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Die besten Anleihen

2021-04-07T10:09:02+02:002. April 2021|

Anlei­hen, oft mit dem eng­li­schen Begriff „Bond“ bezeich­net, sind die größ­te Wert­pa­pier­gat­tung. Rich­tig ein­ge­setzt, sor­gen sie für Sta­bi­li­tät im Depot. Der aktu­el­le Null­zins bringt aber Pro­ble­me.

Von Julia Groth

So man­che Anle­ge­rin wünscht sich beim Inves­tie­ren jeman­den, der vor fal­schen Ent­schei­dun­gen warnt oder das Ruder her­um­reißt, wenn mal etwas schief­geht. So jeman­den wie James Bond am bes­ten.

Die „Bonds“, die man an den Finanz­märk­ten antrifft, kön­nen die­se Erwar­tung indes nicht erfül­len. Es han­delt sich bei ihnen um Anlei­hen, angel­säch­sisch Bonds. Anlei­hen sind der Basis­bau­stein der meis­ten Depots: fest­ver­zins­lich und jeder­zeit an der Bör­se han­del­bar. 

Die Grund­idee: Anle­ger lei­hen Staa­ten oder Unter­neh­men für einen begrenz­ten Zeit­raum Geld. Die­ser Kre­dit­ver­trag wird in einer Schuld­ver­schrei­bung nie­der­ge­legt.

Als Aus­gleich für den Kon­sum­ver­zicht in der Gegen­wart und das Risi­ko, dass der Schuld­ner der Anlei­he – ein Staat, eine Kör­per­schaft, eine Bank oder ein Unter­neh­men – zum Lauf­zeit­ende das Geld nicht zurück­zah­len kann, erhal­ten die Erwer­ber der Anlei­he regel­mä­ßig einen zumeist fixen Zins, auch Kupon genannt. Dabei gilt: Je län­ger die Lauf­zeit und je wack­li­ger der Schuld­ner, des­to höhe­re Zin­sen muss er bie­ten, damit ihm Inves­to­ren über­haupt Geld lei­hen. 

„Im Anlei­he­uni­ver­sum gibt es meh­re­re Seg­men­te mit höher ver­zins­ten Anlei­hen“, erklärt Clau­dia Calich. Die Fonds­ma­na­ge­rin ver­wal­tet beim bri­ti­schen Fond­s­haus M & G fast sechs Mil­li­ar­den Euro, ver­teilt auf fünf Fonds, vor allem Anlei­hen.

Calich erklärt, dass Titel von Schuld­nern, die beson­ders kre­dit­wür­dig sind, nied­ri­ge, aber siche­re Erträ­ge ver­spre­chen. Schuld­ti­tel von weni­ger kre­dit­wür­di­gen Staa­ten oder Unter­neh­men sind dank ihrer hohen Zin­sen als Ren­di­te­brin­ger inter­es­sant, ber­gen aber auch ein höhe­res Aus­fall­ri­si­ko.

Anleihen in Wertpapierportfolios

Ein klug zusam­men­ge­setz­tes Wert­pa­pier­port­fo­lio soll­te meh­re­re Ren­di­te­quel­len und unter­schied­li­che Wert­pa­pier­gat­tun­gen ent­hal­ten, erklärt Calich. „Das schließt Anlei­hen mit ein“, sagt sie.

Ob eher siche­re, ertrags­schwa­che oder eher ris­kan­te, höher ver­zins­te Anlei­hen ins Depot gehö­ren, hän­ge von den Lebens­um­stän­den, dem Risi­ko­pro­fil und dem Anla­ge­ho­ri­zont des Inves­tors ab. „Für die rich­ti­ge Port­fo­li­o­zu­sam­men­set­zung ist pro­fes­sio­nel­ler Rat von größ­ter Bedeu­tung“, sagt die Fonds­ma­na­ge­rin. 

Tat­säch­lich kön­nen Anla­ge­tipps vom Pro­fi gera­de bei Invest­ments in Anlei­hen nicht scha­den. Die Papie­re sind näm­lich nur auf den ers­ten Blick sim­pel. Wer sie kauft, merkt rasch: Bei Anlei­hen gibt es eini­ge selt­sa­me, kon­train­tui­ti­ve Dyna­mi­ken.

Die wich­tigs­te: Wenn der Zins am Kapi­tal­markt fällt, steigt in der Regel der Kurs von Anlei­hen, die bereits auf dem Markt sind, und ihre Ren­di­ten (Zins­ku­pon geteilt durch den Kurs) sin­ken.

Das gilt auch umge­kehrt. Steigt der Kapi­tal­markt­zins, fal­len die Anlei­he­kur­se, und die Ren­di­ten der gehan­del­ten Papie­re klet­tern in die Höhe.

Der Zins am Kapi­tal­markt, an dem für län­ge­re Fris­ten Geld ge- und ver­lie­hen wird, hängt einer­seits von Ange­bot und Nach­fra­ge ab, was wie­der­um vom Insol­venz­ri­si­ko der Schuld­ner bestimmt wird. Ande­rer­seits beein­flus­sen die Akti­vi­tä­ten der Noten­ban­ken den Zins.

Wenn zum Bei­spiel – wie seit meh­re­ren Jah­ren gesche­hen – die Euro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) zur Sta­bi­li­sie­rung des Euro­raums den Leit­zins (das ist der Zins, zu dem sich Spar­kas­sen und ande­re Kre­dit­in­sti­tu­te Geld bei der EZB lei­hen kön­nen) unter null fest­ge­legt hat und gleich­zei­tig im Umfang von bis zu 70 Mil­li­ar­den Euro im Monat Anlei­hen von Staa­ten und Unter­neh­men auf­kauft, wird das Niveau des Kapi­tal­markt­zin­ses künst­lich nied­rig gehal­ten. 

Wer neu anlegt, hat des­halb mit Anlei­hen der­zeit ein Pro­blem. Von guten Schuld­nern bekommt man prak­tisch kei­nen Zins mehr. Wer schon län­ger Anlei­hen besitzt, kann sich dage­gen freu­en. Ent­we­der gibt es Jahr für Jahr noch eine ordent­li­che Kupon­zah­lung, oder die Anlei­he lässt sich mit einem schö­nen Gewinn ver­kau­fen.

Ein Bei­spiel: Eine vor vie­len Jah­ren aus­ge­ge­be­ne Anlei­he der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat einen Kupon von fünf Pro­zent und wird in einem Jahr zurück­ge­zahlt. Bei Anlei­hen, die der­zeit neu auf­ge­legt wer­den, liegt die Ver­zin­sung unter null Pro­zent.

Wer also einen sol­chen Fünf­pro­zen­ter mit einem Jahr Rest­lauf­zeit und, sagen wir, im Wert von 1000 Euro in sei­nem Depot hat, bekommt bei einem Ver­kauf heu­te min­des­tens 1050 Euro. Die Ren­di­ten eines Schuld­ners sind, bis auf die Lauf­zeit­un­ter­schie­de, an der Bör­se immer gleich. 

Anlei­hen mit lan­ger Rest­lauf­zeit reagie­ren beson­ders hef­tig auf Zins­än­de­run­gen. Die Kur­se soge­nann­ter Kurz­läu­fer fal­len bei stei­gen­den Zin­sen weni­ger stark. Weil das Zins­ni­veau einen so gro­ßen Ein­fluss auf Kupons und Anlei­he­kur­se hat, ver­fol­gen Inves­to­ren die Geld­po­li­tik der gro­ßen Noten­ban­ken sehr genau. 

Seit der Finanz­kri­se in den Jah­ren 2008 und 2009 lie­gen die Leit­zin­sen in der Euro­zo­ne und in den USA auf einem his­to­risch nied­ri­gen Niveau. Dadurch woll­ten die Zen­tral­ban­ken die Kre­dit­ver­ga­be und den Kon­sum ankur­beln.

Das klapp­te zwar nicht so gut wie erhofft, ande­rer­seits hät­ten stei­gen­de Zin­sen der Kon­junk­tur einen Dämp­fer ver­passt. Die US-Noten­bank Federal Reser­ve (Fed) wag­te es zeit­wei­lig, den Leit­zins leicht anzu­he­ben, weil die ame­ri­ka­ni­sche Wirt­schaft brumm­te. Die EZB zeig­te sich dage­gen zurück­hal­ten­der. Dann kam Coro­na.

Auch Aktien beeinflussen Anleihen

Die Covid-19-Pan­de­mie dürf­te zur Fol­ge haben, dass die Leit­zin­sen zumin­dest in der Euro­zo­ne bis auf Wei­te­res nied­rig blei­ben. Die EZB wird wei­ter­hin Anlei­hen von Staa­ten aus dem Euro­raum kau­fen, um deren Wirt­schaft zu stüt­zen.

Wür­de die Noten­bank die Zin­sen anhe­ben, könn­ten wirt­schaft­lich stark ange­schla­ge­ne Län­der wie Ita­li­en oder auch Spa­ni­en ihre Zins­zah­lun­gen wohl nicht mehr stem­men und wür­den unter ihrer Schul­den­last kol­la­bie­ren. Die Sta­bi­li­tät des Euro wäre in Gefahr.

Für Anlei­hein­ves­to­rin­nen bedeu­tet die Coro­nabe­ding­te Zins­mi­se­re: Neu aus­ge­ge­be­ne Schuld­ti­tel wer­den wohl auf unab­seh­ba­re Zeit nur mick­ri­ge Zin­sen brin­gen, zumin­dest wenn sie von Staa­ten oder Unter­neh­men mit hoher Kre­dit­wür­dig­keit emit­tiert wer­den.

Mit dem Zins­ein­kom­men soll­te man des­halb bes­ser nicht rech­nen. Aller­dings könn­ten die Anlei­he­kur­se stei­gen. Denn nicht nur das Zins­ni­veau beein­flusst die Anlei­he­kur­se, son­dern auch die Ent­wick­lung am Akti­en­markt.

Anlei­hen von Emit­ten­ten mit Top­bo­ni­tät, zum Bei­spiel Deutsch­land, gel­ten als siche­rer Hafen in tur­bu­len­ten Bör­sen­pha­sen. Wenn es an den Akti­en­märk­ten drun­ter und drü­ber geht und die Akti­en­kur­se absa­cken, schich­ten des­halb vie­le Inves­to­ren ihr Geld in Anlei­hen um und die Anlei­he­kur­se zie­hen wegen der höhe­ren Nach­fra­ge an. Das heißt, das Ren­di­te­ni­veau sinkt.

In sol­chen Zei­ten inter­es­siert es Anle­ge­rin­nen kaum, dass siche­re Anlei­hen kei­ne oder nur äußerst nied­ri­ge Kupons bie­ten. Die hohe Nach­fra­ge führt dann zeit­wei­se dazu, dass sie de fac­to Geld dafür bezahl­ten, dem deut­schen Staat Geld lei­hen zu dür­fen. 

Trotz der Zins­mi­se­re blei­ben boni­täts­star­ke Staats­an­lei­hen ein wich­ti­ger Port­fo­li­o­bau­stein. „Sie die­nen in ers­ter Linie als Sicher­heits­puf­fer“, erklärt Mecht­hild Upgang.

Die auf Frau­en spe­zia­li­sier­te Finanz­be­ra­te­rin rät dazu, siche­re Staats­an­lei­hen nicht nur der Zin­sen wegen im Depot zu haben, son­dern sie auch als Liqui­di­täts­re­ser­voir zu nut­zen: Fal­len die Akti­en­kur­se, kön­nen Inves­to­rin­nen einen Teil ihrer – dann stär­ker nach­ge­frag­ten – Anlei­hen ver­kau­fen und den Ver­kaufs­er­lös dazu nut­zen, güns­ti­ger gewor­de­ne Akti­en zu kau­fen.

Upgang emp­fiehlt für ein schlich­tes Port­fo­lio vor allem Staats­an­lei­hen auf Euro­ba­sis. „Dadurch ver­mei­den Anle­ge­rin­nen Wäh­rungs­ri­si­ken und Zah­lungs­aus­fäl­le von Unter­neh­men in Kri­sen­zei­ten“, sagt sie.

Vie­le Zins­pa­pie­re wer­den nicht in Euro, son­dern in Dol­lar oder ande­ren Wäh­run­gen aus­ge­ge­ben, was die Chan­ce auf Wäh­rungs­ge­win­ne, aber auch das Risi­ko von Wäh­rungs­ver­lus­ten mit sich bringt. 

Um siche­re Staats- und Unter­neh­mens­an­lei­hen her­um kön­nen Inves­to­rin­nen risi­ko­rei­che­re Anlei­hen als Ren­di­te­brin­ger grup­pie­ren.

Die bekann­tes­te Vari­an­te sind soge­nann­te Hoch­zins­an­lei­hen. Das sind Schuld­ti­tel von Unter­neh­men mit mit­tel­mä­ßi­ger Kre­dit­wür­dig­keit. Sie wer­den auch als Schrott- oder Ram­sch­an­lei­hen bezeich­net. Schlimms­ten­falls kön­nen Anle­ge­rin­nen damit ihren gesam­ten Ein­satz ver­lie­ren, warnt Upgang. 

Auch Schuld­ti­tel aus auf­stre­ben­den Volks­wirt­schaf­ten, den soge­nann­ten Schwel­len­län­dern, bie­ten oft hohe Kupons. Fonds­ma­na­ge­rin Calich, die auf Schwel­len­län­der-Zins­pa­pie­re spe­zia­li­siert ist, ist über­zeugt: Für das höhe­re Ver­lust­ri­si­ko wer­den Anle­ge­rin­nen adäquat ent­schä­digt. Sowohl Staats- als auch Unter­neh­mens­an­lei­hen aus den Schwel­len­län­dern sei­en ein span­nen­des Invest­ment.

Nachhaltigkeit auch bei Anleihen

Wer sich nicht nur deut­sche Staats­an­lei­hen ins Depot legen, son­dern ein breit gestreu­tes Anlei­h­e­portfo­lio auf­bau­en will, soll­te in ein oder zwei Anlei­he­fonds inves­tie­ren, zum Bei­spiel in einen Staats- und einen Unter­neh­mens­an­lei­he­fonds. Eine brei­te Streu­ung lässt sich damit ein­fa­cher und bil­li­ger errei­chen, als wenn man selbst meh­re­re Dut­zend Ein­zel­an­lei­hen in klei­ner Stü­cke­lung kauft. 

Eine Alter­na­ti­ve sind auch bör­sen­ge­han­del­te Index­fonds (Exchan­ge-Tra­ded Funds, ETFs). Sie sind güns­ti­ger als aktiv ver­wal­te­te Fonds, weil kein spe­zia­li­sier­tes Per­so­nal bezahlt wer­den muss, son­dern nur ein Index nach­ge­bil­det wird.

Der Nach­teil: Die größ­te Schuld­ne­rin hat in klas­si­schen Anlei­hein­di­zes das größ­te Gewicht. Gerät sie in Schwie­rig­kei­ten und gehen die Kur­se ihrer Anlei­hen zurück, wird das zum Pro­blem, weil im ETF kei­ne Anpas­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den kön­nen.

Wol­len Anle­ge­rin­nen in nach­hal­ti­ge Anlei­hen inves­tie­ren, haben sie bis­lang rela­tiv wenig Aus­wahl. Die Bun­des­re­pu­blik fei­er­te mit einer sol­chen Emis­si­on gera­de Pre­mie­re. „Es lohnt sich aber ein Blick auf soge­nann­te Green-Bond-ETFs“, sagt Upgang.

Das Geld, das die Emit­ten­ten damit ein­sam­meln, muss für umwelt­freund­li­che Pro­jek­te ver­wen­det wer­den. Bis­lang sind Green Bonds nur ein Nischen­in­vest­ment. Weil die Nach­fra­ge steigt, dürf­te ihnen in den nächs­ten Jah­ren aber eine immer grö­ße­re Bedeu­tung zukom­men.

Staatsanleihen 

Staats­an­lei­hen wer­den von Regie­run­gen aus­ge­ge­ben. Wie sicher sie sind, hängt davon ab, wie gut die Regie­run­gen wirt­schaf­ten. Gel­ten Staa­ten als ver­trau­ens­wür­di­ge Schuld­ner, bekom­men sie von den gro­ßen Rating­agen­tu­ren Top­bo­ni­täts­no­ten. Ihre Anlei­hen brin­gen der­zeit prak­tisch kei­ne Zin­sen, punk­ten aber mit Sicher­heit.

ETF-Tipp: iSha­res Euro Aggre­ga­te Bond UCITS ETF 

ISIN: IE 00B 3DK XQ4 1

Unternehmensanleihen 

Vie­le Unter­neh­men, vor allem gro­ße, finan­zie­ren sich am Kapi­tal­markt, indem sie Anlei­hen aus­ge­ben. Die­se bie­ten in der Regel höhe­re Kupons als Staats­an­lei­hen, weil Fir­men als etwas unsi­che­re­re Schuld­ner gel­ten als Staa­ten.

Anlei­hen von Unter­neh­men mit einem Rating im obe­ren Drit­tel der Ska­la tra­gen das Prä­di­kat „Invest­ment Gra­de“. Das bedeu­tet, dass sie ein ver­gleichs­wei­se gerin­ges Risi­ko ber­gen, Zins und Til­gung nicht bedie­nen zu kön­nen. Je höher das Aus­fall­ri­si­ko, des­to höher der Zins. Im Fach­jar­gon heißt die­ser Risi­ko­auf­schlag „Credit Spread“.

Fonds-Tipp: Nor­dea 1 – Euro­pean Cove­r­ed Bond Fund 

ISIN: LU 007 631 545 5


Hochzinsanleihen

Hoch­zins­an­lei­hen, manch­mal auch als Schrott- oder Ram­sch­an­lei­hen, auf Eng­lisch als High-Yield- oder Junk-Bonds bezeich­net, kön­nen sowohl von hoch ver­schul­de­ten Staa­ten als auch von Unter­neh­men stam­men.

Die Inves­to­ren las­sen sich die schlech­te Bewer­tung der Rating­agen­tu­ren mit einem Ren­di­te­auf­schlag bezah­len. Fach­leu­te spre­chen von „Non-Invest­ment Gra­de“. Für die hohen Kupons, die Hoch­zins­an­lei­hen bie­ten, neh­men Anle­ger in Kauf, ihr Kapi­tal zu ver­lie­ren. In breit gestreu­te Fonds zu inves­tie­ren, redu­ziert das Risi­ko jedoch erheb­lich.

Fonds-Tipp: Can­dri­am Bonds Euro High Yield 

ISIN: LU 001 211 960 7


Schwellenländer-Anleihen

Schuld­ti­tel, die von Ent­wick­lungs­län­dern oder von Unter­neh­men, die dort ihren Sitz haben, aus­ge­ge­ben wer­den, hei­ßen Schwel­len­län­der-Anlei­hen oder Emer­ging-Mar­kets-Bonds.

Je nach Rating des Emit­ten­ten kön­nen die Papie­re zu den Hoch­zins­an­lei­hen oder den Invest­ment-Gra­de-Anlei­hen gehö­ren. Schwel­len­län­der-Anlei­hen wer­den ent­we­der in den soge­nann­ten Hart­wäh­run­gen Euro oder US-Dol­lar aus­ge­ge­ben oder in der loka­len Lan­des­wäh­rung, was Wäh­rungs­ri­si­ken birgt. Die­ses muss man bei einem Kauf zusätz­lich ins Kal­kül ein­be­zie­hen.

Fonds-Tipp: M & G Emer­ging Mar­kets Bond Fund 

ISIN: LU 167 063 101 6


Green Bonds

Grü­ne Anlei­hen sind eine noch jun­ge Anlei­he­gat­tung und beset­zen am Markt für Zins­pa­pie­re eine klei­ne, aber wach­sen­de Nische. Sie wer­den meist von Staa­ten oder supra­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen emit­tiert. Die­se sind ver­pflich­tet, mit dem Geld nach­hal­ti­ge Pro­jek­te umzu­set­zen.

Bei Anle­gern erfreu­en sich Green Bonds wach­sen­der Beliebt­heit. Bran­chen­be­ob­ach­ter bemän­geln, dass es bis­her kei­ne Stan­dards gibt, um die Nach­hal­tig­keit von Green Bonds zu bewer­ten, und wit­tern in Ein­zel­fäl­len rei­nes Mar­ke­ting.

Fonds-Tipp: AXA World Funds Glo­bal Green Bonds 

ISIN: LU 128 019 588 1

Wandelanleihen

Wan­del­an­lei­hen oder Con­ver­ti­ble Bonds sind ein Zwit­ter aus Akti­en und Anlei­hen. Als Faust­re­gel gilt: Ihre Kur­se machen zwei Drit­tel der Auf­wärts­be­we­gun­gen an den Akti­en­märk­ten mit, aber nur ein Drit­tel der Abwärts­be­we­gun­gen.

Wie Anlei­hen haben sie einen Kupon und eine fes­te Lauf­zeit. Anle­ge­rin­nen kön­nen sie wäh­rend der Lauf­zeit aber in Akti­en des­je­ni­gen Unter­neh­mens umwan­deln, das sie aus­ge­ge­ben hat. Die Bedin­gun­gen dafür wer­den vor­her fest­ge­legt.

Es lohnt sich, die soge­nann­te Wand­lungs­op­ti­on zu zie­hen, wenn der Akti­en­kurs zum Zeit­punkt der Umwand­lung über dem soge­nann­ten Wand­lungs­preis liegt. Dann gibt es zusätz­lich zur Ren­di­te aus dem Kupon noch ein Plus aus der Kurs­dif­fe­renz der Aktie.

Fonds-Tipp: UBS Bond – Con­ver­ti­bles Glo­bal 

ISIN: LU 035 842 373 8

Nachranganleihen

Nach­rang­an­lei­hen ähneln im Prin­zip nor­ma­len Unter­neh­mens­an­lei­hen. Sie wer­den vor allem von Ban­ken aus­ge­ge­ben und bie­ten deut­lich höhe­re Kupons als ver­gleich­ba­re Anlei­hen des­sel­ben Emit­ten­ten.

Die­se höhe­ren Kupons gehen jedoch mit einem höhe­ren Risi­ko ein­her: Denn im Fall einer Insol­venz des Emit­ten­ten wer­den die Ansprü­che der Inves­to­ren von Nach­rang­an­lei­hen im Ver­gleich zu jenen der nor­ma­len Anlei­hen eben nach­ran­gig bedient.

Den­noch erfreu­ten sich Nach­rang­an­lei­hen ange­sichts ihrer höhe­ren Ren­di­ten zuletzt grö­ße­rer Beliebt­heit. Für Pri­vat­an­le­ger sind sie auf­grund der hohen Stü­cke­lung aller­dings nur in Aus­nah­me­fäl­len geeig­net. Über Fonds oder ETFs lässt sich das Risi­ko aber streu­en. 

Fonds-Tipp: Ara­mea Ren­di­te Plus Nach­rang­bonds

ISIN: DE 000 A0N EKQ 8

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