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  • Maria Beasley hat unter anderem die Rettungsinsel erfunden.

Erfinderinnen: Maria Beasley und die Menschen in Seenot

2022-07-18T09:06:29+02:0017. Juli 2022|

Maria Beas­ley stamm­te aus den USA und sann immer wie­der über ihre Ideen und Erfin­dun­gen nach. 1880 bekam sie das Patent für ihre wich­tigs­te, wenn auch nicht lukra­tivs­te Erfin­dung: die Rettungsinsel. 

Von Mat­thi­as Lauerer

Wir alle ken­nen die Geschich­te des Luxus­schiffs „Tita­nic“. Auf­ge­bro­chen unter der Prä­mis­se des Fort­schritts und der enor­men Hoff­nun­gen für die Men­schen an Bord, die auf dem neu­en Schiff in die neue Welt auf­bra­chen. Dann folg­te die Kata­stro­phe und vie­le Men­schen fan­den im kal­ten Was­ser den Tod. Was kaum bekannt ist: Das Schiff war mit etwas aus­ge­rüs­tet, was eine Frau erfun­den hat­te. Deren Name: Maria Beas­ley. Sie ersann die ers­te Ret­tungs­in­sel, die auch auf der „Tita­nic“ im Ein­satz waren.   

Was war neu?

Mari­as Ret­tungs­in­sel, die 1880 paten­tiert wur­de, ver­füg­te über Gelän­der und recht­ecki­ge Metall­schwim­mer – im Gegen­satz zu den übli­chen Flö­ßen mit hoh­len Rohr­schwim­mern und ohne Sicher­heits­ge­län­der. Denn die gin­gen mit den eigent­lich Geret­te­ten ger­ne mal unter. Durch die ver­än­der­te Form der Schwim­mer ließ sich Mari­as Floß leich­ter zusam­men- und aus­ein­an­der­klap­pen, um es zu benut­zen und zu lagern selbst mit den zusätz­li­chen Gelän­dern. Aus­ein­an­der­ge­klappt ergab sich dann eine mit Schar­nie­ren ver­se­he­ne Platt­form, die Leben ret­te­te.  

Vier Rettungsinseln für die „Titanic“

Auf der Web­sei­te des „St. Marys Col­le­ge“ heißt es über sie: „Vier von Beas­leys falt­ba­ren Ret­tungs­in­seln wur­den auf der ´Tita­nic´ ein­ge­setzt. Jede von ihnen bot Platz für 47 Men­schen und benö­tig­te weni­ger Platz als her­kömm­li­che höl­zer­ne Ret­tungs­boo­te.“ Wei­ter heißt es: „Die Kon­zep­te der Leit­plan­ken und der redu­zier­ten Grö­ße für die Lage­rung ver­wen­det man noch heu­te.“ 

Erfolgreiche Erfinderin

Im Buch: „Mothers and Daugh­ters of Inven­ti­on. Notes for a revi­sed Histo­ry of Tech­no­lo­gy“ der Autorin Autumn Stan­ley heißt es über die Erfin­de­rin: „1865 hei­ra­te­te sie Samu­el Beas­ley und ließ sich 1900 als erwerbs­los in die ´Gel­ben Sei­ten´ ein­tra­gen. Erstaun­lich, lis­tet sie das Tele­fon­buch doch 1891 in Chi­ca­go als Erfin­de­rin.“ Und sie geht den zur dama­li­gen Zeit unge­wöhn­li­chen Weg und lässt ihre Ret­tungs­in­sel selbst in Groß­bri­tan­ni­en paten­tie­ren. 

Reich durch Patente

Über Mari­as Pri­vat­le­ben ist nicht viel mehr bekannt. Wir wis­sen, dass sie 1884 auf der „Cot­ton Cen­ten­ni­al Expo­si­ti­on“ in New Orleans eini­ge ihrer Erfin­dun­gen aus­stell­te, dar­un­ter eine ver­bes­ser­te Ver­si­on ihres paten­tier­ten Ret­tungs­flo­ßes. Und ja, sie ver­dien­te viel Geld mit ihren 14 Erfin­dun­gen. Dazu zähl­ten der Fuß­wär­mer, der Dampf­ge­ne­ra­tor und die „Ent­glei­sungs­schutz­vor­rich­tung für Züge“. Ihr Geld­brin­ger war eine Maschi­ne zur Her­stel­lung von Holz­fäs­sern. Die eig­ne­te sich sehr gut für die Wein­pro­duk­ti­on und die Kon­ser­vie­rung von Lebens­mit­teln und soll der Frau einen Bat­zen Geld ein­ge­bracht haben. Um es noch genau­er zu sagen: Damit ver­dien­te Beas­ley fast 20.000 Dol­lar im Jahr, was bei 220 Arbeits­ta­gen 90 US-Dol­lar täg­lich bedeu­te­te. Zum Ver­gleich: Der Lohn einer Arbei­te­rin lag damals für eine Schicht bei gut drei US-Dol­lar täg­lich. Umge­rech­net in den heu­ti­gen Geld­wert ent­sprä­chen die 20.000 Dol­lar von damals heu­te übri­gens 450.000 US-Dol­lar, wie es die „Iowa Sta­te Uni­ver­si­ty“ berech­ne­te. 

Berühmt und zu Wohlstand gekommen

Selbst den Jour­na­lis­ten der dama­li­gen Epo­che fiel das Schaf­fen von Maria Beas­ley auf. So schrieb der „Evening Star“ vor 123 Jah­ren, dass sie „mit der Maschi­ne ein klei­nes Ver­mö­gen gemacht hat“. Gemeint war der schlaue Ein­fall mit den Holz­fäs­sern. Und vor 121 Jah­ren notier­te der „Arkan­sas Demo­crat“, dass Beas­leys Maschi­ne „täg­lich 1.500 Fäs­ser“ pro­du­zier­te. 

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