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  • Schadsoftware kann auf PCs ordentlich Schaden anrichten, ©mrmohock - stock.adobe.com

Mobbing, Viren und Trojaner: Welche Versicherung greift bei Cyberverbrechen?

2022-10-18T10:38:42+02:0015. Oktober 2022|

Wür­mer, Viren, Spy­wa­re, Tro­ja­ner. Gelangt soge­nann­te Mal­wa­re auf unse­re PCs, kann sie Daten zer­stö­ren, Pass­wör­ter löschen, spio­nie­ren und ordent­lich Scha­den anrich­ten. Braucht es extra Cyberversi­che­rungen? 

Von Ines Baur

Woh­nungs­ein­brü­che, Kfz- und Taschen­dieb­stahl – die­se Ver­bre­chen waren laut Kri­mi­nal­sta­tis­tik 2021 rück­läu­fig. Ange­stie­gen ist dage­gen die Zahl an Online­de­lik­ten. Rund 124.000 poli­zei­lich erfass­te Straf­ta­ten gab es im Bereich Cyber­kri­mi­na­li­tät. Das sei jedoch nur die Spit­ze des Eis­ber­ges, schät­zen Exper­ten. Die Dun­kel­zif­fer dürf­te weit­aus höher sein. Klar ist: Ist der Wurm erst ein­mal drin­nen, das Pass­wort gehackt oder die Soft­ware beschä­digt, nervt das. Außer­dem kann es teu­er wer­den. Immer mehr Men­schen erwä­gen, ob sie vor­sorg­lich eine Ver­si­che­rung gegen Cyber­ver­bre­chen abschlie­ßen sol­len.  

Soviel sei gesagt: Gegen Ver­bre­chen kann sich nie­mand ver­si­chern. Mög­li­cher­wei­se aber gegen finan­zi­el­le Fol­gen, die Cyber­de­lik­te mit sich brin­gen kön­nen. Doch muss es eine extra Cyber­ver­si­che­rung sein? Nicht unbe­dingt. Eini­ge der gän­gi­gen Poli­cen sichern schon recht gut ab.  

Cyberkriminalität – das deckt die Hausratversicherung ab  

Sinn­voll ist es, bestehen­de Ver­si­che­rungs­ver­trä­ge dar­auf zu prü­fen, ob und wel­che Schä­den sie abde­cken. Haus­rat­ver­si­che­run­gen kön­nen Cyber-Bau­stei­ne mit ent­spre­chen­den Leis­tun­gen haben. Befin­det sich bei­spiels­wei­se der eige­ne PC nach einer Hacker-Atta­cke in der Repa­ra­tur, kön­nen Miet­kos­ten für den Leih-PC über­nom­men wer­den. Ist gar nichts mehr zu ret­ten, gar die Kos­ten für neue Hard- und Soft­ware.  

Auch bei Daten- und Iden­ti­täts­dieb­stahl kön­nen geläu­fi­ge Poli­cen grei­fen. Wenn etwa Fol­ge­schä­den durch abu­si­ve Ein­käu­fe im Inter­net ent­ste­hen.  

Cyberschutz bei der privaten Haftpflichtversicherung 

Eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung greift in der Regel, wenn jemand aus Ver­se­hen einem Drit­ten schä­digt. Das kann schnel­ler pas­sie­ren, als uns lieb ist. Bei­spiel: Anne will ihrer Freun­din Anke mit einem USB-Stick Daten über­tra­gen. Was sie nicht weiß ist, dass sie dabei ver­se­hent­lich eine Schad­soft­ware auf Ankes Rech­ner instal­liert. Anke hat als Geschä­dig­te und Besit­ze­rin des infi­zier­ten Rech­ners Recht auf Scha­dens­er­satz, den die Haft­pflicht decken kann. 

Was leistet eine Rechtsschutzversicherung? 

Leis­tungs­star­ke Rechts­schutz­po­li­cen mit stan­dard­mä­ßi­gem Inter­net-Rechts­schutz über­neh­men Kos­ten für Strei­tig­kei­ten rund ums Netz: Aus­ein­an­der­set­zun­gen bei Online-Ein­käu­fen, Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen oder die Löschung von ruf­schä­di­gen­den Inhal­ten.  

Hilfe bei Cyberverbrechen von der Krankenversicherung 

Es ist nicht immer ein mate­ri­el­ler Scha­den, der ent­ste­hen kann. Auch psy­chi­sche Schä­den ent­ste­hen durch Mob­bing, Iden­ti­täts­dieb­stahl oder Scamming. Die The­ra­pie­kos­ten über­neh­men in der Regel die pri­va­ten oder gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen.  

Wie sinnvoll ist eine Separate Cyber-Versicherungen? 

„Eine Cyber­ver­si­che­rung ist für Unter­neh­men sinn­voll, die mit sen­si­blen Daten arbei­ten und deren Geschäfts­be­trieb von deren Ver­füg­bar­keit abhängt“, sagen Exper­ten der Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len. Für den pri­va­ten Bereich sei unter momen­ta­ner Betrach­tung ein der­ar­ti­ger Schutz oft über­flüs­sig. Zweck­mä­ßig sei es, bestehen­de Poli­cen zu über­prü­fen, ob und wel­che Cyber­fäl­le abge­deckt wären. 

Cyberversicherungen für 50 Euro – Doch was kann sie? 

Cyber­schutz für nur weni­ge Euro im Monat: Sol­che Cyber­ver­si­che­run­gen bie­ten eher kein Rund­um-Sorg­los-Paket. Son­dern begrenz­te Leis­tungs­pa­ke­te. Ver­mö­gens­schä­den sind häu­fig bis zu ver­trag­lich fest­ge­setz­ten Beträ­gen gedeckt. Das können beim Online-Shop­ping Betrug zwi­schen zehn und 15.000 Euro sein. Bei einer psy­cho­lo­gi­schen Bera­tung für Mob­bing­op­fer wer­den even­tu­ell nur maxi­mal vier Stun­den über­nom­men. Für Daten­ret­tung oder Löschung ruf­schä­di­gen­der Inhal­te ste­hen viel­leicht bis zu 1.000 Euro zur Ver­fü­gung. Möch­te jemand par­tout eine Cyber­ver­si­che­rung abschlie­ßen, soll­ten Kos­ten und Anbie­ter ver­gli­chen wer­den.  

Unser Tipp

Wich­tig ist es, prä­ven­tiv für den Schutz von Lap­top oder PC zu sor­gen. Einen Viren­scan­ner zu instal­lie­ren, kei­ne E‑Mail-Anhän­ge von Unbe­kann­ten öff­nen, kei­ne Daten wei­ter­ge­ben.  

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