Startseite/Geld anlegen für Kinder – so geht’s!

Geld anlegen für Kinder – so geht’s!

2019-11-13T15:57:47+01:006. November 2019|

Bei der Gel­dan­lage für den Nach­wuchs bringt man es mit einem Sparkon­to für Kinder nicht weit – wohl aber mit ETF- und Fondss­parplä­nen. Denn dank des lan­gen Anlage­hor­i­zonts kön­nen höhere Risiken einge­gan­gen wer­den – ganz im Sinne der Ren­dite.

Von Andreas Hohenadl und Astrid Zehbe

Astro­naut, Fußball­profi, Tierärztin, Prinzessin – schon früh entwick­eln Kinder eine Vorstel­lung davon, was sie später sein möcht­en. Auch wenn diese Beruf­swün­sche in den sel­tensten Fällen Real­ität wer­den, irgend­wann ist der Zeit­punkt gekom­men, an dem die Kinder den Sprung in die Unab­hängigkeit wagen. Viele Eltern, aber auch Großel­tern, möcht­en ihre Nachkom­men heute best­möglich unter­stützen und ihnen die Aus­bil­dung finanzieren. Denn die kann teuer wer­den. Ein Studi­um zum Beispiel schlägt leicht mit mehreren Zehn­tausend Euro zu Buche. Gut, wenn für diese kün­fti­gen Aus­gaben ein Sparkon­to angelegt wurde und ein finanzielles Pol­ster vorhan­den ist.

Doch wie spart man am besten für die Zukun­ft der Kinder? Früher, als es noch üppige Zin­sen gab, war die Frage schnell gek­lärt. Auf einem klas­sis­chen Sparkon­to für Kinder ver­mehrte sich das Geld qua­si von selb­st. Doch diese Zeit­en sind vor­bei. Mit den Erträ­gen aus Sparein­la­gen lässt sich heute nicht mal mehr die jährliche Infla­tion aus­gle­ichen. Und spezielle Kinderkon­ten, die höhere Zin­sen bieten, sind meist nur für kleinere Beträge geeignet.

Sparkonto für Kinder: Mit Mäuse-Zinsen sparen lernen

Ein Beispiel für ein Sparkon­to für Kinder ist das „Mäusekon­to“ der Ham­burg­er Sparkasse (Has­pa): Drei Prozent Zin­sen pro Jahr zahlt das Insti­tut an Spar­er bis zum Alter von 14 Jahren. Hört sich ver­lock­end an. Warum dem Kind nicht über viele Jahre möglichst viel Geld auf dieses gut verzin­ste Kon­to steck­en? Ganz ein­fach: Weil der Zinssatz nur bis zu ein­er Summe von 500 Euro gilt. Höhere Beträge wer­den nur noch mit 0,01 Prozent per annum verzinst. Befind­en sich zum Beispiel 5000 Euro auf dem Mäusekon­to, beträgt die jährliche Ren­dite nur noch schlappe 0,31 Prozent. Das liegt deut­lich unter der Teuerungsrate, die hierzu­lande aktuell bei 1,2 Prozent liegt.

Rentabel Ver­mö­gen für ihren Nach­wuchs ans­paren kön­nen Eltern mit dem Sparkon­to für Kinder also nicht. Doch dafür ist diese Art von Kon­to auch gar nicht gedacht. Kleine Geldgeschenke von Ver­wandten oder später das Taschen­geld kön­nen auf dem Sparkon­to für Kinder sin­nvoll angelegt wer­den. Zudem ler­nen die Knirpse frühzeit­ig den Umgang mit Geld und einem Kon­to. Denn ab sieben Jahren kön­nen sie etwa beim Has­pa-Ange­bot eine Bankkarte erhal­ten und Ver­fü­gun­gen im Taschen­gel­dum­fang selb­st täti­gen, sofern die Eltern ihre Zus­tim­mung geben.

Nicht alle Sparprodukte sind sinnvoll

Vielle­icht reift bei den Kleinen dann auch eine wichtige Erken­nt­nis – dass es sich lohnt, sein Geld nicht immer sofort auszugeben, son­dern auf ein langfristiges Ziel hin zu sparen. Das kann ihnen bei Erre­ichen der Volljährigkeit auch helfen, ver­ant­wor­tungs­be­wusst mit dem Geld umzuge­hen, das die Eltern vielle­icht in ihrem Namen anges­part haben und über das sie dann frei ver­fü­gen kön­nen.

So aufgeschlossen Eltern einem Lernkon­to gegenüber­ste­hen soll­ten, so skep­tisch soll­ten sie Ange­bote der Asseku­ranzen betra­cht­en. Viele Ver­sicherungsvertreter rat­en in erster Lin­ie zur soge­nan­nten Aus­bil­dungsver­sicherung, ein­er Son­der­form der Lebensver­sicherung. Die Pro­duk­te wer­ben damit, Kinder gegen alle möglichen Risiken abzu­sich­ern: gegen Unfall, Schul- oder Beruf­sun­fähigkeit. Zudem sollen sie Kap­i­tal für die Aus­bil­dung anhäufen. In der Regel sind solche Verträge jedoch sehr unflex­i­bel und brin­gen nur wenig Ren­dite.

Geldanlage für Kinder: So früh wie möglich anfangen

Eltern, die ern­sthaft Kap­i­tal für ihren Nach­wuchs auf­bauen wollen, brauchen eine kostengün­stige und flex­i­ble Lösung. Und sie soll­ten entschlossen sein, möglichst früh, am besten gle­ich nach der Geburt des Kinds, mit dem Ver­mö­gen­sauf­bau anz­u­fan­gen. Dann bleibt ihnen genü­gend Zeit, in riskan­tere, aber auch ren­ditestärkere Anlageklassen wie Aktien zu investieren. Wer 16, 17 oder 18 Jahre vor sich hat, kann dur­chaus etwas mehr wagen. Denn über diesen lan­gen Zeitraum ist es sehr unwahrschein­lich, mit einem bre­it gestreuten Aktien­in­vest­ment im Minus zu lan­den.

So zeigt die Sta­tis­tik des Deutschen Aktienin­sti­tuts: Ein bre­ites Invest­ment in die 30 DAX-Unternehmen hätte Anlegern in den ver­gan­genen 50 Jahren noch nie einen Ver­lust beschert, sofern dieses Invest­ment länger als zwölf Jahre gehal­ten wor­den wäre. Dabei ist es völ­lig egal, in welchen Jahren Ein- und Ausstieg erfol­gten. Wer DAX-Titeln min­destens 15 Jahre treu blieb, kon­nte in den ver­gan­genen 50 Jahren bis zu 15,4 Prozent Ren­dite im Jahr erzie­len, min­destens aber 2,3 Prozent. Selb­st mit diesem „schlecht­esten“ Ergeb­nis wäre zumin­d­est die aktuelle Infla­tion­srate mehr als kom­pen­siert. Das zeigt: Über lange Anlagezeiträume zahlen sich bre­it gestreute Aktien­in­vest­ments eigentlich immer aus. Und dieser Zeitraum ste­ht zur Ver­fü­gung, wenn dem Kind gle­ich bei Geburt ein Spar­plan ein­gerichtet wird.

Depoteröffnung für das Kind

Zunächst muss erst ein­mal ein Depot eröffnet wer­den. Doch soll das Depot auf den Namen der Eltern oder auf den des Kinds laufen? Diese Entschei­dung ist nicht ein­fach, denn bei­des hat Vor- und Nachteile. Wird das Depot im Namen des Kinds eröffnet, kön­nen Eltern dessen Steuer­frei­be­träge nutzen. Grund­sät­zlich kön­nen Eltern auch eigenes Ver­mö­gen auf das Depot des Kinds über­tra­gen, etwa wenn ihre eige­nen Frei­be­träge bere­its voll aus­geschöpft sind.

Bei einem Über­trag von Wert­pa­pieren kann jedoch der Fiskus zugreifen. Denn dieser wertet solche Vorgänge grund­sät­zlich als Verkauf. Folge: Vom „real­isierten“ Kurs­gewinn zwis­chen Kauf der Wert­pa­piere und deren Über­trag wird Abgel­tung­s­teuer abge­zo­gen. Ausweg: Teilen die Eltern der Bank mit, dass es sich bei dem Wert­pa­pierüber­trag um eine „unent­geltliche Schenkung“ han­delt, wird keine Abgel­tung­s­teuer ein­be­hal­ten. Aber Achtung: Unter Umstän­den wird Schenkung­s­teuer fäl­lig. Allerd­ings erst, wenn das Kind von einem Eltern­teil mehr als 400.000 Euro geschenkt bekommt. Zudem muss sichergestellt sein, dass das Ver­mö­gen von Eltern und Kind klar getren­nt ist, son­st wit­tert der Fiskus Steuerver­mei­dung. Daher muss das Depot auf den Namen des Kinds eröffnet wer­den. Und alle Erträge daraus müssen auf ein Kon­to des Kinds fließen, etwa auf das zum Depot gehörende Ver­rech­nungskon­to.

Ab 18 ist der Nachwuchs selbst verantwortlich fürs Depot

Den Eltern muss also klar sein, dass sie das Ver­mö­gen des Kinds lediglich ver­wal­ten. Und dass der Nach­wuchs allein über das Depot ver­fü­gen darf, sobald er 18 ist. „Eltern kön­nen das Geld nicht mehr zurück­holen, selb­st wenn sie der Ansicht sind, dass das Auto, das sich der Sprössling kaufen will, zu groß aus­fällt“, sagt die unab­hängige Finanzber­a­terin Ste­fanie Kühn aus Graf­ing bei München. Die Autorin des Buchs „Finanzrat­ge­ber für Eltern“ rät deshalb, Geld für Kinder in einem Depot anzule­gen, das auf den Namen der Eltern läuft.

Ver­trauen Eltern ihrem Kind jedoch und eröff­nen ein Depot auf dessen Namen, müssen sie etwas Papierkram erledi­gen: Meist brauchen sie eine Geburt­surkunde und die Steueri­den­ti­fika­tion­snum­mer des Kinds, Kopi­en ihrer Per­son­alausweise und bei Allein­erziehen­den einen Sorg­erecht­snach­weis.

Ein Min­destal­ter für Kinderde­pots gibt es nicht. Sehr wohl aber gewisse Ein­schränkun­gen. Zwar haben die Eltern bis zur Volljährigkeit des Sprösslings die Ver­fü­gungs­berech­ti­gung über das Depot, frei schal­ten und wal­ten dür­fen sie darin jedoch nicht. Denn schließlich soll das Ver­mö­gen des Kinds erhal­ten und ver­mehrt wer­den. Allzu speku­la­tiv dür­fen Eltern also nicht vorge­hen. Viele Anbi­eter schließen Option­ss­cheine und ähn­lich riskante Anlage­for­men aus, andere Aus­land­sak­tien. Hier sollte man sich vor Depoteröff­nung schlau­machen.

Kostenfresser zugunsten der Rendite vermeiden

Und wo soll­ten Eltern ein Kinderde­pot ein­richt­en? Am besten dort, wo es gün­stig ist. Denn hohe Gebühren schmälern die langfristige Wer­ten­twick­lung stark. So sind Anbi­eter vorzuziehen, bei denen die Depot­führung kosten­los ist. Daneben soll­ten auch die Orderkosten gün­stig sein, und das Ange­bot an Sparplä­nen groß. Bei vie­len Direk­t­banken (zum Beispiel Direkt Depot Junior der Ing-DiBa, Junior Depot der Comdi­rect oder DKB-Bro­ker u18 der DKB) ist das der Fall. Auch Finanzber­a­terin Kühn rät zu diesen Anbi­etern: „Bei ein­er Voll­bank bekommt man vom Depot bis zum Girokon­to alles aus ein­er Hand. Sind die Kinder erwach­sen, kön­nen sie das weit­er­nutzen.“

Wer für seinen Nach­wuchs bevorzugt in Fonds anle­gen will, sollte sich noch ander­swo umschauen. Zwar rabat­tieren viele Direk­t­banken den Aus­gabeauf­schlag bei Fonds – aber häu­fig nur zu 50 Prozent. Und 100 Prozent Rabatt gibt es oft nur im Rah­men zeitlich begren­zter Aktion­sange­bote. Das ist gut für eine Ein­malan­lage, hil­ft bei einem knapp zwei Jahrzehnte laufend­en Spar­plan aber kaum. Dage­gen sind über Fondsver­mit­tler (zum Beispiel Depot 4kids von Ebase, Fonds­de­pot Junior von FFB oder Spar­plan-Depot Junior der Augs­burg­er Aktien­bank) im Inter­net, die mit soge­nan­nten Fond­splat­tfor­men zusam­me­nar­beit­en, oft Tausende aktiv gem­anagte Port­fo­lios ganz ohne Aus­gabeauf­schlag erhältlich. Anleger kön­nen sich so bis zu fünf Prozent Gebühr sparen.

Mit ETFs zum Vermögensaufbau

Noch gün­stiger ist meist ein Spar­plan auf börsen­notierte Index­fonds (ETFs). Mit ihnen kann man eins zu eins an der Wer­ten­twick­lung von Börsen­barom­e­tern wie dem DAX oder dem Weltak­tienin­dex MSCI World par­tizip­ieren. ETFs haben generell keinen Aus­gabeauf­schlag und ihre Ver­wal­tungsvergü­tung ist wesentlich gün­stiger als bei aktiv­en Fonds.

Ist die Entschei­dung gefall­en, einen Spar­plan fürs Kind zu eröff­nen, ste­hen Eltern vor der Wahl, in welche Invest­ments das Geld fließen soll: Aktien­in­vest­ments sind prädes­tiniert für Anlagezeiträume von zehn bis 15 Jahren oder mehr. Wichtig ist nur, dass sie bre­it gestreut sind. Denn so kön­nen Kursver­luste von einzel­nen Aktien durch Kurs­gewinne bei anderen aus­geglichen wer­den. Für Anleger, die gerin­gere Wertschwankun­gen im Depot bevorzu­gen, emp­fiehlt sich daneben die Anlage in Anlei­he­fonds oder ETFs. Diese brin­gen langfristig meist eine gerin­gere Ren­dite, sind aber weniger volatil. Eine Kom­bi­na­tion aus Aktien und Anlei­hen bieten Mis­ch­fonds oder ETFs. Wie man zum Beispiel einen geeigneten ETF find­et, wird hier erk­lärt.

Noch mehr Infos für dich

“Man muss immer vorwärtsgehen.”

Ver­sace war lange eine der weni­gen ital­ienis­chen Luxu­s­marken, die sich mehrheitlich in Fam­i­lienbe­sitz befand. 2018 verkaufte Donatel­la Ver­sace das leg­endäre Label an eine Hold­ing. “Ich habe nicht verkauft, um Geld zu machen und es auf die Bank zu brin­gen. Ich habe verkauft, um der Marke Ver­sace Zugang zu Investi­tio­nen zu ermöglichen, die es ihr erlauben, zu wach­sen. Ich fürchte, Fam­i­lienun­ternehmen wer­den ohne­hin mehr und mehr ver­schwinden.”

Teil 2: Geld für Eltern

Alle, die ein Kind in seinen ersten Leben­s­jahren betreuen, kön­nen unter Umstän­den Eltern­geld erhal­ten: Müt­ter und Väter; Ver­wandte, die ein Kind großziehen; Adop­tivel­tern, die ein Kind unter acht Jahren in ihren Haushalt aufgenom­men haben, und „Patch­work-Eltern“. Eltern­geld gibt es unab­hängig davon, ob Eltern ihr Kind gemein­sam, getren­nt oder allein erziehen. Courage klärt, wer was bekommt und wo die Leis­tung zu beantra­gen ist.

Kfz-Policen regelmäßig zu überprüfen lohnt sich

Es ist sin­nvoll seine Kfz-Poli­cen regelmäßig zu über­prüfen. Denn viele Aut­o­fahrerin­nen kön­nen mitunter mehrere Hun­dert Euro im Jahr sparen. Dazu müssen sie nur bere­it sein, den Ver­sicher­er zu wech­seln. Wer das zum 1. Jan­u­ar tun möchte, muss seine Ver­sicherung bis spätestens 30. Novem­ber kündi­gen. Andern­falls ver­längert sich der Ver­trag automa­tisch um ein Jahr. Courage klärt auf, welch­er Schutz der richtige ist.

Buch des Monats

Ein Kommentar

  1. Frank Belgmannn 13. November 2019 um 15:23 Uhr - Antworten

    Ich habe vor ein paar Tagen für bei­de Kinder einen ETF-Spar­plan bei https://www.oskar.de/ abgeschlossen. Das war sehr ein­fach und ist sehr über­sichtlich.

Hinterlasse einen Kommentar

Nach oben