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    Freibeträge, ©Aleksandar Nakic/iStock

Einkommen der Eltern: teils reserviert für Kinder

2021-11-05T13:11:04+01:005. November 2021|

Kin­der haben Grund­be­dürf­nis­se – wie jeder Mensch. Deren Erfül­lung sichert der Staat ab: Dafür stellt er Ein­kom­men der Eltern ein Stück weit steu­er­frei. Wie das funk­tio­niert, erklärt courage-online.de.

Von Gise­la Haberer

Frei­be­trag – das klingt wie Frei­bier oder Frei­zeit: Es wirkt auch ähn­lich ange­nehm. Ein­kom­men, das unter einen Frei­be­trag fällt, wird nicht besteu­ert. Denn Frei­be­trä­ge sol­len sicher­stel­len, dass Steu­er­pflich­ti­gen zumin­dest das Exis­tenz­mi­ni­mum zur Ver­fü­gung steht: Erwach­se­nen wie Kindern.

Freibeträge für Erwachsene ohne und mit Kindern

Für Erwach­se­ne gibt es einen Grund­frei­be­trag. Die­ser wird jähr­lich ange­passt. 2021 liegt er bei 9.744 Euro im Jahr. Das heißt: Ledi­ge Berufs­tä­ti­ge zah­len für Jah­res­ein­kom­men bis zu die­ser Höhe kei­nen Cent Steu­er. Für Ehe­paa­re, die ihr Ein­kom­men gemein­sam ver­steu­ern, gilt der dop­pel­te Grund­frei­be­trag von 19.488 Euro im Jahr. Für Allein­er­zie­hen­de gibt es zudem einen soge­nann­ten Ent­las­tungs­be­trag. Die­ser wur­de dau­er­haft auf 4.008 Euro erhöht. Für Kin­der gibt es drei ver­schie­de­ne Frei­be­trä­ge. 

Freibetrag für Kinder

Für jedes Kind, für das Anspruch auf Kin­der­geld besteht, gibt es den Kin­der­frei­be­trag. Die­ser liegt 2021 bei 5.460 Euro. Wer­den Eltern ein­zeln steu­er­lich ver­an­lagt, steht jedem Eltern­teil der hal­be Kin­der­frei­be­trag von 2.730 Euro zu. In bestimm­ten Fäl­len hat ein Eltern­teil Anspruch auf den vol­len Kin­der­frei­be­trag: etwa, wenn der ande­re Eltern­teil im Aus­land lebt, nicht auf­find­bar oder unbe­kannt ist. Stirbt ein Eltern­teil, bekommt der Über­le­ben­de ab dem Ster­be­mo­nat den vol­len Kin­der­frei­be­trag. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob die Eltern zuvor ver­hei­ra­tet waren oder nicht.

Erziehungsfreibetrag

Auch der Auf­wand der Eltern für Betreu­ung, Erzie­hung und Aus­bil­dung ihres Kin­des wird steu­er­lich frei­ge­stellt. Für die­sen Frei­be­trag sind ver­schie­de­ne Bezeich­nun­gen üblich: „Bedarfs­frei­be­trag“, „Erzie­hungs­frei­be­trag“, „BEA-Frei­be­trag“ oder – aus­ge­schrie­ben – „Frei­be­trag für den Betreu­ungs- und Erzie­hungs- oder Aus­bil­dungs­be­darf“. 2021 liegt die­ser bei 2.928 Euro. Er wird für jedes Kind gewährt, für das auch Anspruch auf den Kin­der­frei­be­trag besteht. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob tat­säch­lich Kos­ten in die­ser Höhe ange­fal­len sind. Wie den Kin­der­frei­be­trag kön­nen Eltern auch die­sen Frei­be­trag bei gemein­sa­mer Ver­an­la­gung in vol­ler Höhe oder bei Ein­zel­ver­an­la­gung jeweils hälf­tig erhalten.

Existenzminimum von Kindern: Steuerfrei!

Kin­der­frei­be­trag und Erzie­hungs­frei­be­trag sol­len sicher­stel­len, dass das Exis­tenz­mi­ni­mum eines Kin­des nicht besteu­ert wird: ins­ge­samt 8.388 Euro im Jahr.

Das Kin­der­geld ist qua­si eine Vor­aus­zah­lung auf die­se bei­den Frei­be­trä­ge. Rei­chen Eltern bei ihrer Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung die „Anla­ge Kind“ mit ein, prüft das Finanz­amt auto­ma­tisch, was für die Eltern steu­er­lich güns­ti­ger ist: Kin­der­geld oder Freibeträge.

Dafür fül­len Eltern bei ihrer Steu­er­erklä­rung für jedes Kind eine eige­ne „Anla­ge Kind“ aus. Denn der finan­zi­el­le Vor­teil wird für jedes Kind ein­zeln ermit­telt. Die soge­nann­te Güns­ti­ger­prü­fung beginnt immer beim Ältes­ten. Bei drei Kin­dern kann es zum Bei­spiel sein, dass für die bei­den Älte­ren Frei­be­trä­ge vom elter­li­chen Ein­kom­men abge­zo­gen wer­den, wäh­rend es für das Jüngs­te beim Kin­der­geld bleibt, etwa weil das Kin­der­geld ab dem drit­ten Kind höher ausfällt.

Freibeträge auch für Kinder im Ausland

Ein Aus­lands­auf­ent­halt bringt Erfah­run­gen und lässt Kin­der rei­fen. Daher ver­bringt so man­ches Kind wäh­rend Schul­zeit, Aus­bil­dung oder Stu­di­um eine Zeit im Aus­land, etwa bei Gast­fa­mi­li­en oder bei Ver­wand­ten. Eltern, die in Deutsch­land woh­nen, ste­hen auch dann die Frei­be­trä­ge für ihre Kin­der zu. Aller­dings rich­tet sich deren Höhe nach den Lebens­hal­tungs­kos­ten vor Ort. Je nach Auf­ent­halts­land ihrer Kin­der kön­nen Eltern die Frei­be­trä­ge in vol­ler Höhe, zu drei Vier­teln, zur Hälf­te oder nur zu einem Vier­tel ansetzen.

Ausbildungsfreibetrag

Für voll­jäh­ri­ge Kin­der in Berufs­aus­bil­dung, die nicht bei den Eltern woh­nen, gibt es den Aus­bil­dungs­frei­be­trag. Als Berufs­aus­bil­dung gilt jede Bil­dung, die auf einen Beruf vor­be­rei­tet, also schu­li­sche, beruf­li­che und uni­ver­si­tä­re Aus­bil­dung. Die­ser Frei­be­trag wird bei der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung in der „Anla­ge Kind“ bean­tragt. Für Kin­der, die einen eige­nen Haus­halt in Deutsch­land füh­ren, gibt es 924 Euro im Monat. Für Kin­der, die im Aus­land woh­nen, gibt es je nach Land zwi­schen 231 und 924 Euro im Monat. Tei­len sich Eltern die Kos­ten in unter­schied­li­cher Höhe, kön­nen sie den Frei­be­trag in einer gemein­sa­men Erklä­rung und der ent­spre­chen­den Ein­tra­gung in der Anla­ge Kind antei­lig aufteilen.

Steuerfrei, auch für Patchwork und Mehrgenerationenfamilien!

Leib­li­che Eltern kön­nen ihre Frei­be­trä­ge für Kin­der auch auf Stief- oder Groß­el­tern über­tra­gen: Wenn die­se die Kin­der in ihren Haus­halt auf­ge­nom­men haben und die leib­li­chen Eltern nicht für ihre Kin­der auf­kom­men kön­nen – etwa, weil sie kein Ein­kom­men haben. Dies geschieht bei der Steu­er­erklä­rung mit der „Anla­ge K“, nicht zu ver­wech­seln mit der „Anla­ge Kind“.

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