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Sparen mit Oma Elli

2019-11-13T16:05:11+01:005. Oktober 2019|

Mein liebs­tes Vor­bild in mei­ner Kind­heit war mei­ne Groß­mutter. Sie konn­te wirk­lich alles: kochen und backen, häm­mern und sägen, stri­cken und nähen, strei­chen und spach­teln. Und sie konn­te spa­ren – und wie!

Von Danie­la Mey­er

Ich habe viel von mei­ner Oma Elli gelernt. „Kopf hoch, wenn der Hals auch dre­ckig ist“, pfleg­te sie stets zu sagen. Und das passt wirk­lich auf fast jede Lebens­la­ge – egal, ob ich mir als Kind beim Spie­len ein Knie auf­ge­schla­gen hat­te, mich als Tee­nie über eine schlech­te Note oder spä­ter als Ange­stell­te über mei­nen Chef ärger­te.

Mei­ne Oma Elli war prag­ma­tisch. Und sie war eine Meis­te­rin der Spar­sam­keit. Lee­re Zahn­pas­ta­tu­ben wur­den erst mit der stump­fen Sei­te eines Mes­sers platt gedrückt und aus­ge­presst, dann noch auf­ge­schnit­ten und aus­ge­schabt. Übrig geblie­be­nes Brot wur­de zu stein­har­tem Knab­bel ver­ar­bei­tet, in hei­ßer Milch wie­der auf­ge­weicht und zum Früh­stück ver­speist. Bis heu­te stel­le ich ein lee­res Honig­glas nie­mals ein­fach so in die Spül­ma­schi­ne, son­dern trin­ke mei­nen Mor­gen­kaf­fee dar­aus – um auch wirk­lich nichts von dem süßen Gold zu ver­schwen­den.

Mei­ne Spar­sam­keit habe ich defi­ni­tiv von mei­ner Oma. Auch wenn sie mit ihrer Pfen­nig­fuch­se­rei manch­mal etwas über­trie­ben hat, war sie in ihrem Leben nie­mals in den Mie­sen. Und das, obwohl sie und mein Opa wirk­lich nicht viel Geld hat­ten.

Bei mir ist es ähn­lich wie bei mei­ner Oma: Wenn ich etwas unbe­dingt haben möch­te, dann kann ich eisern dafür spa­ren. Das war schon immer so. Als Kind für Süßig­kei­ten oder Eis, als Jugend­li­che für Kla­mot­ten und Taschen. Heu­te spa­re ich – abge­se­hen davon, dass ich Geld für mei­ne Alters­vor­sor­ge und mei­ne Kin­der anle­ge – fürs Rei­sen. Für mich gibt es nichts Groß­ar­ti­ge­res, als ande­re Län­der und Kul­tu­ren zu ent­de­cken. Auch das habe ich übri­gens von mei­ner Oma Elli. Es gibt ver­mut­lich kei­nen Cam­ping­platz in Deutsch­land, auf dem sie und mein Opa nicht min­des­tens ein­mal über­nach­tet haben. Jahr­zehn­te­lang reis­ten sie uner­müd­lich mit ihrem Wohn­wa­gen durch die Repu­blik und ein­mal sogar nach Ita­li­en – in ihrer Genera­ti­on waren die bei­den damit eine ech­te Sen­sa­ti­on.

Um rei­sen zu kön­nen, wür­de ich jeden­falls mein letz­tes Hemd geben. Muss­te ich aber zum Glück noch nie. Denn ich fan­ge immer direkt nach jedem Urlaub an, für den nächs­ten los­zu­spa­ren. Und das mache ich so:

  1. Ich über­le­ge mir, wel­che Kos­ten ich pro Monat habe und schaue, was davon Fix­kos­ten sind. Also Kos­ten für Mie­te, Ver­si­che­run­gen, Han­dy­ver­trag, Strom usw. Dei­ne Kos­ten für die Mie­te wirst du kaum ändern kön­nen. Aber es lohnt sich zum Bei­spiel zu schau­en, ob es viel­leicht einen güns­ti­ge­ren Mobil­funk­an­bie­ter gibt. Auch soll­test du unbe­dingt wis­sen, wel­che Ver­si­che­run­gen du eigent­lich hast und ob du die wirk­lich alle brauchst.
  1. Ich schaue mir an, wel­che wei­te­ren varia­blen Kos­ten ich ganz leicht ein­spa­ren könn­te, wenn ich jetzt sofort Geld bräuch­te. Dazu zäh­le ich zum Bei­spiel Strea­ming­diens­te für Fil­me oder Anbie­ter von Audio­books eben­so wie Zeit­schrif­ten-Abos. Falls man wirk­lich mal sehr drin­gend Geld benö­tigt, kann man hier oft am leich­tes­ten Kos­ten ein­spa­ren, denn vie­le Diens­te sind auch monat­lich künd­bar.
  1. Ich über­le­ge mir, wo ich in mei­nem All­tag spa­ren kann. Muss ich mir wirk­lich jeden Mor­gen, nach­dem ich mei­ne Kin­der zu Kita und Schu­le gebracht habe, etwas beim Bäcker kau­fen? Und brau­che ich wirk­lich nach­mit­tags einen Cap­puc­ci­no für unter­wegs? Hier mal eine klei­ne Rech­nung dazu:

Wenn du dir jeden Mor­gen auf dem Weg zur Arbeit ein beleg­tes Bröt­chen beim Bäcker kaufst, ist das erst­mal sehr prak­tisch, ver­mut­lich auch lecker und im ers­ten Moment, mit viel­leicht 2,50 Euro gar nicht so teu­er. Aber, wenn du das fünf Tage die Woche machst, kommst du im Monat schon auf 50 Euro. Und aufs Jahr gerech­net gibst du dann sage und schrei­be 600 Euro für beleg­te Bröt­chen aus. Das könn­te zum Bei­spiel mein Flug nach Kap­stadt oder Bang­kok sein.

Beim Kaf­fee ist es noch kras­ser. Bei Star­bucks kos­tet ein Cap­puc­ci­no 3,25 Euro. Kaufst du dir jeden Nach­mit­tag einen, gibst du pro Jahr 780 Euro für eine klei­ne Tas­se Espres­so mit geschäum­ter Milch aus. Das wären in zehn Jah­ren 7800 Euro, die ein­fach weg sind.

Dazu wür­de ich dir ger­ne auch noch einen Gedan­ken mit auf den Weg geben: Star­bucks ist, wie vie­le ande­re Unter­neh­men, deren Pro­duk­te du tag­täg­lich kon­su­mierst, an der Bör­se gelis­tet. Wie wäre es also, wenn du anstatt die­sem Unter­neh­men dein Geld ein­fach nur zu schen­ken, mal an deren Erfolg mit­ver­die­nen wür­dest. Anstatt nur die Pro­duk­te, könn­test du viel­leicht alter­na­tiv mal eine Aktie die­ser Unter­neh­men kau­fen, oder? Das wäre zumin­dest ein lang­fris­ti­ges Invest­ment, von dem du auch in vie­len Jah­ren noch etwas hät­test.

Aber nun zurück zum Spa­ren mit Oma Elli. Mei­ne Oma hat sich wie vie­le Frau­en ihrer Genera­ti­on kaum mal etwas gegönnt. Sie war nicht gei­zig, für ande­re hat­te sie immer etwas übrig. Nur für sich selbst hat sie kaum etwas aus­ge­ge­ben. Ich hät­te mir für sie gewünscht, dass sie sich auch ein­fach mal etwas hät­te kau­fen kön­nen, ein­fach nur des­halb, weil sie es schön fand und unbe­dingt haben woll­te. Was will ich damit sagen?

Natür­lich sollst du dir auch wei­ter­hin einen Kaf­fee, einen Kuchen oder dei­nen Lieb­lings­ita­lie­ner gön­nen. Und du sollst dir auch schö­ne Din­ge kau­fen, die du ger­ne haben möch­test. Aber mir hilft es immer sehr zu über­le­gen, ob ich eine kost­spie­li­ge Gewohn­heit wirk­lich unbe­dingt brau­che oder sie auch able­gen oder zumin­dest redu­zie­ren könn­te. Viel­leicht ist es ja sogar viel schö­ner, anstatt täg­lich einen Cof­fee to go in sich hin­ein­zu­schüt­ten, nur zwei Mal die Woche einen Cap­puc­ci­no in einer schö­nen Tas­se zu trin­ken und den Moment dann rich­tig zu genie­ßen. Ist ent­spann­ter und spart bares Geld. Oder was meinst du?

  1. Zu mei­nen Über­le­gun­gen, was ich an wel­cher Stel­le womög­lich ein­spa­ren oder gar nicht erst aus­ge­ben muss, kommt hin­zu, dass ich jeden Monat eine fes­te Sum­me zur Sei­te lege und zwar in ver­schie­de­ne Töp­fe.

Wie ich mein Geld auf­tei­le und in wel­che Töp­fe ich wie viel spa­re, möch­te ich dir beim nächs­ten Mal erzäh­len. Viel­leicht hilft dir mei­ne Spar- und Anla­ge-Metho­de ja auch, für dich selbst eine gute Stra­te­gie zu ent­wi­ckeln.

Ein klei­nes Fazit aber schon mal vor­ab: Ich schaf­fe es wirk­lich mit recht ein­fa­chen Tools ganz easy jedes Jahr einen Fami­li­en­ur­laub zusam­men­zu­spa­ren. Und ich habe die Erfah­rung gemacht, dass ich die­se Rei­sen, die ich mir qua­si selbst erar­bei­tet habe, so rich­tig genie­ßen und mich dar­über freu­en kann. Und du kannst das auch, da bin ich mir sicher!

Autorin - Daniela Meyer
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