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Robo-Advisor für den Vermögensaufbau

2020-05-04T08:28:20+02:0030. April 2020|

Mit ein paar Klicks kön­nen Nutzer eines Robo-Advi­sors das zu den indi­vidu­ellen Bedürfnis­sen passende Port­fo­lio bauen. Wir wer­fen einen Blick ins Gehäuse der Ren­dite-Auto­mat­en.

Von Markus Hin­ter­berg­er

Robo-Advi­sor sind in aller Munde. Hin­ter dem Begriff, der ein biss­chen nach Sci­ence-Fic­tion klingt, ver­steckt sich, vere­in­facht aus­ge­drückt, nichts anderes als die Idee, Geld ohne das Zutun von Men­schen anzule­gen und zu ver­wal­ten. Die ersten Anbi­eter von Robo-Advi­sor kamen in den Jahren 2012/2013 auf den Markt, als Index­fonds, kurz ETFs, hin­re­ichend bekan­nt waren. Ohne den Erfolg dieser Fonds, die stur und com­put­ergestützt einen Index nach­bilden und daher entsprechend gün­stig sind, wären Robo-Advi­sor undenkbar. Denn sie ver­sprechen, Geld kostengün­stig und mith­il­fe von mod­ern­er Tech­nik anzule­gen. In Deutsch­land ver­wal­teten die Robos 2019 laut ein­er Schätzung von Sta­tista knapp 7,5 Mil­liar­den Euro. Bis 2023 kön­nte der Markt dem Por­tal zufolge auf mehr als 30 Mil­liar­den Euro anschwellen (siehe Grafik).

Sind Robo-Advisor die Finanzberater der Zukunft?

Über den Stel­len­wert in der Finanzin­dus­trie schei­den sich die Geis­ter: Während einige Finanzwis­senschaftler in ihnen den ersten Schritt zur kom­plett dig­i­tal­en Gel­dan­lage sehen, beze­ich­nen Kri­tik­er Robo-Advi­sor als Ver­trieb­splat­tfor­men für ETFs. Fakt ist, dass Robos sich ständig weit­er­en­twick­eln und der Ansatz, ein­fach nur dig­i­tal Geld zu ver­wal­ten, immer weit­er aufwe­icht. Hart­mut Giesen, der sich für die Ham­burg­er Sutor Bank seit gut sieben Jahren mit dem The­ma beschäftigt, beschreibt es sehr tre­f­fend, wenn er sagt, dass wir uns heute noch gar nicht vorstellen kön­nen, wozu Robos in zehn Jahren in der Lage sein wer­den. „Vor zehn bis 15 Jahren haben wir es uns auch noch nicht vorstellen kön­nen, dass wir heute Musik nicht mehr kaufen, son­dern über ein Abo strea­men.“

Wie funktionieren Robo-Advisor?

Wer sich entschei­det, sein Geld bei einem Robo-Advi­sor anzule­gen, muss in der Regel zunächst einige Fra­gen beant­worten. Diese kön­nen mehr oder weniger detail­liert und mehr oder min­der zahlre­ich sein. Mit den Antworten kann der Robo fest­stellen, welch­es Risiko der Kunde zu tra­gen bere­it ist. Ganz all­ge­mein gilt: Je mehr Risiko oder Wertschwankun­gen der Kunde beim Investieren aushal­ten kann, desto höher ist die Aktien­quote. Auf­grund der Antworten wird der Inter­essent in eine Risikok­lasse eingestuft, die er in der Regel nur „nach unten“ wech­seln kann. Das heißt, weniger Risiko ist kein Prob­lem, soll das Depot aber schwankungsan­fäl­liger wer­den, sper­rt sich das Sys­tem.

Wie viele gibt es von ihnen?

Aktuell gibt es rund 20 Anbi­eter für Robo-Advi­sor, von denen viele tat­säch­lich einiges mit den von Kri­tik­ern genan­nten Ver­trieb­splat­tfor­men für ETFs gemein haben. Das Anlagesys­tem sowie die Art und Weise, wie das Risiko der Kun­den kleinge­hal­ten wer­den soll, sind von Anbi­eter zu Anbi­eter anders. So ver­fol­gt Scal­able Cap­i­tal einen von Wis­senschaftlern entwick­el­ten Ansatz mit dem Namen Val­ue at Risk, mit dessen Hil­fe je nach Börsen­phase stets der opti­male Anteil von Aktien gefun­den wer­den soll.

Was kosten Robo-Advisor?

Die meis­ten Robo-Advi­sor-Anbi­eter erheben eine prozen­tuale Gebühr, die sich an der Summe des angelegten Geldes und an der Risikok­lasse ori­en­tiert. Je mehr Geld angelegt wird und je niedriger der Aktien­an­teil ist, desto niedriger ist die Gebühr. Einige erheben zwei Gebühren, eine für die Ver­wal­tung. Hier wer­den zwis­chen 0,3 und einem Prozent des angelegten Geldes fäl­lig. Und eine zweite Gebühr, die sich am gewählten Anlagerisiko ori­en­tiert. Unterm Strich wer­den zwis­chen einem hal­ben und zwei Prozent des angelegten Geldes fäl­lig. Aus­gabeauf­schläge, die etwa anfall­en, wenn man Anteile von Invest­ment­fonds kauft, gibt es keine.

Sind Robo-Advisor für jedermann geeignet?

Grund­sät­zlich geben alle Anbi­eter an, für jeden Kun­den geeignet zu sein. Ein genauer­er Blick zeigt jedoch, dass es inzwis­chen Anbi­eter gibt, die beispiel­sweise ganz bewusst auf ver­mö­gen­dere Kun­den set­zen wie etwa Liqid. Hier geht es erst ab einem Betrag von 100.000 Euro los. Mit gerin­geren Beträ­gen kann man die Dien­ste des dig­i­tal­en Ver­mö­gensver­wal­ters nicht nutzen. Dafür bekom­men die Kun­den dann Zugang zu Pri­vate-Equi­ty-Invest­ments, bei denen Anleger für gewöhn­lich nur mit hohen sechsstel­li­gen Sum­men mit von der Par­tie sein kön­nen. Auf der anderen Seite etablieren sich Anbi­eter wie Raisin − eini­gen Fest­geldspar­ern unter dem Namen Welts­paren bekan­nt. Sie zie­len auf Kun­den mit weniger Kap­i­tal, die aber auch Fest­geld und Tages­geld­kon­ten über den Robo abschließen und Anteile von Fonds kaufen wollen.

Können Robo-Advisor Banken ersetzen?

Es ist sehr wahrschein­lich, dass ein Teil der Anbi­eter nach und nach mehr bieten wird. Einige, zum Beispiel Mon­ey­farm, bauen ihr Beratungsange­bot aus. Andere wer­den nach Ansicht von Hart­mut Giesen von der Sutor Bank nach und nach alle Dien­stleis­tun­gen eines Ver­mö­gensver­wal­ters im Pro­gramm haben. Für die Kun­den wer­den Finanz­pläne angelegt oder etwa Ver­sicherungslö­sun­gen aufgezeigt. Giesen rech­net auch damit, dass große amerikanis­che Inter­ne­tun­ternehmen wie Apple, Ama­zon, Google oder Face­book das Geschäft für sich ent­deck­en. Ein paar dieser Unternehmen bieten bere­its gemein­sam mit Banken Kon­ten an oder die Möglichkeit, mit dem Smart­phone zu zahlen. „Dass Robo-Advi­sor gute Kun­den­ber­atung erset­zen, erscheint auf abse­hbare Zeit unre­al­is­tisch“, sagt Axel Wie­andt, ehe­ma­liger Bankman­ag­er und Hon­o­rarpro­fes­sor an der pri­vat­en Hochschule WHU. Experte Giesen kann sich indes vorstellen, dass bei den Robos bald Algo­rith­men und Men­schen zusam­me­nar­beit­en: „Es gibt nur wenige, die sich mit Fra­gen der Gel­dan­lage auss­chließlich an eine Mas­chine wen­den. Men­schen wer­den gern von Men­schen berat­en.“

Wie sicher sind Robo-Advisor?

Nicht alle Robo-Advi­sor sind durch die Finan­za­uf­sicht Bafin lizen­zierte Ver­mö­gensver­wal­ter. Mitunter han­delt es sich um weniger stark reg­ulierte Anlagev­er­mit­tler im Sinne der Gewer­be­ord­nung. Diesen Sta­tus haben beispiel­sweise Bevestor und Growney. Auf den Inter­net­seit­en der Anbi­eter kön­nen sich Inter­essen­ten ein Bild von den Kon­di­tio­nen und dem Anlagekonzept machen. Die derzeit in Deutsch­land aktiv­en Anbi­eter haben kein eigenes Ein­la­gengeschäft, son­dern sind wie im Fall von Raisin lediglich Ver­mit­tler von Tages­geld- und Fest­gel­dan­ge­boten. Bei diesen Offer­ten gilt die Ein­la­gen­sicherung der Bank, deren Sparof­ferte ver­mit­telt wurde. Generell sind Kon­ten bei Banken aus der Euro­zone bis zu ein­er Summe von 100.000 Euro pro Kunde gesichert.

Führt der Robo im Auf­trag seines Kun­den ein Depot oder hat er dem Kun­den einen Wert­pa­pi­er-Spar­plan ver­mit­telt, ist das angelegte Geld Son­derver­mö­gen, das bei der Pleite des Robo-Advi­sors oder dessen Depot­bank nicht ange­tastet wird. Die Wert­pa­piere wer­den also nicht Teil der Insol­venz­masse und kön­nen nicht dazu genutzt wer­den, Gläu­biger der Unternehmen zu bedi­enen.
Unser Rat: Nur wer die Bauweise und Instru­mente dieser dig­i­tal­en Anlageau­to­mat­en einiger­maßen ver­ste­ht, sollte Geld „ein­wer­fen“.

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