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Kathi gründet: Raus aus dem Hamsterrad

2020-10-27T12:06:49+01:005. November 2019|

Katha­ri­na Freun­dor­fer ist 33 Jah­re alt und lebt in Mün­chen. Sie hat BWL mit Fokus auf Inno­va­ti­on, Mar­ke­ting, Nach­hal­tig­keit sowie Ver­brau­cher­recht in Mün­chen und Aar­hus, Däne­mark, stu­diert. Anschlie­ßend arbei­te­te sie jah­re­lang bei ver­schie­de­nen Ban­ken und Unter­neh­mens­be­ra­tun­gen. Im Früh­jahr 2019 hat sie beschlos­sen, sich end­lich mit einem Zero-Was­te-Café selbst­stän­dig zu machen und zu grün­den. In Cou­ra­ge berich­tet sie regel­mä­ßig über ihre Geschäfts­idee, die Grün­dungs­pha­se und die Ent­wick­lung ihres Unter­neh­mens. Eine Inspi­ra­ti­on für alle, die auch gern eine eige­ne Idee ver­wirk­li­chen möch­ten. Kathi macht Mut und zeigt, wie es geht.

Von Katha­ri­na Freun­dor­fer

Ich woll­te mich eigent­lich schon immer selbst­stän­dig machen. Eige­ne Ideen umzu­set­zen, fin­de ich reiz­voll. Nach mei­nem BWL-Stu­di­um habe ich den­noch erst­mal begon­nen, mir einen ganz nor­ma­len Job als Ange­stell­te zu suchen – in einer Unter­neh­mens­be­ra­tung.

Ich dach­te, dass ich das Wis­sen aus dem jah­re­lan­gen Stu­di­um erst­mal irgend­wie nut­zen muss. Viel Spiel­raum für eige­ne Ideen blieb im ers­ten Job aller­dings nicht. Dafür habe ich gemerkt, dass ich schein­bar ein Pro­blem mit Auto­ri­tä­ten habe. Und mit Regeln, die auf­ge­stellt wur­den, die ich aber nicht ver­stan­den habe und die für mich oft auch kei­nen Sinn erge­ben haben.

Lieber gründen statt im Büroalltag gefangen sein

Ich hab oft gedacht, dass man die Din­ge hier und da doch ver­än­dern könn­te, ver­bes­sern müss­te – und war doch nie in einer Ent­schei­dungs­po­si­ti­on, in der dies mög­lich gewe­sen wäre. Ich habe nach einem Jahr gekün­digt und mein Glück bei einer Bank pro­biert. Nach kur­zer Zeit war ich wie­der ernüch­tert.

Die Pro­ble­me waren die­sel­ben. So ging das wei­ter. Ich wech­sel­te die Jobs, aber irgend­was nerv­te mich immer gewal­tig. Klar war es schön, Geld zu ver­die­nen – und mit den Jah­ren auch immer mehr, aber ich habe fest­stel­len müs­sen, dass mich das Geld nicht glück­lich macht, son­dern dass mich ein aus mei­ner Sicht sinn­vol­ler Job glück­li­cher und zufrie­de­ner machen wür­de.

Angst vor der eigenen Courage

In die­sen Jah­ren reif­te in mir immer stär­ker der Wunsch, mich selbst­stän­dig zu machen und irgend­was zu grün­den. Vor Antritt mei­nes letz­ten Jobs vor nun fast zwei Jah­ren, war ich eigent­lich schon so weit: Ich hat­te den Plan, im Bereich Finanz­be­ra­tung für Ban­ken zu grün­den, also in der Bran­che, in der ich sowie­so tätig war. Doch ich bekam Muf­fen­sausen.

Da ich den Job zuvor selbst gekün­digt hat­te, war ich für drei Mona­te vom Arbeits­lo­sen­geld gesperrt. Mei­ne Erspar­nis­se woll­te ich nicht antas­ten und zudem hat­te ich ein inter­es­sant klin­gen­des Job­an­ge­bot einer Bera­tungs­fir­ma vor­lie­gen, sodass ich Hals über Kopf zurück ins Hams­ter­rad gesprun­gen bin. Und genau­so schnell folg­te das Gefühl, wie­der im fal­schen Job fest­zu­ste­cken.

Mit dabei waren die übli­chen Pro­ble­me: Auto­ri­tä­ten und Regeln, mit denen ich nicht klar kam, und zu wenig Gestal­tungs­spiel­raum. Dazu kam, dass ich auch immer stär­ker am Sinn mei­ner Arbeit zwei­fel­te. Der Fokus mei­nes nun­mehr sechs Jah­re zurück­lie­gen­den Mas­ter-Stu­di­ums lag auf Nach­hal­tig­keit. Es war das The­ma, für das ich nun immer stär­ker brann­te und das ich mir mit jedem wei­te­ren Finanz­job aber ver­bau­te. Jobs mit Fokus auf Nach­hal­tig­keit, auf die ich mich bewor­ben hat­te, habe ich jeden­falls nie bekom­men.

Veränderung macht glücklich

Das Gute an der Situa­ti­on war, dass sich der Wunsch nach Selbst­stän­dig­keit im letz­ten Jahr mei­ner Fest­an­stel­lung so ver­fes­tig­te, dass er jetzt auf siche­ren Bei­nen steht. Ich bin jetzt bereit, die­sen Weg zu gehen, zumal die finan­zi­el­le Situa­ti­on dies­mal kom­for­ta­bler ist: Ich bekom­me von Anfang an Arbeits­lo­sen­geld, dazu Grün­dungs­un­ter­stüt­zung. Sicher­heit gibt mir zudem, dass ich ja jeder­zeit zurück in ein Ange­stell­ten­ver­hält­nis kann, wenn ich das möch­te.

Wenn mei­ne Idee schei­tert, dann hät­te ich es wenigs­tens pro­biert. Ich mag es nicht – nicht bei mir und nicht bei ande­ren – zu jam­mern und nicht zu ver­su­chen, etwas zu ändern. Ent­we­der man akzep­tiert dann die Situa­ti­on und nimmt sie hin, oder man sucht Lösun­gen. Das erfor­dert zwar etwas Mut, aber im Moment füh­le ich mich sehr sicher, das durch­zu­zie­hen. Ich den­ke, manch­mal muss man sich sei­nen Traum­job ein­fach selbst erschaf­fen und das mach ich jetzt. Ich grün­de!

Mehr über Katha­ri­na Freu­dor­fer und ihre Geschäfts­idee, die Grün­dungs­pha­se und die Ent­wick­lung ihres Unter­neh­mens:

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