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Zwischen Studium und Beruf Teil 2: Wie krankenversichern?

2022-02-24T15:35:10+01:0024. Februar 2022|

Kran­ken­ver­si­che­rung – das gehört für die meis­ten zu den Din­gen, mit denen man sich so ger­ne befasst wie mit Fuß­pilz. Nur muss sich jeder, der in Deutsch­land lebt, kran­ken­ver­si­chern. Spä­tes­tens mit Beginn des Stu­di­ums gilt es, sich über die Mög­lich­kei­ten zu infor­mie­ren.  

Von Gise­la Haberer

Stu­die­ren­de kön­nen die Art ihrer Kran­ken­ver­si­che­rung frei wäh­len: pri­vat oder gesetz­lich. Doch sind bereits wäh­rend des Stu­di­ums ein paar Regeln zu beach­ten, um den gewähl­ten Ver­si­cher­ten­sta­tus nicht zu gefähr­den. Nach dem Stu­di­en­ab­schluss ist die­ser Sta­tus von einer gan­zen Rei­he von Fak­to­ren abhän­gig: Vie­le davon sind nicht frei beein­fluss­bar.  

Wie geht es für gesetzlich Krankenversicherte zwischen Studium und Beruf weiter?

Das ist sozu­sa­gen eine Alters­fra­ge. Wird das Stu­di­um vor dem 25. Geburts­tag abge­schlos­sen, besteht even­tu­ell noch die Fami­li­en­ver­si­che­rung der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Dann dür­fen jun­ge Leu­te wäh­rend ihrer Arbeits­su­che aber nicht zu viel neben­her ver­die­nen. Aktu­ell ist ein Lohn in Höhe eines Mini­jobs oder ein Gesamt­ein­kom­men von 470 Euro im Monat erlaubt. Zum Gesamt­ein­kom­men zäh­len zum Bei­spiel auch regel­mä­ßi­ge Miet- oder Kapi­tal­ein­künf­te. Höhe­res Ein­kom­men ris­kiert den Raus­wurf aus der Fami­li­en­ver­si­che­rung.  

Unab­hän­gig vom Ein­kom­men endet die Fami­li­en­ver­si­che­rung regu­lär mit dem 25. Geburts­tag. Dau­ert das Stu­di­um län­ger, wech­seln gesetz­lich Ver­si­cher­te in die stu­den­ti­sche Kran­ken­ver­si­che­rung. Mit der Exma­tri­ku­la­ti­on ist dann aber auch Schluss mit dem güns­ti­ge­ren Stu­den­ten­bei­trag.  

Unab­hän­gig vom Alter endet mit der Exma­tri­ku­la­ti­on auch die Pflicht­mit­glied­schaft in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung: Jun­ge Leu­te blei­ben dann zwar Mit­glied ihrer Kran­ken­kas­se, nur jetzt als frei­wil­lig Ver­si­cher­te. Frei­wil­li­ge Mit­glie­der kön­nen aus der Kas­se aus­tre­ten. Der Aus­tritt ist aber an zwei Vor­aus­set­zun­gen geknüpft: Die Kün­di­gung erfolgt bin­nen zwei Wochen, nach­dem die Kas­se über die­se Mög­lich­keit infor­miert hat. Zudem ist eine ander­wei­ti­ge Absi­che­rung im Krank­heits­fall nach­zu­wei­sen.  

Blei­ben jun­ge Leu­te frei­wil­lig gesetz­lich kran­ken­ver­si­chert, wird die Höhe ihres Bei­tra­ges nach den gesam­ten Ein­nah­men berech­net, die zum Lebens­un­ter­halt zur Ver­fü­gung ste­hen. Hat ein frei­wil­li­ges Mit­glied kei­ne oder nur gerin­ge Ein­nah­men, wird ein fik­ti­ves Min­dest­ein­kom­men ange­setzt. 2022 sind dies 1.096,67 Euro im Monat. Danach berech­net sich die Bei­trags­hö­he. 2022 liegt der all­ge­mei­ne Satz für die Kran­ken­ver­si­che­rung bei 14,6 Pro­zent plus Zusatz­bei­trag der jewei­li­gen Kas­se. Dazu kommt der Bei­trags­satz für die Pfle­ge­ver­si­che­rung: 3,05 Pro­zent für Eltern, 3,4 Pro­zent für Kin­der­lo­se. Bei einer Kas­se, die kei­nen Zusatz­bei­trag ver­langt, zahlt ein kin­der­lo­ser Sin­gle also im Monat min­des­tens 197,40 Euro Bei­trag für die gesetz­li­che Kran­ken- und Pflegeversicherung.

Wie versichern sich privat krankenversicherte Absolventinnen und Absolventen weiter?

Stu­die­ren­de kön­nen sich von der Ver­si­che­rungs­pflicht in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) befrei­en las­sen und sich pri­vat kran­ken­ver­si­chern. Vie­le pri­va­te Ver­si­che­rer bie­ten Stu­den­ten­ta­ri­fe bis zum 35. Geburts­tag. Einen Monat plus min­des­tens einen Tag nach der Exma­tri­ku­la­ti­on erlischt aber ihre Befrei­ung von der GKV. Dann kommt es auf die Lebens­si­tua­ti­on an: Wer­den sie nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig, etwa durch Beginn eines sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Jobs, und haben auch kei­nen Anspruch mehr auf Fami­li­en­ver­si­che­rung in der GKV, dann blei­ben sie pri­vat kran­ken­ver­si­chert. 

Wie geht es ab der Festanstellung mit der Krankenversicherung weiter?

Über die Pflicht zur gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) ent­schei­det die Höhe des Jah­res­ent­gel­tes. Dazu zäh­len in der Regel alle Lohn­be­stand­tei­le, die regel­mä­ßig flie­ßen. Die­se Jah­res­ar­beits­ent­gelt­gren­ze wird jähr­lich neu fest­ge­legt. 2022 liegt die all­ge­mei­ne Gren­ze bei 64.350 Euro im Jahr. Ober­halb die­ser Gren­ze besteht Wahl­frei­heit zwi­schen frei­wil­lig gesetz­lich oder pri­vat kran­ken­ver­si­chern. Unter­halb die­ser Gren­ze, aber ober­halb von Mini-Jobs, besteht Ver­si­che­rungs­pflicht in der GKV. Aus­nah­me: Beschäf­tig­te mit Beamten‑, Soldaten‑, Richter­sta­tus sowie Ange­stell­te im öffent­li­chen Dienst, die Anspruch auf Bei­hil­fe haben. Mit­glie­der die­ser Berufs­grup­pen kön­nen frei wäh­len, ob sie sich pri­vat oder gesetz­lich kran­ken­ver­si­chern wol­len.  

Wie können sich junge Leute krankenversichern, die sich nach dem Studium selbstständig machen?

Gesetz­lich kran­ken­ver­si­cher­te Absolvent:innen kön­nen ent­schei­den: Wer­den sie frei­wil­li­ges Mit­glied einer gesetz­li­chen Kran­ken­kas­se oder ver­si­chern sie sich pri­vat. Selbst­stän­dig oder frei­be­ruf­lich arbei­ten­de Akademiker:innen, die schon wäh­rend des Stu­di­ums pri­vat kran­ken­ver­si­chert waren, blei­ben dies weiterhin. 

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