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Kakao als süßer Wirtschaftsfaktor

2020-03-16T16:24:52+02:0012. März 2020|

Schoko­lade macht glück­lich und ist bei Deutschen über­aus beliebt. Doch die Preise für Kakao schwanken mitunter gewaltig, was nicht nur an gieri­gen Speku­lanten liegt.

Von Julia Pfan­ner

Die Deutschen lieben Schoko­lade – ob als Schoko­laden-Wei­h­nachts­mann, Schoko-Ostereier, als Tafel oder in Milch aufgelöst: Fast acht Kilo kon­sum­ieren die Bun­des­bürg­er pro Kopf und Jahr, so viel wie son­st kaum eine Nation, zeigen Zahlen des Mark­t­forsch­ers Euromon­i­tor.

Ohne Kakao gäbe es allerd­ings gar keine Schoko­lade. Den höch­sten Ver­brauch an Kakao haben vor allem Wes­teu­ropa und die USA. Die besten Bedin­gun­gen zum Wach­sen find­et der Kakaobaum aber in Äqua­tornähe: Etwa drei Vier­tel des Rohstoffs weltweit kom­men derzeit aus West­afri­ka.

Vor allem aus der Elfen­beinküste, allein hier sollen in der Sai­son 2018/2019 gut 2,2 Mil­lio­nen Ton­nen Bohnen geern­tet wer­den, prog­nos­tiziert die Inter­na­tion­al Cocoa Orga­ni­za­tion, fast die Hälfte der geschätzten rund 4,9 Mil­lio­nen Ton­nen weltweit. Mehrere Mil­lio­nen Ton­nen Ernte klin­gen viel — aber mit solchen Men­gen ist der Markt für Kakao rel­a­tiv klein.

Wet­ter­ab­hängiger Wirtschafts­fak­tor

Und der Kakaobaum ist anfäl­lig. Wenn es in den Anbaulän­dern zum Beispiel Dür­ren gibt oder zu viel Regen fällt, führt das schnell zu großen Schwankun­gen bei der Ernte. Die Län­der spüren die Fol­gen des Kli­mawan­dels oder Auswirkun­gen des Wet­ter­phänomens El Niño, das alle paar Jahre auftritt.

Auch poli­tis­che Unruhen, über­al­terte Kakaobäume oder Schädlinge stören die Pro­duk­tion. Deshalb geht es bei den Kakao­preisen oft tur­bu­lent zu. Die großen Schwankun­gen lock­en außer­dem Speku­lanten. Die wiederum ver­stärken das Preis-Tohuwabo­hu in dem über­schaubaren Markt.

Fast schon leg­endär sind die Geschicht­en um den britis­chen 
Hedge­fonds­man­ag­er Antho­ny Ward. Sein Spitz­name: Schokofin­ger, angelehnt an Goldfin­ger, dem Bösewicht aus dem gle­ich­nami­gen James-Bond-Film, der das Gold in Fort Knox auf Jahrzehnte radioak­tiv verseuchen will, um den Wert des Goldes in 
seinem Besitz in die Höhe zu treiben.

Spekulieren mit Kakao

Schokofin­ger schlug im
 Som­mer 2010 am Kakao­markt zu. Er kaufte mit seinem Hedge­fonds Arma­jaro an der Lon­don­er Rohstoff­börse mehr als 240.000 Ton­nen Kakao im Wert von etwa ein­er Mil­liarde US-Dol­lar, etwa sieben Prozent der weltweit­en Pro­duk­tion. Der Kakao­preis schnellte auf mehr als 2500 Pfund je Tonne nach oben. So hoch hat­te er seit 33 Jahren nicht mehr ges­tanden.

Nicht sein erster Coup, schon 1996 und 2002 hat­te Schokofin­ger riesige Men­gen gekauft. Vor­würfe, er sei ein Speku­lant, der das Ange­bot verk­nappt und so den Preis kün­stlich in die
 Höhe treibt, wies er zurück.

Mehrmals wurde wegen Ern­teein­brüchen und schwank­enden Preisen von eini­gen Anbauge­bi­eten schon der „Schoko­laden­not­stand“ aus­gerufen. In Zukun­ft kön­nte das öfter passieren, denn die Nach­frage etwa aus asi­atis­chen Schwellen­län­dern steigt.

Deutsch­land als Schoko­laden­ex­por­teur

Allein Deutsch­land braucht jedes Jahr weit mehr als 400.000 Ton­nen Kakaobohnen, fast zehn Prozent der glob­alen Ernte. 2019 stellte die Indus­trie laut Schätzun­gen des Bun­desver­bands der Deutschen Süßwarenin­dus­trie (BDSI) hierzu­lande knapp 1,7 Mil­lio­nen Ton­nen Schokowaren, Kakao- und Schoko­hal­berzeug­nisse sowie kakao­haltige Lebens­mit­telzu­bere­itun­gen im Wert von 6,4 Mil­liar­den Euro her.

Fast 676.000 Ton­nen Schoko­lade und Schokowaren wur­den exportiert, so der BDSI, vor allem ins Vere­inigte Kön­i­gre­ich, nach Frankre­ich, Polen, die Nieder­lande und Öster­re­ich. Deutsch­land war zulet­zt laut Cen­tre for the Pro­mo­tion of Imports from devel­op­ing coun­tries (CBI) welt­größter Schoko­ex­por­teur. Rund 328.000 Ton­nen wur­den importiert, beson­ders aus den Nieder­lan­den, der Schweiz, Polen, Bel­gien, Öster­re­ich und Ital­ien.

Siegel für nach­haltig pro­duzierten Kakao

Kakao wird vor allem auf kleinen Far­men ange­baut, und die Bauern erwirtschaften meist nicht genug zum Leben. Ghana und die Elfen­beinküste etwa, wo es auch garantierte Min­dest­preise für die Bauern gibt, die von der Regierung fest­gelegt wer­den, ver­suchen, Preisauf­schläge durchzuset­zen.

Nach­haltig pro­duziert­er Kakao wird immer wichtiger, auch wenn das Siegel oft nicht hält, was es ver­spricht. Das Ver­braucher­magazin „Öko-Test“ unter­suchte jüngst 25 Vollmilch­schoko­laden und fand her­aus, dass nicht ein­mal für zer­ti­fizierten Kakao aus­re­ichend Löhne gezahlt wur­den. Zudem gäbe es keine Garantie, dass keine Kinder auf den Feldern schuften oder Regen­wald gerodet wurde.

Und: Bei den Siegeln Fair­trade und UTZ ist erlaubt, zer­ti­fizierten mit nicht zer­ti­fizierten Kakao zu mis­chen — den höheren Preis bekommt der Bauer aber trotz­dem bezahlt.

Bis aus Kakao Schoko­lade wird, durch­läuft der Rohstoff mehrere Stufen. Vom Anbau über die Han­dels- und Ver­ar­beitung­sun­ternehmen bis hin zu den Schoko­laden­pro­duzen­ten und Einzel­händlern ist der Markt äußerst konzen­tri­ert. Es geht um viel Geld: 2017 lag der Umsatz mit Schoko­lade laut Sta­tista weltweit bei etwa 130 Mil­liar­den US-Dol­lar.

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