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Teil 10: Sollte auch in Gold investiert werden?

2020-07-05T08:45:58+02:0024. Juni 2020|

„Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles!“ lässt schon Goethe im Faust sein Gretchen sagen. Dann aber fährt Gretchen fort: „Ach wir Armen!“ Und genau­so ambiva­lent ist auch heute noch die Ein­schätzung gegenüber dem schim­mern­den Edel­met­all als Kap­i­ta­lan­lage. Wie in Gold investiert wer­den kann, erk­lärt dieser Beitrag.

Von Gisela Haber­er 

Sind Goldinvestments überhaupt sinnvoll?

Das hängt vom eige­nen Stand­punkt ab. Es gibt Gold-Fans und Gold-Asketen. Die Gold-Fans sagen: „Gold war schon immer ein Zahlungsmit­tel wie Geld und wird das auch für immer bleiben.“ Sie sehen Gold ins­beson­dere in Zeit­en großer Krisen als das bessere Geld an.

Die Gold-Asketen erin­nern dage­gen daran, dass seit den 1970er-Jahren Währun­gen nicht mehr mit Gold gedeckt sind, es also keinen Anspruch mehr gibt, Ban­knoten bei der Noten­bank in Gold tauschen zu kön­nen.

Ihr Argu­ment: „Damit ist der innere Wert von Gold gle­ich null.“ Denn Gold habe heute keine (Geld-)Funktion mehr und als Rohstoff sei es – anders als etwa Pal­la­di­um oder Erdöl – nicht wichtig.

Zwis­chen diesen Extrem­po­si­tio­nen muss sich jede Anlegerin ihre Mei­n­ung zu Gold­in­vest­ments bilden.

Allerd­ings ist oft zu beobacht­en, dass der Gold­preis steigt, wenn es an den Aktien­börsen kracht. Viele Ver­mö­gensver­wal­ter empfehlen daher, zur Sta­bil­isierung des Depots zwis­chen fünf und zehn Prozent des Ver­mö­gens in Gold anzule­gen.

Wie kann man in Gold investieren?

Zum einen kann man ganz ein­fach Gold­bar­ren oder ‑münzen kaufen. Pri­vatan­legerin­nen kön­nen aber auch mit­tels ETCs – „Exchange Trad­ed Com­modi­ties“ also „börsen­ge­han­delte Rohstoffe“ – in Gold investieren.

Auch mit­tels Zer­ti­fikate und Option­ss­cheine lassen sich Gold­in­vest­ments täti­gen. Doch kann das dur­chaus so kom­pliziert und riskant sein, dass wir diese Form der Gold­in­vest­ments hier eben­so wenig vorstellen, wie indi­rek­te Gold­in­vest­ments, bei denen die Anlegerin ihr Geld in Aktien von Gold­mi­nen­be­treiber steckt.

Denn auch solche Invest­ments sind sehr „tricky“ und zudem lehnen viele Investorin­nen diese Aktien aus ethis­chen und/oder ökol­o­gis­chen Grün­den ab. Stich­worte: Arbeits­be­din­gun­gen, Umweltver­schmutzung. Bleibt die Frage, ob man dann guten Gewis­sens in deren Pro­duk­te – etwa Gold­bar­ren und ‑münzen – investieren kann.

Was ist beim Goldkauf zu beachten?

Für den Gold­kauf bieten sich Gold­münzen oder Gold­bar­ren an. Hier heißt es jedoch, auf­passen. Je klein­er der Bar­ren, desto größer der Auf­schlag des Händlers auf den reinen Gold­preis.

So kostete ein Gramm Gold der aus­tralis­chen Münze in Perth („Perth Mint“) beim Gold­händler Pro Aurum am 5.Februar 2020 exakt 57 Euro. Ergibt einen Kilo­preis von 57.000 Euro. Doch den Ein-Kilo-Gold­bar­ren gab es zur sel­ben Zeit beim sel­ben Händler für „nur“ 46.125 Euro.

Sprich: Im Kilo eingekauft, lassen sich 10.875 Euro sparen. Blöd nur, dass kaum jemand 46.125 Euro für den Gold­kauf übrig hat.

Übri­gens: Den Ein-Kilo-Gold­bar­ren nimmt zum sel­ben Ter­min Pro Aurum für 45.083 Euro zurück – eine Dif­ferenz von 2,36 Prozent. Für das Gramm Gold gab’s dage­gen nur 46 Euro. Eine Dif­ferenz von sage und schreibe 19,3 Prozent.

Anders gesagt: Damit das Gramm Gold unterm Strich für Dich einen Gewinn abwirft, muss der Gold­preis um mehr als 19,3 Prozent steigen, beim Kilo-Bar­ren genügt schon ein Anstieg von mehr als 2,36 Prozent.

Warum sollte man zur Geldanlage nicht in Goldschmuck investieren?

Ganz ein­fach: Hier ist der Wertver­lust noch deut­lich heftiger. Denn beim Ankauf vom Schmuck bieten Gold­händler nur den reinen Mate­ri­al­w­ert, die Schön­heit der Gold­kette, die Kun­st­fer­tigkeit des Gold­schmieds bleiben bei der Preis­er­mit­tlung völ­lig außen vor.

Die fein gear­beit­ete Gold­kette oder die gold­e­nen Ohrringe brin­gen beim Wiederverkauf – wenn’s gut geht – vielle­icht die Hälfte von dem, was sie einst gekostet haben. Ein schlecht­es Geschäft.

Wie wird Gold besteuert?

Auch der Fiskus kann Gold­in­vest­ments zu schlecht­en Deals machen. Doch das lässt sich ver­mei­den. Die Besteuerung von Gold hängt näm­lich davon ab, in welch­er Form man es erwirbt und hält.

Wer Gold­bar­ren und ‑münzen kauft, sollte wis­sen, dass dabei sog­ar Mehrw­ert­s­teuer anfall­en kann. Diese wird nicht fäl­lig, wenn bei Gold­bar­ren die Rein­heit min­destens 995 Tausend­s­tel beträgt. Dies ist bei Bar­ren aus den gängi­gen Schei­deanstal­ten eigentlich immer der Fall.

Für Gold­münzen sind die Regeln etwas kom­pliziert­er: Sie müssen einen Goldge­halt von min­destens 900 Tausend­s­tel haben, nach dem Jahr 1800 geprägt wor­den sein und in ihrem Herkun­ft­s­land als geset­zlich­es Zahlungsmit­tel gel­ten oder früher ein­mal als solch­es gegolten haben.

Außer­dem darf der Preis, zu dem sie erwor­ben wer­den, den Mark­twert des Goldge­halts um nicht mehr als 80 Prozent über­steigen. Gängige Anlagemünzen wie etwa Krüger­rand, Maple Leaf, Amer­i­can Eagle oder Wiener Phil­har­moniker erfüllen diese Bedin­gun­gen.

Auch kann beim Verkauf von Gold ein eventuell ent­standen­er Verkauf­s­gewinn besteuert wer­den. Dabei kommt es auf die Haltedauer und die Höhe des Gewinns an.

Hat­test Du Gold­bar­ren oder ‑münzen vor dem Verkauf länger als ein Jahr in Besitz, ist ein Gewinn steuer­frei. Das ist gut. Weniger gut: Im Gegen­zug lässt sich dann auch ein Ver­lust nicht steuer­lich abset­zen.

Liegt die Haltedauer – also die Zeit zwis­chen Kauf und Verkauf – unter einem Jahr und beträgt der Gewinn mehr als 600 Euro, dann wird dieser in voller Höhe Deinem Einkom­men zugerech­net und entsprechend mit Deinem per­sön­lichen Steuer­satz besteuert.

Dafür wirkt bei ein­er Halt­dauer von weniger als einem Jahr ein Ver­lust steuer­min­dernd. Ist der Gewinn all Dein­er „pri­vat­en Veräußerungs­geschäfte“ in einem Jahr dage­gen niedriger als 600 Euro, muss er über­haupt nicht ver­s­teuert wer­den.

Bei wem sollte man Gold kaufen?

Bitte nicht bei dubiosen Händlern am Urlaub­sort oder im Inter­net. Ser­iöse Händler sind etwa Pro Aurum, Her­aeus, Ophir­i­um, Degus­sa Gold­han­del, Anlagegold24 oder Exchange AG. Weit­ere ser­iöse Gold­händler find­est Du etwa über das Por­tal gold.de. Dort kannst Du auch nach Gold­händlern in Dein­er Nähe suchen.

Und wie funktionieren Gold-ETCs?

So ein­fach wie ein Aktienkauf ist der Gold­kauf mit­tels ETC. Gold-ETCs, oft auch Gold-ETFs genan­nt, bilden den aktuellen Gold­preis möglichst genau nach. Dabei wird als Ref­eren­zw­ert meist der Preis genom­men, den die Lon­don Bul­lion Mar­ket Asso­ci­a­tion täglich um 15 Uhr Ort­szeit für eine Fei­n­un­ze Gold fest­stellt, das Lon­don­er Gold­fix­ing.

Viele Gold-ETCs erwer­ben mit dem Geld der Anleger Gold­bar­ren und lagern diese in gut gesicherten Tre­sor­räu­men. Im Fach­jar­gon heißt das: Der ETC ist „physisch hin­ter­legt“.

Bei eini­gen Gold-ETCs haben Anleger zudem auch einen Liefer­anspruch. Das heißt: Man kann sich – gegen Gebühr – „sein Gold“ nach Hause liefern lassen. Diese Möglichkeit wird nur ganz sel­ten genutzt, sie ist aber aus steuer­lichen Grün­den äußerst inter­es­sant. Zudem sind bei Gold-ETCs die Span­nen zwis­chen Kauf- und Verkauf­skurs deut­lich niedriger als bei physis­chem Gold.

Wie werden Gold-ETCs besteuert?

Für physisch hin­ter­legte Gold-ETC, bei denen Anlegerin­nen einen Liefer­anspruch gegenüber dem ETC-Emit­ten­ten haben, gel­ten die gle­ichen Steuer­regeln wie für Gold selb­st. Sprich für den Fiskus sind sie dem Edel­met­all gle­ichgestellt.

Heißt: Auch mit diesen Papieren – etwa Xetra Gold (WKN: A0S9GB) oder Euwax Gold II (WKN: EWG2LD) – sind Gewinne nach mehr als einem Jahr Haltedauer steuer­frei.

Sind diese Bedin­gun­gen nicht gegeben – etwa weil es keinen Liefer­anspruch gibt –, dann gel­ten diesel­ben Steuer­regeln wie bei anderen Börsen­geschäften.

Unab­hängig von der Haltedauer wer­den in diesen Fällen auf Gewinne unab­hängig von deren Höhe Abgel­tung­s­teuer plus Soli und eventuell Kirchen­s­teuer fäl­lig. Das min­dert die Gewinne um max­i­mal 28,625 Prozent. Allerd­ings kön­nen Ver­luste gegen­gerech­net wer­den.

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