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  • Frauen und Männer legen ihr Geld unterschiedlich an, ©Petar Chernaev/iStock

Studie zeigt: Frauen und Männer investieren mit unterschiedlicher Motivation

2022-10-21T12:04:53+02:0018. Oktober 2022|
Wie ticken Män­ner und Frau­en, wenn es um akti­en­ba­sier­te Anla­gen geht? Haben Frau­en mehr Akti­en oder zocken Män­ner öfter? Die­se und wei­te­re Aspek­te unter­such­te Uni­on Invest­ment in einer gro­ßen Befra­gung. Das Ergeb­nis: Wenn es ums Akti­en­spa­ren geht, zei­gen sich zwi­schen den Geschlech­tern deut­li­che Unter­schie­de bei Moti­va­ti­on, Ein­stel­lung und Sparverhalten.

Auch wenn Frau­en dem Vor­ur­teil nach als emo­tio­na­ler gel­ten, spie­len Gefüh­le beim The­ma Spa­ren und Geld­an­la­ge aber gera­de für Män­ner eine gro­ße Rol­le. Sie wer­den häu­fig mit posi­ti­ven Emo­tio­nen ver­bun­den und sind gegen­über Akti­en und Fonds deut­lich auf­ge­schlos­se­ner. Frau­en zei­gen hin­ge­gen wesent­lich mehr Vor­be­hal­te und sind beson­ders bei risi­ko­träch­ti­gen Anla­gen vor­sich­ti­ger. Das ist ein Ergeb­nis einer Stu­die, die das Markt­for­schungs­in­sti­tut Kan­t­ar für Uni­on Invest­ment bei ehe­ma­li­gen und aktu­el­len Besit­zern von Akti­en, Akti­en- und Misch­fonds durch­ge­führt hat.

Im Vergleich zu Frauen besitzen mehr als doppelt so viele Männer Aktien

Die Resul­ta­te bele­gen, dass Män­ner und Frau­en nicht nur einen unter­schied­li­chen Zugang zu Akti­en haben. Unter den­je­ni­gen, die den Schritt in Rich­tung Divi­den­den­pa­pie­re bereits gegan­gen sind, wei­chen Ein­stel­lung, Moti­va­ti­on und Ver­hal­ten deut­lich von­ein­an­der ab. Das zeigt sich unter ande­rem an den bevor­zug­ten For­men der Akti­en­an­la­ge. Frau­en ver­fü­gen im Schnitt über deut­lich weni­ger risi­ko­ori­en­tier­te Assets als Män­ner und haben deut­lich mehr defen­si­ve­re Ver­mö­gens­an­tei­le. Wäh­rend 46 Pro­zent der männ­li­chen Befrag­ten anga­ben, in Akti­en zu inves­tie­ren, waren es bei den Frau­en nur 22 Pro­zent. Akti­en­fonds hat­te knapp die Hälf­te der Män­ner (48 Pro­zent), bei den weib­li­chen Befrag­ten war es nur etwas mehr als jede Drit­te (35 Pro­zent). Defen­si­ve­re Geld­an­la­gen wie Spar­kon­ten (Frau­en: 66 Pro­zent, Män­ner 53 Pro­zent), Bau­spar­ver­trä­ge (Frau­en: 42 Pro­zent, Män­ner 35 Pro­zent) oder Misch­fonds (Frau­en: 28 Pro­zent, Män­ner 22 Pro­zent) waren bei den Frau­en hin­ge­gen öfter vorhanden.

Inter­es­sant ist aber nicht nur die Fra­ge, wel­che Anla­ge­for­men jemand besitzt, son­dern auch, wie­viel des jewei­li­gen Finanz­ver­mö­gens dar­in inves­tiert ist. Auch hier gibt es bemer­kens­wer­te Unter­schie­de. Der Anteil von Akti­en und Fonds am Gesamt­ver­mö­gen bei Män­nern über­steigt den von Frau­en deut­lich. 54 Pro­zent der männ­li­chen Befrag­ten haben mehr als ein Vier­tel ihres Ver­mö­gens in Akti­en oder Fonds ange­legt. Bei den Frau­en sind dies nur 34 Pro­zent. Und jeder vier­te Mann (24 Pro­zent) hat sogar mehr als die Hälf­te sei­nes Ver­mö­gens in akti­en­ba­sier­te Anla­gen inves­tiert. Bei Frau­en ist es nicht mal jede Zehn­te (9 Prozent).

Männer wollen Spaß bei der Aktienanlage, Frauen sind eher besorgt

War­um inves­tie­ren Frau­en sel­te­ner in risi­ko- aber auch chan­cen­rei­che­re Papie­re? Dies hat einer­seits mit der Ein­schät­zung des eige­nen Wis­sens, aber auch viel mit Emo­tio­nen zu tun. So ver­bin­den Män­ner bei dem Gedan­ken an Akti­en und Fonds in ers­ter Linie Vor­freu­de und Opti­mis­mus (63 Pro­zent) sowie Spaß und Span­nung (61 Pro­zent). Frau­en brin­gen Wert­pa­pier­be­sitz eher mit Unsi­cher­heit und Unwis­sen­heit (47 Pro­zent) sowie Pes­si­mis­mus und Sor­ge (37 Pro­zent) in Verbindung.

„Die emo­tio­na­le Zurück­hal­tung der Frau­en könn­te eine Erklä­rung sein, war­um sie sich weni­ger stark bei Akti­en posi­tio­nie­ren als Män­ner“, erklärt Gio­van­ni Gay, Geschäfts­füh­rer bei Uni­on Invest­ment die Unter­schie­de. Denn wer etwas mit posi­ti­ve­ren Emo­tio­nen ver­bän­de, dem fal­le es in der Regel auch leich­ter, sich ent­spre­chend zu verhalten.

Gra­vie­rend sind die Unter­schie­de bei der Fra­ge nach der Ein­schät­zung des eige­nen Kennt­nis­stands über Wert­pa­pie­re. Män­ner haben deut­lich grö­ße­res Ver­trau­en in ihr Anla­ge­wis­sen bei Akti­en und Fonds als Frau­en. Dabei fällt auf, dass der Unter­schied in der Wahr­neh­mung des eige­nen Wis­sens weni­ger stark aus­ein­an­der­fällt als das Ver­trau­en dar­auf. Wäh­rend 56 Pro­zent der weib­li­chen Befrag­ten anga­ben, nur ein gerin­ges Fach­wis­sen zu haben, waren es bei den Män­nern rund 37 Pro­zent. Auf ihren Kennt­nis­stand ver­lässt sich dann aller­dings ledig­lich jede fünf­te Frau (21 Pro­zent), bei den Män­nern sagen dies 42 Prozent.

Doch ist das wirk­lich so? Mög­li­cher­wei­se gehen Män­ner selbst­be­wuss­ter an die Sache her­an und füh­len sich mit weni­ger Wis­sen kom­pe­ten­ter. „Aus unse­rer Erfah­rung wis­sen Frau­en ten­den­zi­ell nicht weni­ger über Geld­an­la­gen als Män­ner. Sie sind aller­dings unsi­che­rer beim Umgang mit dem eige­nen Wis­sen“, ergänzt Gay. Die­se Hypo­the­se wird bestärkt durch einen Blick auf die Fra­ge, ob das Kon­zept „Aus­pro­bie­ren und ler­nen“ als sinn­voll erach­tet wird. Immer­hin 57 Pro­zent der Män­ner sagen, dass eine Anla­ge in Akti­en oder Fonds hilft, Ver­ständ­nis für die Ent­wick­lung von Akti­en­kur­sen gezielt zu nut­zen. Bei den weib­li­chen Befrag­ten sieht nur eine Min­der­heit von 33 Pro­zent dies genauso.

Social Media und Influencer spielen kaum eine Rolle als Informationsquelle

So unter­schied­lich wie die Ein­schät­zung des eige­nen Wis­sens ist auch die Nut­zung an Infor­ma­ti­ons­quel­len über Akti­en zwi­schen den Geschlech­tern. Män­ner wie Frau­en set­zen zwar an aller ers­ter Stel­le auf einen Bank- oder Finanz­be­ra­ter. Aber Frau­en (63 Pro­zent) bevor­zu­gen die­se Quel­le noch ein­mal deut­lich stär­ker als Män­ner (46 Pro­zent). Auf Platz zwei der Quel­len fol­gen bei allen Befrag­ten die Inter­net­sei­ten von Finanz­an­bie­tern (Män­ner: 41 Pro­zent, Frau­en 29 Pro­zent). Auf Platz drei gibt es aller­dings eine Abwei­chung. Bei den männ­li­chen Stu­di­en­teil­neh­mern neh­men Zei­tun­gen oder Zeit­schrif­ten (39 Pro­zent) die­se Posi­ti­on ein. Bei den Frau­en folgt hier der per­sön­li­che Aus­tausch mit Fami­li­en­mit­glie­dern (26 Pro­zent). Der Ein­fluss von Sozia­len Medi­en und Influ­en­cern ist dage­gen noch gering. Nur etwas mehr als jeder zehn­te Mann (13 Pro­zent) und jede zwan­zigs­te Frau gibt an, auf die­se Quel­len zurückzugreifen.

Dass Frau­en sich ins­ge­samt deut­lich weni­ger infor­mie­ren, kann damit zusam­men­hän­gen, dass ihnen die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem The­ma weni­ger Freu­de berei­tet. Wäh­rend es immer­hin jedem zwei­ten Mann (54 Pro­zent) Spaß macht, sich mit den Kapi­tal­märk­ten zu befas­sen, geht das nur jeden drit­ten Frau (31 Pro­zent) so.

Wie die Stu­die zeigt, gibt es mit Blick auf Akti­en deut­li­che Unter­schie­de zwi­schen den Geschlech­ter. Dies könn­te ein Grund sein, wes­halb Frau­en bei der Anla­ge in Akti­en deut­lich zurück­hal­ten­der sind. Wenn selbst Akti­en­be­sit­ze­rin­nen zurück­hal­ten­der agie­ren, hat dies Aus­wir­kun­gen auf die Gesprä­che des Bank­be­ra­ters. „Wäh­rend Män­ner in ihrem Ver­hal­ten häu­fig eher nur bestärkt wer­den wol­len, geht es bei der Bera­tung von Frau­en oft erst­mal dar­um, Zwei­fel zu zer­streu­en“, sagt Gay. Daher sei die Rol­le des Bank­be­ra­ters ent­schei­dend, um Frau­en von den Vor­tei­len von Akti­en zu über­zeu­gen. Denn: „Bei so hohen Infla­ti­ons­ra­ten ist eine lang­fris­ti­ge Anla­ge in Akti­en die ein­zi­ge Mög­lich­keit, sein Ver­mö­gen zu erhal­ten und zu meh­ren“, betont Gay.

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