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  • Für den sicheren Heimweg gibt es mittlerweile mehrere Apps, ©Iakov Kalinin - stock.adobe.com

Walk-Home-App: Bring mich nach Hause

2022-10-10T08:02:07+02:009. Oktober 2022|

Neue „Walk-Home-Video­an­ru­fe“ sol­len den Weg nach Hau­se für all jene siche­rer machen, die sich am Abend oder in der Nacht unwohl füh­len. Wel­che Anbie­ter gibt es und ist das ein guter Einfall?

Von Mat­thi­as Lauerer

Das inno­va­ti­ven „Heim­wegte­le­fon e. V.“ beginnt bereits 2011 mit zwei Ber­li­ner Freun­din­nen. Die lern­ten, „nach einem Auf­ent­halt in Schwe­den, den dor­ti­gen Ser­vice ken­nen.“ Die­ser ist direkt bei der Stock­hol­mer Poli­zei ange­sie­delt. 

Bring mich nach Hause 

Zurück in Deutsch­land stell­te man sich die berech­tig­te Fra­ge, wes­halb solch ein Pro­jekt bei uns nicht exis­tier­te. Fix star­te­te man durch. Dama­li­ges Ergeb­nis: „Zwei Tele­fo­nis­tin­nen, die zwei­mal pro Woche Nacht­schwär­me­rin­nen in Ber­lin auf ihrem Nach­hau­se­weg beglei­te­ten.“ Heu­te lei­ten Cor­ne­lia Vogt, Mar­cel Wewer und Arne Adolphs das „Heim­wegte­le­fon“.  

Zuhören und sprechen für die Sicherheit 

Der Ser­vice steht für die­je­ni­gen berei­te, die sich auf dem nächt­li­chen Heim­weg unwohl füh­len. Ehren­amt­li­che beglei­ten die Anru­fen­den tele­fo­nisch nach Hau­se. Inzwi­schen war­ten über 100 Ehren­amt­li­che jeden Abend auf Anru­fe aus der gesam­ten Bun­des­re­pu­blik. Mög­lich machen das neben Part­nern und Spon­so­ren alle ande­ren Men­schen, die die Trup­pe unter­stüt­zen. Seit dem Som­mer 2019 fin­det es sich auch im Ver­eins­re­gis­ter. Bedeu­tet: Geld will man damit nicht ver­die­nen. 

Start ab 2023 

Doch es gibt noch wei­te­re Anbie­ter: Ab 2023 wird etwa das ita­lie­ni­sche Start-up „Vio­la Walk Home“ in Deutsch­land ver­tre­ten sein. Ange­bo­ten wer­den „auf­ge­zeich­ne­te und geo­gra­fisch ver­or­te­te Video­ge­sprä­che mit Freun­den und unse­ren spe­zi­ell geschul­ten Vio­la-Frei­wil­li­gen, die im Not­fall direkt mit der Poli­zei ver­bun­den sind.“ 

Hilfe in 16 Sprachen 

Bei Vio­la Walk Home sen­det man eine Direkt­nach­richt an den Insta­gram-Account @violawalkhome. Dabei wer­den die Infor­ma­tio­nen zur gewünsch­ten Spra­che, der Stadt, in der man unter­wegs ist und zur geplan­ten Rou­te wer­den über­mit­telt. Wich­tig ist außer­dem die Infor­ma­ti­on, wann man los­geht und sich auf den Rück­weg macht. Dann schal­tet sich eine „VWH-Volon­tä­rin“ zu und plau­dert mit einem, bis man wie­der durch die eige­ne Haus­tür ist. 16 Spra­chen wer­den wohl ab dem kom­men­den Jahr ange­bo­ten. 

Gute Idee, oder nicht? 

Nur: Was ist von der Idee und deren Umset­zung zu hal­ten? Die Poli­zei in Stutt­gart erklär­te den Kol­le­gen der Stutt­gar­ter Zei­tung dazu: „Es ist grund­sätz­lich gut, wenn sich mehr Men­schen im öffent­li­chen Raum siche­rer füh­len.“ Außer­dem sei es „zu begrü­ßen“, wenn Men­schen ent­spre­chen­de Anstren­gun­gen unter­näh­men, um „ihre Sicher­heit zu erhö­hen“. 

Wer die Qual hat … 

Aus Grün­den der Neu­tra­li­tät emp­feh­len die Beam­ten kei­nen Anbie­ter, war­nen jedoch auch nicht vor sol­chen Ser­vices. Was bleibt? Die Idee ist gut, doch ist es sehr trau­rig, dass es sol­che Anbie­ter geben muss, weil Men­schen auf dem Nach­hau­se­weg in Gefahr sind oder sich nicht sicher füh­len. 

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