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Kurzfristiges Geld: horten oder anlegen?

2020-10-23T10:38:42+02:0023. Oktober 2020|

Rück­la­gen sind wich­tig und in Unmen­gen auf deut­schen Kon­ten vor­han­den. Zin­sen gibt es kei­ne, im Gegen­teil, die kurz­fris­ti­ge Ren­di­te ist nega­tiv. 

Spar­buch, Kopf­kis­sen oder Spar­schwein sind schon län­ger tabu, aber auch auf Tages­geld­kon­ten – es sei denn, Sie nut­zen ein Neu­kun­den­an­ge­bot – schwin­det die Rück­la­ge schnell. Die Infla­ti­on nagt am Ertrag, auch wenn der Anla­ge­be­trag nomi­nal noch zu sehen ist.

Von Rena­te Kewe­nig

Was tun?

Wer Zeit und Lust hat wech­selt alle sechs Mona­te den Anbie­ter und pro­fi­tiert von Neu­kun­den-Kon­di­tio­nen, aber Zin­shop­ping gestal­tet sich rela­tiv müh­se­lig. Sinn­vol­ler teilt man die Zeit­ferns­ter auf in: 

  • Sehr kurz­fris­tig (0–1 Jahr) auf ein Tages­geld­kon­to und 
  • Kurz­fris­tig (bis 3 Jah­re) in ein gemisch­tes Fonds­de­pot. 

Ein kurz­fris­ti­ges Mus­ter­de­pot „Reser­ve“ für 12 Mona­te ab Ende Sep­tem­ber 2019 zeigt, dass eine Mischung aus einem guten defen­si­ven Misch­fonds, 2 Geld­markt­fonds und 2 Ren­ten­fonds, die eher kurz­fris­tig anle­gen, einen posi­ti­ven Ertrag von fast 0,7% im Jahr erge­ben, bei hoher Sta­bi­li­tät. Zwar weist das Depot im Früh­jahr 2020 auch einen Coro­na-Rück­set­zer auf, der aber trag­bar ist. 

Muss das Depot oder der kurzfristige Anteil in einem größeren Portfolio nach 3 Jahren aufgelöst werden?

Natür­lich nicht, denn kurz­fris­ti­ge Beträ­ge gehö­ren immer in eine Ver­mö­gens­struk­tur.

Übri­gens: Die Bei­mi­schung eines ETF auf den EONIA (Euro Over­Night Index Average – ein gewich­te­ter Durch­schnitt kurz­fris­ti­gen Gel­des im Inter­ban­ken­markt) hat das Ergeb­nis im Reser­ve-Depot nicht ver­bes­sert und allein ein­ge­setzt war er schlech­ter. 

Wer etwas muti­ger ist, kann auch nur auf einen guten, defen­si­ven Misch­fonds set­zen, der im Mus­ter­de­pot nur antei­lig ver­tre­ten ist: Er hät­te im glei­chen Zeit­raum 4,8% gebracht, wenn auch mit einem etwas stär­ke­ren, kur­zen Rück­gang, als die Mischung.

Und die Kosten?

Die Ren­di­ten berück­sich­ti­gen bereits die inter­nen Fonds­kos­ten, ledig­lich der Aus­ga­be­auf­schlag fällt im ers­ten Jahr bei Kauf an. Hier ergibt sich ein durch­schnitt­li­cher Preis von 1%, je nach Depot­bank oder Bera­ter­kon­zept fal­len die Kos­ten auch gerin­ger aus. Über eine Hal­te­dau­er von min­des­tens 3 Jah­re rela­ti­viert sich der Aus­ga­be­auf­schlag.

Wer ohne Bera­ter inves­tiert, sucht nach qua­li­ta­tiv guten Invest­ment­fonds, die eine nied­ri­ge Risi­ko­kenn­zahl auf­wei­sen und posi­tiv bewer­tet sind. Hier hel­fen Fonds­no­ten und Ratings ver­schie­de­ner Anbie­ter.

Ver­trau­en schaf­fen Pro­duk­te, die in meh­re­ren Zeit­räu­men gut abschnei­den. Gera­de für Ein­stei­ge­rin­nen macht das anfangs etwas Arbeit, hier kann ein Coa­ching hel­fen. Anschlie­ßend reicht ein gele­gent­li­cher Blick auf die Resul­ta­te.

Wer lie­ber auf Bera­tung setzt: Gute Finanz­un­ter­neh­men ver­fü­gen über defi­nier­te Pro­zes­se, mit denen sie ihre Pro­dukt­aus­wahl tref­fen. Las­sen Sie sich die Kri­te­ri­en erklä­ren, um zu ver­ste­hen, ob die Emp­feh­lung in Ihrem Sin­ne erfolgt. Oder ande­re Grün­de wie zum Bei­spiel Pro­vi­sio­nen oder Kon­zern­ab­le­ger kön­nen eine Rol­le spie­len.

Fazit: Alternativen zum Kopfkissen oder Sparschwein bringen zumindest einen kleinen Ertrag und Einbrecher gehen leer aus.

© Rena­te Kewe­nig, Finanz­bil­de­rin, Finanz­ver­stand 2020

Über die Autorin:

Rena­te Kewe­nig grün­de­te als eine der ers­ten Unter­neh­me­rin­nen in Deutsch­land eine Anla­ge­be­ra­tung für Frau­en. Als Bera­te­rin führ­te sie in über zwan­zig Jah­ren unzäh­li­ge Gesprä­che und folg­te stets ihrem beruf­li­chen Leit­mo­tiv einer „Bera­tung auf Augen­hö­he“. In zahl­rei­chen Anleger*innen ‑Semi­na­ren leg­te sie schon früh die Basis für ihre heu­ti­ge Tätig­keit als Dozen­tin und Finanz­coach.

Seit 2016 kon­zen­triert sie sich mit ihrem neu­en Unter­neh­men auf unab­hän­gi­ge Finanz­bil­dung. Als „Finanz­bil­de­rin“ unter­stützt sie vor allem Frau­en mit dem pas­sen­den Wis­sen, um ihre finan­zi­el­len Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Dabei ist sie über­zeugt: „Finanz­wis­sen ist der bes­te Anle­ger­schutz“. Lang­jäh­ri­ge Berufs­er­fah­rung, regel­mä­ßi­ge Wei­ter­bil­dun­gen und eine gute Ver­net­zung in der Bran­che bil­den die Basis für span­nen­de Semi­nar- und Work­shop­kon­zep­te.

Bei Geldfreundinnen.de fin­den Sie von Rena­te Kewe­nig vie­le wei­te­re wert­vol­le Infor­ma­tio­nen rund um das The­ma Geld­an­la­ge.

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