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  • Klima-Investments gewinnen immer mehr an Bedeutung, ©Miguel Moebius - stock.adobe.com

Klima: Investments für Planet und Portfolio

2022-08-30T12:07:08+02:0030. August 2022|

Nach 2018 und 2019 erle­ben wir in die­sem Som­mer wie­der Rekord­hit­ze. 2021 hat­te uns die Flut an Ahr und Erft über­rollt. Hit­ze, Dür­re und Flutnur mit hohen Investitio­nen lässt sich der Kli­ma­wan­del noch ein­däm­men. Doch was kön­nen Kli­ma-Invest­ments dazu bei­tra­gen?  

Von Ant­je Erhard

Die extre­men Wet­ter haben Fol­gen: Seit der Jahr­tau­send­wen­de hat der Kli­ma­wan­del in Deutsch­land Schä­den von 6,6 Mil­li­ar­den Euro im Durch­schnitt ver­ur­sacht. Pro Jahr. Das ergab eine Stu­die des Wirt­schafts­for­schungs­un­ter­neh­mens Pro­g­nos mit dem Insti­tut für öko­lo­gi­sche Wirt­schafts­for­schung und der Gesell­schaft für wirt­schaft­li­che Struk­tur­for­schung. Wol­len wir Men­schen die­se Wet­ter-Extre­me auf­hal­ten und die Erde bis 2050 um weni­ger als zwei Grad erwär­men, sind enor­me Inves­ti­tio­nen not­wen­dig. 

BoA: Kosten von 150 Billionen US-Dollar für 30 Jahre 

Die Bank of Ame­ri­ca ermit­te­le für die kom­men­den 30 Jah­re Kos­ten von 150 Bil­lio­nen US-Dol­lar. Alter­na­ti­ven? Kei­ne. Denn wenn wir nicht han­deln, wür­de das laut der Expert:innen die glo­ba­le Wirt­schaft um drei Pro­zent belas­ten. 

Und so gibt es vie­le Wege, kli­ma­be­wusst zu inves­tie­ren, zum Bei­spiel in Akti­en von Unter­neh­men mit guter Kli­ma­bi­lanz, in rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien im eige­nen Zuhau­se oder in Kli­ma-Akti­en, Kli­ma-Fonds und –ETFs. Doch wer sind die Pro­fi­teu­re am Akti­en­markt? In den ver­gan­ge­nen Jah­ren waren Wasserstoff‑, Solar- und Wind­kraft-Akti­en wah­re Ren­ner an den Bör­sen. Doch viel ist ein­ge­preist, stei­gen­de Zin­sen machen die hohen Inves­ti­tio­nen teu­rer.  

Kli­ma-Fonds und Kli­ma-ETFs unter­schei­den sich von nach­hal­ti­gen durch ihre Fokus­sie­rung auf das Kli­ma. Etwa auf Unter­neh­men, die ihre CO2-Bilanz ver­bes­sern. Unter­neh­men, die hier beson­ders stark inves­tie­ren und auch for­schen. 

Klima-Investments: Steigende Produktauswahl 

Die Aus­wahl an inves­tier­ba­ren Pro­duk­ten wird immer grö­ßer. Und undurch­sich­ti­ger. Weil Begrif­fe wie Nach­hal­tig­keit nicht genau defi­niert oder geschützt sind. Fonds und ETFs soll­ten außer­dem ihre Stimm­rech­te auf Haupt­ver­samm­lun­gen ein­set­zen. Das kön­nen nicht nur Fonds-Ver­mö­gens­ver­wal­ter, son­dern auch ETF-Anbie­ter. 

Mit einer neu­en EU-Ver­ord­nung seit 2021 – nach­hal­tig­keits­be­zo­ge­ne Offen­le­gungs­pflicht Sus­tainab­le Finan­cial Dis­clo­sure Regu­la­ti­on SFDR – wer­den ETFs und ande­re Finanz­pro­duk­te nun kate­go­ri­siert: Nach Arti­kel 6, 8 und 9. Pro­duk­te ohne Nach­hal­tig­keits­zie­le sind nach Arti­kel 6 klas­si­fi­ziert. Hell­grü­ne Pro­duk­te berück­sich­ti­gen öko­lo­gi­sche und sozia­le Fak­to­ren (Arti­kel 8), dun­kel­grü­ne müs­sen mit ihrer Anla­ge expli­zit nach­hal­ti­ge Zie­le ver­fol­gen (Arti­kel 9). Das kann zum Bei­spiel kon­kret die Sen­kung von CO2 sein.  

Neue Klimaindex-Standards erweitern das Regelwerk 

Zwei wei­te­re Bewer­tungs­maß­stä­be in der EU sol­len mehr Trans­pa­renz schaf­fen: Die Cli­ma­te Tran­si­ti­on Bench­marks (CTB) und die anspruchs­vol­le­ren Paris-abge­stimm­ten Bench­marks (PAB). Unter­neh­men, die Bestand­teil von PAB-Indi­zes sein wol­len, müs­sen im Jahr min­des­tens 50 Pro­zent weni­ger CO2-Inten­si­tät gegen­über den Stan­dard­in­di­zes auf­wei­sen, die im CTB ent­hal­te­nen 30 Pro­zent. Außer­dem müs­sen die Unter­neh­men in PAB und CTB ihre Treib­haus­ga­se durch­schnitt­lich um sie­ben Pro­zent jähr­lich redu­zie­ren. Bestimm­te Akti­en wer­den zugleich aus­ge­schlos­sen, etwa Waf­fen und Tabak. Bei PAB-Indi­zes sind außer­dem zu gro­ße Akti­vi­tä­ten in Berei­chen wie Koh­le, Öl oder Erd­gas nicht mög­lich. 

Viele Klima-Produkte mit unterschiedlichen Ansätzen: Zwei Fonds, zwei ETFs 

Kli­ma­wan­del-Pro­duk­te berück­sich­ti­gen die­se Zie­le. Die Ansät­ze sind dabei recht unter­schied­lich: Wir kön­nen hier nur eini­ge Bei­spie­le zei­gen – es gibt vie­le ver­schie­de­ne Pro­duk­te und Lösun­gen: Der LBBW Glo­bal War­ming (ISIN: DE000A0KEYM4) inves­tiert in die Unter­neh­men aus den Geschäfts­fel­dern Erneu­er­ba­re Ener­gien, Was­ser, Nah­rungs­mit­tel, Ver­sor­ger, Forst­wirt­schaft oder Anla­gen­bau. Er hat 1,3 Mil­li­ar­den Euro Fonds­vo­lu­men, kos­tet 1,7 Pro­zent Gebühr jähr­lich plus fünf Pro­zent Aus­ga­be­auf­schlag und ist bei Morningstar mit vier von fünf Ster­nen bewer­tet. Erträ­ge wer­den aus­ge­schüt­tet. Er hat über fünf Jah­re 80 Pro­zent zuge­legt, in die­sem Jahr aller­dings an Wert ver­lo­ren. (Quel­le: Finanzen.net) 

Der Öko­world Kli­ma (ISIN: LU301152442) ist eben­falls ein aktiv gema­nag­ter Fonds, für den 2,25 Pro­zent Jah­res­ge­bühr plus fünf Pro­zent Aus­ga­be­auf­schlag benö­tigt wer­den. Er hat 763 Mil­lio­nen Euro Volu­men und legt Erträ­ge wie­der an. Über fünf Jah­re ist er um 85 Pro­zent gestie­gen, seit Jah­res­be­ginn aber eben­falls im Minus. (Quel­le: Finanzen.net) 

Unter den ETFs bil­det der Deka MSCI World Cli­ma­te Chan­ge ESG (ISIN: DE000ETFL581) die Per­for­mance des MSCI World Cli­ma­te Chan­ge ESG Select Index nach. Die Gesamt­kos­ten­quo­te TER beläuft sich auf 0,25 Pro­zent. Der ETF wur­de im Juni 2020 auf­ge­legt und erreich­te zuletzt eine Jah­res­per­for­mance von gut fünf Pro­zent. (Quel­le: extra­ETF) 

Der BNP Pari­bas Easy Low Car­bon 100 Euro­pe UCITS ETF (ISIN: LU1377382368) ist seit 2017 am Markt. Er ist auf Euro­pa fokus­siert. Erträ­ge wer­den reinves­tiert (the­sau­ri­ert). Die Gesamt­kos­ten­quo­te beläuft sich auf 0,30 Pro­zent. Der BNP Pari­bas Easy Low Car­bon 100 Euro­pe ist mit 745 Mil­lio­nen Euro Volu­men ein gro­ßer ETF. 35 Pro­zent lau­tet die 5‑Jah­res-Per­for­mance. (Quel­le: extra­ETF) 

Vie­le Pro­duk­te sind erst im Zuge der Kli­ma-Debat­te der ver­gan­ge­nen drei Jah­re auf­ge­legt wor­den. Durch die kur­ze His­to­rie ist es schwer, sie mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Wich­tig sind zur Ver­gleich­bar­keit die Grö­ße, die Kos­ten, die Anla­ge­stra­te­gie, die Per­for­mance. Aber nicht ver­ges­sen: Ob Kli­ma-Invest­ment oder eine ande­re Geld­an­la­ge: Die wich­tigs­te Vor­aus­set­zung ist eine Stra­te­gie. Risi­ko­streu­ung ist außer­dem wich­tig. Kli­ma-Invest­ments eig­nen sich als Bei­mi­schung im Depot.  

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Die wertvollsten Marken der Welt: Zara dominiert Inditex

Gera­de sind die neu­en Herbst-Kol­lek­tio­nen in den Geschäf­ten und Online-Shops der Mode-Händ­ler ange­kom­men. Doch wäh­rend Luxus boomt, kämp­fen eini­ge der sta­tio­nä­ren Retailer um Kun­din­nen um Umsatz. Kei­ne leich­te Sache in Zei­ten von hoher Infla­ti­on und wirt­schaft­li­chen Sor­gen. Bei Zara scheint die Mode-Welt noch in Ordnung. 

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