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Fair Fashion: einfach und ohne viel Budget beginnen

2021-04-06T16:18:22+02:0030. März 2021|

Die Mode­bran­che spricht viel über Nach­hal­tig­keit. Ein Mas­sen­trend ist Fair Fashion aber nicht. Dabei braucht es kein gro­ßes Bud­get, um sich fai­rer und umwelt­scho­nen­der zu klei­den. Unser Mode­ex­per­te gibt ein­fa­che Tipps, wie man damit beginnt

Von Joa­chim  Schirr­ma­cher

Ja zum Umweltschutz – das sagen in Umfragen fast alle.

Und wenn es um Mode geht, erwe­cken auch die Medi­en den Ein­druck, dass ein Groß­teil der Klei­dung sozi­al- und umwelt­ver­träg­lich her­ge­stellt wird.

Die Rea­li­tät sieht dage­gen ernüch­ternd aus: Der Markt­an­teil liegt nur bei drei bis fünf Pro­zent. An der Kas­se hat es das Gewis­sen offen­sicht­lich weit schwe­rer, sich durch­zu­set­zen als in einer Markt­stu­die. Die guten Vor­sät­ze gera­ten hier schnell in Ver­ges­sen­heit.

Die Men­schen wol­len zwar öko­lo­gi­scher leben, aber auf Kom­fort und Kon­sum nicht ver­zich­ten. Daher sagen fast alle Fir­men: Kon­su­mie­re, aber mit gutem Gewis­sen. Bei die­sem Green­wa­shing hat es das Mar­ke­ting zu wah­rer Meis­ter­schaft gebracht. Der Haken: Die Bot­schaft klingt zwar gut, doch ohne Ver­zicht wird es kei­nen Wan­del geben. 

Wir kaufen zu viel Kleidung – und meist zu unüberlegt.

Denn wir „kau­fen, um unse­re Stim­mung zu modu­lie­ren“, wie Carl Til­les­sen in sei­nem Best­sel­ler „Kon­sum“ schreibt. Kon­sum­kri­tik ver­kauft sich gut, nur wird sel­ten ent­spre­chend gehan­delt.

Wir ver­hal­ten uns wie klei­ne Kin­der, die die Affekt­kon­trol­le noch nicht beherr­schen. „Wir sind faul und wol­len nicht zu viel den­ken“, erklärt der Markt­for­scher Ralph Ohne­mus die man­geln­de Kon­se­quenz mit dem Hin­weis auf den Psy­cho­lo­gen und Nobel­preis­trä­ger Dani­el Kah­ne­man, der den ver­nunft­be­gab­ten Teil unse­res Gehirns auch für ziem­lich faul hält.

Bei den Pro­du­zen­ten sieht es oft nicht bes­ser aus. Den meis­ten ist klar, dass lang­fris­tig kein Weg an Fair Fashion vor­bei­führt. Den­noch ändert sich zu wenig.

Seit 20 Jah­ren beteu­ert die Bran­che, sie wol­le öko­lo­gi­sche­re Pro­duk­te her­stel­len, auf Sozi­al­stan­dards ach­ten, Über­pro­duk­ti­on oder Rabatt­schlach­ten ver­mei­den. Doch vie­le Ankün­di­gun­gen haben den Cha­rak­ter von Sonn­tags­re­den, durch­schla­gen­de Ideen und Alter­na­ti­ven sind eher Man­gel­wa­re. 

Fashion Week

Blei­ben die Mes­sen. Doch ob sie für Auf­bruchs­stim­mung sor­gen, ist gleich­falls frag­lich. Bei der neu­en Frank­furt Fashion Week müs­sen die Aus­stel­ler zwar bis 2023 die Bedin­gun­gen der Ver­ein­ten Natio­nen für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung erfül­len. Und Ber­lin will mit sei­ner Fashion Week zur „Euro­pean Capi­tal of Crea­ti­ve Indus­tries for a Sus­tainab­le Future“ wer­den. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on der kon­kur­rie­ren­den Stand­or­te ist aber so ein Kau­der­welsch aus poli­tisch kor­rek­ten Phra­sen und Start-up-Sprech­bla­sen, dass kaum zu ver­ste­hen ist, was kon­kret pas­sie­ren soll.

Was also können Verbraucherinnen und Verbraucher tun?

Wer Klei­dung kauft, trägt Mit­ver­ant­wor­tung. Ent­schei­dend ist, dass jeder vie­le klei­ne Schrit­te geht, damit Fair Fashion zum Stan­dard für mög­lichst brei­te Schich­ten wird. Denn teu­rer Eco-Luxus für weni­ge löst das Pro­blem man­geln­der Nach­hal­tig­keit in der Tex­til­pro­duk­ti­on nicht. Was wir brau­chen, ist Klei­dung für 7,8 Mil­li­ar­den Men­schen, mög­lichst fair und umwelt­scho­nend her­ge­stellt. 

Wie das geht? Poli­tisch wäre zum Bei­spiel ein Ver­bot kos­ten­lo­ser Retou­ren ein Schritt, der viel bewir­ken wür­de. Für die Käu­fe­rin gibt es ein­fa­che­re Tipps. Wer sie beher­zigt, hat einen Anfang gemacht:  

1. Bewusst einkaufen.

Jeden Kauf hin­ter­fra­gen und erst mal eine Run­de um den Block lau­fen oder eine Nacht dar­über schla­fen. Ist das Teil wirk­lich not­wen­dig? Passt es zum Rest der Gar­de­ro­be?

2. Lange tragen.

Am öko­lo­gischs­ten ist es, Klei­der auf­zu­tra­gen. Das setzt eine hohe Qua­li­tät und ein zeit­lo­ses Design vor­aus. Wich­tig ist auch, dass man sich in dem neu­en Stück wirk­lich wohl­fühlt. 

3. Auf Siegel achten.

Einen Über­blick emp­feh­lens­wer­ter Sie­gel wie GOTS, Fair Wear Foun­da­ti­on oder Blue­Sign gibt das Por­tal Sie­gel­klar­heit. 

4. Kleider pflegen.

Ein sorg­fäl­ti­ger Umgang und klei­ne Repa­ra­tu­ren ver­län­gern die Lebens­dau­er von Tex­ti­li­en enorm. Dazu gehört auch: kei­nen Weich­spü­ler und Wäsche­trock­ner ver­wen­den, weil die Wäsche dabei am stärks­ten lei­det.

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