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Wann beginnt das Trennungsjahr?

2019-11-22T08:03:47+01:0018. November 2019|

Die gute Nachricht vor­weg: In Deutsch­land wer­den immer weniger Ehen geschieden. Für die Betrof­fe­nen ist die Tren­nung dadurch aber nicht weniger schlimm. Zu emo­tionalen gesellen sich schnell finanzielle Sor­gen. Nicht sel­ten endet eine Ehe in Stre­it und Chaos. In unser­er Serie „Schei­dungs-Rat­ge­ber“ bekommst du daher von unser­er Exper­tin, der Fam­i­lien­recht­lerin und Autorin Andrea Pey­erl, wertvolle Tipps zu deinen Recht­en und Pflicht­en im Fall der Schei­dung. Im zweit­en Teil erfährst du, was ein Tren­nungs­jahr ist und was du dabei beacht­en musst.

Von Andrea Pey­erl

Teil 2: Wann beginnt das Trennungsjahr?

Ein­er Tren­nung geht oft ein langer Lei­densweg voraus. Nicht sel­ten endet eine Beziehung, die mit Liebe begonnen hat­te, mit gegen­seit­i­gen Anschuldigun­gen und Vor­wür­fen. Manch­mal ist auch nicht ganz klar, ab welchem Zeit­punkt ein Paar genau getren­nt lebt. Dieser Zeit­punkt ist für den Unter­halt­sanspruch während des Getren­ntlebens und für den Beginn des Tren­nungs­jahres aber maßge­blich.

Bei Auszug beginnt das Trennungsjahr

Erst wenn Eheleute ein Jahr voneinan­der getren­nt leben, kann die Ehe geschieden wer­den. Per Def­i­n­i­tion leben Ehe­gat­ten dann getren­nt, wenn zwis­chen ihnen keine häus­liche Gemein­schaft mehr beste­ht. Die ein­deutig­ste Regelung ist hier der Auszug eines Ehep­art­ners aus der gemein­samen Woh­nung oder dem gemein­samen Haus.

Eine Aufhe­bung der häus­lichen Gemein­schaft liegt aber auch dann vor, wenn die Eheleute inner­halb der ehe­lichen Immo­bilie getren­nt leben. Entschei­dend ist, dass ein Ehep­art­ner die häus­liche Gemein­schaft und damit auch die ehe­liche Lebens­ge­mein­schaft ablehnt.

Dies muss nach außen hin und vor allem für den anderen Ehep­art­ner zweifels­frei erkennbar sein. Dazu gehört, dass die Lebens­bere­iche ab Beginn des Tren­nungs­jahres voll­ständig separi­ert sind. Das fängt bei getren­nten Schlafz­im­mern an und erstreckt sich bis hin zu ein­er Nutzungsregelung über die anderen Räum­lichkeit­en wie Küche und Wohnz­im­mer.

Trennung von „Tisch und Bett“ läutet ebenfalls das Trennungsjahr ein

Das Gesetz ver­langt die Tren­nung von „Tisch und Bett“. Wech­sel­seit­ige Ver­sorgungsleis­tun­gen aller Art sind im Tren­nungs­jahr somit auch einzustellen. Das bet­rifft neben allen Arbeit­en im Haushalt auch gemein­same Urlaube, gemein­same Mahlzeit­en. Selb­st gemein­same Freizeitak­tiv­itäten sind tabu.

Sofern also die Absicht beste­ht, sich vom Ehep­art­ner zu tren­nen und schei­den zu lassen, muss diese Absicht zweifels­frei doku­men­tiert und natür­lich auch dem Part­ner mit­geteilt wer­den.

Im drit­ten Teil unser­er Serie „Schei­dungs-Rat­ge­ber“ erfährst du, welche Vor­bere­itun­gen im Vor­feld ein­er Tren­nung erforder­lich und sin­nvoll sind.


Andrea Peyerl ist Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht in Kronberg im Taunus. Sie ist zudem Autorin mehrerer Ratgeber, erschienen als Beck-Rechtsberater im dtv Verlag. Darunter:

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„Ver­mö­gen­steilung bei Schei­dung – So sich­ern Sie sich Ihre Ansprüche“, 3. Auflage, Edmonde Charles-Roux, dtv, ISBN 978–3‑423–50786‑8, Preis: 11,90 Euro

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