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  • Es gibt ein paar Stellschrauben, mit denen du die Performance deiner Geldanlage verbessern kannst, ©insta_photos - stock.adobe.com

Dein Depot: Kleine Stellschrauben – Große Wirkung

2022-07-18T12:22:05+02:0018. Juli 2022|

Geld­an­la­ge an der Bör­se ist nie in Stein gemei­ßelt. Vor allem nicht bei lang­fris­ti­gem Inves­tie­ren. Es gibt ein paar Stell­schrau­ben, mit denen du die Per­for­mance erheb­lich ver­bes­sern kannst. 

Von Ant­je Erhard

Neh­men wir einen ein­fa­chen Fall an. Du hast 100 Euro monat­lich an der Bör­se inves­tiert. Dei­ne Ren­di­te beträgt nach Infla­ti­on sechs Pro­zent und du bist seit fünf Jah­ren dabei. Und du hast ohne Eigen­ka­pi­tal ange­fan­gen. Dann hast du bereits 6.000 Euro ein­ge­zahlt. Vor Steu­ern hast du nun 7.012 Euro zusam­men. (Quel­le: finanz­fluss) 

Neh­men wir an, Du willst lang­fris­tig anle­gen und planst auf 20 Jah­re. Das bedeu­tet: Über die Zeit zahlst du 24.000 Euro ein. Die Zin­sen machen fast noch­mal so viel aus: 22.435. Du hast am Ende der Lauf­zeit 46.435 Euro vor Steu­ern. (Da du ja meist nicht alles auf ein­mal ver­kaufst, son­dern womög­lich einen Aus­zahl­plan erstellst, fal­len auch die Kapi­tal­ertrags­steu­ern nicht auf ein­mal an).  

Nun gibt es aber ver­schie­de­ne Stell­schrau­ben, die erheb­li­chen Ein­fluss auf dein Invest­ment haben.  

Faktor 1: Die Zeitdauer

Neh­men wir an, du inves­tierst nicht 20 son­dern 30 Jah­re: Dann wür­dest du ins­ge­samt 36.000 Euro in dein Port­fo­lio ein­zah­len. Hät­test 64.954 Euro an Zin­sen und kämest auf ein Gesamt­ka­pi­tal von 100.954 Euro vor Steu­ern. Die zehn Jah­re mehr machen also mehr als das Dop­pel­te an der Gesamt­per­for­mance aus, wäh­rend du ledig­lich 12.000 Euro in zehn Jah­ren mehr ein­zahlst, wenn du einen Anla­ge­ho­ri­zont von 30 Jah­ren hast. 

Faktor 2: Die Sparrate

In unter­schied­li­chen Lebens­pha­sen haben wir unter­schied­lich viel Geld zur Ver­fü­gung. Das ist bei den meis­ten von uns wohl so. Vor allem als Berufseinsteiger:innen kön­nen die meis­ten noch nicht so viel zurück­le­gen. Aber hal­te dir vor Augen, wie viel es aus­macht, wenn du schon in jun­gen Jah­ren viel inves­tierst und geh es an: 

Wir machen aus den 100 Euro als Bei­spiel 125 Euro. Wie blei­ben bei sechs Pro­zent Ren­di­te. Wie­der ohne Eigen­ka­pi­tal. Schau­en wir, was dar­aus wird. Über fünf Jah­re zahlst du 7.500 Euro ein, hast 1.265 Euro vor Steu­ern an Zin­sen, gesamt 8.765 Euro. 

Über 20 Jah­re belau­fen sich dei­ne Ein­zah­lun­gen auf 30.000 Euro. Aber die Zin­sen machen fast genau­so viel aus: 28.044 Euro. Ins­ge­samt 58.044 Euro kom­men vor Steu­ern zusam­men. 

In 30 Jah­ren sind Ein­zah­lun­gen von 45.000 Euro im Depot und fast das Dop­pel­te an Zin­sen: 81.192 Euro. Ins­ge­samt also ein Kapi­tal von 126.192 Euro. 

Faktor 3: Die Kosten

Um die Kos­ten dei­ner Geld­an­la­ge zu sen­ken, musst du erst ein­mal wis­sen, was dich dei­ne Geld­an­la­ge kos­tet. Und da sind die Unter­schie­de zwi­schen den Anbie­tern groß. Bei lang­fris­ti­gen Invest­ments sind vor allem die jähr­li­chen Kos­ten das Pro­blem. Finanz­test hat eine Ein­mal­an­la­ge von 10.000 Euro bei vier Pro­zent Ren­di­te berech­net: So zahlst du bei 0,4 Pro­zent jähr­li­cher Kos­ten (die eigent­lich nur mit einem ETF zu machen sind) über zehn Jah­re rund 580 Euro an Kos­ten und über 30 Jah­re rund 3.670 Euro. Im Depot blei­ben dir 14.220 (zehn Jah­re) bzw. 28.760 Euro (30 Jah­re).  

Bei einem Fonds mit 1,9 Pro­zent Kos­ten sind über zehn Jah­re 2.580 Euro fäl­lig, du hast dann 12.220 Euro im Depot. In 30 Jah­ren fal­len die Gebüh­ren beson­ders ins Gewicht: Du hast nach 30 Jah­ren zwar 18.240 Euro Ver­mö­gen, aber dem ste­hen 14.190 Euro an Gebüh­ren gegen­über. 

Aber du kannst Abhilfe schaffen:

Dein Depot kannst du zum Bei­spiel zu einem güns­ti­ge­ren Anbie­ter umzie­hen – meist kriegst du dafür noch eine Prä­mie. Vieltra­der bekom­men güns­ti­ge­re Kon­di­tio­nen. Ande­rer­seits, wenn du auf häu­fi­ge Umschich­tun­gen ver­zich­test, sparst du Order­ge­büh­ren.  

Außer­dem macht es Sinn, die Ren­di­ten bei lang­fris­ti­gen Anla­gen etwa in Fonds oder ETFs zu ver­glei­chen: Die Ver­gan­gen­heit sagt zwar nichts über die Zukunft aus, aber ren­ta­ble­re Anla­gen machen lang­fris­tig einen enor­men Unter­schied.  

Fazit: Ein paar Stell­schrau­ben kön­nen dei­ne Geld­an­la­ge schnell opti­mie­ren. Das betrifft Kos­ten, Anla­ge­sum­me und Zeit. Vor allem lang­fris­tig macht sich das bezahlt. 

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