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  • Alibaba ist eine der wertvollsten Marken der Welt, ©xy - stock.adobe.com

Die wertvollsten Marken der Welt: Alibaba – Regulierungsdruck und Wettbewerb

2022-09-12T12:02:29+02:0012. September 2022|

Ali­b­a­ba steht wie kaum ein ande­res chi­ne­si­sches Unter­neh­men für unglaub­li­che Erfol­ge. Und die zeig­ten sich auch an der Bör­se. Doch in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren mach­te immer neu­er Regu­lie­rungs­druck das Wirt­schaf­ten für Ali­b­a­ba und Co schwe­rer. Und ließ Anleger:innen immer mal wie­der einen Bogen um die Aktie machen. 

Von Ant­je Erhard

Die größ­te B2B-Han­dels­platt­form welt­weit hat es in die Top 10 der wert­volls­ten Mar­ken der Welt geschafft. Die­ses Ran­king ermit­telt der Markt­for­scher Kan­t­ar in sei­ner jähr­li­chen Ana­ly­se Brand Z. Das Ergeb­nis: Apple ist die wert­volls­te Mar­ke der Welt mit rund 947,1 Mil­li­ar­den US-Dol­lar Mar­ken­wert. Dahin­ter fol­gen Goog­le und Ama­zon. Ali­b­a­ba ran­giert auf Platz 9 nach der sieb­ten Posi­ti­on im Vor­jahr. Das Markt­for­schungs­un­ter­neh­mens Kan­t­ar wer­tet jähr­lich mehr als 19.000 Mar­ken welt­weit aus, ana­ly­siert zugleich ihre Finanz­kenn­zah­len und befragt vier Mil­lio­nen Konsument:innen, ob die Unter­neh­men „mea­ning­ful“, „sali­ent“ und „dif­fe­rent“ sei­en. 

Lösung im Streit China-USA 

Gute Nach­rich­ten für Ali­b­a­ba kom­men aus den USA. Die USA und Chi­na haben eine Eini­gung erzielt, damit chi­ne­si­sche Akti­en auch in Zukunft in New York gelis­tet sein kön­nen. Vor­aus­ge­gan­gen war ein jah­re­lan­ger Streit um die Trans­pa­renz bzw. Intrans­pa­renz chi­ne­si­scher Unter­neh­men. Die USA droh­ten schließ­lich mit dem De-Lis­ting von rund 200 chi­ne­si­schen Unter­neh­men.  

Doch jetzt bahnt sich eine Lösung an: Das Public Com­pa­ny Accoun­ting Over­sight Board (PCAOB), das ist die Auf­sichts­be­hör­de über Wirt­schafts­prü­fer in den USA, soll direk­ten Zugang zu den Büchern und Prü­fungs­un­ter­la­gen der gelis­te­ten chi­ne­si­schen Unter­neh­men in den USA erhal­ten. Details sind noch unklar, die Ver­ein­ba­rung ist vor­läu­fig, doch die Akti­en zogen schon auf Grund die­ses Signals an.  

Alle bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men müs­sen in den USA ihre Prü­fungs­un­ter­la­gen dem PCAOB Über­prü­fung zugäng­lich machen. Das besagt das Sar­ba­nes-Oxley-Gesetz (das sind Vor­schrif­ten zur Com­pli­an­ce bei Bilan­zie­rungs- und Prü­fungs­re­geln von Unter­neh­men, die in den USA an der Bör­se gelis­tet sind). Dar­über hin­aus arbei­tet das Board mit mehr als 50 Län­dern zusam­men, um Prü­fun­gen von Unter­neh­men, die in den USA notiert sind, zu ermög­li­chen. Chi­na hat­te sich dem wegen natio­na­ler Sicher­heits­be­den­ken ver­schlos­sen. 

Erstes Quartal: Umsatz stagniert – das gab es seit Jahren nicht 

Doch das war es auch schon mit den posi­ti­ven Nach­rich­ten. Die jüngs­ten Ali­b­a­ba-Quar­tals­zah­len waren nicht so stark wie gewohnt. Die Erwar­tun­gen waren ohne­hin nied­rig, waren doch Metro­po­len wie Shang­hai von Ende März bis Mai im Lock­down. Den­noch hat Ali­b­a­ba das ers­te Quar­tal des neu­en Geschäfts­jah­res bes­ser als erwar­tet abge­schlos­sen. Jedoch zum ers­ten Mal, seit das Unter­neh­men bör­sen­no­tiert ist, gab es kei­ne Umsatz­stei­ge­rung. Der Umsatz sta­gnier­te im Jah­res­ver­gleich. Der Net­to­ge­winn brach um 30 Pro­zent ein. 

Nach wie vor ist das E‑Com­mer­ce-Geschäft in Chi­na das wich­tigs­te Seg­ment. Hier kom­men zwei Drit­tel vom Umsatz zusam­men. Und aus­ge­rech­net die­ses Seg­ment schrumpf­te im ers­ten Quar­tal 2023. Immer­hin brummt trotz Lock­downs der Groß­han­del, so dass ins­ge­samt zumin­dest die Umsät­ze nicht san­ken.  

Viel Kapital für noch mehr Aktien-Rückkäufe 

Trotz allem: Ali­b­a­ba hat unglaub­lich viel Kapi­tal. Ein Groß­teil soll für den Rück­kauf eige­ner Akti­en ver­wen­det wer­den. Das bis­he­ri­ge Bud­get dafür lag bei 15 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Inzwi­schen sind es 25 Mil­li­ar­den, die bis März 2024 für Akti­en-Rück­käu­fe genutzt wer­den sol­len. Die Aktie hat inner­halb eines Jah­res rund 40 Pro­zent an Wert ver­lo­ren. Hier­bei schlug nicht nur das dro­hen­de De-Lis­ting in den USA nega­tiv zu Buche. Schon zuvor hat­ten Beschrän­kun­gen im Hei­mat­markt durch die chi­ne­si­sche Regie­rung die Aktie belas­tet.  

Die Regie­rung will die Macht der gro­ßen Tech-Gigan­ten begren­zen und den Wett­be­werb im Land för­dern: Im Früh­jahr ver­gan­ge­nen Jah­res muss­te Ali­b­a­ba 2,3 Mil­li­ar­den Euro Stra­fe zah­len. Ali­b­a­ba habe sei­ne markt­be­herr­schen­de Posi­ti­on aus­ge­nutzt. Es war die bis­lang höchs­te Kar­tell­stra­fe gegen ein chi­ne­si­sches Inter­net-Unter­neh­men. Zuvor hat­te die Regie­rung den Bör­sen­gang der Finanz-Toch­ter Ant Group gestoppt. Es wäre der größ­te Bör­sen­gang aller Zei­ten gewor­den. 

Seit März erfor­dert ein neu­es Daten­schutz­ge­setz in Chi­na, dass die Unter­neh­men ihre Algo­rith­men trans­pa­ren­ter machen. Sie dür­fen zwar wei­ter Daten sam­meln, müs­sen den Kund:innen aber die Mög­lich­keit geben, das Sam­meln von Daten zu ver­hin­dern.  

Trotz aller Regu­la­ri­en und Hür­den sind die meis­ten Ana­lys­ten recht opti­mis­tisch. Ali­b­a­ba notiert der­zeit bei knapp 90 Euro. Die Kurs­zie­le rei­chen von 84 bis 253 Euro – 87 Pro­zent der Exper­ten haben die Aktie auf „kau­fen“, elf auf „hal­ten“, zwei auf „ver­kau­fen“. Aller­dings wur­den die Kurs­zie­le mit den regu­la­to­ri­schen Schwie­rig­kei­ten suk­zes­si­ve inner­halb der ver­gan­ge­nen zwei Jah­re immer wei­ter nach unten kor­ri­giert. 

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