Startseite/Investieren mit Sparplan: Alle Infos für Anleger:innen

Investieren mit Sparplan: Alle Infos für Anleger:innen

2021-10-13T12:06:08+02:0013. Oktober 2021|

Ein­mal­an­la­ge oder immer wie­der Geld anle­gen? Gera­de wer sich an der Bör­se (noch) nicht so rich­tig aus­kennt, tut sich schwer, DIE Aktie oder DEN Index für ein Invest­ment des Gespar­ten zu fin­den. Aber es gibt Mög­lich­kei­ten, qua­si sanft in die Bör­se ein­zu­stei­gen. Und das ist ein Spar­plan. Betrach­ten wir Vor- und Nachteile.

Von Ant­je Erhard

Hand auf’s Herz: Die Wunsch­vor­stel­lung von Bör­sen-Invest­ments wäre, zum All­zeit­tief in den Markt ein­zu­stei­gen und Gewin­ne zum All­zeit­hoch mit­zu­neh­men. Das Pro­blem: Den Markt zu timen, das ist schier unmög­lich. Selbst wer über gutes Bör­sen Know-How ver­fügt, schafft das kaum. Gewinn­brin­gend inves­tie­ren kann man bzw. frau aber trotz­dem. Lang­fris­tig. Auch mit wenig Kapi­tal und wenig Wis­sen über Akti­en und Co.

Ein Hilfs­mit­tel, des­sen sich selbst Kapitalmarkt-Expert:innen bedie­nen, ist ein Spar­plan. Ein Spar­plan ist ein regel­mä­ßi­ges Anspar-Modell für einen fes­ten, frei wähl­ba­ren Betrag. Die moder­ne Form des Spa­rens qua­si. Regel­mä­ßig anzu­le­gen heißt hier, monat­lich oder quar­tals­wei­se Geld in die­sen Spar­plan ein­zu­zah­len. Und damit am Ende mög­lichst mehr „her­aus­zu­ho­len“ als einzuzahlen.

Sparrate: Nicht zur kurz springen, sonst sind die Kosten zu hoch

Und das funk­tio­niert so: Anleger:innen über­le­gen sich zuerst eine Spar­ra­te pro Monat. Wie viel Geld kann ich erüb­ri­gen, ohne dass es weh­tut? Das ist eine per­sön­li­che Ent­schei­dung. Und das ist nicht die ein­zi­ge Fra­ge, die sich jede:r vor­ab stel­len soll­te. Von Anbe­ginn muss klar sein: Wir inves­tie­ren an der Bör­se. Und die schwankt. Das ist anders als beim Spar­buch. Und das müs­sen wir aus­hal­ten kön­nen. Nächs­te Fra­ge: Wel­cher Anleger:innen-Typ bin ich über­haupt? Ist Sicher­heit für mich am wich­tigs­ten oder ein mög­lichst hoher Gewinn? Und dar­an schließt sich an: Wie viel Risi­ko kann ich ab? Wel­ches Ziel habe ich mit der Geld­an­la­ge? Wie lan­ge will ich anle­gen, wann brau­che ich das Kapital?

Zurück zur Spar­sum­me: Vie­le Finanz­in­sti­tu­te bie­ten Spar­plä­ne ab 25 Euro an, eini­ge sogar schon ab einem Euro. Betrach­tet man die Kos­ten im Ver­hält­nis zur Ren­di­te, machen gar zu klei­ne Beträ­ge kei­nen Sinn. Außer­dem kommt für den Ver­mö­gens­auf­bau oder die Alters­vor­sor­ge nicht genug zusam­men, wenn wir mit einem Euro pro Monat anfangen.

Machen wir eine Rech­nung auf: Eine Anle­ge­rin inves­tiert regel­mä­ßig 50 Euro Spar­ra­te über 20 Jah­re pro Monat, ohne Start­ka­pi­tal und neh­men wir eine Ren­di­te von fünf Pro­zent pro Jahr an: Das ergibt regel­mä­ßi­ge Ein­zah­lun­gen von 12.000 Euro und ein End­ka­pi­tal von 20.637 Euro. Vor Steu­ern. Bei einem Kom­plett-Ver­kauf der Gesamt­in­ves­ti­ti­on wer­den Kapi­tal­ertrags­steu­ern von 25 Pro­zent zzgl. Soli­da­ri­täts­zu­schlag und Kir­chen­steu­er fäl­lig. Wer einen Ent­nah­me-Plan auf­stellt und sein Gespar­tes häpp­chen­wei­se ent­nimmt bzw. schon vie­le Jah­re inves­tiert, muss die­se Steu­ern nicht zahlen.

Kursschwankungen nutzen: Durchschnittskosten-Effekt

Die Ein­fach­heit des Spar­plans liegt aber nicht nur in der Regel­mä­ßig­keit. Das Beson­de­re ist der Durch­schnitts­kos­ten-Effekt. Da Akti­en­märk­te schwan­ken, inves­tie­ren wir in unse­ren Spar­plan zu unter­schied­li­chen Kur­sen: Güns­ti­ger bei fal­len­den Kur­sen – dann erhal­ten wir mehr Antei­le für unse­ren Spar­be­trag. Teu­rer, wenn die Kur­se stei­gen. Dann bekom­men wir weni­ger Anteile.

Neh­men wir einen Spar­plan mit 100 Euro im Monat an und inves­tie­ren in eine Aktie. Sie steht zu Beginn unse­res Invest­ments bei 100 Euro. Wir erhal­ten also einen Anteil. Steigt der Kurs auf 150 Euro im nächs­ten Monat, erhal­ten wir für 100 Euro ledig­lich 0,66 Antei­le. Fällt der Kurs auf 25 Euro, erhal­ten wir vier Antei­le. Nach drei Mona­ten haben wir also 5,66 Antei­le erwor­ben. Aber ledig­lich 300 Euro ein­ge­zahlt. Das ist der Durch­schnitts­kos­ten-Effekt. Nun lie­gen die­sem Bei­spiel extre­me Kurs­schwan­kun­gen zu Grun­de. Die sind in der Rea­li­tät höchst sel­ten! Aber das Bei­spiel zeigt: Lang­fris­tig kau­fen wir zu einem durch­schnitt­li­chen Preis und machen uns Kurs­schwan­kun­gen zu Nutze.

Warum nicht lieber einmal kaufen? Ja, warum eigentlich nicht

Nun gehen wir ja davon aus, dass der Markt lang­fris­tig steigt. War­um dann nicht einen Betrag gleich ein­mal inves­tie­ren, statt der vie­len regel­mä­ßi­gen Häpp­chen? In einer Hausse-Pha­se, also in einer Pha­se über­wie­gend stei­gen­der Kur­se, ist ein Ein­mal-Invest­ment tat­säch­lich meis­tens lukra­ti­ver. Lang­fris­tig. Hier­für ist ein Bat­zen Kapi­tal zum Inves­tie­ren nötig. Der sich aber zügig ver­meh­ren kann. Und wer Zeit hat, hat lang­fris­tig auch übli­cher­wei­se mehr im Depot als zu Beginn. Die Schwie­rig­keit fängt an, wenn wir in Zei­ten fal­len­der Märk­te oder in einen Crash gera­ten. Auch dann gilt es, das Ein­mal-Invest­ment durch­zu­hal­ten und nicht ner­vös zu ver­kau­fen. Ich weiß aus eige­ner Erfah­rung, wie es da in den Fin­gern juckt.…

Doch hier sind wir wie­der am Anfang unse­rer Über­le­gun­gen: Den Markt zu timen, das ist schier unmög­lich. Und auch wenn die Kur­se fal­len, sind die Invest­ments lang­fris­tig posi­tiv. Die His­to­rie belegt, dass Bör­sen­in­vest­ments nach 15 Jah­ren immer Ren­di­ten erzielt haben.

Ein­mal­an­la­ge wie Spar­plan haben Vor- und Nach­tei­le. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le schreibt dazu: „Ob Sie eine Ein­mal­an­la­ge wäh­len oder einen Spar­plan, hängt natür­lich davon ab, ob Sie eine grö­ße­re Sum­me anle­gen möch­ten oder monat­lich etwa mit dem Gehalts­ein­gang Ver­mö­gen auf­bau­en wol­len. Die Anschaf­fungs­kos­ten sind beim Spar­plan ten­den­zi­ell gering­fü­gig höher, dafür muss man sich aber auch nicht stän­dig um neue Anla­gen kümmern.“

Sparpläne auf so ziemlich alles

Zurück zu unse­rem Spar­plan: Man bzw. frau muss ihn ein­mal ein­rich­ten, dann wird der Betrag vom Kon­to abge­bucht und inves­tiert. Aber wie? Nun, meist ist beim The­ma Spar­plan die Rede vom ETF-Spar­plan. Ein ETF-Spar­plan ist durch­aus sinn­voll. Aber eben nur ein Bruch­teil der Wahr­heit. Spar­plä­ne kann man bzw. frau auf ver­schie­de­ne Asset-Klas­sen ein­rich­ten: Auf Akti­en, auf Edel­me­tal­le wie Gold, auf Indi­zes, auf Kryp­to-Wäh­run­gen, sogar auf Immobilien.

Gera­de wer eine grö­ße­re Sum­me inves­tie­ren möch­te, sagen wir 200 oder 300 Euro monat­lich, soll­te das Geld auf meh­re­re Spar­plä­ne ver­tei­len. Ein ETF auf einen gro­ßen Akti­en­in­dex ist durch­aus ein sinn­vol­les Basis­in­vest­ment. Auf Indi­zes wie zum Bei­spiel den MSCI World. Sei­ne Per­for­mance beträgt im Schnitt 9 Pro­zent pro Jahr. Sagen wir: 100 Euro legen wir hier an. Dann lie­ßen sich wei­te­re 100 Euro hälf­tig in zwei Akti­en inves­tie­ren. Oder 100 Euro in einen wei­te­ren Index. Oder oder oder. Es gibt allein drei Mil­lio­nen Akti­en­in­di­zes und 45.000 Akti­en — unzäh­li­ge Mög­lich­kei­ten,  je nach­dem, was wir an Ren­di­te wol­len und an Risi­ko abkönnen.

Achtung, Kostenfalle

Hier müs­sen aber noch die lau­fen­den Kos­ten berück­sich­tigt wer­den. Und da gilt es, Acht zu geben. Sonst wer­den die Kos­ten zum Per­for­mance-Kil­ler. Neh­men wir 1,5 Pro­zent Gebüh­ren auf eine Spar­ra­te von 200 Euro an. Dann sind 36 Euro für Gebüh­ren fäl­lig. Pro Jahr. Man­che Depot-Anbie­ter haben fes­te Order­ge­büh­ren. Das macht die Anla­ge zumin­dest etwas güns­ti­ger. Vie­le Anbie­ter haben aber inzwi­schen ein brei­tes Ange­bot an kos­ten­frei­en ETF-Sparplänen.

Wer sich die Invest­ment-Aus­wahl für die Spar­plä­ne nicht selbst zutraut, kann das einem Robo Advi­sor über­las­sen. Das sind digi­ta­le, auto­ma­ti­sier­te Geld­an­la­gen. Der digi­ta­le Ver­mö­gens­ver­wal­ter stellt Anleger:innen zunächst Fra­gen zu Ren­di­te-Erwar­tun­gen und Risi­ko-Bereit­schaft und stellt dann auf die­ser Basis ein Port­fo­lio zusam­men. Bei Bedarf schich­tet der Algo­rith­mus das Depot um. Die Kos­ten hier­für lie­gen um ein Pro­zent pro Jahr.

Fazit: Ein­mal­an­la­gen sind gut, doch Spar­plä­ne auch. Wich­tig ist, regel­mä­ßig zu inves­tie­ren und Geduld, sprich eine lan­ge Lauf­zeit zu haben. Der Durch­schnitts­kos­ten-Effekt garan­tiert dabei nicht, dass die Spar­plä­ne bes­ser abschnei­den als ein Ein­mal-Invest­ment. Aber Spar­plä­ne sind ein Anfang, um Ver­mö­gen aufzubauen.

Unser gra­tis Newsletter

Noch mehr Infos für dich

Torschluss-Panik Immobilien: Mieten oder kaufen?

Immo­bi­li­en sind vie­ler­orts teu­er. Nicht erst seit der Schief­la­ge des chi­ne­si­schen Immo­bi­li­en-Kon­zerns Ever­gran­de ist das wie­der in unser Bewusst­sein gerückt. Vie­le erle­ben es selbst vor der eige­nen Haus­tür: Wer eine Immo­bi­lie kau­fen möch­te, muss fast dop­pelt so tief die Tasche grei­fen wie vor 15 Jah­ren: Mit his­to­risch güns­ti­gen Zin­sen explo­die­ren Nach­fra­ge und Prei­se. Infla­ti­ons­sor­gen befeu­ern das Geschäft zusätz­lich. Doch was tun? Kau­fen? Mieten?

Cathie Wood: Prophetin des Wandels

Ihre Kar­rie­re begann als “klei­ner Hund unterm Tisch, der nach Krü­meln schnappt”. So beschrieb Cathie Wood ein­mal das prä­gen­de Erleb­nis ihrer frü­hen Kar­rie­re. Es war Mit­te der 80er, Wood hat­te sich nach ihrem Wirt­schafts­stu­di­um ers­te Spo­ren als Öko­no­min ver­dient, nun arbei­te­te sie als Akti­en­ana­lys­tin beim US-Ver­mö­gens­ver­wal­ter Jen­ni­son Asso­cia­tes. Die Toch­ter iri­scher Ein­wan­de­rer woll­te vor­an­kom­men in der Branche. 

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben