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Wohlhabende Menschen leben länger gesund 

2021-02-20T09:22:39+01:0015. Februar 2021|

Es ist der Wun­sch fast aller Men­schen: ein langes Leben in höch­ster Gesund­heit bis zum Schluss. Mit 70+ noch fit wie ein Turn­schuh zu sein, in den Urlaub zu fahren und mit Enkelkindern zu spie­len. Einen klaren Geist zu haben, top gepflegt auszuse­hen und voller Genuss und Freude den Win­ter des Lebens zu ver­brin­gen. 

Die Chance auf ein solch­es Leben steigt, wenn ein Men­sch wohlhabend ist. Was nach ein­er extremen Aus­sage klingt, hat eine Studie bestätigt. Wohl­stand nimmt in einem hohen Maß Ein­fluss auf die Gesund­heit im Alter und beschert wohlhaben­den Men­schen mehr gesunde Jahre. 

Hinzukommt kommt ein Werte­wan­del, der diesen Umstand begün­stigt. Wohlhabende Men­schen leg­en ihren Fokus ver­mehrt auf Gesund­heit, statt auf teure Kon­sum- und Luxu­s­güter. Sie investieren in die eigene Gesun­der­hal­tung und damit in die Qual­ität ihrer Leben­szeit. Gesund­heit und sin­nvoll genutzte Zeit nehmen einen immer größeren Stel­len­wert ein – auch weil unsere Bevölkerung immer älter wird.

Von Katha­ri­na Heilen

Wohlhandende leben länger gesund

Eine Langzeit­studie des Uni­ver­si­ty Col­lege Lon­don unter­suchte die Lebenser­wartung von über 25.000 Men­schen in Eng­land und den USA. Dabei unter­sucht­en die Wis­senschaftler vor allem sozioökonomis­che Fak­toren, die zu einem lan­gen und gesun­den Leben beitra­gen. Wohl­stand erwies sich als größter Fak­tor, lange gesund zu bleiben.

Das Forscherteam teilte die Proban­den nach Haushaltsver­mö­gen ein und ver­glich die ver­mö­gend­ste mit der am wenig­sten ver­mö­gen­den Gruppe. Im Durch­schnitt lebten die wohlhaben­den Proban­den länger gesund. Die Wohlhaben­deren hat­ten im Durch­schnitt neun gesunde Leben­s­jahre mehr als die Ver­gle­ichsper­so­n­en mit weniger Wohl­stand. 

Zu gesun­den Jahren zählen solche, in denen keine schwere Erkrankung oder Behin­derung auf­trat. Es geht in der Studie also weniger um die Quan­tität der Leben­s­jahre, son­dern um die Qual­ität.

Vorherige Stu­di­en unter­sucht­en oft allein die Lebenser­wartung, aber berück­sichtigten nicht die Gesund­heit als Maßstab für Leben­squal­ität. Dabei wün­schen sich die meis­ten Men­schen nicht per se ein langes Leben, son­dern ein langes Leben in bester Gesund­heit und Vital­ität. 

Bildung könnte den Unterschied machen 

Ver­gle­icht man die Zusam­men­hänge zwis­chen Wohl­stand und Gesund­heit, ergibt sich ein vielschichtiges Netz an Verbindun­gen. Eine Verbindung davon ist Bil­dung, die den Unter­schied machen kön­nte.

Ältere Stu­di­en ergaben bere­its, dass gebildete Men­schen oft mit einem höheren Einkom­men rech­nen kon­nten. Bessere Qual­i­fika­tio­nen und ein höheres Bil­dungsniveau führen nicht zwangsläu­fig, aber häu­fig zu mehr Ver­mö­gen, das sich schließlich auch in Weit­er- und Fort­bil­dun­gen investieren lässt. 

Auch gesund­heitlich ste­hen gebildete Men­schen oft bess­er da. Viele gebildete Men­schen leis­ten sich eine gesün­dere Ernährung und wis­sen um die langfristige Auswirkung dessen. Sie ver­richt­en zusät­zlich weniger (schwere) kör­per­liche Arbeit und neigen weniger stark zu psy­chis­chen Erkrankun­gen, die mit Alko­hol, Tabak oder Dro­gen bekämpft wer­den.

Während wohlhabende Men­schen zudem meist in ein­er Umge­bung mit vie­len Grü­nan­la­gen und Sport­flächen leben, gibt es Ver­gle­ich­bares sel­ten in den Bezirken von weniger Wohlhaben­den. Spätestens jet­zt wird die Vielschichtigkeit der Beziehung zwis­chen Gesund­heit, Wohl­stand und Bil­dung sicht­bar. Zusät­zlich zeich­net sich ein zweit­er Trend ab, den es näher zu beleucht­en gilt. 

Gesundheit als neues „Statussymbol“

Wohlhabende Men­schen investieren immer weniger in Kon­sumgüter wie teure Uhren oder Autos, son­dern kon­sum­ieren bewusster. Mehr noch – fast schon zeich­net sich eine kon­sumkri­tis­che Kom­po­nente ab.

Die neuen Sta­tussym­bole heißen nun Gesund­heit, Acht­samkeit und Zeit. Das zeigt sich beispiel­sweise in aus­ge­bucht­en Yoga-Stu­dios, im Boom von Online-Fit­ness- und Med­i­ta­tion­sange­boten, die Ver­wen­dung von Fit­nesstrack­ern und dem Trend hin zu ein­er veg­a­nen, veg­e­tarischen oder zumin­d­est bewussten Ernährung. 

Men­schen erken­nen, dass die wichtig­sten Güter Gesund­heit und Zeit sind, zeigt das Zukun­ftsin­sti­tut. Bei­des erfordert bewusstes Han­deln sowie Wis­sen, das nun leichter zugänglich ist denn je.

Ihnen geht es viel weniger darum, Kon­sumgüter anzuhäufen, son­dern um ein ganzheitlich erfülltes Leben, das eine Investi­tion in sich und in imma­terielle Werte und Güter bedeutet. Oder zumin­d­est um den Well­ness-Lifestyle, der damit ver­bun­den ist und diesen Gedanken sym­bol­isiert. 

Gesund­heit, Wohl­stand und Bil­dung sind kom­plexe The­matiken, die auf vielschichtige Weise miteinan­der in Verbindung ste­hen. Resümierend lässt sich eine Ungle­ich­heit zwis­chen den Ver­mö­gensver­hält­nis­sen und der Gesund­heit von Men­schen fest­stellen.

Ein langes, gesun­des Leben ist sta­tis­tisch lei­der immer noch eine Frage des Wohl­stands. Hier lautet das Ziel, Gesund­heit unab­hängiger vom Ver­mö­gen zu machen und die Ungle­ich­heit aufzuheben. Bil­dung wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Rich­tung. 

Zugle­ich find­et eine Wertev­er­schiebung unter den­jeni­gen statt, die ver­mö­gend leben. Sie stellen ein ganzheitlich gesun­des Leben und Zeit in den Vorder­grund, während Luxus- und Kon­sumgüter immer weit­er in den Hin­ter­grund treten – Ten­denz steigend.

Auch in Zukun­ft wird sich nach Aus­sagen von Zukun­fts­forsch­ern dieser Trend fort­set­zen. 

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