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Hermès-Taschen: Vom Schutzschild zum Schmuckstück

2021-09-13T08:42:29+02:0011. September 2021|

Die nach den Film­stars Grace Kel­ly und Jane Bir­kin benann­ten Her­mès-Taschen gel­ten als zeit­lo­se, wert­be­stän­di­ge Klassiker.

Hermès-Taschen als Kultstatus

Dass Taschen von Her­mès einen so über­ra­gen­den Erfolg haben wür­den, war in den 30er-Jah­ren über­haupt nicht abzu­se­hen. Bereits 1935 hat­te Her­mès den „Sac à Dépêches“ ent­wi­ckelt, eine tra­pez­för­mi­ge ele­gan­te Damen­ta­sche mit Rie­men, die in den ers­ten bei­den Jahr­zehn­ten nach der Markt­ein­füh­rung weit davon ent­fernt war, sich zu einem Ver­kaufs­schla­ger zu ent­wi­ckeln. Dies änder­te sich abrupt, als Hol­ly­wood­star Grace Kel­ly 1956 am Tag ihrer Ver­lo­bung mit Fürst Rai­nier von Mona­co die Tasche wie einen Schutz­schild vor ihrem Bauch trug. Denn sie woll­te mit ihr die ers­ten Run­dun­gen ihrer Schwan­ger­schaft ver­ste­cken. Das Foto erschien auf dem Titel­blatt des US-Maga­zins „Life“, die Tasche erreich­te Kult­sta­tus. Von nun an wur­de sie „Kel­ly Bag“ genannt.

Bis heu­te steht die Kel­ly Bag für feins­te fran­zö­si­sche Hand­werks­kunst. Jedes Exem­plar wird von Hand gefer­tigt: 36 Ele­men­te wer­den mit 680 Sti­chen zusam­men­ge­näht und anschlie­ßend mit 16 klei­nen Nägeln, einem Schloss, einer Über­schlag­klap­pe und einem Schlüs­se­l­etui ver­se­hen. In der klas­si­schen Vari­an­te wird die Tasche aus Leder gefer­tigt, das bestimmt auch ihren Preis. Neu kos­tet sie zwi­schen 4500 und 85 000 Euro. Hei­mi­sche Leder­ar­ten sind deut­lich güns­ti­ger als exo­ti­sches Leder vom Büf­fel, Hai, Kro­ko­dil oder von Schlan­gen. Die bis­her teu­ers­te Kel­ly Bag wur­de in einer Auk­ti­on für 125 000 Dol­lar versteigert.

Birkin Bag: Mit Gekritzel zum Klassiker

In den 80er-Jah­ren kam ein wei­te­res exklu­si­ves Acces­soire von Her­mès auf den Markt, das die Her­zen mode­be­wuss­ter Frau­en im Sturm erober­te. Die zwi­schen 8000 und 150 000 Dol­lar teu­re Bir­kin Bag. Benannt ist sie nach der bri­ti­schen Schau­spie­le­rin und Sän­ge­rin Jane Bir­kin. Zufäl­lig saß die­se auf einem Flug von Paris nach Lon­don neben dem dama­li­gen Her­mès-Geschäfts­füh­rer Jean-Lou­is Dumas. Der Legen­de nach ließ sie ihre Hand­ta­sche fal­len, wor­auf­hin sich der Inhalt auf dem Boden ver­teil­te und die Schau­spie­le­rin damit hader­te, dass es kei­ne geräu­mi­ge Damen­hand­ta­sche gebe, die den Bedürf­nis­sen einer jun­gen Mut­ter ent­spre­che. Dumas stell­te sich vor. Und noch wäh­rend des Flu­ges krit­zel­ten sie Ideen auf Ser­vi­et­ten, die spä­ter mit der Bir­kin Bag ver­wirk­licht wur­den. Ein Klas­si­ker war geboren.

Bis heu­te schmü­cken sich Stars und Pro­mi­nen­te wie Cathe­ri­ne Deneuve, Chris­ti­ne Lagar­de, Kate Moss, Madon­na, Bey­on­cé, Lady Gaga oder Kim Kar­da­shi­an mit Bir­kin Bags. Vic­to­ria Beck­ham soll eine gan­ze Kol­lek­ti­on besit­zen, die über zwei Mil­lio­nen Dol­lar wert ist. Hol­ly­wood-Diva Jen­ni­fer Lopez nennt eini­ge Her­mès-Taschen ihr Eigen. Ende 2020 wur­de sie auf dem Weg ins Fit­ness­stu­dio mit einer Bir­kin Bag aus Kro­ko­dil­le­der für 100 000 Dol­lar am Arm gesichtet.

Grace Kelly versteckt ihren Schwangerschaftsbauch hinter einer Kelly Bag

Grace Kel­ly ver­steckt ihren Schwan­ger­schafts­bauch hin­ter einer Kel­ly Bag © Howard Sochurek/The LIFE Pic­tu­re Collec­tion via Get­ty Images

Wie die Kel­ly Bag wird jede Bir­kin Bag in Frank­reich in Hand­ar­beit gefer­tigt. Rund 20 Stun­den braucht ein Täsch­ner. Für Kun­din­nen kann die War­te­zeit Jah­re betra­gen. Her­mès-Bou­ti­quen füh­ren lan­ge War­te­lis­ten. Auch wegen der Knapp­heit steigt der Wert jedes Jahr um mehr als zehn Prozent.

Tipps für Sammler:innen

Selbst wer dicke Taschen hat, muss sich Jah­re gedul­den, um eine Kel­ly Bag oder Bir­kin Bag zu ergat­tern. Die War­te­lis­ten sind ellen­lang. Sogar die Pres­se­ab­tei­lung von Her­mès lässt aus­rich­ten, bit­te doch nicht zu viel Wer­bung zu betrei­ben, die Nach­fra­ge sei schon jetzt immens. Wer nicht genü­gend Sitz­fleisch mit­bringt, kann sich eine gebrauch­te Bag am Zweit­markt zule­gen, die aller­dings oft mehr kos­tet als eine neue.

Vor­sicht: Her­mès-Taschen zu Schnäpp­chen­prei­sen im Inter­net oder auf aus­län­di­schen Märk­ten sind mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit Fäl­schun­gen. Es sei denn, sie befin­den sich in einem wirk­lich jäm­mer­li­chen Zustand.

MH/PEB/TS/JEC

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