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Wohlhabende Menschen leben länger gesund 

2021-05-07T12:29:26+02:0015. Februar 2021|

Es ist der Wunsch fast aller Men­schen: ein lan­ges Leben in höchs­ter Gesund­heit bis zum Schluss. Mit 70+ noch fit wie ein Turn­schuh zu sein, in den Urlaub zu fah­ren und mit Enkel­kin­dern zu spie­len. Einen kla­ren Geist zu haben, top gepflegt aus­zu­se­hen und vol­ler Genuss und Freu­de den Win­ter des Lebens zu ver­brin­gen. 

Die Chan­ce auf ein sol­ches Leben steigt, wenn ein Mensch wohl­ha­bend ist. Was nach einer extre­men Aus­sa­ge klingt, hat eine Stu­die bestä­tigt. Wohl­stand nimmt in einem hohen Maß Ein­fluss auf die Gesund­heit im Alter und beschert wohl­ha­ben­den Men­schen mehr gesun­de Jah­re. 

Hin­zu­kommt kommt ein Wer­te­wan­del, der die­sen Umstand begüns­tigt. Wohl­ha­ben­de Men­schen legen ihren Fokus ver­mehrt auf Gesund­heit, statt auf teu­re Kon­sum- und Luxus­gü­ter. Sie inves­tie­ren in die eige­ne Gesund­erhal­tung und damit in die Qua­li­tät ihrer Lebens­zeit. Gesund­heit und sinn­voll genutz­te Zeit neh­men einen immer grö­ße­ren Stel­len­wert ein – auch weil unse­re Bevöl­ke­rung immer älter wird.

Von Katha­ri­na Heilen

Wohlhandende leben länger gesund

Eine Lang­zeit­stu­die des Uni­ver­si­ty Col­le­ge Lon­don unter­such­te die Lebens­er­war­tung von über 25.000 Men­schen in Eng­land und den USA. Dabei unter­such­ten die Wis­sen­schaft­ler vor allem sozio­öko­no­mi­sche Fak­to­ren, die zu einem lan­gen und gesun­den Leben bei­tra­gen. Wohl­stand erwies sich als größ­ter Fak­tor, lan­ge gesund zu bleiben.

Das For­scher­team teil­te die Pro­ban­den nach Haus­halts­ver­mö­gen ein und ver­glich die ver­mö­gends­te mit der am wenigs­ten ver­mö­gen­den Grup­pe. Im Durch­schnitt leb­ten die wohl­ha­ben­den Pro­ban­den län­ger gesund. Die Wohl­ha­ben­de­ren hat­ten im Durch­schnitt neun gesun­de Lebens­jah­re mehr als die Ver­gleichs­per­so­nen mit weni­ger Wohl­stand. 

Zu gesun­den Jah­ren zäh­len sol­che, in denen kei­ne schwe­re Erkran­kung oder Behin­de­rung auf­trat. Es geht in der Stu­die also weni­ger um die Quan­ti­tät der Lebens­jah­re, son­dern um die Qualität.

Vor­he­ri­ge Stu­di­en unter­such­ten oft allein die Lebens­er­war­tung, aber berück­sich­tig­ten nicht die Gesund­heit als Maß­stab für Lebens­qua­li­tät. Dabei wün­schen sich die meis­ten Men­schen nicht per se ein lan­ges Leben, son­dern ein lan­ges Leben in bes­ter Gesund­heit und Vita­li­tät. 

Bildung könnte den Unterschied machen 

Ver­gleicht man die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Wohl­stand und Gesund­heit, ergibt sich ein viel­schich­ti­ges Netz an Ver­bin­dun­gen. Eine Ver­bin­dung davon ist Bil­dung, die den Unter­schied machen könnte.

Älte­re Stu­di­en erga­ben bereits, dass gebil­de­te Men­schen oft mit einem höhe­ren Ein­kom­men rech­nen konn­ten. Bes­se­re Qua­li­fi­ka­tio­nen und ein höhe­res Bil­dungs­ni­veau füh­ren nicht zwangs­läu­fig, aber häu­fig zu mehr Ver­mö­gen, das sich schließ­lich auch in Wei­ter- und Fort­bil­dun­gen inves­tie­ren lässt. 

Auch gesund­heit­lich ste­hen gebil­de­te Men­schen oft bes­ser da. Vie­le gebil­de­te Men­schen leis­ten sich eine gesün­de­re Ernäh­rung und wis­sen um die lang­fris­ti­ge Aus­wir­kung des­sen. Sie ver­rich­ten zusätz­lich weni­ger (schwe­re) kör­per­li­che Arbeit und nei­gen weni­ger stark zu psy­chi­schen Erkran­kun­gen, die mit Alko­hol, Tabak oder Dro­gen bekämpft werden.

Wäh­rend wohl­ha­ben­de Men­schen zudem meist in einer Umge­bung mit vie­len Grün­an­la­gen und Sport­flä­chen leben, gibt es Ver­gleich­ba­res sel­ten in den Bezir­ken von weni­ger Wohl­ha­ben­den. Spä­tes­tens jetzt wird die Viel­schich­tig­keit der Bezie­hung zwi­schen Gesund­heit, Wohl­stand und Bil­dung sicht­bar. Zusätz­lich zeich­net sich ein zwei­ter Trend ab, den es näher zu beleuch­ten gilt. 

Gesundheit als neues „Statussymbol“

Wohl­ha­ben­de Men­schen inves­tie­ren immer weni­ger in Kon­sum­gü­ter wie teu­re Uhren oder Autos, son­dern kon­su­mie­ren bewuss­ter. Mehr noch – fast schon zeich­net sich eine kon­sum­kri­ti­sche Kom­po­nen­te ab.

Die neu­en Sta­tus­sym­bo­le hei­ßen nun Gesund­heit, Acht­sam­keit und Zeit. Das zeigt sich bei­spiels­wei­se in aus­ge­buch­ten Yoga-Stu­di­os, im Boom von Online-Fit­ness- und Medi­ta­ti­ons­an­ge­bo­ten, die Ver­wen­dung von Fit­ness­tra­ckern und dem Trend hin zu einer vega­nen, vege­ta­ri­schen oder zumin­dest bewuss­ten Ernäh­rung. 

Men­schen erken­nen, dass die wich­tigs­ten Güter Gesund­heit und Zeit sind, zeigt das Zukunfts­in­sti­tut. Bei­des erfor­dert bewuss­tes Han­deln sowie Wis­sen, das nun leich­ter zugäng­lich ist denn je.

Ihnen geht es viel weni­ger dar­um, Kon­sum­gü­ter anzu­häu­fen, son­dern um ein ganz­heit­lich erfüll­tes Leben, das eine Inves­ti­ti­on in sich und in imma­te­ri­el­le Wer­te und Güter bedeu­tet. Oder zumin­dest um den Well­ness-Life­style, der damit ver­bun­den ist und die­sen Gedan­ken sym­bo­li­siert. 

Gesund­heit, Wohl­stand und Bil­dung sind kom­ple­xe The­ma­ti­ken, die auf viel­schich­ti­ge Wei­se mit­ein­an­der in Ver­bin­dung ste­hen. Resü­mie­rend lässt sich eine Ungleich­heit zwi­schen den Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen und der Gesund­heit von Men­schen feststellen.

Ein lan­ges, gesun­des Leben ist sta­tis­tisch lei­der immer noch eine Fra­ge des Wohl­stands. Hier lau­tet das Ziel, Gesund­heit unab­hän­gi­ger vom Ver­mö­gen zu machen und die Ungleich­heit auf­zu­he­ben. Bil­dung wäre ein wich­ti­ger Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. 

Zugleich fin­det eine Wer­te­ver­schie­bung unter den­je­ni­gen statt, die ver­mö­gend leben. Sie stel­len ein ganz­heit­lich gesun­des Leben und Zeit in den Vor­der­grund, wäh­rend Luxus- und Kon­sum­gü­ter immer wei­ter in den Hin­ter­grund tre­ten – Ten­denz steigend.

Auch in Zukunft wird sich nach Aus­sa­gen von Zukunfts­for­schern die­ser Trend fort­set­zen. 

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Schnelle Hilfe für Menschen mit psychischen Problemen

In Deutsch­land lei­den rund 20 Mil­lio­nen Men­schen an Depres­sio­nen, Ängs­ten oder Ess­stö­run­gen. Trotz­dem müs­sen vie­le bis zu sechs Mona­te auf einen The­ra­pie­platz war­ten. Um schnel­ler zu hel­fen, hat Nora Blum und Kat­rin Bermbach die Online­platt­form „Self­apy“ gegrün­det. Für wen die Kur­se geeig­net sind, ver­rät uns Nora Blum im Interview.

Zitat Spanx Gründerin
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