• Gerade in Beziehungen sollte über Geld offen gesprochen werden - da sind sich die Befragten einig, ©Wayhome Studio - stock.adobe.com

Geld und Finanzen in Beziehungen: Wichtiges Gesprächsthema?

2022-06-15T12:33:56+02:0015. Juni 2022|
„Über Geld spricht man nicht“ – Die­ses Sprich­wort gilt offen­sicht­lich nicht für Bezie­hun­gen. Zu die­sem Ergeb­nis kommt eine reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge des Finanz­be­ra­tungs­un­ter­neh­mens Swiss Life Select, bei der im März 2022 mehr als 2.000 Men­schen durch das Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tut You­Gov befragt wur­den. 88 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land geben an, dass inner­halb einer Bezie­hung offen über Finan­zen gespro­chen wer­den sollte. 

Gesprächs­be­darf gibt es vor allem bei den monat­li­chen Fix­kos­ten: 61 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land hal­ten es für wich­tig, sich mit der Part­ne­rin bzw. dem Part­ner über die monat­lich anfal­len­den Kos­ten aus­zu­tau­schen. Rund jede zwei­te Per­son (53 Pro­zent) fin­det, dass über Kre­di­te oder Schul­den offen gespro­chen wer­den soll­te. Auch wenn in Deutsch­land über das genaue Gehalt oft ein Geheim­nis gemacht wird, trifft das schein­bar nicht auf Bezie­hun­gen zu. 44 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land wün­schen sich Klar­heit über das monat­lich ver­füg­ba­re Net­to­ein­kom­men ihrer Part­ne­rin und ihres Part­ners. Die Liqui­di­tät des jewei­li­gen Gegen­übers inter­es­siert die Men­schen eben­falls. So will mehr als ein Drit­tel (36 Pro­zent) der befrag­ten Per­so­nen offen dar­über spre­chen, wie hoch die aktu­el­le Sum­me auf dem Giro­kon­to der Part­ne­rin bzw. des Part­ners ist.

Altersversorgung ist kein Thema? Nur ein Drittel möchte in der Beziehung über Altersrente sprechen

Anders sieht es schon beim The­ma Alters­ren­te aus. Vie­le Part­ner­schaf­ten träu­men zwar von einer gemein­sa­men Zukunft bis ans Ende ihrer Lebens­zeit. Doch hier­bei spie­len offen­sicht­lich mehr die Gefüh­le eine Rol­le als die finan­zi­el­le Vor­sor­ge­pla­nung. Ledig­lich 31 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land möch­ten wis­sen, wel­che Maß­nah­men zur Alters­vor­sor­ge die Part­ne­rin bzw. der Part­ner bereits getrof­fen hat. Dazu zählt eben­falls, ob Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge bereits für das Alter der Partnerin/ des Part­ners vor­ge­sorgt haben. „Natür­lich muss man selbst ent­schei­den, wie trans­pa­rent man über Finan­zen und Vor­sor­ge spre­chen möch­te. Doch wer dar­über regel­mä­ßig spricht, bekommt auch selbst ein Bewusst­sein für den eige­nen Vor­sor­ge­be­darf und han­delt. Dabei hat die Vor­sor­ge fürs Alter häu­fig eine viel grö­ße­re Bedeu­tung als die aktu­el­le Finanz­la­ge“, sagt Ste­fan Kuehl, Geschäfts­füh­rer der Finanz­be­ra­tung Swiss Life Select.

Wenn es um Vor­sor­ge- und Absi­che­rung geht, sind bei den Befrag­ten vor allem Immo­bi­li­en und Sach­wer­te als Kapi­tal­an­la­ge im Fokus des Inter­es­ses. 27 Pro­zent möch­ten wis­sen, über wel­che Kapi­tal­an­la­gen der/die Part­ner/-in ver­fügt. Ob eine Erb­schaft gemacht wur­de, ist nur noch für 15 Pro­zent inter­es­sant. Fonds­ba­sier­te Ren­ten­ver­si­che­run­gen oder ob und in wel­che ETF-Spar­plä­ne und Akti­en hin­ge­gen inves­tiert wird, inter­es­sie­ren 18 Prozent.

Für jede fünf­te befrag­te Per­son (21 Pro­zent) ist es wich­tig, sich mit der Partnerin/ dem Part­ner offen über Risi­ko­ver­si­che­run­gen wie bei­spiels­wei­se eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung zu unterhalten.

16 Prozent der Deutschen befürchten Streit in der Beziehung

Aber was hin­dert die Men­schen dar­an, in Part­ner­schaf­ten offen über Geldthe­men zu reden? Die Umfra­ge zeigt: es ist die Sor­ge vor Streit. So fürch­ten 16 Pro­zent der Befrag­ten, dass die­ses The­ma Zwist und Clinch aus­lö­sen kann und den Bezie­hungs­frie­den stört. Neun Pro­zent hin­ge­gen sagen, sie spre­chen aus Unkennt­nis nicht dar­über und sechs Pro­zent haben schlicht kei­ne Lust. Genau­so vie­le haben die Befürch­tung, wohl­mög­lich danach ihre Finan­zen tei­len zu müs­sen und dann selbst weni­ger finan­zi­el­le Mit­tel zur Ver­fü­gung zu haben. Jeweils fünf Pro­zent ver­mei­den das The­ma aus Sor­ge vor Neid und befürch­ten, sich bloß­zu­stel­len, weil sie ver­meint­lich selbst weni­ger über Finan­zen wis­sen als der/die Part­ner/-in. Ein Groß­teil aller­dings mit 47 Pro­zent sieht eigent­lich kei­ner­lei Grün­de, nicht über Finan­zen zu reden.

Finanzen zusammenlegen, ja oder nein?

Eine gemein­sa­me Haus­halts­kas­se und Vor­sor­ge­pla­nung? Die Men­schen in Deutsch­land sind hier geteil­ter Mei­nung. Für ein Drit­tel (29 Pro­zent) der befrag­ten Per­so­nen sind gemein­sa­me Finan­zen ein kla­res Muss. Sie wol­len ihre Finan­zen vor allem dann zusam­men­le­gen, sobald ein Kind da ist (22 Pro­zent), eine Woh­nung geteilt wird (20 Pro­zent) oder ab dem Zeit­punkt einer Ver­lo­bung (18 Prozent).

Für 28 Pro­zent hin­ge­gen, blei­ben die Finan­zen grund­sätz­lich außen vor einer Bezie­hung. Der größ­te Anteil der Befrag­ten (39 Pro­zent) ist der Über­zeu­gung, dass zwar offen über Finan­zen und Vor­sor­ge gespro­chen wer­den soll­te, aber die eige­ne Vor­sor­ge selbst­be­stimmt und indi­vi­du­ell getrof­fen wer­den muss. „Finan­zen sind für vie­le ein unlieb­sa­mes The­ma und den­noch ist es wich­tig, sich dar­über Gedan­ken zu machen und sich der eige­nen Vor­sor­ge anzu­neh­men. In unse­rer Finanz­be­ra­tung zum Bei­spiel gehen wir auf die jewei­li­ge Lebens­wirk­lich­keit, den Lebens­um­stän­den ein und unter­stüt­zen auf dem Weg zum eige­nen Finanz­plan und zur selbst­be­stimm­ten Vor­sor­ge­lö­sung“, so Swiss Life Select-Chef Kuehl. Und abschlie­ßend: „Eine Bezie­hung ist nie eine Alters­ver­sor­gung, aber die eige­ne Vor­sor­ge soll­te eine Bezie­hung fürs Leben dar­stel­len und die will früh begon­nen werden.

Die ver­wen­de­ten Daten beru­hen auf einer durch Swiss Life Select beauf­trag­ten Online-Umfra­ge der You­Gov Deutsch­land GmbH, an der 2.047 Per­so­nen im März 2022 teil­nah­men. Die Ergeb­nis­se wur­den gewich­tet und sind reprä­sen­ta­tiv für die deut­sche Bevöl­ke­rung ab 18 Jahren.

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