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Teil 5: Geld für Bildung: Stipendien 

2021-01-25T16:34:30+01:0015. Januar 2021|

Stipendi­um – da denken viele an „Studi­um“ und „Hochbe­gabte“. Dabei gibt es Stipen­di­en für alle Bil­dungsphasen – von der Schule bis zur beru­flichen Weit­er­bil­dung. Viele Stiftun­gen fördern spezielle Grup­pen, etwa Frauen, Allein­erziehende oder Waisen. Courage gibt einen Überblick und stellt die vier größten Förder­pro­gramme vor.

Von Gisela Haber­er

Die meis­ten Stipen­di­en vergeben Stiftun­gen. Doch auch Akademien, Bib­lio­theken, Förder­w­erke, Hochschulen, Städte, Unternehmen, Vere­ine, Min­is­te­rien und sog­ar der Deutsche Bun­destag fördern Bil­dung. Ins­ge­samt kommt so eine Fülle von knapp 1100 Stipen­di­en­ange­boten zusam­men.

Für alle Aus­bil­dungsab­schnitte gibt es Stipen­di­en: für schulis­che Bil­dung, beru­fliche Aus­bil­dung, Weit­er­bil­dung, Studi­um und Pro­mo­tion. Die Kri­te­rien der Ver­gabe legt jed­er Anbi­eter selb­st fest. Dabei kön­nen Begabung, Fähigkeit­en, soziales Engage­ment oder spezielle Inter­essen eine Rolle spie­len. Häu­fig wer­den auch bes­timmte Ziel­grup­pen gefördert, darunter Men­schen mit Behin­derung oder mit Migra­tionsh­in­ter­grund.

Das Bun­des­bil­dungsmin­is­teri­um pflegt die Daten­bank „Stipen­di­en­lotse“. Hier lassen sich Ange­bote zum Beispiel nach Bil­dungsphase, angestrebtem Abschluss und Ziel­gruppe suchen. Klickt man in der Such­maske etwa den Such­be­griff „Schulis­che Aus­bil­dung“ an, erscheinen knapp 100 Ange­bote, die bei­den Such­be­griffe „Frauen“ und „Allein­erziehend“ führen zu 58 Ange­boten. Mehr dazu auf Stipen­di­en­lotse.

Die Förder­pro­gramme mit dem größten finanziellen Vol­u­men gibt es für Beruf­stätige und Studierende. Beruf­stätige kön­nen sich über zwei Pro­gramme des Bun­des­bil­dungsmin­is­teri­ums weit­erqual­i­fizieren: das Auf­stiegs- und das Weit­er­bil­dungsstipendi­um.

Studieren­den ste­ht das Deutsch­land­stipendi­um offen, das der Bund und pri­vate Förder­er gemein­sam finanzieren, sowie das Stipendi­umPlus der Begabten­förderungswerke. Aus öffentlichen Förderun­gen gibt es in der Regel immer nur eine Stu­di­en­förderung.

Es wäre aber möglich, für das Studi­um ein Auf­stiegsstipendi­um zu erhal­ten und für eine gle­ichzeit­ig stat­tfind­ende Weit­er­bil­dung das Auf­stiegs-BAföG. Außer­dem darf gle­ichzeit­ig BAföG und ein Stipendi­um der Begabten­förderungswerke bezo­gen wer­den. 

Aufstiegsstipendium 

Mit dem Auf­stiegsstipendi­um wird ein Erst­studi­um in Vol­lzeit oder berufs­be­glei­t­end an ein­er staatlich (anerkan­nten) Hochschule gefördert: in der Regel bis zum Bach­e­lor oder Staat­sex­a­m­en. Voraus­set­zung sind eine abgeschlossene Beruf­saus­bil­dung, Beruf­ser­fahrung von min­destens zwei Jahren sowie beson­deres Tal­ent oder Engage­ment in Aus­bil­dung und Beruf.

Dies kann durch Abschlussnoten, ein Sieg in einem über­re­gionalen beru­flichen Leis­tungswet­tbe­werb (1.–3. Platz) oder eine Empfehlung des Arbeit­ge­bers nachgewiesen wer­den. Auch Ältere kön­nen sich dafür bewer­ben. In jedem Fall ist zu begrün­den, warum ein Studi­um für die weit­ere beru­fliche Entwick­lung sin­nvoll ist.

Im Vol­lzeit­studi­um beträgt das Stipendi­um monatlich 861 Euro plus 80 Euro Büchergeld. Zusät­zlich gibt es eine Betreu­ungspauschale für Kinder unter 14 Jahren (150 Euro pro Kind und Monat). Ein berufs­be­glei­t­en­der Stu­di­en­gang wird mit monatlich 225 Euro gefördert. Eigenes Einkom­men wird nicht angerech­net.

Zusät­zlich gibt es eine ideelle Förderung über Sem­i­nare und Ver­net­zung in regionalen Aus­tauschgrup­pen sowie über­re­gion­al via Inter­net. Jährlich wer­den rund 1000 neue Auf­stiegsstipen­di­en vergeben. 

Die Stiftung Begabten­förderung beru­fliche Bil­dung (SBB) führt im Auf­trag des Bun­des­forschungsmin­is­teri­ums jährlich zwei Bewer­bungsrun­den durch: im Früh­jahr und im Herb­st. Infor­ma­tio­nen und Online-Bewer­bung gibt es hier.

Weiterbildungsstipendium

Junge Beruf­stätige, die sich weit­erqual­i­fizieren wollen, kön­nen über das Pro­gramm des Bun­des­bil­dungsmin­is­teri­ums gefördert wer­den. Voraus­set­zun­gen: eine abgeschlossene Beruf­saus­bil­dung und beson­dere beru­fliche Leis­tun­gen. Diese lassen sich durch sehr gute Abschlussnoten, ein Sieg in einem über­re­gionalen beru­flichen Leis­tungswet­tbe­werb (1.–3. Platz) oder die Für­sprache des Arbeit­ge­bers bele­gen.

In der Regel erhal­ten nur junge Leute unter 25 ein Weit­er­bil­dungsstipendi­um. Aus­nah­men sind wegen Elternzeit oder eines früheren Dien­sts als Bun­des­frei­willige möglich. Gefördert wer­den nur anspruchsvolle fach­liche Weit­er­bil­dun­gen.

Über drei Jahre gibt es ins­ge­samt bis zu 8100 Euro für Lehrgangs- und Prü­fungskosten. Min­destens zehn Prozent der Kosten müssen selb­st getra­gen wer­den. Im ersten Förder­jahr kann ein Zuschuss von 250 Euro für die Anschaf­fung eines Com­put­ers beantragt wer­den.

Beratung und Bewer­bung laufen über die Kam­mern der ver­schiede­nen Berufs­bere­iche, die auch die Bewer­bung­ster­mine fes­tle­gen. Für Fachkräfte im Gesund­heitswe­sen ist in der Regel die Stiftung Begabten­förderung beru­fliche Bil­dung (SBB) zuständig. 

Infor­ma­tio­nen und Online-Bewer­bung gibt es hier.

Deutschlandstipendium

Um das Deutsch­land­stipendi­um kön­nen sich begabte und leis­tungsstarke Studierende an staatlichen und staatlich anerkan­nten Hochschulen in Deutsch­land bewer­ben, unab­hängig von ihrer Nation­al­ität, auch bere­its zu Beginn ihres Studi­ums. Bei Zusage erhal­ten sie für min­destens zwei Semes­ter 300 Euro im Monat.

Eigenes Einkom­men wie Elter­nun­ter­halt, BAföG oder Mini­job wer­den nicht angerech­net. Für Auswahl und Ver­gabe sind die Hochschulen zuständig. Meist spie­len neben den Noten auch das gesellschaftliche Engage­ment sowie die soziale und famil­iäre Sit­u­a­tion eine Rolle. Vom Deutsch­land­stipendi­um prof­i­tiert rund ein Prozent der Studieren­den. 

StipendiumPlus 

Ein Stipendi­umPlus gibt es für ein Voll­studi­um an ein­er staatlich (anerkan­nten) Hochschule in Deutsch­land, der EU und der Schweiz. Im Bach­e­lor- und Mas­ter­studi­um gibt es eine einkom­mens­ab­hängige Grund­förderung von bis zu 735 Euro im Monat sowie eine Pauschale von 300 Euro im Monat, die unab­hängig vom Einkom­men ist.

Eine Pro­mo­tion wird unab­hängig vom elter­lichen Einkom­men mit 1350 Euro im Monat gefördert, dazu kön­nen eine Forschungskosten­pauschale, Fam­i­lien- und Kinderzuschläge kom­men.

Das Stipendi­umPlus vergeben Begabten­förderungswerke, darunter Stiftun­gen aller Parteien sowie Förder­w­erke von Kirchen, Gew­erkschaften, der Wirtschaft sowie unab­hängige Werke. Jedes Werk legt Richtlin­ien und Ter­mine für die Ver­gabe selb­st fest. Grund­sät­zlich zählen Begabung, gesellschaftlich­es Engage­ment und Per­sön­lichkeit.

Üblicher­weise suchen sich Inter­essierte erst das Werk, das zu ihrer per­sön­lichen Ein­stel­lung am besten passt, und begrün­den in ihrer Bewer­bung ihre Entschei­dung. Bewer­ben sich Inter­essierte bei zwei oder mehr Werken, soll­ten sie dies offen leg­en und erk­lären. Weit­ere Infor­ma­tio­nen gibt es hier.

Alle bish­eri­gen Teile unser­er Serie Fam­i­lie und Finanzen auf einem Blick:

Alles über Mut­ter­schaft­sleis­tun­gen: Wo, wann, was, wie viel gibt es? Diese Fra­gen klärt Courage im 1. Teil “Geld für Müt­ter”.

Alles ums Eltergeld, wer was bekommt und wo die Leis­tung zu beantra­gen ist, erk­lärt Courage im 2. Teil “Geld für Eltern”.

Alles über das Kindergeld. Courage klärt grundle­gende Fra­gen rund um diese Leis­tung im 3. Teil “Geld für Kinder”.

Mehr staatliche Unter­stützung für ihre Bil­dung. Alles über BAföG für Schüler und Studierende und Auf­stiegs-BAföG erk­lärt Courage im 4. Teil “Geld für Bil­dung BAföG”.

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