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Kathi gründet: Raus aus dem Hamsterrad

2019-11-13T16:03:18+02:005. November 2019|

Katha­ri­na Fre­un­dor­fer ist 33 Jahre alt und lebt in München. Sie hat BWL mit Fokus auf Inno­va­tion, Mar­ket­ing, Nach­haltigkeit sowie Ver­braucher­recht in München und Aarhus, Däne­mark, studiert. Anschließend arbeit­ete sie jahre­lang bei ver­schiede­nen Banken und Unternehmens­ber­atun­gen. Im Früh­jahr 2019 hat sie beschlossen, sich endlich mit einem Zero-Waste-Café selb­st­ständig zu machen und zu grün­den. In Courage berichtet sie regelmäßig über ihre Geschäft­sidee, die Grün­dungsphase und die Entwick­lung ihres Unternehmens. Eine Inspi­ra­tion für alle, die auch gern eine eigene Idee ver­wirk­lichen möcht­en. Kathi macht Mut und zeigt, wie es geht.

Von Katha­ri­na Fre­un­dor­fer

Ich wollte mich eigentlich schon immer selb­st­ständig machen. Eigene Ideen umzuset­zen, finde ich reizvoll. Nach meinem BWL-Studi­um habe ich den­noch erst­mal begonnen, mir einen ganz nor­malen Job als Angestellte zu suchen – in ein­er Unternehmens­ber­atung.

Ich dachte, dass ich das Wis­sen aus dem jahre­lan­gen Studi­um erst­mal irgend­wie nutzen muss. Viel Spiel­raum für eigene Ideen blieb im ersten Job allerd­ings nicht. Dafür habe ich gemerkt, dass ich schein­bar ein Prob­lem mit Autoritäten habe. Und mit Regeln, die aufgestellt wur­den, die ich aber nicht ver­standen habe und die für mich oft auch keinen Sinn ergeben haben.

Lieber gründen statt im Büroalltag gefangen sein

Ich hab oft gedacht, dass man die Dinge hier und da doch verän­dern kön­nte, verbessern müsste – und war doch nie in ein­er Entschei­dungspo­si­tion, in der dies möglich gewe­sen wäre. Ich habe nach einem Jahr gekündigt und mein Glück bei ein­er Bank pro­biert. Nach kurz­er Zeit war ich wieder ernüchtert.

Die Prob­leme waren diesel­ben. So ging das weit­er. Ich wech­selte die Jobs, aber irgend­was nervte mich immer gewaltig. Klar war es schön, Geld zu ver­di­enen – und mit den Jahren auch immer mehr, aber ich habe fest­stellen müssen, dass mich das Geld nicht glück­lich macht, son­dern dass mich ein aus mein­er Sicht sin­nvoller Job glück­lich­er und zufrieden­er machen würde.

Angst vor der eigenen Courage

In diesen Jahren reifte in mir immer stärk­er der Wun­sch, mich selb­st­ständig zu machen und irgend­was zu grün­den. Vor Antritt meines let­zten Jobs vor nun fast zwei Jahren, war ich eigentlich schon so weit: Ich hat­te den Plan, im Bere­ich Finanzber­atung für Banken zu grün­den, also in der Branche, in der ich sowieso tätig war. Doch ich bekam Muf­fen­sausen.

Da ich den Job zuvor selb­st gekündigt hat­te, war ich für drei Monate vom Arbeit­slosen­geld ges­per­rt. Meine Erspar­nisse wollte ich nicht antas­ten und zudem hat­te ich ein inter­es­sant klin­gen­des Jobange­bot ein­er Beratungs­fir­ma vor­liegen, sodass ich Hals über Kopf zurück ins Ham­ster­rad gesprun­gen bin. Und genau­so schnell fol­gte das Gefühl, wieder im falschen Job festzusteck­en.

Mit dabei waren die üblichen Prob­leme: Autoritäten und Regeln, mit denen ich nicht klar kam, und zu wenig Gestal­tungsspiel­raum. Dazu kam, dass ich auch immer stärk­er am Sinn mein­er Arbeit zweifelte. Der Fokus meines nun­mehr sechs Jahre zurück­liegen­den Mas­ter-Studi­ums lag auf Nach­haltigkeit. Es war das The­ma, für das ich nun immer stärk­er bran­nte und das ich mir mit jedem weit­eren Finanzjob aber ver­baute. Jobs mit Fokus auf Nach­haltigkeit, auf die ich mich bewor­ben hat­te, habe ich jeden­falls nie bekom­men.

Veränderung macht glücklich

Das Gute an der Sit­u­a­tion war, dass sich der Wun­sch nach Selb­st­ständigkeit im let­zten Jahr mein­er Fes­tanstel­lung so ver­fes­tigte, dass er jet­zt auf sicheren Beinen ste­ht. Ich bin jet­zt bere­it, diesen Weg zu gehen, zumal die finanzielle Sit­u­a­tion dies­mal kom­fort­abler ist: Ich bekomme von Anfang an Arbeit­slosen­geld, dazu Grün­dung­sun­ter­stützung. Sicher­heit gibt mir zudem, dass ich ja jed­erzeit zurück in ein Angestell­tenver­hält­nis kann, wenn ich das möchte.

Wenn meine Idee scheit­ert, dann hätte ich es wenig­stens pro­biert. Ich mag es nicht – nicht bei mir und nicht bei anderen – zu jam­mern und nicht zu ver­suchen, etwas zu ändern. Entwed­er man akzep­tiert dann die Sit­u­a­tion und nimmt sie hin, oder man sucht Lösun­gen. Das erfordert zwar etwas Mut, aber im Moment füh­le ich mich sehr sich­er, das durchzuziehen. Ich denke, manch­mal muss man sich seinen Traumjob ein­fach selb­st erschaf­fen und das mach ich jet­zt. Ich gründe!

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