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Wut: Den inneren Vulkan in den Griff bekommen 

2021-10-08T12:15:18+02:008. Oktober 2021|

Wut ist über­all, nur: Was tun, wenn die einen über­wäl­tigt? Oder die Che­fin damit im Büro auf­tritt? Die Exper­tin Eve­lyn Ritt­mey­er küm­mert sich seit 28 Jah­ren nicht nur um die­ses Gefühl, son­dern bie­tet auch ent­spre­chen­de Trai­nings zur Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung an.  

Von Mat­thi­as Lauerer

Courage-online.de Frau Ritt­mey­er, die Wut beglei­tet uns im All­tag. Neh­men wir eine all­täg­li­che Situa­ti­on im Büro. Die Che­fin ist ver­är­gert und spricht mich sau­er an. Wie soll ich reagieren?
Hören Sie sich zunächst ein­mal an, was sie zu sagen hat. Ant­wor­ten sie dann ruhig und über­legt. Beson­ders wich­tig ist es, gelas­sen zu blei­ben und freund­lich zu sein, auch wenn es schwer­fällt. Wenn Sie ihr in jenem Moment eben­falls genau­so ent­ge­gen­kom­men, eska­liert die Situa­ti­on und die­ser Mensch wird noch wüten­der. Die Fra­ge lau­tet: ´Was habe ich denn eigent­lich getan, was sie so ver­är­gert?´ Und: Der- oder Die­je­ni­ge, der/die über die bes­se­re Impuls­kon­trol­le ver­fügt, soll­te die Situa­ti­on lei­ten. Gene­rell gilt: Auf aggres­si­ve Wut geht man nicht ein.

Und wenn das nicht hilft?
Muss ich dem Men­schen klar­ma­chen, dass es bes­ser ist, den Vor­fall in Ruhe zu klä­ren und ihm oder ihr einen Vor­schlag machen: ´Machen wir uns doch ein Kaf­fee und reden in Ruhe dar­über, in Ord­nung?´ Wenn der oder die Vor­ge­setz­te einen hohen EQ (Emo­tio­na­ler Intel­li­genz­quo­ti­ent, Anmer­kung der Redak­ti­on) besitzt, sich dem­entspre­chend ver­hält und die Wut bereits etwas her­un­ter­ge­kocht ist, wird man wahr­schein­lich auf die­se fai­re Idee ein­ge­hen. Wenn er oder sie also selbst erkennt: ´Oh, da bin ich jetzt aus der Rol­le gefal­len´, wirkt so ein freund­li­cher Vor­schlag wah­re Wun­der. Was immer hilft: das Gespräch abzu­bre­chen und ganz sim­pel zu sagen: ´Ent­schul­di­gung, aber, in die­sem Ton kann ich mich nicht unter­hal­ten. Könn­ten wir das Gespräch bit­te auf spä­ter ver­schie­ben?´ Mit jeman­dem zu reden, der schreit, funk­tio­niert nicht. 

Was kann im schlimms­ten Fal­le drohen?
Es ist vor­stell­bar, dass das Gan­ze phy­sisch wird, was wir sicher­lich nicht möch­ten. So etwas ´geht´ nicht, weil man so etwas ein­fach nicht macht.  

Gibt es kör­per­li­che Anzei­chen, an denen sich die stei­gen­de Wut viel­leicht gut erken­nen lässt?
Gene­rell lässt sich das sicher­lich nicht sagen. Man­che Men­schen wer­den rot im Gesicht – und ich wer­de ganz bleich. 

Taucht das Merk­mal Wut stets allei­ne auf?
Das ist mir in all den Jah­ren sel­ten vor­ge­kom­men. Da gibt es sicher­lich die Mög­lich­keit von Trau­ma­ta, von Erfah­run­gen, von Frus­tra­ti­on und der geleb­ten Wirk­lich­keit im Kin­des­al­ter. Wut ist oft mit Angst ver­bun­den oder einem nicht ganz sta­bi­len Selbst­be­wusst­sein.  

Wie steht es bei Ihnen mit dem Gefühl?
Oh, ich kann sehr gut wütend wer­den, aber ich beherr­sche das. Mei­nen inner­li­chen Pro­zess bekommt nor­ma­ler­wei­se kein Mensch mit. Ich kann damit umge­hen, doch mein Tem­pe­ra­ment ist eben­so. Wenn mich aber jemand erwischt, wenn ich wütend wer­de und der oder die sagt in die­sem Augen­blick: ´Nur die Ruhe´– den könn­te ich … 

Wie gelang es Ihnen, die­se Kon­trol­le über jene star­ke und gefürch­te­te Emo­ti­on zu behalten?
Es war ein wei­ter Weg und der war nicht sim­pel. Man muss sich beob­ach­ten, inne­hal­ten und über­le­gen: ´Was den­ke ich denn gera­de?´ Eine Fra­ge, die man sich selbst stel­len kann ist – wenn mich jemand gera­de wütend macht: ´Erlau­be ich die­sem Men­schen über­haupt, mich wütend zu machen?´ Vie­le ken­nen die Ant­wort dar­auf nicht. Sie lau­tet: Nein. 

Belas­tet Sie Ihre Arbeit mit der Wut eigent­lich? 
In die­ser Inten­si­tät kann ich höchs­tens zwei Kli­en­ten täg­lich betreu­en – und das an maxi­mal vier Tagen pro Woche. Mehr will ich auch nicht – und Gott sei Dank gibt es noch ande­re The­men im Beruf. Außer­dem habe ich noch ein reich­hal­ti­ges Leben neben der Arbeit. 

 

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