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  • Reiseanbieter, Hotels und Airlines kämpfen derzeit mit einem großen Chaos, ©Wayhome Studio - stock.adobe.com

Urlaubsaktien: Diese Auswirkungen hat das Chaos in der Reisebranche

2022-07-25T09:30:29+02:0024. Juli 2022|

Kaum ist das Rei­sen wie­der unbe­schränkt mög­lich, da herrscht in Deutsch­land das abso­lu­te Cha­os an Bahn­hö­fen und vor allem Flug­hä­fen. Es fehlt an Per­so­nal. Wirkt sich das auf Urlaubs­ak­ti­en aus? 

Von Ant­je Erhard

Tau­sen­de annul­lier­te Flü­ge, nicht mit­ge­reis­tes Gepäck, lan­ge Schlan­gen am Check-in – zu rei­sen ist der­zeit oft kein Ver­gnü­gen. Dabei haben doch vie­le von uns ein Nach­hol-Bedürf­nis. Und die Coro­na-gebeu­tel­te Rei­se­bran­che end­lich wie­der die Mög­lich­keit, Geld zu ver­die­nen. Denn Akti­en von Kreuz­fah­rern, Rei­se­an­bie­tern, Frei­zeit­parks und Hotels waren in der Pan­de­mie die am meis­ten abge­straf­ten, weil die Rei­se­un­ter­neh­men schlicht­weg kein Geschäft machen konn­ten. 

So hat­te die TUI-Aktie zu den Hoch-Zei­ten der Pan­de­mie fast vier Fünf­tel ihres Wer­tes ver­lo­ren, die Luft­han­sa-Aktie die Hälf­te. Wie vie­le ande­re Unter­neh­men welt­weit muss­ten bei­de mit Staats­hil­fen unter­stützt wer­den. Die ein­set­zen­de Erho­lung an der Bör­se war von kur­zer Dau­er. Die Del­ta-Vari­an­te von Coro­na erschüt­ter­te die Bran­che erneut. Der Ukrai­ne-Krieg belas­te­te die Akti­en dann noch­mals. Lock­downs in Asi­en tun ein Übri­ges. Ein Invest­ment in Hotels, Rei­se­an­bie­ter, Flug­li­ni­en ist da ein nicht zu unter­schät­zen­des Risi­ko. 

In Reise- und Urlaubsvergnügen investieren 

Doch wie kannst du über­haupt in das Rei­se- und Urlaubs­ver­gnü­gen inves­tie­ren? Schau­en wir uns exem­pla­risch ein paar Mög­lich­kei­ten an: Bei­spiel Hil­ton World­wi­de. Im Coro­na-Tief war die Aktie des Hotel-Betrei­bers mit fast 7.000 Häu­sern halb so teu­er wie der­zeit. Doch auf Jah­res­sicht hat sie kaum Boden gewon­nen. Ana­lys­ten bewer­ten sie mehr­heit­lich mit „hal­ten“, haben Kurs­zie­le zwi­schen 123 und 177 Euro, deut­lich über dem aktu­el­len Niveau von 111 Euro.  

Auch bei AirBnB ist die Urlaubs­welt noch nicht wie­der in Ord­nung – obwohl das Geschäft längst anzieht. Die Aktie ist auf Jah­res­sicht 23 Pro­zent im Minus und notiert bei etwa 97 Euro. Dabei hat­te sie sich zwi­schen­zeit­lich schon mal auf das Dop­pel­te erholt inner­halb eines Jah­res. Die Kurs­zie­le sind sogar recht üppig. Sie rei­chen von 93 bis 245 Euro und 41 Pro­zent der Ana­lys­ten haben die Aktie des Welt­markt­füh­rers für die Ver­mitt­lung pri­va­ter Unter­künf­te auf “kau­fen”, 51 Pro­zent auf “hal­ten”. 

Airlines und Reise-Anbieter 

Bei­spiel Air­lines: Bei der Luft­han­sa hat Groß­ak­tio­när Klaus-Micha­el Küh­ne gera­de sei­ne Betei­li­gung an Deutsch­lands größ­ter Air­line aus­ge­baut. Soweit die gute Nach­richt. Die schlech­te: Die Luft­han­sa hat für Juli und August, also die Haupt-Rei­se­zeit, mehr als 3.000 Flü­ge gestri­chen, weil sie nicht genug Mitarbeiter:innen hat. Den­noch rät ein Vier­tel der Ana­lys­ten zum Kauf. Doch hier besteht rela­tiv viel Unei­nig­keit unter den Exper­ten. 43 Pro­zent sagen “hal­ten” und 30 immer­hin “ver­kau­fen”. Die Kurs­zie­le bewe­gen sich zwi­schen 4,75 und 7 Euro. Der­zeit wird die Luft­han­sa-Aktie für 5,80 Euro gehan­delt.  

Bei­spiel Rei­se-Anbie­ter: Bei TUI lie­gen die Buchun­gen höher als vor der Kri­se. Den­noch stand im zwei­ten Quar­tal ein Ver­lust in der Bilanz. Der Kur­s­chart geht mit Kur­sen zwi­schen 1,45 und 3,66 Euro auf Jah­res­sicht auf und ab. Das Gros der Exper­ten, näm­lich 54 Pro­zent, hat die Aktie auf “hal­ten”, 38 Pro­zent sagt “ver­kau­fen” und nur acht Pro­zent urtei­len mit “kau­fen”. 

Kreuzfahrer: Interesse ungebrochen

Kreuz­fahrt-Unter­neh­men wie Car­ni­val und Roy­al Carib­be­an gehör­ten zu den Top-Ver­lie­rern in der Kri­se. Teil­wei­se muss­ten die Schif­fe im Hafen blei­ben oder aber sie mutier­ten zu schwim­men­den Qua­ran­tä­ne-Hotels. Doch das Inter­es­se an Kreuz­fahr­ten ist unge­bro­chen. Car­ni­val hat­te gera­de erst ein neu­es Jah­res­tief erreicht. Doch eine Mel­dung ließ auf­hor­chen. Car­ni­val plant eine Zusam­men­ar­beit mit Bet MGM und will auf See Sport­wet­ten und iGa­ming anbie­ten. Den Aktionär:innen war das ein Kurs­plus wert. 30 Pro­zent der Ana­lys­ten sagen “kau­fen”, aber auch 30 “ver­kau­fen”. Groß ist die Span­ne der Kurs­zie­le – zwi­schen 6,51 und 16,56 Euro soll alles mög­lich sein, so die Expert:innen. 

Wenn du nicht in Ein­zel­ak­ti­en inves­tie­ren möch­test, haben Lyxor, iSha­res, Inve­s­co oder HANetf ETFs auf Rei­se- und Tou­ris­tik-Unter­neh­men. Aber auch hier braucht es Mut zum Risi­ko, weil nie­mand vor­aus­sa­gen kann, wohin die sprich­wört­li­che Rei­se geht. 

Fazit: Rei­se- und Tou­ris­mus-Akti­en blei­ben ein Risi­ko, so lan­ge Lock­downs bestehen, Coro­na-Vari­an­ten unser Leben beein­flus­sen und viel Geschäft nicht gemacht wer­den kann, weil Per­so­nal fehlt. Den­noch sind die Buchun­gen meist höher als vor der Pan­de­mie – zumin­dest aber höher als im Vor­jahr. Wenn du hier inves­tie­ren möch­test, soll­test du eher gro­ße und mög­lichst gut kapi­ta­li­sier­te Unter­neh­men aus­wäh­len und ledig­lich einen Teil dei­nes geplan­ten Bud­gets inves­tie­ren. Eine brei­te Streu­ung ver­steht sich ja von selbst. 

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