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Wohler fühlen im Wohneigentum: mit staatlicher Hilfe

2021-07-22T15:13:54+02:0022. Juli 2021|

Für vie­le Men­schen sind eige­ne vier Wän­de ein wesent­li­cher Bau­stein ihrer Absi­che­rung. Im Ide­al­fall genie­ßen sie dar­in ein ange­neh­mes Raum­kli­ma und woh­li­ge Wär­me zu gerin­gen Kos­ten. Um das zu errei­chen, braucht es bei Bestands­im­mo­bi­li­en häu­fig eine Sanie­rung. Der Staat hilft dabei mit Förderungen.

Von Gise­la Haberer

Eine Sanie­rung muss pas­sen: für die Immo­bi­lie und für den Geld­beu­tel ihres Eigen­tü­mers oder ihrer Eigen­tü­me­rin. Bei älte­ren Gebäu­den stellt sich zudem häu­fig die Fra­ge: Wo anfan­gen? Erst die Wän­de däm­men oder erst dich­te­re Fens­ter ein­bau­en oder erst die Hei­zung erneu­ern? Um das her­aus­zu­fin­den, braucht es Fach­leu­te, die sich die Immo­bi­lie vor Ort genau anse­hen. Eigentümer:innen enga­gie­ren dafür am bes­ten staat­lich aner­kann­te Energie-Berater:innen. Denn dann gibt es Zuschüs­se: für die Bera­tung und für Sanie­rungs­maß­nah­men, die den Ener­gie­ver­brauch der Immo­bi­lie senken.

Förderung von Anfang an

Für die Ener­gie­be­ra­tung vor Ort gibt es einen staat­li­chen Zuschuss: bis zu 1.300 Euro für ein Ein-und Zwei­fa­mi­li­en­haus und bis zu 1.700 Euro für Gebäu­de mit drei und mehr Woh­nun­gen. Den Antrag auf die­se För­de­rung stel­len die Energie-Berater:innen. Sie zie­hen den För­der­be­trag am Ende von der Rech­nung ab. Die­se fällt also güns­ti­ger aus. Im bes­ten Fall tra­gen Eigentümer:innen gera­de mal 20 Pro­zent der Kos­ten ihrer Vor-Ort-Energie-Beratung.

Wahlweise Dokumentation der Ergebnisse

Eigentümer:innen wäh­len, in wel­cher Form sie die Ergeb­nis­se einer Ener­gie­be­ra­tung erhal­ten: in einem Bera­tungs­be­richt oder in einem indi­vi­du­el­len Sanie­rungs­fahr­plan (iSFP). Der Bera­tungs­be­richt beschreibt die Schwach­stel­len der Immo­bi­lie, nöti­ge Sanie­rungs­maß­nah­men und die dadurch erziel­te Ener­gie­ein­spa­rung. Der iSFP gibt einen farb­lich dar­ge­stell­ten Über­blick über die Aus­gangs­la­ge und bringt die Maß­nah­men in eine zeit­lich sinn­vol­le Rei­hen­fol­ge. Wer­den die­se dann bin­nen 15 Jah­re nach­ein­an­der abge­ar­bei­tet, gibt es für jede ein­zel­ne ener­ge­ti­sche Sanie­rung einen zusätz­li­chen iSFP-För­der­bo­nus von fünf Pro­zent. Über einen iSFP wird der Geld­beu­tel also dop­pelt weni­ger belas­tet: Die Sanie­rungs­maß­nah­men und damit deren Kos­ten wer­den zeit­lich gestreckt und die ein­zel­ne Maß­nah­me noch stär­ker staat­lich gefördert.

Wärme drinnen, Kälte draußen halten

Vie­les, was den Ener­gie­ver­brauch einer Immo­bi­lie senkt, wird geför­dert. Und die­ser Ver­brauch sinkt zum Bei­spiel, wenn die Immo­bi­lie die Wär­me in den Räu­men und gleich­zei­tig Käl­te drau­ßen hält. Dafür muss die Gebäu­de­hül­le dicht sein. Älte­re Immo­bi­li­en müs­sen häu­fig nach­ge­rüs­tet wer­den: etwa durch ein neu­es Dach, neue Fens­ter, Däm­mung von Außen­wän­den, Geschoss­de­cken und Boden­flä­chen. Für jede ein­zel­ne die­ser Maß­nah­men gibt es einen staat­li­chen Zuschuss von 20 Pro­zent, geschieht dies nach einem iSFP, sogar 25 Pro­zent, maxi­mal 15.000 Euro.

Nicht mehr verbrauchen als nötig

Das Licht geht an, sobald jemand den Raum betritt – und schal­tet sich aus, sobald nie­mand mehr da ist. Die Wasch­ma­schi­ne läuft, sobald Strom güns­tig ist. Die Hei­zung regu­liert sich selbst. Ein smart home macht’s mög­lich. Häu­ser mit Bau­jahr 2010 und frü­her las­sen sich mit staat­li­cher För­de­rung nach­rüs­ten. Der Ein­bau „effi­zi­en­ter smart home“-Systeme wird mit 20 Pro­zent bezu­schusst, abge­ar­bei­tet nach einem iSFP sogar mit 25 Pro­zent, maxi­mal mit 15.000 Euro.

Günstig und gut heizen

Hei­zungs­an­la­gen, die mit fos­si­len Brenn­stof­fen wie Öl oder Gas lau­fen, belas­ten die Umwelt. Daher bezu­schusst der Staat den Ein­bau kli­ma­freund­li­cher Hei­zun­gen: Je höher die Kli­ma­freund­lich­keit, des­to höher die För­de­rung. Drei Bei­spie­le: Für den Ein­bau einer Gas-Brenn­wert­hei­zung, die für den Ein­satz erneu­er­ba­rer Ener­gien nach­ge­rüs­tet wer­den kann, gibt es 20 Pro­zent. Für Wär­me­pum­pen, Bio­mas­se­an­la­gen und ande­re Hei­zun­gen, die auf Basis erneu­er­ba­rer Ener­gien lau­fen, 35 Pro­zent. Erset­zen die­se Hei­zun­gen eine alte Ölhei­zung, steigt der För­der­satz auf 45 Pro­zent. Sinkt die Fein­staub­be­las­tung unter bestimm­te Grenz­wer­te, gibt es einen zusätz­li­chen Bonus von 5 Pro­zent­punk­ten. Eben­so für die Hei­zungs­er­neue­rung nach einem iSFP. Kos­tet eine beson­ders emis­si­ons­ar­me Hack­schnit­zel­hei­zung zum Bei­spiel 18.000 Euro, gibt der Staat bis zu 55 Pro­zent dazu, also 9.900 Euro.

Zuschüsse und Kredite 

Unter Umstän­den las­sen sich die Zuschüs­se für Sanie­run­gen mit zins­güns­ti­gen Kre­di­ten kom­bi­nie­ren. Für das eine ist das Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) zustän­dig, für das ande­re die staat­li­che För­der­bank KfW. Energieberater:innen, auch Energie-Effizienz-Expert:innen genannt, bera­ten zu För­de­run­gen sowie zu mög­li­chen Kombinationen.

Fachliche Unterstützung

Auch wäh­rend der Sanie­rung müs­sen Eigentümer:innen nicht allei­ne daste­hen. Sie kön­nen für die Pla­nung und zur Bau­be­glei­tung Fach­leu­te enga­gie­ren. Die Kos­ten dafür über­nimmt der Staat zur Hälf­te. Bei allen Maß­nah­men zur Sanie­rung der Gebäu­de­hül­le oder Ein­bau und Erneue­rung von Lüf­tungs­an­la­gen oder smart-home-Tech­no­lo­gien ist deren För­de­rung an die Ein­bin­dung eines Energie-Effizienz-Expert:innen gebun­den. Die­se Exper­ten hel­fen auch bei der Bean­tra­gung der För­der­gel­der. Staat­lich aner­kann­te Expert:innen in Wohn­ort­nä­he sind hier zu finden:

https://www.energie-effizienz-experten.de/fuer-private-bauherren

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