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Ins Eigentum: Das Fundament finanziert der Staat mit

2021-09-16T15:33:09+02:0016. September 2021|

Ein Dar­le­hen, das güns­ti­ger ist als üblich: Davon träumt, wer eige­ne vier Wän­de finan­zie­ren will. Aber wo gibt es das für’s Eigen­tum? Bei der staat­li­chen För­der­bank KfW! Cou­ra­ge-online ver­rät, wer davon pro­fi­tie­ren kann.

Von Gise­la Haberer

Für einen Kre­dit gerin­ge­re Zin­sen als markt­üb­lich zu ver­lan­gen, das ist sozu­sa­gen das Mar­ken­zei­chen der deut­schen Kre­dit­an­stalt für Wie­der­auf­bau (KfW). Sie hat eine gan­ze Rei­he von Kre­dit­pro­gram­men, mit denen Verbraucher:innen Kauf, Bau, Moder­ni­sie­rung oder Umbau von Wohn­ei­gen­tum finan­zie­ren kön­nen. Doch meist knüpft sie ihre Kre­dit­ver­ga­be an Bedin­gun­ge. Etwa einen beson­ders hohen Ener­gie­stan­dard, Schutz vor Ein­brü­chen oder Bar­rie­re­frei­heit. Anders bei ihren Wohn­ei­gen­tums­pro­gram­men. Hier lau­tet die Auf­la­ge nur: Ab ins Eigen­tum. Die Immo­bi­lie muss selbst genutzt oder Ange­hö­ri­gen miet­frei über­las­sen werden.

Ein Fundament, auf das man aufbauen kann

Pro Wohn­ein­heit gibt es bis zu 100.000 Euro zins­güns­ti­gem Kre­dit, etwa für ein Eigen­heim oder eine Eigen­tums­woh­nung. In der Regel ist das nur das Fun­da­ment einer Finan­zie­rung. Aktu­ell neh­men Käufer:innen von Immo­bi­li­en durch­schnitt­lich Dar­le­hen über 330.000 Euro auf. Das Wohn­ei­gen­tums­pro­gramm lässt sich aber mit ande­ren öffent­li­chen För­der­mit­teln aus Kre­di­ten, Zula­gen und Zuschüs­sen kom­bi­nie­ren. Dar­un­ter etwa die KfW-Pro­gram­me zum ener­gie­ef­fi­zi­en­ten Bau­en oder Sanie­ren sowie zum bar­rie­re­frei­en Umbau.

Eigentum: Gemeinsam statt einsam wohnen

Geför­dert wer­den auch gemein­sa­me Wohn­pro­jek­te. Bau­ge­mein­schaf­ten und Wohn­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten kön­nen für jede ihrer Wohn­ein­hei­ten einen Kre­dit über 100.000 Euro bean­tra­gen. Mit­glie­der von Gemein­schaf­ten nut­zen wie Pri­vat­per­so­nen das KfW-Wohn­ei­gen­tums­pro­gramm 124. Wohn(bau)genossenschaften wer­den über das Pro­gramm 134 geför­dert. Um Mit­glied einer Genos­sen­schaft zu wer­den, erwirbt man Antei­le an die­ser Genos­sen­schaft erwer­ben. Die­ser Kauf wird mit einem zins­güns­ti­gen Kre­dit bis zu 50.000 Euro gefördert.

Das wird gefördert 

Der Staat will Wohn­ei­gen­tum ermög­li­chen. Dar­um erhal­ten den öffent­lich geför­der­ten Kre­dit vor­ran­gig Men­schen, die Wohn­raum bau­en oder kau­fen und selbst dar­in woh­nen wol­len. Geför­dert wird aber auch die miet­freie Über­las­sung von Wohn­raum an nahe Ange­hö­ri­ge. För­der­fä­hig sind zum Bei­spiel eine Woh­nung am Stu­di­en­ort des Kin­des, eine bar­rie­re­freie Woh­nung für die Eltern, der Bau eines Hau­ses für die Kin­der auf dem Grund­stück der Eltern sowie der Aus­bau des Dach­ge­schos­ses im Eltern­haus zur eigen­stän­di­gen Wohnung.

Das wird nicht gefördert 

Wer bereits Wohn­ei­gen­tum hat, kann von die­sen Pro­gram­men nicht pro­fi­tie­ren. Damit lässt sich also weder ein Anbau noch eine Zweit-Woh­nung finan­zie­ren, etwa ein Feri­en­do­mi­zil. Aus­ge­schlos­sen sind auch Umschul­dun­gen oder Nach­fi­nan­zie­run­gen. Sowie der Erwerb von Flä­chen, die ver­mie­tet oder gewerb­lich genutzt sind.

Wo lie­gen die Nachteile?

Wäh­rend der Lauf­zeit des Kre­dits sind kei­ne Son­der­til­gun­gen mög­lich. Aber jeg­li­cher Rest eines Dar­le­hens darf vor­zei­tig auf einen Schlag begli­chen wer­den. Dafür ver­langt die KfW – wie ande­re Kre­dit­in­sti­tu­te auch – eine Ent­schä­di­gung für ent­gan­ge­ne Zins­zah­lun­gen. Die­se soge­nann­te Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung lässt sich aber nach zehn Jah­ren Lauf­zeit umge­hen. Denn nach zehn Jah­ren dür­fen Immo­bi­li­en­kre­di­te grund­sätz­lich gekün­digt wer­den. Nach der Kün­di­gung des Ver­trags darf das Dar­le­hen auf einen Schlag begli­chen wer­den – ohne Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung. Wer also viel erbt oder mehr ver­dient als erwar­tet, kann sei­ne Schul­den even­tu­ell frü­her kos­ten­güns­tig los sein.

Wo lie­gen die Vorteile? 

Die Zin­sen sind güns­ti­ger als bank­üb­lich. In der Regel ergänzt der KfW-Kre­dit ein umfang­rei­che­res Dar­le­hen einer ande­ren Bank. Im Grund­buch wird der KfW-Kre­dit daher als nach­ran­gig ein­ge­tra­gen. Im Gegen­satz zu ande­ren Ban­ken berech­net die KfW aber kei­ne Zin­sen für die­se nach­ran­gi­ge Besi­che­rung. KfW-Kre­di­te sind zudem bis zu 36 Mona­te abruf­bar – kom­plett oder in Tei­len. Für die­se Bereit­stel­lung des Dar­le­hens ver­langt die KfW erst ab dem 13. Monat nach ihrer Zusa­ge Zin­sen von 0,15 Pro­zent im Monat. Dies ist deut­lich spä­ter und deut­lich gerin­ger als bei ande­ren Kre­dit­in­sti­tu­ten. Es kann also güns­ti­ger sein, zuerst das Bank­dar­le­hen abzu­ru­fen und erst danach das KfW-Dar­le­hen. Wei­te­rer Vor­teil ist die Kom­bi­nier­bar­keit mit ande­ren Förderungen.

Wo wird der KfW-Kredit beantragt?

Bei der KfW kann man nicht direkt Kun­de oder Kun­din wer­den. Wer eine Immo­bi­lie bau­en oder kau­fen will, sucht sich erst einen Finan­zie­rungs­part­ner. Vor Ort oder online. Die Bank oder Spar­kas­se, bei der das Haupt­dar­le­hen für die Immo­bi­lie auf­ge­nom­men wur­de, bean­tragt dann bei der KfW einen oder meh­re­re (kom­bi­nier­ba­re) Kre­di­te. Aller­dings sind Ban­ken nicht ver­pflich­tet, mit der KfW zusam­men­zu­ar­bei­ten. Wer also einen KfW-Kre­dit möch­te, sucht am bes­ten gezielt ein Insti­tut, das bereit ist, Anträ­ge an die KfW zu stellen.

Wei­te­re öffent­li­che För­de­run­gen für Wohneigentum

Auf den Traum von eige­nen vier Wän­den lässt sich früh­zei­tig mit staat­li­cher Hil­fe spa­ren. Etwa über die Zula­gen und Steu­er­vor­tei­le des „Wohn-Ries­ters“, über die Wohn­bau­prä­mie oder die Arbeit­neh­mer­spar­zu­la­ge auf einen Bau­spar­ver­trag. Kre­di­te aus dem KfW-Wohn­ei­gen­tums­pro­gramm sind sowohl mit bestimm­ten ande­ren KfW-Kre­di­ten kom­bi­nier­bar als auch mit För­der­kre­di­ten ein­zel­ner Bun­des­län­der. Zusätz­lich sind Zuschüs­se, etwa von der KfW und vom Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) mög­lich.

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