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    Kindergeld, ©Drazen Zigic-iStock

Kindergeld: Wie profitieren Familien am meisten davon? 

2021-10-21T12:27:42+02:0021. Oktober 2021|

Die maxi­ma­le För­de­rung durch Kin­der­geld: Die holt in der Regel der Fis­kus für Fami­li­en raus. In etli­chen Fäl­len kön­nen aber auch Fami­li­en selbst die Leis­tung um ein paar Euro pro Monat erhö­hen – wenn sie dafür die Wei­chen rich­tig stel­len. Wie das geht, erklärt courage-online.de.  

Von Gise­la Haberer

Wer Kin­der im eige­nen Haus­halt auf­zieht und in Deutsch­land wohnt, erhält Kin­der­geld. Von die­ser Regel gibt es nur weni­ge Aus­nah­men. Die Kin­der kön­nen leib­li­che wie adop­tier­te, Kin­der von Ehe­part­ner oder –part­ne­rin sein, unter Umstän­den sogar Enkel­kin­der. Seit 2021 gibt es pro Monat für das ers­te und zwei­te Kind jeweils 219 Euro, für das drit­te 225 Euro und ab dem vier­ten Kind 250 Euro.  

Achtung: Patchwork-Familien 

Kin­der­geld fließt grund­sätz­lich unab­hän­gig von Fami­li­en­stand oder sexu­el­ler Ori­en­tie­rung der Eltern. Zieht aber ein Paar mit Kin­dern aus frü­he­ren Bezie­hun­gen zusam­men, kann eine Hei­rat das Kin­der­geld erhö­hen. Denn Ehe­paa­re kön­nen Kin­der aus frü­he­ren Part­ner­schaf­ten als „Zähl­kin­der“ anrech­nen las­sen. Ein Bei­spiel: Julia und Peter haben eine zwei­jäh­ri­ge Toch­ter. Aus einer frü­he­ren Part­ner­schaft hat Mut­ter Julia einen zehn­jäh­ri­gen Sohn, Vater Peter zwei Töch­ter, acht und sechs Jah­re alt. Julia bean­tragt für alle Kin­der unter ihrem Dach Kin­der­geld, auch für ihre bei­den Stieftöchter. 

Beim Kin­der­geld rich­tet sich die Rei­hen­fol­ge nach dem Alter. Ihr Sohn ist danach das ers­te Kind, die bei­den Töch­ter das zwei­te und drit­te Kind, die gemein­sa­me zwei­jäh­ri­ge Toch­ter das vier­te Kind. Damit kommt die sechs­köp­fi­ge Fami­lie auf 913 Euro Kin­der­geld im Monat. Vor der Hei­rat hat­te jeder nur für die eige­nen Kin­der Anspruch auf Kin­der­geld. Die jüngs­te Toch­ter zähl­te somit nicht als vier­tes Kind. Je nach­dem, wer das Kin­der­geld für die Jüngs­te bean­trag­te, Mut­ter oder Vater, fiel das Kin­der­geld für die Jüngs­te unterm Strich um 25 oder um 31 Euro pro Monat nied­ri­ger aus, im Jahr also ins­ge­samt um 300 oder um 372 Euro weni­ger. 

Achtung: Mehr-Generationen-Familien 

Nach Tren­nung oder Schei­dung bleibt häu­fig nur die Rück­kehr ins Eltern­haus. Hier kann es even­tu­ell loh­nen, den Anspruch auf Kin­der­geld an ein Groß­el­tern­teil abzu­tre­ten. Näm­lich dann, wenn Groß­el­tern selbst noch Kin­der­geld bezie­hen, etwa für ein leib­li­ches, ein adop­tier­tes oder ein Kind, das sie wie ein eige­nes pfle­gen. Denn auch dann kön­nen das Kind der Groß­el­tern und deren Enkel zusam­men als Kin­der der Fami­lie zäh­len. Zie­hen zwei oder drei Enkel ein, erhöht sich die Kin­der­zahl ent­spre­chend auf drei, vier oder mehr – und damit fällt auch das Kin­der­geld des Mehr-Genera­tio­nen-Haus­hal­tes pro Monat höher aus. 

Achtung: Extra für kleinere bis mittlere Einkommen 

Zum Kin­der­geld kann es einen Zuschlag geben: bis zu 205 Euro im Monat. Die Höhe des Kin­der-Zuschlags (KiZ) hängt vom Ein­kom­men der Eltern, der Grö­ße der Fami­lie, dem Alter der Kin­der und der Höhe der Warm-Mie­te ab. Der KiZ ist für Eltern gedacht, die zwar für sich, aber nicht aus­rei­chend für ihre Kin­der sor­gen kön­nen. Daher fließt er erst ab einem Min­dest­ein­kom­men von 900 Euro brut­to im Monat für Eltern­paa­re und von 600 Euro für Allein­er­zie­hen­de. Ab einer bestimm­ten Ein­kom­mens­hö­he ver­rin­gert sich der KiZ nach und nach. 

Für Eltern mit mitt­le­rem Ein­kom­men fällt der KiZ even­tu­ell gering aus – kann aber im All­tag trotz­dem viel hel­fen. Denn allen, die KiZ bezie­hen, ste­hen wei­te­re Hil­fen offen: etwa 150 Euro für Schul­ma­te­ri­al, Gut­schei­ne für Fahrt­kos­ten zur Schu­le oder für Schul­aus­flü­ge, 15 Euro pro Monat für Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen wie Sport oder Musik, sowie Wohn­geld und die Befrei­ung von Gebüh­ren zum Bei­spiel für Kita und Rund­funk. Eltern kön­nen über den KiZ-Lot­sen der Fami­li­en­kas­se online prü­fen, ob sie Anspruch auf den Zuschlag haben.  

Achtung: Adoptiv-Eltern 

Ein Kind zu adop­tie­ren, gelingt nicht von heu­te auf mor­gen. In der Regel dau­ert das Ver­fah­ren ein Jahr. Den Groß­teil die­ser Zeit lebt das Kind bereits bei sei­nen zukünf­ti­gen Adop­tiv­el­tern. Sie sind ab Ein­zug des Kin­des in ihren Haus­halt für sei­nen Unter­halt ver­ant­wort­lich. Dar­um besteht bereits wäh­rend die­ser soge­nann­ten Adop­ti­ons­pfle­ge ein Anspruch auf Kin­der­geld, even­tu­ell auch auf Kin­der-Zuschlag, Eltern­geld und Eltern­zeit.  

Achtung: Pflege-Eltern 

Ein Kind kann aus einer Not­si­tua­ti­on her­aus in die eige­ne Fami­lie auf­ge­nom­men oder beruf­lich in Obhut genom­men wer­den. In Sachen Kin­der­geld macht den Unter­schied: Gut­her­zig- oder Erwerbs­tä­tig­keit. Es kann ein Anspruch auf Kin­der­geld bestehen, wenn Pfle­ge-Kin­der wie eige­ne Kin­der zur Fami­lie gehö­ren, die Bezie­hung der Pfle­ge-Kin­der zu ihren leib­li­chen Eltern schwer gestört ist und mit der Auf­nah­me des Kin­des kein Geld ver­dient wird. Pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge-Eltern erhal­ten kein Kin­der­geld, dafür aber spe­zi­el­le Leis­tun­gen vom Jugend­amt, etwa Pfle­ge- und Erzie­hungs­geld. 

Achtung: Kinder, die ihre Eltern verloren haben 

Auch wer Voll­wai­sen in den eige­nen Haus­halt auf­ge­nom­men hat und für ihren Unter­halt sorgt, kann Kin­der­geld erhal­ten. Dies ist auch der Fall, falls die Eltern ver­mut­lich noch leben, ihr Auf­ent­halts­ort aber unbe­kannt ist.  

Achtung: Volljährige Kinder in Ausbildung 

Zie­hen voll­jäh­ri­ge Kin­der für Aus­bil­dung oder Stu­di­um in eine eige­ne Woh­nung, erhal­ten sie Unter­halt von ihren Eltern – je nach deren finan­zi­el­ler Leis­tungs­fä­hig­keit. Kön­nen Eltern kei­nen Unter­halt leis­ten oder weni­ger als das Kin­der­geld betra­gen wür­de, dann kön­nen erwach­se­ne Kin­der bei der Fami­li­en­kas­se eine so genann­te „Abzwei­gung“ auf ihr eige­nes Kon­to bean­tra­gen. Dann erhal­ten sie zumin­dest das Kin­der­geld und even­tu­ell einen klei­nen Zuschuss von ihren Eltern. 

Achtung: Unterhaltszahlende  

Kin­der­geld steht Eltern zu, die Unter­halt für ihre Kin­der leis­ten: durch Betreu­ung, Kost und Logis oder durch Unter­halts­zah­lun­gen. Doch Kin­der­geld wird grund­sätz­lich nur auf ein Kon­to über­wie­sen. Leben Eltern getrennt, fließt das Kin­der­geld an den Haus­halt, in dem das Kind (über­wie­gend) wohnt. Da der ande­re Eltern­teil eben­so Anspruch dar­auf hat, darf er sei­ne Unter­halts­zah­lun­gen um den hälf­ti­gen Kin­der­geld-Betrag min­dern.  

Achtung: Steuerpflichtige  

Für erwerbs­tä­ti­ge Eltern lohnt es sich, eine Steu­er­erklä­rung zu machen. Hin­ter­grund: Der Staat darf das Exis­tenz­mi­ni­mum sei­ner Bür­ger nicht besteu­ern. Für Kin­der gibt es daher Frei­be­trä­ge. Das Kin­der­geld ist eine Art Vor­aus­zah­lung auf die­se Steu­er­vor­tei­le. Das Finanz­amt rech­net bei der jähr­li­chen Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung gra­tis durch, was für Eltern vor­teil­haf­ter ist: Frei­be­trä­ge oder Kin­der­geld. So erhal­ten Steu­er­zah­len­de auto­ma­tisch die für sie bes­te Vari­an­te. In der Regel ist der Steu­er­vor­teil durch die Frei­be­trä­ge ab einem Jah­res­ein­kom­men von rund 66.500 Euro grö­ßer als das aus­ge­zahl­te Kin­der­geld. 

Achtung: Antrag stellen 

Das Kin­der­geld wird bei den Fami­li­en­kas­sen der Agen­tu­ren für Arbeit oder der öffent­li­chen Arbeit­ge­ber bean­tragt. Die Fami­li­en­kas­sen zah­len die Leis­tung auch aus. Der Antrag bei der Fami­li­en­kas­se der Agen­tur für Arbeit kann hier online gestellt wer­den.  

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