tern. Wir zei­gen die ganz per­sön­li­chen Lebens­läu­fe, spre­chen über Finanz­bil­dung und wol­len Mut machen: Jede Frau ist eine Superheldin!

Bre­zeln, Rog­gen­bro­te, Teil­chen und wei­te­re Klas­si­ker: Als Michel­le Roth die ers­te deut­sche Bäcke­rei an der aus­tra­li­schen „Gold Coast“ eröff­net, freu­en sich die Käu­fer. Mit fünf Mit­ar­bei­te­rin­nen schuf die Rhein­län­de­rin mit ihrem Laden „Bre­zel“ ein klei­nes Teig­wa­ren­im­pe­ri­um – und das im mehr als 27 Stun­den per Flie­ger ent­fern­ten Aus­tra­li­en. Wie kommt man auf so eine Idee, von der vie­le Men­schen träu­men, doch nur die wenigs­ten den Ver­ve für die Umset­zung im Her­zen tra­gen? „Ich hat­te gera­de mein zwei­tes Baby bekom­men und die vier­jäh­ri­ge Toch­ter war kurz vor der Ein­schu­lung. Ich woll­te etwas machen, wobei ich mehr Fle­xi­bi­li­tät für mein Fami­li­en­le­ben habe.“

Deutsches Brot für 30.000 Auswanderer

Mit­te 2020 rotie­ren Michel­les Gedan­ken. Dabei spiel­te auch die Coro­na­pan­de­mie eine Rol­le, weil Roth erkennt: „So schnell kom­men wir nicht mehr nach Hau­se. Also müs­sen die Back­wa­ren halt zu mir kom­men.“ Mit dem kon­kre­ten Busi­ness­plan star­tet sie im August 2020, zehn Mona­te spä­ter öff­net die Bäcke­rei. Wenn man wie sie elf Jah­re in Aus­tra­li­en lebt und ohne deut­sches Brot aus­kommt, wird man schon mal krea­tiv. Denn sie sagt auch: „Es leben über 30.000 Deut­sche an der Gold Coast und nach­dem ich eine Markt­re­cher­che mach­te, kam her­aus, dass es neun von zehn der Deut­schen so geht wie mir, denn wir alle ver­miss­ten Pud­ding­teil­chen und Co.“ Roth erkennt eine Markt­lü­cke für die Region.

Bei der Eröffnung stehen die Menschen Schlange

Heu­te kann sie sagen: „Es läuft sehr gut. Bei der Eröff­nung stan­den die Leu­te 500 Meter Schlan­ge und wir waren die ers­ten drei Wochen jeden Tag kom­plett aus­ver­kauft. Das war schon über­wäl­ti­gend, weil wir unse­ren Groo­ve fin­den muss­ten und nicht hin­ter­her­ka­men.“ Dann der Schlag, als nach einem Monat zwei har­te Lock­downs fol­gen. „Das war hart, weil durch den Mega­start mei­ne bei­den Waren­con­tai­ner schon fast leer waren und durch die Coro­na-Zwangs­schlie­ßun­gen doch der Cash­flow für die Bestel­lung des Neu­en fehlte.“

Brot, das schmeckt

Bei den Pro­duk­ten schät­zen Käu­fer die sehr gute Qua­li­tät der Brot­wa­ren, die bis zu 8,60 aus­tra­li­sche Dol­lar kos­ten, was in etwa 5,50 Euro ent­spricht. Michel­le hört täg­lich, dass ihr Brot das Bes­te sei, was die Käu­fer je in Aus­tra­li­en aßen. Man wer­de davon end­lich mal satt und es habe Geschmack. Was hilft: „Aus­tra­li­er lie­ben Deutsch­land und wenn die dann zu uns kom­men, füh­len sie sich wie in Deutsch­land, weil auch die Bäcke­rei wie ein Laden in der Bun­des­re­pu­blik auf­ge­baut ist. Die Bun­des­bür­ger kom­men schon mit einem Strah­len rein und freu­en sich, wenn sie uns in ihrer Mut­ter­spra­che etwas erzählen.“

Superheldin Michelle Roth

Bei der Arbeit im eige­nen Geschäft, Michel­le Roth, privat

Von Bonn nach Australien

Rück­blick: Abi macht Roth 2005 auf dem Bon­ner „St. Adel­heid Gym­na­si­um“. Es fol­gen ein Jahr „Work & Tra­vel“, dann der Bache­lor in „Events Manage­ment“ in Bad Hon­nef bis 2009. Sie han­gelt sich von Prak­ti­kum zu Prak­ti­kum und hängt den Mas­ter in Mar­ke­ting in Aus­tra­li­en dran. Dazu kehrt sie mit ihrem Freund im Gepäck zurück, weil ihr „die Lust nach Aben­teu­er“ steht.

Jonglage mit den Verantwortlichkeiten

Das Finan­zi­el­le lernt sie im Stu­di­um durch Accoun­ting, Entre­pre­neurs­hip, Mathe­kur­sen und in der Pra­xis. Viel bringt sie sich selbst bei, denn wenn man „ein Busi­ness allei­ne auf­macht, trägt man ‚alle Hüte‘ von HR, Accoun­ting, Ope­ra­ti­ons, Mar­ke­ting zu Finan­cing“, wie sie es nennt. „Dies ist schon etwas über­wäl­ti­gend, vor allen Din­gen dann, wenn der Tag nur 24 Stun­den hat und man neben­bei noch zwei klei­ne Kin­der groß­zieht.“ Immer­hin leis­te­te sich die Entre­pre­neu­rin pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung von einem Accoun­tant, damit „das Busi­ness opti­mal läuft.“

Vier Stuhlbeine für das Glück

Für sie ist ihr Leben ein Stuhl mit vier Bei­nen – Busi­ness, Fami­lie, Freun­de und Gesund­heit und alle müs­sen gleich viel gepflegt wer­den, damit der Stuhl nicht umkippt. Roths Lebens­mis­si­on lau­tet: „Von Her­zen glück­lich sein.“

In der courage-online.de-Serie „Super­hel­din­nen“ stel­len wir regel­mä­ßig Frau­en vor, die ihr augen­schein­lich „ganz nor­ma­les“ Leben wie eine Super­hel­din meis­tern. Wir zei­gen die ganz per­sön­li­chen Lebens­läu­fe, spre­chen über Finanz­bil­dung und wol­len Mut machen: Jede Frau ist eine Superheldin!

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Vom Ehrenamt in die Festanstellung

Ria Kor­t­um ist stu­dier­te Heil­päd­ago­gin und seit 2017 bei der Deut­schen Kin­der­krebs­stif­tung für „Pro­jekt­ma­nage­ment und psy­cho­so­zia­le The­men“ zustän­dig. Zuvor enga­gier­te sich die Mut­ter von Zwil­lin­gen, die selbst sehr jung an Krebs erkrank­te, ehren­amt­lich für die Stif­tung. “Ein Ehren­amt kann dabei hel­fen, aus­zu­lo­ten, wo die eige­ne beruf­li­che Rei­se hin­ge­hen soll”, ermu­tigt Rita Kor­t­um. Ein bewe­gen­des Plä­doy­er für Mut und Beharrlichkeit. 

Neun Buchhandlungen, die einen Besuch wert sind

Man­che Buch­lä­den sind schö­ner als ande­re. Dabei sind die spek­ta­ku­lärs­ten Schatz­häu­ser fast so ver­schie­den wie die Inhal­te der Bücher, die sie anbie­ten. Ange­sichts die­ser Buch­hand­lun­gen möch­te man nie wie­der im Inter­net bestel­len. Ein Plä­doy­er in neun Beispielen.

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