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    Ausblick Krypto, ©Dusan Zidar/iStock

Ausblick 2022: Kryptos raus aus der Nische – Wird der Bitcoinkurs sechsstellig?

2021-12-20T11:08:54+01:0027. Dezember 2021|

Coro­na, Infla­ti­on, Regu­lie­rung – da sind sie wie­der, die neu­en alten Pro­ble­me, die auch der Kryp­to-Markt mit sich her­um­schleppt. Den­noch kamen die Digi­tal-Wäh­rungen 2021 aus der Nische raus. Und erreich­ten zum Teil irre Bewer­tun­gen. Geht das so wei­ter? Ner­ven braucht man am Kryp­to-Markt auf jeden Fall – die Schwan­kun­gen sind extrem. Man­che Expert:innen erwar­ten, dass der Bit­coinkurs 2022 erst­mals sechst­stel­lig ist. 

Von Ant­je Erhard

2021 war ein über­ra­gen­des Kryp­to-Jahr. Man kann es nicht anders sagen. Allein der Bit­coin schwank­te zwi­schen 29.402 US-Dol­lar und dem bis­he­ri­gen Rekord­hoch von 67.451 Dol­lar. Mei­len­stei­ne für die Bran­che waren der Bör­sen­gang der Kryp­to-Bör­se Coin­ba­se im Früh­jahr (inklu­si­ve der zuge­hö­ri­gen Bit­coin-Ral­ly und des 50-Pro­zent-Abstur­zes danach), die Zulas­sung von Bit­coin als Zah­lungs­mit­tel in El Sal­va­dor und die Zulas­sung eines Bit­coin-Future-ETFs in den USA. Auf der ande­ren Sei­te schlug die Regu­lie­rung häu­fig hef­tig zu und eli­mi­nier­te immer wie­der Mil­li­ar­den­wer­te. So ver­bann­te Chi­na das Kryp­to-Mining aus dem Land und erklär­te den Han­del mit digi­ta­len Wäh­run­gen für ille­gal. Zum Jah­res­en­de rutsch­te der Bit­coin deut­lich unter 50.000 Dol­lar, Ethe­re­um unter 4.000 Dol­lar 

Damit nicht genug: die ältes­te Kryp­to-Wäh­rung aus dem Jahr 2008 hat gera­de 2021 star­ke Kon­kur­renz bekom­men: Ethe­re­um, das 2015 auf den Markt kam, hat eine der­ar­ti­ge Ral­ly hin­ge­legt, dass es den Bit­coin 2021 out­per­formt hat. Ohne­hin wird Ethe­re­um ein gro­ßes Poten­ti­al in der Block­chain-Welt zuge­spro­chen, dass sich auch in den Kurs­lis­ten wider­spie­gelt: 

Für 2022 blei­ben aber Aus­ru­fe-Zei­chen bestehen. Timo Emden, Krpy­to-Exper­te von Emden Rese­arch sieht vor allem drei Risi­ko­fak­to­ren: Die Virus-Vari­an­te Omi­kron als Unsi­cher­heits­fak­tor, die Furcht vor einer Zins­wen­de in den USA und Regu­lie­rungs­sor­gen. Doch wo Licht sei, sei auch Schat­ten: „Schwe­len­de Infla­ti­ons­ängs­te hat­ten Anle­ger zuletzt ver­stärkt in alter­na­ti­ve Anla­ge­klas­sen flüch­ten las­sen.“ Die gras­sie­ren­de Infla­ti­on locke einer­seits die Investor:innen in alter­na­ti­ve Anla­ge­klas­sen wie etwa Bit­coin, ande­rer­seits könn­ten Zins­er­hö­hungs­spe­ku­la­tio­nen die Hausse „jeder­zeit aus­brem­sen“. Auch die Pan­de­mie habe das Poten­ti­al, Kryp­tos auch 2022 attrak­tiv zu machen: „Soll­ten neue Virus-Muta­tio­nen die wich­tigs­ten Noten­ban­ken dazu zwin­gen, den Geld­hahn wei­ter offen­zu­hal­ten, dürf­te dies die Infla­ti­ons­sor­gen befeu­ern und damit Bit­coin und Co. in die Kar­ten spie­len.“ 

Hoffnung Bitcoin-ETF auf Kassakurse 

Und zu der Viel­zahl neu­er Pro­duk­te, die bereits in jüngs­ter Ver­gan­gen­heit auf den Markt gekom­men sei­en, wie etwa Bit­coin Future ETFs in den USA oder ETNs in Deutsch­land und Euro­pa gesellt sich die Hoff­nung auf Zulas­sung eines Bit­coin-ETFs auf Basis von Kas­sa­kur­sen: „Eine Lan­cie­rung wäre Was­ser auf die Müh­len der Anle­ger und ein gro­ßer Schritt in Rich­tung Main­stream-Akzep­tanz.“ 

Doch der Regu­lie­rungs­druck dürf­te auch im neu­en Jahr anhal­ten bzw. noch grö­ßer wer­den, erwar­tet Timo Emden: „Ange­sichts der Tat­sa­che, dass immer mehr Natio­nen ihre eige­nen Digi­tal­wäh­run­gen auf die Bei­ne stel­len wol­len, soll­te der Gegen­wind für dezen­tra­le Kryp­to­wäh­run­gen in Zukunft ten­den­zi­ell stär­ker wer­den. Ein Ver­bot von Bit­coin und Co. hat­ten die Ver­ei­nig­ten Staa­ten auf höchs­ter poli­ti­scher Ebe­ne zuletzt ver­neint. Die wich­tigs­ten Natio­nen in der Kryp­to-Öko­no­mie dürf­ten die Dau­men­schrau­ben zwar anle­gen, aber nicht fest­zie­hen.“ 

Bitcoin 2022 sechsstellig? Optimistische Cathie Wood 

Sechs­stel­lig sieht Mike McG­lo­ne, Bloom­berg-Ana­lyst, den Bit­coin im nächs­ten Jahr. In sei­nem „Glo­bal Cryp­to­cur­ren­ci­es 2022 Out­look“ kom­men­tiert er: „Der Bit­coin scheint auf dem Weg zu 100.000 Dol­lar zu sein. Wir sehen das eher als eine Fra­ge der Zeit, vor allem auf­grund der stei­gen­den Nach­fra­ge bei abneh­men­dem Ange­bot.“ Der Bit­coin sei auf dem Weg zum Main­stream. Die Zulas­sung US-ame­ri­ka­ni­scher, kana­di­sche und euro­päi­scher bör­sen­ge­han­del­te Fonds und Futures und auch der Sta­tus als gesetz­li­ches Zah­lungs­mit­tel in El Sal­va­dor deu­ten wei­ter stei­gen­de Akzep­tanz. 

Der zwei­te Top Pick blei­be Ethe­re­um: Es kön­ne die „Wel­le der Digi­ta­li­sie­rung und Toke­ni­sie­rung, DeFi, Fin­tech und NFTs anfüh­ren“. Der Bit­coin sei „auf dem bes­ten Weg auf dem Weg, das glo­ba­le digi­ta­le Reser­ve-Asset“ zu wer­den, wäh­rend Ethe­re­um als sicher wahr­ge­nom­men wer­de. 

Schon im Som­mer hat­ten Analyst:innen mit irren Kurs­zie­len auf­ge­war­tet: Fide­li­ty Invest­ments hat­te als Pro­gno­se 100 Mil­lio­nen Dol­lar bis 2035 für einen ein­zi­gen Bit­coin abge­ge­ben. Basis war das Preis-Vor­her­sa­ge­mo­dell: Stocks to Flow. Es setzt Bit­coin mit Gold oder Sil­ber oder auch Pla­tin gleich – also mit Edel­me­tal­len, die rela­tiv knapp sind, rela­tiv wert­sta­bil sind und deren Ange­bot nicht signi­fi­kant stei­gen kann. Nach die­sem Modell soll der Bit­coin in die­sem Jahr bis auf 100.000 Dol­lar stei­gen und bis 2025 auf eine Mil­li­on. Es gilt als das bis­lang zuver­läs­sigs­te Vor­her­sa­ge­mo­dell am Markt. Auch Star-Inves­to­rin Cathie Wood schätzt, dass der Bit­coin auf zumin­dest 500.000 Dol­lar bis 2026 steigt. 

Timo Emden ist da skep­ti­scher: „Für neue Höchst­stän­de müs­sen Anle­ger womög­lich vor­erst viel Geduld mit­brin­gen. Aus tech­ni­scher als auch fun­da­men­ta­ler Sicht ste­hen die Bör­sen­am­peln den­noch über­ge­ord­net wei­ter­hin auf Grün. Der lang­fris­ti­ge Auf­wärts­trend bleibt in Takt – vor allem die gras­sie­ren­de Infla­ti­on jen­seits des Atlan­tiks könn­te Anle­ger am Ende des Tages immer wie­der zurück in Bit­coin und Co bewe­gen.“ 

Fazit: Kryp­tos sind extrem schwan­kungs­an­fäl­lig. The­men wie Regu­lie­rung wir­beln die Kur­se häu­fig sehr stark durch­ein­an­der. Aller­dings sind die tech­no­lo­gi­schen Mög­lich­kei­ten von Block­chain über DeFi und NFTs unbestritten. 

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