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    Julie Sweet, @ Accenture

Accenture-Chefin Julie Sweet: Der amerikanische Traum

2022-01-10T09:04:22+01:009. Januar 2022|

Frau­en an der Spit­ze eines welt­weit agie­ren­den Kon­zerns sind nach wie vor sehr sel­ten. In den USA gehört Julie Sweet zu die­sen Aus­nah­men. 

Von Mar­tin Blümel

Gut zwei Jah­re ist sie jetzt Che­fin von Accen­ture: Julie Sweet. Und es läuft. Seit ihrem Antritt hat sich der Bör­sen­wert des Unter­neh­mens ver­dop­pelt. Das bleibt nicht unbe­merkt. Das US-Maga­zin „For­tu­ne“ wähl­te die 54-Jäh­ri­ge in die­sem Jahr zur mäch­tigs­ten Frau der ame­ri­ka­ni­schen Businesswelt.
Nicht ganz uner­war­tet. Schon in den drei Jah­ren davor war sie in der Bes­ten­lis­te weit vorn zu fin­den. Sweet ist das bes­te Bei­spiel, dass der Ame­ri­can Dream bis­wei­len doch noch funk­tio­niert: Sie wuchs wenig begü­tert als Kind eines Auto­la­ckie­rers und einer Kos­me­ti­ke­rin in Tus­tin, Kali­for­ni­en, auf. Dass ihre Mut­ter als Spät­be­ru­fe­ne noch ein Stu­di­um begann, inspi­rier­te sie. Sweet selbst stu­dier­te inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen, leb­te ein Jahr in Tai­wan und der Volks­re­pu­blik Chi­na und pro­mo­vier­te schließ­lich in Jura an der Uni­ver­si­tät von Colum­bia. Nach eini­gen Jah­ren als Anwäl­tin dann 2010 der Sprung zur Manage­ment- und Tech­no­lo­gie­be­ra­tung Accen­ture. Zuerst als Chef­jus­ti­zia­rin, ab 2015 zustän­dig für das Nord­ame­ri­ka-Geschäft — und damit für die Hälf­te des Kon­zern­um­sat­zes. 2019 dann der Ruf an die Spitze.
Ihr wich­tigs­tes Anlie­gen als Boss des Unter­neh­mens mit 500 000 Mitarbeiter:innen ist mehr Diver­si­tät. Bis 2025 soll die Hälf­te der Mitarbeiter:innen weib­lich sein und jede vier­te Füh­rungs­kraft eine Frau. Eine Her­aus­for­de­rung in einer tra­di­tio­nell von Män­nern gepräg­ten Branche.
Wir haben uns die Per­so­nen um Julie Sweet her­um angeschaut.

Ihre Verbündete 

Um Frau­en stär­ker im Wirt­schafts­le­ben zu inte­grie­ren, enga­giert sich Sweet in einem kana­disch-ame­ri­ka­ni­schen Komi­tee. Co-Che­fin die­ser Grup­pie­rung ist Lin­da Hasen­fratz, Vor­stands­chefin des kana­di­schen Auto­zu­lie­fe­rers Lina­mar. Sie ermu­tigt Frau­en, in die Auto­mo­bil­in­dus­trie ein­zu­stei­gen. „Es ist wich­tig für den unter­neh­me­ri­schen Erfolg, Diver­si­tät und Inklu­si­on zu för­dern“, sagt sie. 

Ihr Vorgänger 

Er war der ers­te Euro­pä­er an der Spit­ze von Accen­ture: Pierre Nan­ter­me. Acht Jah­re hat­te das „Eigen­ge­wächs“ den Chef­pos­ten inne. 36 Jah­re war er ins­ge­samt bei Accen­ture, sein gan­zes Berufs­le­ben. Nan­ter­me starb 2019 mit 59 Jah­ren an einem Krebs­lei­den, nur drei Wochen nach­dem er sich von sei­nem Job zurück­ge­zo­gen hat­te. 

Ihr Konkurrenten 

Der glo­ba­le Bera­tungs­markt wächst und ist in Bewe­gung, die Kräf­te­ver­hält­nis­se ver­schie­ben sich. Auch was das Per­so­nal angeht. Über­all Stüh­le­rü­cken. Bei der Bos­ton Con­sul­ting Group etwa wur­de Chris­toph Schwei­zer im Okto­ber vom Euro­pa- zum Welt­chef beför­dert. Seit März wie­der­um ist Bob Stern­fels neu­er Chef der Stra­te­gie­be­ra­tung McK­in­sey. Und er hat gleich rich­tig zu tun. Die „New York Times“ hat­te kurz vor dem Kli­ma­tref­fen in Glas­gow ein Schrei­ben ver­öf­fent­licht, in dem mehr als 1100 Mitarbeiter:innen einen Wan­del for­der­ten. Bemän­gelt wird, dass McK­in­sey vie­le gro­ße CO²-Sün­der unter den Unter­neh­men bera­te. Zuvor war McK­in­sey schon wegen sei­ner dubio­sen Rol­le in der US-Opio­id-Kri­se in der Kri­tik. 

Ihre Mitstreiterinnen 

Dass Jane Fra­ser die ers­te Frau sein wür­de, die eine US-Bank führt, war wohl schon im Okto­ber 2019 klar, als sie bei der Citigroup als Che­fin des Pri­vat­kun­den­ge­schäfts zur Num­mer 2 auf­stieg. Im Febru­ar 2021 war es dann so weit: Fra­ser über­nahm als ers­te Frau die Spit­ze eines der ganz gro­ßen glo­ba­len Finanz-Play­er. Carol Tomé wie­der­um ist seit 2020 Che­fin des Logis­tik­dienst­leis­ters UPS. Zuvor war sie die Num­mer 2 bei der Bau­markt­ket­te Home Depot, wo sie aus 400 Filia­len 2000 mach­te. 

Ihr Ehemann 

Seit 2004 ist Julie mit Chad Sweet ver­hei­ra­tet. Der Texa­ner war 2016 Wahl­kampf­lei­ter für Ted Cruz, der im Ren­nen um den repu­bli­ka­ni­schen Kan­di­da­ten für die Prä­si­dent­schafts­wahl schließ­lich Donald Trump unter­lag. Sweet ist Mit­be­grün­der und Chef der Cher­toff Group, einer glo­ba­len Bera­tungs­fir­ma und Invest­ment­bank, die sich auf den Sicher­heits­sek­tor kon­zen­triert. Die bei­den haben zwei Töch­ter und leben in Arling­ton in der Nähe von Washing­ton, D.C.

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