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So wirst du negative Glaubenssätze los

2019-11-28T07:54:40+02:0027. November 2019|

Alle sprechen plöt­zlich vom Mind­set oder im Zusam­men­hang mit Geld vom Mon­ey-Mind­set. Das eigene Mind­set soll für alles Mögliche ver­ant­wortlich sein – für beru­flichen Erfolg, glück­liche Liebe und ein gefülltes Bankkon­to. Wer seine Schulden in den Griff bekom­men will, sollte erst­mal am Mon­ey-Mind­set arbeit­en. Und wer mehr ver­di­enen will, erst recht. Wieder so ein Trend­wort. Oder? Wir haben Babett Mah­n­ert gefragt. Die Finanz­men­torin und Grün­derin von „Gold­frau“ unter­stützt Frauen auf ihrem Weg Rich­tung finanzielle Unab­hängigkeit und berät bei The­men wie Ver­mö­gen­sauf­bau und Altersvor­sorge. Der erste Schritt ist dabei oft, eigene Äng­ste zu erken­nen und tief ver­wurzelte Glaubenssätze aufzubrechen.

Von Daniela Mey­er

Courage: Babett, das Wort Mon­ey-Mind­set ist aktuell in aller Munde. Wie würdest du diesen Begriff definieren?

Babett Mah­n­ert: Mon­ey-Mind­set sehe ich im Zusam­men­wirken zweier machtvoller Kom­po­nen­ten. Das sind zum einen die eige­nen Glaubenssätze zum The­ma Geld. Oft ist uns gar nicht bewusst, wie wir wirk­lich über Geld denken. Wir sagen bes­timmte Sätze wie „Geld verdirbt den Charak­ter“ oder „Geld regiert die Welt“ ein­fach so dahin und wis­sen dabei nicht, wie machtvoll uns solche Aus­sagen unbe­wusst bee­in­flussen. Denn 95 Prozent unser­er finanziellen Ergeb­nisse stam­men aus unserem Unter­be­wusst­sein.

Was ist die zweite Kom­po­nente?

Der zweite Fak­tor, den ich für noch machtvoller halte, sind unsere Gefüh­le zu Geld. Diese sind sehr tief in uns ver­ankert. Oft gelingt es uns nicht, sie konkret zu benen­nen. Man spürt sie vielle­icht als unan­genehmes Gefühl im Kör­p­er, immer dann, wenn es um das The­ma Geld geht. Vielle­icht in Form von Kopf­schmerzen, einem engen Hals, Druck auf dem Brustko­rb oder ein­er Schwere im Bauch.

Du hil­f­st Frauen dabei, an ihrem Mon­ey-Mind­set zu arbeit­en und neg­a­tive Glaubenssätze im besten Fall loszuw­er­den. Wie machst du das?

Ich arbeite mit meinen Kli­entin­nen in der Tiefe. Das bedeutet, dass wir im ersten Schritt fest­stellen, was ihre genauen Hin­dernisse und Hür­den sind, die sie zurück­hal­ten. Wenn sie Äng­ste haben, die in ihnen ver­ankert sind, dann ist es sehr wichtig, diese liebevoll und mit viel Sorgfalt zu lösen.

Was bedeutet das konkret?

Bei mein­er Arbeit rund um das The­ma Mon­ey-Mind­set schaue ich, welche tiefen Geldglaubenssätze in der einzel­nen Frau arbeit­en. Wir beleucht­en ihre Geld­ver­gan­gen­heit und sprechen über ihre Eltern, ihr Umfeld, ihre Vorurteile, ihre Erfahrun­gen. Im näch­sten Schritt trans­formieren wir ihre neg­a­tiv­en Geldglaubenssätze. Wir erar­beit­en dazu gemein­sam neue Geldglaubenssätze und neue Gefüh­le, die damit ein­herge­hen. Wir set­zen qua­si einen neuen per­sön­lichen Anker für pos­i­tive Gefüh­le in Bezug auf Geld, die eige­nen Finanzen und den eige­nen Wert.

Die Finanz­men­torin Babett Mah­n­ert berät Frauen auf dem Weg Rich­tung finanzielle Frei­heit. Foto: Babett Mah­n­ert

Das hört sich fast nach ein­er Art Ther­a­pie an, ein­er Geld-Ther­a­pie.

Es ist auf jeden Fall ein Prozess, für den man sich Zeit nehmen muss. So eine Trans­for­ma­tion funk­tion­iert nicht von heute auf mor­gen. Oft öff­nen sich bei den Frauen auch andere Türen im Kopf, als die, die sie ursprünglich erwartet hat­ten. Denn das, was man von außen sehen kann, ist oft nicht die wirk­liche Ursache, die hin­ter Äng­sten oder Vorurteilen liegt.

Und was sind dein­er Erfahrung nach die wirk­lichen Ursachen?

Die kön­nen sehr unter­schiedlich sein. Aber es gibt beispiel­sweise Frauen, die in dem Prozess, den wir gemein­sam durch­laufen, erken­nen, dass ihnen schon in ihrer Kind­heit immer wieder gesagt wurde, dass sie nichts wert sind und sie auch deshalb bis heute glauben, dass sie einen gut bezahlten Job, eine Gehalt­ser­höhung, ein gut gefülltes Kon­to gar nicht ver­di­ent haben.

Sollte man – wenn am Mon­ey-Mind­set arbeit­et – gedanklich immer zurück in die eigene Kind­heit reisen?

Auf jeden Fall. Bei den meis­ten Men­schen liegt da die größte Chance auf Verän­derung. Denn als Kinder sind wir wie Schwämme, die alles in sich auf­saugen, was in sie hine­in­fließt. Als Kind fehlt uns noch ein Fil­ter. Wir nehmen die Dinge als die eine Wahrheit hin und fan­gen an, nach den Grund­sätzen zu leben. Wenn wir dann erwach­sen sind, dann vergessen wir, unsere Glaubenssätze infrage zu stellen und zu über­prüfen, ob die Dinge, die wir leben, auch wirk­lich unser­er Wahrheit entsprechen. Das heißt, wir leben die Glaubenssätze von unserem kindlichen Umfeld und ste­hen dann vor ähn­lichen finanziellen Her­aus­forderun­gen, die uns daran hin­dern, wirk­lich finanziell erfol­gre­ich zu sein.

Aber was bringt die Erken­nt­nis, dass man in der Kind­heit neg­a­tive Glaubenssätze ange­sam­melt hat, dann tat­säch­lich im Hin­blick auf das eigene Mon­ey-Mind­set?

In den ver­gan­genen Jahren hat sich sehr viel im Bere­ich Per­sön­lichkeit­sen­twick­lung und Spir­i­tu­al­ität getan. Unter­schiedliche Experten haben in ver­schiede­nen Bere­ichen gezeigt, wie machtvoll unsere Gedanken sind. Die Wis­senschaft kann es mit­tler­weile mess­bar machen, wie sich die Gehirn­ströme pos­i­tiv verän­dern, wenn wir begin­nen, unsere Gedanken bewusst zu steuern.

Wir kön­nen also tat­säch­lich selb­st aktiv an unserem Mind­set arbeit­en und es verän­dern?

Ja, wir kön­nen uns Dinge bewusst machen und unsere Gedanken steuern. Unser Leben ist durch diese Erken­nt­nis kein Zufall mehr, wie wir es noch vor ein paar Jahren geglaubt haben. Sich ein schönes Leben zu erschaf­fen – was auch immer das für jede Einzelne bedeuten mag – ist eine bewusste Entschei­dung, die mit konkreten Schrit­ten umge­set­zt wird. Und dabei han­delt es sich nicht um Glück, son­dern um täglich­es Train­ing, sich auf die Dinge pos­i­tiv auszuricht­en, die wir in unserem Leben erre­ichen möcht­en.

Und wenn man das tut, dann läuft es auch mit dem Geld?

Ich bin davon überzeugt, dass der aktuelle Kon­to­stand viel­er Men­schen kein Zufall ist. Er ist meis­tens von drei Din­gen abhängig: ihrer Ver­gan­gen­heit und dem Umfeld, in dem sie aufgewach­sen sind. Dann von der Gesellschaft, in der sie leben. Wir alle wollen Teil ein­er Gesellschaft sein. Das hat mit unserem Grundbedürf­nis von sozialer Zuge­hörigkeit zu tun. Wenn man schein­bar „zu viel“ oder „zu wenig“ ver­di­ent, riskiert man soziale Aus­gren­zung. Und drit­tens von den eige­nen Erfahrun­gen, die zusät­zlich die eige­nen Glaubenssätze bestäti­gen kön­nen.

Für welchen Typ Frau wäre es über­haupt wichtig und sin­nvoll, am eige­nen Mon­ey-Mind­set zu arbeit­en? Und wer sollte es vielle­icht auch ein­fach lassen?

Es ist grund­sät­zlich für alle Frauen inter­es­sant, die mit ihrer aktuellen finanziellen Sit­u­a­tion unzufrieden sind. Und für Frauen, die glauben, dass in ihrem Leben finanziell „mehr“ möglich ist. Es ist nichts für Frauen, die nicht bere­it sind, die volle finanzielle Ver­ant­wor­tung für ihr Leben zu übernehmen und die Fehler im Außen suchen. Man muss für diesen Weg abso­lut bere­it sein und sich dem Prozess wirk­lich hingeben, son­st wird man keine nach­halti­gen Ergeb­nisse sehen.

Im näch­sten Teil unser­er Mind­set-Serie erk­lärt Gold­frau Babett Mah­n­ert, wie man ganz konkret mit der Arbeit am eige­nen Mind­set begin­nen kann, gibt prak­tis­che Tipps und emp­fiehlt einige Büch­er zur Vor­bere­itung. Leben­sna­he Infor­ma­tio­nen zum The­ma bekommt ihr auch in ihrem Pod­cast „Die Paarther­a­pie für dich und das Geld“

Im ersten Teil unser­er Serie Mon­ey-Mind­set erk­lären wir dir, was es mit dem Mind­set eigentlich auf sich hat, was der Begriff bedeutet und wie du dir die Arbeit am eige­nen Mind­set vorstellen kannst.

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