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Das müssen Sie jetzt zum Thema Kurzarbeit wissen

2022-11-02T10:49:34+01:001. November 2022|

Im Febru­ar 2021 erreich­te laut der Online-Platt­form Sta­tis­ta die Anzahl der Men­schen, die von Kurz­ar­beit betrof­fen waren, mit fast 3,8 Mil­lio­nen ihren Höchst­stand. Ein Jahr spä­ter, im Febru­ar 2022, waren es immer­hin noch etwas mehr als eine Mil­li­on. Kurz­ar­beit war vor allem im Gast­ge­wer­be an der Tages­ord­nung, aber auch in vie­len ande­re Bran­chen. Wer von Kurz­ar­beit betrof­fen ist, kann vom Staat Geld zum Aus­gleich erhal­ten. Das ist zunächst steu­er­frei, erhöht aber den per­sön­li­chen Steu­er­satz. Wir erklä­ren alle Details.

Ein Gast­bei­trag des Lohnsteuerhilfevereins

Kurzarbeitergeld: Die Rettung für Unternehmen während der Corona-Krise

Wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie wur­de das Kurz­ar­bei­ter­geld viel­fach genutzt, um Arbeits­plät­ze zu erhal­ten, die durch den plötz­li­chen Umsatz­ein­bruch gefähr­det waren. Die Bun­des­re­gie­rung hat­te dafür Erleich­te­run­gen beschlos­sen und Ver­bes­se­run­gen auf den Weg gebracht. Die­se gal­ten zunächst fast alle bis 30. Juni 2022.

Doch auf­grund des rus­si­schen Angriffs­kriegs auf die Ukrai­ne gibt es Rege­lun­gen, die noch auch dar­über hin­aus gel­ten. Dar­aus erge­ben sich erneut Vor­tei­le für Arbeit­ge­be­rin­nen und Arbeitgeber:

  • Bis­lang muss­ten 30 Pro­zent der Beschäf­tig­ten in einem Betrieb von einem Arbeits­aus­fall betrof­fen sein. Aktu­ell und geplant bis 31. Dezem­ber 2022 wird Kurz­ar­beit jedoch bereits aner­kannt, wenn min­des­tens zehn Pro­zent der Beschäf­tig­ten von einem Arbeits­aus­fall von über zehn Pro­zent betrof­fen sind.
  • Leiharbeitnehmer/innen kön­nen zeit­lich befris­tet wie­der Kurz­ar­bei­ter­geld erhal­ten. Ihr Anspruch gilt drei Mona­te – vom 1. Okto­ber bis 31. Dezem­ber 2022. Die Rege­lung zur Öff­nung des Kurz­ar­bei­ter­gel­des für sie war zuvor zum 30. Juni 2022 außer Kraft getreten.

Doch auch für Arbeitnehmer/innen ergeben sich Vorteile:

  • Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer sind der­zeit nicht ver­pflich­tet, die aus­ge­fal­le­ne Arbeits­zeit auf einem Arbeits­zeit­kon­to zu sam­meln („nega­ti­ves Arbeits­zeit­sal­do“ bzw. Minus­stun­den), bevor Kurz­ar­beit ermög­licht wird. Die­se Rege­lung bleibt vor­erst bestehen.
  • Bis zum 30. Juni 2023 wer­den alle Ein­künf­te aus einem 520-Euro-Mini­job nicht auf das Kurz­ar­bei­ter­geld ange­rech­net. Das heißt: Ein anrech­nungs­frei­er Hin­zu­ver­dienst bei Auf­nah­me eines Mini­jobs wäh­rend der Kurz­ar­beit ist mög­lich. Neben­be­schäf­ti­gun­gen und Mini­jobs, die vor dem Bezug des Kurz­ar­bei­ter­gelds auf­ge­nom­men wur­den, wer­den sowie­so nicht angerechnet.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld: So funktioniert es

Wenn in Ihrem Betrieb auf­grund wirt­schaft­li­cher Ursa­chen eine wöchent­li­che Arbeits­zeit­ver­kür­zung ein­tritt, kön­nen Arbeitgeber/innen bei der Bun­des­agen­tur für Arbeit einen Antrag auf kon­junk­tu­rel­les Kurz­ar­bei­ter­geld für ihre Mit­ar­bei­ten­den stel­len. Das heißt: Erfüllt der Betrieb bzw. der betref­fen­de Betriebs­teil die gesetz­li­chen Bestim­mun­gen, über­nimmt nach Beginn des Arbeits­aus­falls die Bun­des­agen­tur 60 Pro­zent des ent­gan­ge­nen Lohns. Bei Arbeit­neh­men­den mit Kind sind es 67 Pro­zent. Der gekürz­te Lohn plus Kurz­ar­bei­ter­geld wird dann vom Arbeit­ge­ber bzw. von der Arbeit­ge­be­rin aufs Kon­to über­wie­sen. Die gesetz­li­che Regel-Bezugs­dau­er für das kon­junk­tu­rel­le Kurz­ar­bei­ter­geld beträgt seit Janu­ar 2016 maxi­mal 12 Monate.

Ein Rechenbeispiel:

Sie sind kin­der­los und haben nor­ma­ler­wei­se einen Brut­to­ver­dienst von 2.500 Euro im Monat bei einer 40-Stun­den-Woche. Ihr Net­to­lohn liegt somit bei rund 1.725 Euro (ohne Kir­chen­steu­er). Nun bean­tragt Ihre Che­fin oder Ihr Chef für einen Monat Kurz­ar­beit und streicht die Hälf­te Ihrer Arbeits­zeit auf 20 Stun­den pro Woche. Ihr Brut­to­lohn sinkt damit auf 1.250 Euro. Abzüg­lich der Abga­ben ver­rin­gert sich dadurch Ihr Net­to­ge­halt auf rund 995 Euro. Die Agen­tur für Arbeit über­nimmt 60 Pro­zent des ent­gan­ge­nen Net­to­lohns, also in Ihrem Fall rund 440 Euro. Zusam­men kom­men Sie nun auf rund 1.435 Euro net­to. Dank Kurz­ar­bei­ter­geld ver­die­nen Sie net­to statt 730 Euro weni­ger nur 295 Euro weni­ger im Monat.

Nut­zen Sie jetzt auch den Kurz­ar­bei­ter­geld-Rech­ner der VLH.

Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei und wird in die Steuererklärung eingetragen

Alle For­men von Kurz­ar­bei­ter­geld sind steu­er­frei, denn sie wer­den durch die Bei­trä­ge zur Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung getra­gen. Sie unter­lie­gen aber dem steu­er­li­chen Pro­gres­si­ons­vor­be­halt. Das bedeu­tet: Die 440 Euro Kurz­ar­bei­ter­geld aus dem Rechen­bei­spiel sind für Sie steu­er­frei, erhö­hen aber Ihren per­sön­li­chen Steu­er­satz, mit dem Sie Ihr rest­li­ches Ein­kom­men ver­steu­ern müssen.

Wie bereits erwähnt, erhal­ten Sie das Kurz­ar­bei­ter­geld nicht von der Bun­des­agen­tur für Arbeit, son­dern bekom­men es von Ihrem Arbeit­ge­ber oder Ihrer Arbeit­ge­be­rin. Daher steht es auch auf Ihrer jähr­li­chen Lohn­steu­er­be­schei­ni­gung. Alle Lohn­er­satz­leis­tun­gen, die hier genannt sind, tra­gen Sie in Anla­ge N Ihrer Steu­er­erklä­rung ein. Dort ist eine Zei­le expli­zit für die Lohn­er­satz­leis­tun­gen wie bei­spiels­wei­se das Kurz­ar­bei­ter­geld, den Zuschuss zum Mut­ter­schafts­geld, Zuschlä­ge und Auf­sto­ckungs­bei­trä­ge ausgewiesen.

Wich­tig: Wenn Sie Lohn­er­satz­leis­tun­gen wie z. B. Kurz­ar­bei­ter­geld von mehr als 410 Euro im Jahr erhal­ten haben, besteht die Pflicht zur Abga­be einer Steuererklärung.

Sie wollen das Maximum aus Ihrer Steuererklärung rausholen? Mit der VLH gelingt das

Gön­nen Sie sich mehr Zeit, mehr Sicher­heit und mehr Lebens­qua­li­tät: Las­sen Sie Ihre Steu­er­erklä­rung von der VLH machen. Als Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein ist es die Kern­auf­ga­be der VLH, die Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung für Sie zu erstel­len und dabei das opti­ma­le Steu­er­ergeb­nis her­aus­zu­ho­len. Dabei nutzt die VLH für ihre Mit­glie­der alle Steu­er­vor­tei­le, stellt sämt­li­che Anträ­ge auf Steu­er­ermä­ßi­gun­gen und berät das gan­ze Jahr über zu Ein­kom­men­steu­er­fra­gen – und das bereits seit 50 Jahren.

So berech­net die VLH Ihre vor­aus­sicht­li­che Steu­er­rück­erstat­tung oder ‑nach­zah­lung, prüft den Steu­er­be­scheid und legt im Zwei­fel Ein­spruch ein. Es kommt zum Streit­fall vor dem Finanz­ge­richt? Die VLH küm­mert sich dar­um – ohne Zusatz­kos­ten. Sie zah­len ledig­lich einen jähr­li­chen Mit­glieds­bei­trag, der sich nach Ihren Jah­res­ein­nah­men richtet.

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