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  • Eileen Liebig, Gründerin von Online Event Boxen, ©Online Event Box und Marcus Wichert

Millionen-Umsatz mit Online-Event-Boxen: Das ist Eileen Liebigs Geschichte

2022-10-14T12:23:34+02:0014. Oktober 2022|

Eile­en Lie­big arbei­tet als Unter­neh­me­rin in der Event­bran­che, als die Coro­na-Pan­de­mie das Geschäft lahm­legt. Lie­big ist zu der Zeit hoch­schwan­ger und beschließt zu grün­den. Wie sie die Fir­ma Online Event Box gestar­tet hat und wie es nach der Pan­de­mie weitergeht.

Von Mat­thi­as Lauerer

Grün­de­rin Eile­en Lie­big erkennt als eine der Ers­ten, wie die Lock­down-Zeit als Entre­pre­neu­rin zu nut­zen ist und star­tet inner­halb von 72 Stun­den ihre Fir­ma Online Event Box. Mit nach­hal­ti­gen und indi­vi­du­el­len Kis­ten mit und für Online-Events hat sie gro­ßen Erfolg. Inner­halb des ers­ten Jah­res erzielt Eile­en einen Mil­lio­nen-Umsatz. Hält der Erfolg an?  

courage-online.de: Frau Liebig, ist denn schon absehbar, wie sich Online Event Box „nach“ Corona verhalten wird? Und wie sieht es heute aus? 

Eile­en Lie­big: Mit unse­ren Boxen und den dazu pas­sen­den digi­ta­len Events ver­bin­den wir Grup­pen, egal wo sie gera­de arbei­ten und leben. Beson­ders jetzt, mit Blick auf Weih­nach­ten, steigt die Nach­fra­ge immer noch­mals deut­lich und dar­auf sind wir vor­be­rei­tet. Die ‘Online Event Box’ ent­stand zu Beginn der Pan­de­mie und traf damals direkt den Nerv der Zeit. Auch nach dem Lock­down sit­zen Teams und Grup­pen über­all ver­teilt in Deutsch­land, Euro­pa und auf der Welt. Mit neu­en Ange­bo­ten stel­len wir uns bereits seit eini­gen Mona­ten auf die Zeit ’nach’ Coro­na ein. Für dezen­tra­le Teams und Unter­neh­mens­struk­tu­ren ist es bei der Mit­ar­bei­ter­füh­rung enorm wich­tig, jedem Wert­schät­zung zu zei­gen. Sei es die Rück­kehr nach der Eltern­zeit, der Geburts­tag oder ein Jubi­lä­um, jeder Mensch freut sich, wenn sein Unter­neh­men an ihn denkt und das zeigt. 

Welche Eigenschaften und Ideen muss ich als Gründerin eigentlich mitbringen? 

Als Ers­tes muss man von sei­ner Idee fel­sen­fest über­zeugt sein. Wenn die Lei­den­schaft brennt und ein inne­rer Antrieb vor­han­den ist, braucht es auch eine gewis­se Ent­schei­dungs­fä­hig­keit, also den Mut, die Idee wirk­lich in die Tat umzu­set­zen. Wer grün­det, muss sich immer auch mit Kri­ti­kern aus­ein­an­der­set­zen. Manch­mal kom­men die größ­ten Zweif­ler aus dem eige­nen Freun­des- und Fami­li­en­kreis. Kri­tik­fä­hig­keit ist also eine wei­te­re Stär­ke, die jeder Grün­der und jede Grün­de­rin mit­brin­gen soll­te. Mit einem star­ken Durch­hal­te­ver­mö­gen kann man die­ser Kri­tik gut begeg­nen. Das Durch­hal­te­ver­mö­gen auf­recht zu erhal­ten, ist nicht immer leicht. Dazu braucht es die rich­ti­ge Ein­stel­lung: ‘Ich mache das jetzt ein­fach!’ Sowohl für Grün­de­rin­nen und Grün­der als auch für Füh­rungs­kräf­te ist Wert­schät­zung uner­läss­lich. Jede Per­son, die grün­det, soll­te stets dar­auf ach­ten, dass die Men­schen, die ihr Unter­neh­men stark machen, auch gewür­digt wer­den. Wenn man sich wohl­fühlt und wert­ge­schätzt wird, ist man bereit, sein Bes­tes zu geben. Mein Appell ist daher: Ver­gesst nie­mals die Wert­schät­zung für euer Team und geht so gemein­sam in eine erfolg­rei­che Zukunft. 

Wann kam Ihnen genau der Einfall zur Firmengründung? Gäbe es hierzu eine Story wie bei US-Gründern – oder war dies ein „ganz“ normaler Moment? 

Beson­ders bei der Grün­dung war es schon eine außer­ge­wöhn­li­che Geschich­te. Ich war gera­de mit mei­nem zwei­ten Kind im sechs­ten Monat schwan­ger und durch den Beginn der Pan­de­mie stand die Arbeit mei­ner Live-Event-Agen­tur plötz­lich still. Doch dann stol­per­te ich über das Kon­zept, indi­vi­du­el­le Boxen zu packen, die­se mit digi­ta­len Events zu ver­bin­den und den Teams jeweils nach Hau­se zu schi­cken. Ich hat­te zu der Zeit kein Unter­neh­men gese­hen, dass das wirk­lich cool ange­bo­ten hat­te. Aber die Idee fes­sel­te mich und ich woll­te das unbe­dingt machen. Wir bau­ten inner­halb von drei Tagen die Web­site auf und klär­ten alles rund um die Grün­dung. Kurz dar­auf pack­ten wir die ers­ten Boxen und ver­sen­de­ten sie an Kun­den. Das war der Anfang der ‘Online Event Box’. 

Wie steht es um Umsatz und Gewinn? 

Die Zah­len stei­gen ste­tig, da die Nach­fra­ge gleich­blei­bend hoch ist und sich das Unter­neh­men bereits als ‘der’ Ansprech­part­ner für Online-Hap­pe­nings eta­bliert hat. Im ers­ten Jahr waren es über ein Mil­li­on Umsatz, im zwei­ten Jahr haben wir die Zahl mehr als ver­dop­pelt. 

Gibt es Investierende bei Ihnen? Wenn ja, wer ist das? 

Nein, bei bei­den Grün­dun­gen, der Event­agen­tur MIAS DIAS und der Online Event Box, gab und gibt es kei­ne Inves­to­rin­nen oder Inves­to­ren. Ich mag es sehr, gemein­sam mit mei­nem Team Ent­schei­dun­gen frei tref­fen zu kön­nen und bin froh, dass wir, auch dank unse­rer Erfol­ge, hier nie wirk­lich Bedarf hat­ten, frem­des Kapi­tal ein­zu­ho­len. 

Auf der Website habe ich gelesen, wie Sie weitermachen, jetzt wo die meisten Events wieder live stattfinden. Wir sind gespannt … 

Die Online Event Box ist ein eta­blier­tes Unter­neh­men. Wir wer­den gebraucht und das ist gut so. Was mich vor allem reiz­te: Ich habe mit­be­kom­men, wie sehr sich die Beschenk­ten wert­ge­schätzt füh­len. Daher kam ich auf die Idee einer neu­en Fir­ma. Die­se wird das ‘SAP’ zum The­ma Wert­schät­zung wer­den. Ich grün­de die­se aktu­ell und es ist somit mei­ne drit­te Grün­dung. Im Okto­ber wird es dann offi­zi­ell. 

Nun haben Sie ein Buch geschrieben. Wie kam es dazu? 

Ich bin ein Mensch, der das macht, wovon er über­zeugt ist. So war es bei mei­nen Grün­dun­gen, so ist es, wenn ich für mich inspi­rie­ren­de Per­sön­lich­kei­ten ein­fach anspre­che, und so war es auch, als ich die Idee zu mei­nem Buch hat­te. Wäh­rend mei­ner Grün­dun­gen habe ich gelernt, wie wich­tig der Ein­klang von Grün­den und Fami­lie für das eige­ne Wohl­be­fin­den ist. Das habe ich beson­ders gemerkt, als ich die Online Event Box gegrün­det habe, wäh­rend ich hoch­schwan­ger war. Gemein­sam mit mei­nem Mann haben wir eine Patch­work-Fami­lie mit ins­ge­samt vier Kin­dern. Mein Mann ist eben­falls Unter­neh­mer. Da war es für uns bei­de wich­tig, dass wir unser beruf­li­ches und pri­va­tes Glück wirk­lich zusam­men­füh­ren. Es gibt so vie­le krea­ti­ve Men­schen, die sich wün­schen, ihre Unter­neh­mens­grün­dung mit ihrer Fami­li­en­si­tua­ti­on gut unter einen Hut zu brin­gen. Mit mei­nem Buch möch­te ich zei­gen, dass das mög­lich ist – wenn das Mind­set stimmt. Da ich ande­re erfolg­rei­che Men­schen und deren Wer­de­gän­ge enorm inspi­rie­rend fin­de, woll­te ich in dem Buch nicht nur mei­ne eige­nen Erfah­run­gen wie­der­ge­ben. Des­we­gen habe ich ande­re Unter­neh­me­rin­nen und Unter­neh­mer inter­viewt und ihre Erkennt­nis­se mit ein­flie­ßen las­sen. 

Was war die bisher spannendste Stunde Ihrer Gründerreise von Online Event Box? 

Das war das ers­te Weih­nachts­ge­schäft, weni­ge Mona­te nach der Grün­dung. Von jetzt auf gleich erreich­ten uns rie­si­ge Bestell­an­fra­gen. In Sekun­den­schnel­le muss­te ich prio­ri­sie­ren, Struk­tu­ren schaf­fen und dele­gie­ren. Unse­re Logis­tik hat­te noch nicht viel Zeit gehabt, sich auf einen so gro­ßen Ansturm vor­zu­be­rei­ten. Aber wir haben es geschafft, 4.000 Boxen zu packen und pünkt­lich auf die Rei­se zu schi­cken. Im Fol­ge­jahr waren es über 15.000 Boxen. Das hat uns alle im Team sehr stolz gemacht. 

Und auf welche hätten Sie lieber gänzlich verzichtet? 

Wir sind schnel­ler gewach­sen, als Struk­tu­ren da waren. Das war ein Kampf im ers­ten Jahr – vor allem zur ers­ten Win­ter­sai­son. Wir haben Tag und Nacht gepackt und Pro­duk­te in ganz Ber­lin selbst ein­ge­kauft. Am Ende war das Füll­ma­te­ri­al der Boxen kom­plett auf­ge­braucht und wir haben nach viel Recher­che einen Holz­wol­le-Anbie­ter in Bran­den­burg gefun­den, dem wir dann spon­tan einen Besuch abge­stat­tet haben und der uns die Autos mit Holz­wol­le voll­ge­packt hat. Da hat eine Innen­rei­ni­gung nicht gereicht (lacht). 

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