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Zweite Karriere nach der Mama-Pause: Jetzt spürt sie Kunsttalente in fernen Ländern auf

2021-06-13T10:09:06+02:008. Juni 2021|

Mar­tha Sofia Dras­do rief 2019 die Online­ga­le­rie Sol & Art ins Leben, um unent­deck­te Textilkünstler:innen aus Indo­ne­si­en, Usbe­ki­stan und Co. mit Kund:innen in aller Welt zu ver­bin­den – und um sich selbst eine neue beruf­li­che Her­aus­for­de­rung zu schaffen.

Von Anna Butterbrod

Sie weben, sti­cken und bati­ken im Ver­bor­ge­nen: Vie­le Künstler:innen woh­nen fern­ab der Zivi­li­sa­ti­on, in win­zi­gen Dör­fern auf Java oder hoch oben in den Ber­gen von Mexi­ko. Sie beherr­schen jahr­hun­der­te­al­te Tech­ni­ken und schaf­fen Uni­ka­te, die Käufer:innen auf der gan­zen Welt begeis­tern wür­den – wenn die­se die Wer­ke nur zu Gesicht bekämen.

Sol & Art

Mar­tha Sofia Dras­do, Ramo­na Meurer

Und da kommt Mar­tha Sofia Dras­do ins Spiel: Die gebür­ti­ge Perua­ne­rin grün­de­te 2019 die Online­ga­le­rie Sol & Art, mit der sie unent­deck­ten Talen­ten eine Platt­form bietet. 

Mar­tha Sofia Dras­do, die mit ihrem deut­schen Ehe­mann und ihrem sie­ben­jäh­ri­gen Sohn in Düs­sel­dorf lebt, hat sich auf Tex­til­kunst spe­zia­li­siert, weil die ihrem Emp­fin­den nach zu sel­ten im Blick­punkt steht. „Hier in Düs­sel­dorf gibt es vie­le Gale­rien“, sagt sie. „Aber kei­ne mit Tex­til­kunst. Das fin­de ich scha­de. Schließ­lich ist das eine der ältes­ten Kunst­for­men der mensch­li­chen Zivi­li­sa­ti­on.“ Und die möch­te sie bewah­ren. „Auch, um jün­ge­re Genera­tio­nen dazu zu inspi­rie­ren, Tra­di­tio­nen am Leben zu erhal­ten“, meint sie.

Ihr Job funk­tio­niert so: Dras­do streckt in Län­dern wie Usbe­ki­stan, Indo­ne­si­en oder ihrer Hei­mat Peru die Füh­ler aus. Sie recher­chiert, tele­fo­niert mit Kon­su­la­ten und Kunstkenner:innen. „Es gibt nur weni­ge Künstler:innen, die Stü­cke in sehr hoher Qua­li­tät anfer­ti­gen kön­nen“, sagt sie. Dras­do bestellt und bezahlt so lan­ge „Kost­pro­ben“, bis sie wie­der einen pas­sen­den Krea­ti­ven für ihre Gale­rie gefun­den hat.

Sol & Art

Mar­tha Sofia Dras­do, Ramo­na Meurer

Die Fer­tig­stel­lung eines Tex­til­kunst­wer­kes kann Wochen oder sogar Mona­te dau­ern. Sei­den­fä­den und Alpa­ka­wol­le wer­den von Hand gefärbt, kom­pli­zier­te Moti­ve und Mus­ter fein säu­ber­lich auf Stoff über­tra­gen. „An jedem Werk sind min­des­tens drei Män­ner oder Frau­en betei­ligt“, ver­rät Drasdo.

Mit den meis­ten Künstler:innenfamilien steht sie im per­sön­li­chen Kon­takt, es wird per Han­dy gechat­tet oder gezoomt. „Manch­mal gibt es ein ein­zi­ges Han­dy im gan­zen Dorf, das wird dann wei­ter­ge­reicht. Oder nur die Kin­der spre­chen Eng­lisch. Ande­re Künstler:innen sind sehr schüch­tern und kom­mu­ni­zie­ren lie­ber über ein­hei­mi­sche Zwi­schen­händ­ler. Das muss ich respektieren.“

Sol & Art

Mar­tha Sofia Dras­do, Ramo­na Meurer

Alle Aus­er­wähl­ten haben eins gemein­sam: Sie sind unglaub­lich stolz dar­auf, in der Sol & Art Gal­le­ry aus­ge­stellt zu wer­den. „Dafür müs­sen sie nicht ein­mal in Vor­leis­tung gehen“, erklärt Mar­tha Sofia Dras­do. „Denn ich arbei­te nicht auf Pro­vi­si­ons­ba­sis. Ich kau­fe die Wer­ke, weil ich davon über­zeugt bin, Interessent:innen zu finden.“

Ihre Privatkund:innen kön­nen die gerahm­ten Schät­ze ab 1500 Euro bei Sol & Art bestel­len. „Natür­lich jeweils mit Echt­heits-Zer­ti­fi­kat und der Bestä­ti­gung, dass es sich um ein Uni­kat han­delt.“ Die Gale­ris­tin arbei­tet inzwi­schen auch mit eini­gen Innenarchitekt:innen zusammen.

Ihr Herz schlug schon immer für die Kunst. Doch frü­her ver­dien­te Mar­tha Sofia Dras­do ihr Geld im Invest­ment­ban­king und in der Ener­gie­bran­che. Auf drei Kon­ti­nen­ten mach­te sie Kar­rie­re. Als ihr Sohn 2013 zur Welt kam, kün­dig­te sie, um ganz für ihn da zu sein. 

Sol & Art

Mar­tha Sofia Dras­do, Ramo­na Meurer

Aber mit den Jah­ren wünsch­te sie sich eine neue beruf­li­che Her­aus­for­de­rung – eine, die fami­li­en­kom­pa­ti­bel ist. So ent­stand die Idee zur Online­ga­le­rie, die aus jedem Land der Erde ein­seh­bar ist. „Die­ses Pro­jekt erfüllt mich mit einer neu­en Art von Lei­den­schaft“, sagt sie. „Und Lei­den­schaft ist die gehei­me Zutat, die – gepaart mit har­ter Arbeit – zum Erfolg führt.“

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