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  • Für einen Entnahmeplan musst du ein paar Punkte beachten, ©fizkes - stock.adobe.com

Was mach ich mit meinem investierten Geld? Entnehmen – aber mit Plan

2022-10-31T08:59:53+01:0028. Oktober 2022|

Du hast inves­tiert und möch­test das Kapi­tal „auf der hohen Kan­te“ nun ent­neh­men? Wer sich sein Geld nach und nach aus­zah­len las­sen möch­te, kann einen Ent­nah­me­plan ein­rich­ten. Das ist wie ein Dau­er­auf­trag. Ein paar Kri­te­ri­en und Über­le­gun­gen sind aber wich­tig vor­ab. Und so geht’s. 

Von Ant­je Erhard

Du hast inves­tiert und jetzt eine grö­ße­re Sum­me zur Ver­fü­gung? Jetzt ist ein guter Plan wich­tig, was du damit machst. Wenn du das Geld nicht auf ein­mal brauchst, kannst du es nach und nach aus­zah­len las­sen. Als Ren­te oder Zusatz­ein­kom­men. Dann ist ein Ent­nah­me­plan eine sinn­vol­le Lösung. Deinves­tie­ren nennt man das im Fach­chi­ne­sisch. Ein Ent­nah­me­plan ist eine Art Dau­er­auf­trag, bei dem du nicht ein­zahlst, son­dern Geld aus­ge­zahlt bekommst. 

Der gro­ße Vor­teil eines sol­chen Ent­nah­me­pla­nes ist: Du hast regel­mä­ßig Ein­künf­te. Du kannst das Geld nach und nach ent­neh­men. Das rest­li­che Kapi­tal ver­zinst sich wei­ter. Ein Ent­nah­me­plan zeigt, wel­chen Betrag in wel­chem Zeit­raum du wie häu­fig ent­neh­men kannst. Und du siehst, wie viel du noch inves­tie­ren und spa­ren soll­test, um das Ziel zu errei­chen. 

Einfache Kriterien 

Die ers­te Fra­ge auf dem Weg zum Ent­nah­me­plan ist, ob das Kapi­tal am Ende der Lauf­zeit auf­ge­braucht sein soll oder nicht. Ent­nah­me­plä­ne funk­tio­nie­ren mit oder ohne Kapi­tal­ver­zehr. Das heißt, sie kön­nen so ange­legt wer­den, dass immer Kapi­tal erhal­ten bleibt, oder das Geld wird über eine fest­ge­leg­te Lauf­zeit auf­ge­teilt und ist an des­sen Ende auf­ge­braucht. Bei einem Plan ohne Kapi­tal­ver­zehr ent­nimmst du nur die Erträ­ge aus der Kapi­tal­an­la­ge. Das sind Zin­sen, Divi­den­den, Wert­stei­ge­run­gen. Das eigent­li­che Kapi­tal bleibt auf dem Kon­to. 

Außer­dem ist wich­tig, wie lan­ge das ange­spar­te Kapi­tal rei­chen soll. Auch wie lan­ge es rei­chen muss. Die meis­ten von uns gehen mit 65 bzw. 67 Jah­ren in Ren­te. Frau­en wer­den aber in Deutsch­land im Schnitt 83,6 Jah­re alt, Män­ner 78,9. 20 Jah­re Pla­nung sind da rea­lis­tisch. Vie­le gehen ja sogar frü­her in Ren­te. 

Nächs­ter wich­ti­ger Punkt ist die Ren­di­te: Sie darf nicht zu üppig bemes­sen wer­den. Ein Blick in die His­to­rie der ver­gan­ge­nen min­des­tens 20 Jah­re ist eine Hil­fe. Das sagt aber über die Zukunft der Ren­di­ten nichts aus.   

Im drit­ten Schritt über­leg dir, in wel­chen Zeit­räu­men du das Kapi­tal aus­ge­zahlt haben möch­test: Monat­lich, pro Quar­tal, pro Halb­jahr oder pro Jahr. 

Wer in ETFs oder Fonds inves­tiert hat, kann ent­spre­chen­de ETF- und Fonds­spar­plä­ne erstel­len. Die Erträ­ge schwan­ken hier mit der Markt­la­ge, aller­dings sind auch die Ren­di­ten höher als bei einem Aus­zahl­plan von Bank­gut­ha­ben. Bei einem Bank­aus­zahl­plan wer­den die fest­ge­leg­ten Zin­sen vom Spar­kon­to, Tages- oder Fest­geld aus­ge­zahlt.  

Was bringen 25.000 Euro ein? 

Du kannst ein­fach online berech­nen, wie viel du von dei­nem ange­spar­ten Kapi­tal ent­neh­men kannst. Die zwei bekann­ten Metho­den mit und ohne Kapi­tal­ver­zehr gibt es auch hier. Sol­che Ent­nah­me­rech­ner gibt es auf ver­schie­de­nen Platt­for­men. 

Berech­nen wir doch mal, wie viel Geld du monat­lich neh­men kannst, wenn du 25.000 Euro ange­spart hast. Neh­men wir fünf Pro­zent Ver­zin­sung an. Ohne Kapi­tal­ver­zehr kannst du monat­lich 101,85 Euro ent­neh­men (Quel­le: finanzfluss.de). Das heißt, die­se Sum­me steht dir regel­mä­ßig zur Ver­fü­gung, weil du ja „ledig­lich“ die Erträ­ge – sprich Zin­sen, Wert­stei­ge­run­gen, Divi­den­den – aus­zah­len lässt.  

Mit Kapi­tal­ver­zehr musst du zunächst einen Zeit­raum fest­le­gen. Sagen wir 20 Jah­re, über die die ange­spar­ten 25.000 Euro rei­chen sol­len bei wei­ter­hin 5 Pro­zent. Dann kannst du monat­lich 20 Jah­re 163,46 Euro aus­zah­len las­sen. Danach ist das Kapi­tal auf­ge­braucht.  

Fünf Pro­zent Zin­sen sind nach Infla­ti­on recht rea­lis­tisch. Ein breit ange­leg­ter ETF schafft über die ver­gan­ge­nen 20 Jah­re betrach­tet 7,5 Pro­zent. Davon muss­ten wir in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren in Deutsch­land 1,5 Pro­zent Infla­ti­on abzie­hen. Die ist der­zeit viel höher – schon klar. In den kom­men­den Jah­ren dürf­te sie sich aber auf 2,5 Pro­zent ein­pen­deln.  

Wie­so eigent­lich 20 Jah­re? Sie­he Ren­ten­al­ter und Lebens­er­war­tung. Vie­le von uns gehen frü­her als mit 65 oder 67 in Ren­te. Dann muss das ange­spar­te Geld ent­spre­chend län­ger rei­chen. 

Wie viel Geld brauchst du eigentlich: Jetzt berechnen 

Mit einem Ent­nah­me­rech­ner kannst du aber auch berech­nen, wie viel Kapi­tal du benö­tigst, wenn du eine bestim­me Sum­me regel­mä­ßig aus­ge­zahlt haben möch­test.   

Ange­nom­men, du möch­test 300 Euro monat­lich ohne Begren­zung zur Ver­fü­gung haben und wir neh­men wie­der fünf Pro­zent Zin­sen an. Damit das mög­lich ist, müss­test du ein Ver­mö­gen von 73.635 Euro ange­spart haben (Quel­le: Finanz­fluss) 

Je frü­her du anfan­gen kannst, Kapi­tal auf­zu­bau­en, um so ein­fa­cher ist es: Lang­fris­tig sind klei­ne­re Beträ­ge not­wen­dig, weil der Fak­tor Zeit für uns spricht. Wer spät beginnt vor­zu­sor­gen hat weni­ger Zeit und muss höhe­re Beträ­ge auf­wen­den, aber auch das ist mach­bar: Denn mit zuneh­men­dem Alter und fort­schrei­ten­der Kar­rie­re wer­den wir bes­ser bezahlt und kön­nen uns auch mehr Vor­sor­ge leis­ten. 

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