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 “Uvis”: Supersauber – oder die Sache mit den UV-Strahlen 

2021-10-13T16:29:22+02:0011. Oktober 2021|

Katha­ri­na Obla­den und Tan­ja Zirn­stein haben vor Jah­ren eine Idee, die ihnen den zwei­ten Platz bei einem Schü­ler­wett­be­werb ein­bringt. Der Ansatz: Sind Hand­läu­fe von Roll­trep­pen nicht eklig und könn­ten wir die nicht per UV-Licht des­in­fi­zie­ren? Dar­aus erwuchs die Köl­ner Fir­ma „Uvis“, kurz für „UV-Inno­va­ti­ve Solu­ti­ons GmbH“. 

Von Mat­thi­as Lauerer

Mil­lio­nen Bürger:innen scheu­en sich davor, den Hand­lauf der Roll­trep­pen in Ein­kaufs­zen­tren oder am Bahn­hof anzu­fas­sen. Schuld dar­an ist nicht nur die Coro­na-Pan­de­mie, die uns seit mehr als andert­halb Jah­ren in Deutsch­land beschäf­tigt. Heu­te gilt: Wie hal­ten wir unse­re Umge­bung rein und rei­ni­gen, was uns lieb oder nütz­lich ist? In die­ser Geschich­te wer­den wir von Katha­ri­na Obla­den und Tan­ja Zirn­stein hören, denen als Schü­le­rin­nen eine schlaue Idee für blitz­blan­ke Hand­läu­fe kommt. Doch der Rei­he nach … 

“Uvis”: Der schlaue Einfall

Als Schü­le­rin­nen der „Erz­bi­schöf­li­chen Lieb­frau­en­schu­le“ in Köln legen Tan­ja Zirn­stein und Katha­ri­na Obla­den 2010 den Grund­stein für ihre Fir­ma „Uvis“, kurz für „UV-Inno­va­ti­ve Solu­ti­ons GmbH“. Bei einem Grün­dungs­wett­be­werb kommt ihnen ein Ein­fall. Die bei­den Frau­en ent­wi­ckeln ein Modul, das sie in Roll­trep­pen ver­bau­en und mel­den dazu ein Patent an. Ein befreun­de­ter Tech­ni­ker hilft beim Pro­to­typ. Das Resul­tat: Platz 2 beim Wett­be­werb. Heu­te, mehr als zehn Jah­re spä­ter, kommt das Geschäft rich­tig in Gang.

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Corona hilft den Gründerinnen

Hin­ter­grund: Das Modul der bei­den Rhein­län­de­rin­nen bestrahlt die immer wie­der ange­fass­ten Gum­mi­hand­läu­fe non­stop mit ultra­vio­let­tem Licht. Die­ses Dau­er­feu­er erle­digt Bak­te­ri­en, meu­chelt Schim­mel­pil­zen und macht Viren den Gar­aus. In der Eigen-PR klingt das so: „Esca­li­te wird im ver­schlos­se­nen Bereich der Fahr­trep­pe ange­bracht und ist für alle Hand­läu­fe aus­ge­legt. Die robus­te Bau­wei­se sorgt dafür, dass das Modul zuver­läs­sig arbei­tet. Es besteht aus drei Hoch­leis­tungs-UV Lam­pen, die mit einer Lon­g­li­fe Beschich­tung ver­se­hen sind. Die Lam­pen kön­nen dank Spe­zi­al­hal­te­run­gen im Hand­um­dre­hen gelöst werden.“ 

Keime früher und heute

Dass die Sor­ge vor den Kei­men nicht unbe­rech­tigt ist, kommt der Wochen­zei­tung „Die ZEIT“ bereits 1975 in den Sinn. Damals heißt es in einem Arti­kel: „Auf einem ein­zi­gen Qua­drat­zen­ti­me­ter eines Tele­fon­hö­rers hat der Ham­bur­ger Bak­te­rio­lo­ge Pro­fes­sor F. Heiss bis zu 50.000 Kei­me gezählt. Er hält den Tele­fon­hö­rer in öffent­li­chen Sprech­stel­len, für eine Infek­ti­ons­quel­le ers­ten Ran­ges und rät zu regel­mä­ßi­ger Des­in­fek­ti­on des Hörers. An die Bun­des­post müss­te man die Fra­ge stel­len, was sie in den viel benutz­ten Häus­chen für die Hygie­ne tut.“ Selbst wenn die Tele­fon­hö­rer in den Häus­chen der dama­li­gen „Deut­schen Bun­des­post“ repu­blik­weit längst Geschich­te sind: Das The­ma Rein­heit ist es nicht. 

Wachstum, auch wegen Corona

2021 gab es beim Unter­neh­men kein ganz so extre­mes Wachs­tum mehr, wie noch 2020. Doch Katha­ri­na Obla­den sagt im Gespräch: „Ich glau­be, dass wir im ver­gan­ge­nen Jahr ein sehr schnel­les Auf­klä­rungs­pro­gramm zum The­ma Hygie­ne durch­lie­fen. Heu­te ist das The­ma viel prä­sen­ter als frü­her.“ Zehn Mitarbeiter:innen hat die Fir­ma im Moment, mehr ist denk­bar. „Wir wach­sen Stück für Stück.“

Abtö­ten­de Lösung

Wie es der Ideen­reich­tum der bei­den Mache­rin­nen so will, kommt Anfang 2020, also kurz vor der Pan­de­mie, ein zwei­tes anti­mi­kro­biel­les Pro­dukt auf den Markt. Mit „Tita­no“ las­sen sich schwer zu rei­ni­gen­de, oder sen­si­ble Ober­flä­chen des­in­fi­zie­ren. Denn: Die neu­ar­ti­ge Tink­tur aus Was­ser und Titan­di­oxid tötet fast alle Kei­me ab. „Tita­no“ senkt die Keim­be­las­tung auf den Ober­flä­chen direkt nach dem Auf­sprü­hen um 99,99 Pro­zent. Neue Bak­te­ri­en und Viren­po­pu­la­tio­nen wer­den stän­dig redu­ziert und somit deren kri­ti­sche Aus­brei­tung ver­hin­dert. Die Pro­tek­ti­on funk­tio­niert auf Kunst­stoff, Metall oder Glas. Laut Obla­den ist das Pro­dukt „beson­ders in Deutsch­land sehr gefragt.“ Der Mini-Haken an der Sache: Wer die Lösung nut­zen will, braucht geschul­tes Personal. 

Nicht nur “Uvis: Aller guten Dinge sind Drei

Mitt­ler­wei­le gibt es im Port­fo­lio auch ein drit­tes Pro­dukt. Das Ober­flä­chen­des­in­fek­ti­ons­ge­rät trägt den Namen „Solu­va“: „Inner­halb weni­ger Sekun­den sind die Mate­ria­li­en damit des­in­fi­ziert und es gibt kein Kabel, weil das Gerät mit einem Akku läuft“, sagt Obla­den im Gespräch. Die Maschi­ne kos­tet zwi­schen 999 und 1.799 Euro und ist für den B2B-Markt bestimmt. In jedem Paket fin­det sich neben dem Gerät mit Akku auch eine per­sön­li­che Schutz­aus­rüs­tung. Je nach Set kommt ein Trans­port­kof­fer, ein zwei­ter Akku sowie Wer­be­ma­te­ri­al und ein digi­ta­les Schu­lungs­set hinzu.

Über ihre eige­ne Arbeits­be­las­tung kann die Grün­de­rin im Moment nicht kla­gen, doch was die Sache anstren­gen­der als gewöhn­lich macht: „Mei­ne Geschäfts­part­ne­rin ist hoch­schwan­ger – und die Geburt ihres Kin­des steht in den nächs­ten Wochen an. Es ist schon jetzt span­nend die bevor­ste­hen­de ´Dop­pel­be­las­tung´ von uns bei­den vor­zu­be­rei­ten.“  

Was macht Freude am Unternehmerinnendasein?

Und was macht den bei­den Fir­men­che­fin­nen so viel Freu­de am Unter­neh­me­rin­nen­da­sein? „Die Mischung macht’s: Als eigen­stän­di­ge Unter­neh­me­rin­nen haben wir die Chan­ce, mit unse­rem enga­gier­ten Team eige­ne Ideen umzu­set­zen. Wir pro­fi­tie­ren davon, schnell Ent­schei­dun­gen tref­fen zu kön­nen und stel­len uns aber auch jeden Tag neu­en Her­aus­for­de­run­gen, um die Fir­ma wei­ter­zu­brin­gen.“ Es sieht also so aus, als hät­te sich der 2010er-Ein­fall genau im per­fek­ten Moment zu einer Fir­ma für eine keim­freie­re Zukunft entwickelt. 

 

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