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Aktien für die Ewigkeit: Disney

2021-07-21T09:23:51+02:0018. Juli 2021|

Vor fast 100 Jah­ren leg­te Walt Dis­ney das Fun­da­ment für einen glo­ba­len Unter­hal­tungs­kon­zern. Obwohl die Lock­downs Dis­ney hart tra­fen, setz­te die Aktie zum Höhen­flug an. Gute Per­spek­ti­ven für Anleger:innen.

Von Simo­ne Gröneweg

Gründungsidee

Wal­ter (Walt) Eli­as Dis­ney zeig­te bereits als Kind künst­le­ri­sches Inter­es­se, gepaart mit Unter­neh­mer­geist: Er zeich­ne­te und ver­kauf­te sei­ne Wer­ke an Nachbar:innen und Bekann­te. Spä­ter wur­de er Wer­be­gra­fi­ker und grün­de­te 1923 als 21-Jäh­ri­ger in einem Hin­ter­zim­mer in Hol­ly­wood mit der Unter­stüt­zung sei­nes Bru­ders die spä­te­ren Walt Dis­ney Stu­di­os. Zunächst pro­du­zier­te er mit dem Zeich­ner (mit ost­frie­si­schen Wur­zeln) Ubbe Iwwerks kur­ze Zei­chen­trick­fil­me. Der Durch­bruch kam 1928 mit dem ers­ten Ton­film über Mickey Mou­se. Für die Finan­zie­rung muss­te Walt angeb­lich sein Auto ver­kau­fen. Zudem lieh er der Figur sei­ne Stim­me. Belohnt wur­de er mit einem Riesenerfolg.

Anfang der 1930er Jah­re dehn­ten die Dis­ney Stu­di­os ihre Zei­chen­trick­fil­me auf Spiel­film­län­ge aus. Und 1934 erschien die Ente Donald Duck auf der Bild­flä­che, zunächst noch als Neben­fi­gur. 1942 kamen dann die ers­ten Donald-Duck-Hef­te her­aus. Doch der uner­müd­li­che Walt Dis­ney woll­te mehr: Als er mit sei­nen Töch­tern eine Kir­mes besuch­te, beob­ach­te­te er die Mäd­chen im Karus­sell, wäh­rend er auf einer Bank saß. So ent­stand angeb­lich die Idee für den ers­ten Dis­ney-Park – einem Ort, an dem Kin­der und Erwach­se­ne Spaß haben. 1955 eröff­ne­te mit Dis­ney­land der ers­te Ver­gnü­gungs­park. Haupt­at­trak­ti­on waren die berühm­ten Figu­ren. Die Besu­cher ström­ten in Scha­ren her­bei. Für Walt Dis­ney, der 1966 starb, erfüll­te sich wohl ein Lebenstraum.

Heute

Ob „Dschun­gel­buch“, „Eis­kö­ni­gin“, „König der Löwen“ oder „Bam­bi“ – die Walt Dis­ney Com­pa­ny nimmt Kin­der mit in eine Fan­ta­sie­welt und steht dar­um vor allem für fami­li­en­freund­li­che Unter­hal­tung. Ein umkämpf­ter Markt. Das Unter­neh­men ver­dient an den Lizen­zen für Dis­ney-Figu­ren. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat es aber gezielt zuge­kauft, um das Impe­ri­um zu ver­grö­ßern, neue Fan­ta­sie­wel­ten und neue Märk­te zu erschlie­ßen. Mitt­ler­wei­le betreibt Dis­ney ein rie­si­ges Streaming‑, Film- und Fern­seh­ge­schäft. So gehö­ren der US-Fern­seh­sen­der ABC, etli­che Spar­ten­ka­nä­le, der Sport­ka­nal ESPN, Pixar Ani­ma­ti­on Stu­di­os, Lucas­film und Mar­vel Stu­di­os zu Disney.

Ein wei­te­res Stand­bein stel­len Erleb­nis­parks und Feri­en­re­sorts dar. Den Park Magic King­dom in Flo­ri­da haben 2019 mehr als 20 Mil­lio­nen Men­schen besucht. Ein Rekord. Dis­ney besitzt außer­dem eige­ne Kreuz­fahrt­schif­fe, bie­tet Fami­li­en­rei­sen an und sorgt also auch im Urlaub für Unterhaltung.

Harte Fakten

Die Coro­na-Lock­downs haben einen Groß­teil des Dis­ney-Impe­ri­ums nahe­zu lahm­ge­legt. Frei­zeit­parks und Feri­en­re­sorts sowie die Dis­ney-Shops wur­den geschlos­sen, Kreuz­fahr­ten abge­sagt, Film- und Fern­seh­pro­duk­tio­nen gerie­ten ins Sto­cken. Zwar erwirt­schaf­te­te der Kon­zern im Geschäfts­jahr 2020 einen Gesamt­um­satz von knapp 65,4 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, erlitt am Ende aber einen Ver­lust von mehr als 2,8 Mil­li­ar­den Dol­lar. Zum Ver­gleich: 2019 lief es noch präch­tig. Dis­ney ver­dien­te mehr als zehn Mil­li­ar­den Dollar.

Der Medi­en­gi­gant ist bereits auf die Not­brem­se getre­ten. Es gab Ent­las­sun­gen, vor allem in den Frei­zeit­parks. Inzwi­schen kann der Kon­zern wie­der eini­ge Ver­gnü­gungs­parks betrei­ben, aller­dings müs­sen die Besu­cher­strö­me streng kon­trol­liert wer­den. Dar­um las­ten die Parks nur einen Bruch­teil der mög­li­chen Kapa­zi­tät aus. Ein Hoff­nungs­schim­mer: Durch das Strea­ming­ge­schäft hat der Enter­tain­ment-Gigant von Okto­ber bis Ende Dezem­ber 2020 einen Gewinn in Höhe von 29 Mil­lio­nen Dol­lar erzielt und über­traf die Erwar­tun­gen der Analyst:innen.

Steckbrief

Dis­ney gehört zu den bekann­tes­ten Mar­ken welt­weit. Der Haupt­sitz des Kon­zerns (ISIN: US 254 687 106 0) befin­det sich im kali­for­ni­schen Bur­bank in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Erst im Febru­ar 2020 wur­de Bob Cha­pek Kon­zern­chef, zuvor war er für die Ver­gnü­gungs­parks zustän­dig. Kaum hat­te er den Job als Dis­ney-Boss inne, kam die Pan­de­mie. Eine schwie­ri­ge Zeit für den Kon­zern, der im ver­gan­ge­nen Geschäfts­jahr zum ers­ten Mal seit Jahr­zehn­ten einen Ver­lust ein­fuhr. Dis­neys Geschäfts­jahr weicht übri­gens vom Kalen­der­jahr ab und endet im Sep­tem­ber. Die Gesell­schaft ist seit 1940 an der Bör­se gelis­tet, 1991 schaff­te der Titel den Sprung in den Dow Jones. Dort sind die bedeu­tends­ten Akti­en der Ver­ei­nig­ten Staa­ten gelis­tet. Im Herbst 2020 kün­dig­te der Kon­zern ange­sichts der Kri­se einen Stel­len­ab­bau an. Zuletzt beschäf­tig­te der Unter­hal­tungs­gi­gant noch etwas mehr als 200 000 Mitarbeiter:innen rund um den Globus.

Aussichten

Wenn die Pan­de­mie abebbt, kom­men die Besucher:innen in die Parks und die Resorts zurück – dar­auf hofft Dis­ney-Chef Bob Cha­pek. Der­weil baut er den Kon­zern wei­ter um. So sol­len etli­che Läden schlie­ßen, denn Dis­ney will sich stär­ker aufs Online­shop­ping konzentrieren.

Ein wei­te­res Zukunfts­feld stel­len die Strea­ming­diens­te dar. Der Kon­zern­chef bezeich­ne­te sie in einem Inter­view sogar als Schlüs­sel zur Zukunft des Unter­neh­mens. Der Start mit dem Strea­ming­dienst Dis­ney+ glück­te jeden­falls. Das liegt auch dar­an, dass die gro­ße Gemein­de der Fans von „Star Wars“ und Mar­vel-Comic-Super­hel­den bei Dis­ney ein neu­es Zuhau­se gefun­den hat. Die Seri­en „The Man­da­lo­rian“ und „WandaVi­si­on“ lock­ten extrem vie­le neue Kund:innen an, sodass Dis­ney+ im März bereits 100 Mil­lio­nen Kund:innen vor­wei­sen konn­te und damit die ursprüng­li­chen Zie­le über­traf. Mehr als die Hälf­te der Kund:innen hat kei­ne Kin­der, was die nächs­te Pha­se des Aus­baus erleich­ter­te. Der neue Unter­be­reich „Star“ beim Strea­ming­dienst bie­tet näm­lich etli­che Seri­en, Fil­me und Spe­cials für Erwach­se­ne. Da Dis­ney 2019 die Film­spar­te des Kon­kur­ren­ten 21st Cen­tu­ry Fox über­nom­men hat, soll­te genug Mate­ri­al vor­han­den sein.

Robuster Kursverlauf

An der Bör­se fei­er­te Dis­ney im März ein Rekord­hoch nach dem ande­ren. Trotz der Lock­downs ging es ordent­lich nach oben. Als Ursa­che nen­nen Analyst:innen die Tat­sa­che, dass der neue Chef Bob Cha­pek den Weg sei­nes Vor­gän­gers kon­se­quent ver­folgt und den Kon­zern zuneh­mend digitalisiert.

Walt Dis­ney besitzt die Mög­lich­keit, vom Wachs­tums­markt Strea­ming zu pro­fi­tie­ren. Hin­zu kommt: Wenn die Frei­zeit­parks irgend­wann wie­der kom­plett öff­nen dür­fen, dürf­te es bei Dis­ney zu einem Boom kom­men. Vie­le Finanz­fach­leu­te stu­fen die Aktie dar­um als einen Kauf ein. Dabei geht es nicht um einen schnel­len Kurs­ge­winn, son­dern vor allem um die mit­tel- und lang­fris­ti­ge Perspektive.

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