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  • Josephine Garis Cochrane hat die erste funktionierende Spülmaschine erfunden, ©Lena Ivanova - stock.adobe.com

Erfinderinnen: Josephine Garis Cochrane und der automatisierte Abwasch

2022-11-07T10:15:50+01:006. November 2022|

Eine gro­ße Fei­er hin­ter­lässt viel schmut­zi­ges Geschirr, das es zu rei­ni­gen gilt. Doch wes­halb per Hand? So kommt einer jun­gen Frau die Idee mit dem Geschirrspüler.

Von Mat­thi­as Lauerer

Das US-Patent trägt die Num­mer: Nr. 355.139. Es stammt von einer Frau die am 8. März 1839 gebo­ren wur­de und am drit­ten August 1913 starb. Sie, die am Welt­frau­en­tag ins Leben fand, dach­te sich die eine gro­ße Hil­fe für alle aus, die sich in den Küchen der Welt mit Geschirr­ber­gen aus­ein­an­der­set­zen. Denn Coch­ra­ne ersann den ers­ten, funk­tio­nie­ren­den Geschirr­spü­ler. Und sie grün­de­te spä­ter die Garis-Coch­ran Dish-Washing Com­pa­ny, um ihn zu pro­du­zie­ren und zu vermarkten.

Mit 1.000 US-Dollar im Gepäck

Hin­ter­grund: „Nach dem Tod ihres Man­nes stand die Wit­we in den 1880er-Jah­ren vor einem Scher­ben­hau­fen. Mit 1.000 US-Dol­lar in der Tasche muss­te sie ihr Leben neu auf­stel­len. Sie war damit die ers­te Frau, die ein Patent auf eine tech­ni­sche Erfin­dung erhielt“, heißt es im Blog der Münch­ner Stadt­bi­blio­thek dazu.  

Gegen den Bruch in der Küche

Gebo­ren wird die Erfin­de­rin in Ohio und nach ihrem Umzug nach Illi­nois macht sie sich dar­an, eine Spül­vor­rich­tung zu ent­wer­fen. Grund dafür: Zu oft fin­det sie in ihrer Küche zer­bro­che­nes Geschirr nach dem Spül­gang per Hand. Von den Tech­nik­mu­se­en Deutsch­land heißt es hier­zu: „Die Haus­an­ge­stell­ten von Coch­ra­ne und ihrem Mann – ihr Mann war ein wohl­ha­ben­der Geschäfts­mann und das Ehe­paar hat­te dem­entspre­chend einen hohen Lebens­stan­dard – zer­bra­chen wäh­rend des Spü­lens häu­fig das wert­vol­le Kera­mik­ge­schirr. Nach eini­ger Zeit über­nahm Coch­ra­ne selbst den Abwasch, wur­de aller­dings der Arbeit schnell müde.“

Erfolg 1893 und 1949

Ihre Wun­der­ma­schi­ne stellt Jose­phi­ne auf der Welt­aus­stel­lung 1893 vor. Die Prä­sen­ta­ti­on wird ein vol­ler Erfolg. Doch schon im August 1913 stirbt die Frau und ihr Unter­neh­men wird von der Hobart Manu­fac­tu­ring Com­pa­ny auf­ge­kauft. Dort ent­wi­ckeln sie den Geschirr­spü­ler über mehr als drei Jahr­zehn­te tech­nisch wei­ter – und brin­gen ihn 1949 für Ver­brau­cher auf den Markt“, steht in der Natio­nalInven­tors Hall of Fame dazu. Doch erst Jah­re spä­ter setz­ten sich die Geschirr­spü­ler welt­weit durch, weil es erst dann Warm­was­ser in den Haus­hal­ten gibt und gut wirk­sa­me Spül­mit­tel.  

Wer gewinnt den Wettstreit

In Deutsch­land dau­ert es bis in die 1980er-Jah­re, bis wir den Hand­ab­wasch auf­ge­ben. Bis heu­te tobt die Dis­kus­si­on, was denn nun wohl bes­ser für die Umwelt sei. Laut Geo ist die­se Fra­ge geklärt: „2011 erschien eine Stu­die der Bon­ner Uni. Ergeb­nis: Geschirr­spü­ler schlägt Mensch. Durch­schnitt­lich 50 Pro­zent Was­ser lie­ßen sich gegen­über dem Hand­ab­wasch ein­spa­ren – und 28 Pro­zent des Stroms.“ Seit­dem hat sich die Tech­no­lo­gie deut­lich wei­ter­ent­wi­ckelt.  

Sie war nicht die Erste 

So heißt es von den „Tech­nik­mu­se­en Deutsch­land“: „Zwar hat­te Joel Houghton 1850 bereits das ers­te Gerät die­ser Art paten­tiert, doch sei­ne Model­le funk­tio­nier­ten nur unzu­rei­chend und waren dem­nach nicht all­tags­taug­lich. Der Grund für Coch­rans Erfin­dung, von der sie nicht ahn­te, dass sie bahn­bre­chend wer­de: Coch­ra­nes Pro­to­typ war aus heu­ti­ger Sicht sim­pel. So bestand der ers­te Geschirr­spü­ler aus einem Rad, das flach in einem Kup­fer­kes­sel lag. Das Rad wur­de anfangs per Hand spä­ter von einem Motor ange­trie­ben, wäh­rend das Geschirr mit hei­ßem Sei­fen­was­ser bespritzt wur­de. 

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